BGM

Fragen

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A. S.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Bindegewebsmassage (BGM) und deren Auswirkungen auf Haut und Organe. Sie erklären die Rolle des vegetativen Nervensystems, insbesondere des Sympathikus und Parasympathikus, sowie die Übertragung von viszeralem Schmerz in die Haut. Die Karteikarten beschreiben verschiedene Reflexwege und die spezifischen Reize, die auf Dermatome, Myotome und andere Gewebetome wirken. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende und Therapeuten, die ihr Verständnis der BGM und ihrer Anwendungen vertiefen möchten.
Flashcards
17
Students
3
Language
German
Category
Biology
Level
Other
Created / Updated
08.03.2024 / 20.05.2024

Flashcards

Welche Verschiebeschicht gibt es in der Haut?

OVS und UVS

Was ist die OVS?

Obere verschiebe schicht: zwischen Lederhaut und Unterhaut ( auch bei Kindern; zeigt v.a. Veränderungen bei akuten Krankheiten)

Was ist die UVS?

Untere verschiebe schicht: zwischen der Unterhaut und Faszie (beim Erwachsenen gut ausgebildet; aber nicht bei Kindern; v.a. chronische Veränderungen und Dispositionen)

Welche Funktion haben die Affereznzen der Haut?

Jede Empfindung, die von der Haut aufgenommen werden kann, kommt zustande durch die Erregung einer bestimmten Gruppe von Afferenzen und der entsprechenden zentralnervösen Strukturen.

Wie ist die somato-viscerale Sensibilität aufgebaut und welche selektive Reize werden dort durch spezifische Rezeptoren aufgenommen? 

Sensibilität = Aufnahme von Reizen durch spezifische Rezeptoren. 

  Hautsensibilität:  Druck, Berührung, Vibration (Mechanorezeptoren), Kälte, Wärme 

(Thermorezeptoren), Oberflächenschmerz (Noziceptoren inkl. Hitze/starke Kälte) 

  Tiefensensibilität:  Stellungssinn, Kraftsinn, Bewegungssinn (Propriozeptoren) Tiefenschmerz (Noziceptoren) 

  Viszerale Sensibilität:  Organempfindung, Eingeweideschmerz (Noziceptoren)

Welche Schmerzarten in den Strukturen unterscheiden wir?

 

                                                       SCHMERZARTEN                      

Somatisch (Muskel) 

Viszeral (Organ) 

Oberflächenschmerz 

(gut lokalisierbar) 

↓ 

Hautschmerz 

Tiefenschmerz 

(schlecht lokalisierbar) 

↓ 

Muskeln tiefes Bindegewebe Knochengelenke 

(z.B. Muskelkrampf) 

 

Eingeweideschmerz 

(diffus lokalisierbar) 

↓ 

Eingeweide 

(z.B. Gallenkolik, Magengeschwür) 

Welche spezifischen Reize nimmt der Nozizeptor der Haut auf?

Alle evt. schädigenden Reize: 

  • Nadelstechen, Kneifen, Ätzung,  Zerreissen/Überdehnung von Fasern 

  • Temperaturen über ca. 42° oder unter ca. 20° 

  • BGM-Techniken über den tangentialen Anschlag der BG-Fasern (HT/flache 

Strichführung/UHT/FZT/steile Strichführung nach Dicke) 

Die Erregung von nozizeptiven Afferenzