BGM
Fragen
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Cartes-fiches
Welche Verschiebeschicht gibt es in der Haut?
OVS und UVS
Was ist die OVS?
Obere verschiebe schicht: zwischen Lederhaut und Unterhaut ( auch bei Kindern; zeigt v.a. Veränderungen bei akuten Krankheiten)
Was ist die UVS?
Untere verschiebe schicht: zwischen der Unterhaut und Faszie (beim Erwachsenen gut ausgebildet; aber nicht bei Kindern; v.a. chronische Veränderungen und Dispositionen)
Welche Funktion haben die Affereznzen der Haut?
Jede Empfindung, die von der Haut aufgenommen werden kann, kommt zustande durch die Erregung einer bestimmten Gruppe von Afferenzen und der entsprechenden zentralnervösen Strukturen.
Wie ist die somato-viscerale Sensibilität aufgebaut und welche selektive Reize werden dort durch spezifische Rezeptoren aufgenommen?
Sensibilität = Aufnahme von Reizen durch spezifische Rezeptoren.
Hautsensibilität: Druck, Berührung, Vibration (Mechanorezeptoren), Kälte, Wärme
(Thermorezeptoren), Oberflächenschmerz (Noziceptoren inkl. Hitze/starke Kälte)
Tiefensensibilität: Stellungssinn, Kraftsinn, Bewegungssinn (Propriozeptoren) Tiefenschmerz (Noziceptoren)
Viszerale Sensibilität: Organempfindung, Eingeweideschmerz (Noziceptoren)
Welche Schmerzarten in den Strukturen unterscheiden wir?
SCHMERZARTEN
Somatisch (Muskel)
Viszeral (Organ)
Oberflächenschmerz
(gut lokalisierbar)
↓
Hautschmerz
Tiefenschmerz
(schlecht lokalisierbar)
↓
Muskeln tiefes Bindegewebe Knochengelenke
(z.B. Muskelkrampf)
Eingeweideschmerz
(diffus lokalisierbar)
↓
Eingeweide
(z.B. Gallenkolik, Magengeschwür)
Welche spezifischen Reize nimmt der Nozizeptor der Haut auf?
Alle evt. schädigenden Reize:
Nadelstechen, Kneifen, Ätzung, Zerreissen/Überdehnung von Fasern
Temperaturen über ca. 42° oder unter ca. 20°
BGM-Techniken über den tangentialen Anschlag der BG-Fasern (HT/flache
Strichführung/UHT/FZT/steile Strichführung nach Dicke)
Die Erregung von nozizeptiven Afferenzen löst Schmerzempfindungen, Juckreiz, Stechen, Hitze aus. → Sie informieren uns nicht nur über unsere Umwelt, sondern über Bedrohungen aus der Umwelt und aus dem Körperinnern (Krankheiten).
→ Diese Erregungen führen zu Reflexen im vegetativen und motorischen System.
Woher kommen die Afferenzen und Efferenzen ?
Hinterhorn/-wurzel (Afferenzen), Vorderhorn/-wurzeln (Efferenzen) und Seitenhorn (Efferenzen von Para- und Sympathikus) des Rückenmarks vereinigen sich zu Spinalnerven.
Was ist ein Dermatom, Myotom, Sklerotom, Viscerotom etc
Wir bezeichnen Körperbereiche, die von einem Spinalnerven innerviert werden als Dermatom, Myotom und Sklerotome etc. („Gewebe“-tom)
Jeder Spinalnerv innerviert ein Hautgebiet (Dermatom), einen Skelettmuskelgebiet (Myotom) und bestimmte Teile von Knochen, Bändern und Faszien (Sklerotom), sowie von Organen (Viscerotom/Enderotom) und Gefäss (Angiotom) und Nerven (Neurotom)
Mit welchen Reizen beeinflusse ich die jeweiligen –toms?
Dermatom = BGM / KLM / EMP / HTH / POT = v.a.Streichung/Gewebsrolle/Unterhautstreiche/manuelle Lymphrdrainage
Myotom = KLM / EMP = Knetungen/Zirkelungen und motorisch erregende Elektro sowie Ultraschall
Sklerotome = KLM / EMP = Zirkelungen/Drückungen und Interferenz/Ultraschall
Viscerotom/ Enderotom = lokal nur KLM (colon-Massage), ansonsten über Relfexzonen
Angiotom = BGM / KLM / EMP / HTH = Unterhaut- und Faszienstriche/Gewebsrollen v.a. starke Elektro mit Saugelektroden/ HTH
Neurotom = BGM / KLM / EMP elektro / HTH / POT = physikalische ödem therapie sedierend(Berührungsreize) oder anregenden (Schmerzreize)
Aus wie vielen Hinterwurzeln wird ein Dermatom sensibel innerviert?
Die Innervationsgebiete von Hinterwurzeln in der Haut (Dermatome) zeigen starke Überlappungen und die Hautnerven erhalten ihre afferenten Fasern meistens aus mehreren Hinterwurzeln (3). Das DermatomMännchen entspricht einer Vereinfachung. Die Überlappung ist nicht dargestellt. Es stimmt v.a. für die Nociceptoren
Wie wird der viszerale Schmerz in die Haut übertragen (Hypothese 1)?
Hypothese 1 (spinal):
Viscero-cutaner Reflex
Vom Organ zur Haut
Organ / afferente Nervenbahn (Nociceptor)/Spinalganlion/Hinterhorn RM/ Umschaltung und /oder bewusste
Wahrnehmung sensorisches Rinderfeld/ Reaktion über (Para-) Sympathikus über Rückenmark zu Vorderhorn/ (evt. Grenzstrangglion)/efferente Nervenbahn/ Haut
Wie wird der viszerale Schmerz in die Haut übertragen (Hypothesen 2)?
Hypothese 2 (supraspinal):
Da die Körperoberfläche eine hohe Repräsentation im Cortex hat, während die Eingeweide eine niedrige
Repräsentation im Cortex haben (Eingeweide sind uns normalerweise nicht bewusst), überträgt der Cortex
(RM) Eingeweideschmerzen z.T. in die Körperoberfläche (Haut). Somit beginnt er in der Haut auf diese Bedrohung zu reagieren (verminderte Durchblutung, gestörte Trophik, veränderte Empfindlichkeit etc.)
Wie ist das vegetative Nervensystem aufgebaut?
Sympathikus : hat ihren Ursprung in den Seitenhörner des Rückenmarkes Th1-L2, sowie in den Grenzstrangganglien
Parasympathikus: hat ihren Ursprung im Hirnstamm (v.a. 10. Hirnnerv N. vagus) + Seitenhörner des Rückenmarkes S2 – S4 = Sakralmark oder Darmnervengelecht
Welches sind die Wirkungen des veg. Nervensystems im Allgemeinen?
Wirkungen von Sympathikus und Parasympathikus sind einerseits entgegengesetzt (antagonistisch) und trotzdem arbeiten sie zusammen (synergistisch) als gemeinsame unwillkürliche Steuerung der Körperfunktionen.
Sympathikus („Anspannung“): aktiv bei Energiebereitstellung (Körperarbeit, Stress)
Parasympathikus („Entspannung“):, aktiv bei Energieaufnahme (Essen, Verdauung, Ausscheidung, Ruhe)
Welche vegetativen Reflexwege gibt es?
4 Reflexwege:
viszero-viszeral (intestino-intestinal) → vom Organ ans RM + zurück zum Organ
viszero-somatisch → vom Organ zum Muskel (Bsp. Abwehrspannung)
viszero-kutan → vom Organ zur Haut → Entstehung der BG-Zonen
kuti-viszeral → von Haut zum Organ → Wirkung der BGM
Hinzu kommen Einflüsse auf „vegetative Zentren“, die zur Reaktionen bei der BGM gehören:
Schweissproduktion, erhöhter Puls und Atmung, Hühnerhaut, rote/blasse Haut, warme/kalte Haut (Sympathikus)
Hungergefühl, vermehrte Ausscheidung, grosse Müdigkeit und Schlafbedürfnis ca. 1-2 h. nach Behandlung (Parasympathikus)
Was ist eine Bindegewebszone (BGZ)?
Eine Bindegewebszone ist ein umschriebenes Areal der Haut und der Unterhaut, welches sich durch typische Veränderungen (Einziehungen, Quellungen, sensorische Veränderungen etc.) zeigt bei Funktionsstörungen und/oder Erkrankungen der inneren Organsysteme, sowie Gelenk-, und weichteilrheumatische Erkrankungen oder Wirbelsäulen-Affektionen.
Sie zeigen sich als:- Quellung
Einziehung
↓ Verschiebbarkeit
veränderte Sensibilität/Trophik/Reaktionsfähigkeit auf Reizung
Sie ist in: - OVS tastbar
UVS sichtbar, tastbar
BG-Zonen sind gekennzeichnet durch:
Elastizitätsverlust (Konsistenz)
Schlechte Verschieblichkeit
Volumen (Einziehungen → Zonen 1. Ordnung / Quellungen → Zonen 2. Ordnung) - veränderte Schmerzempfindungen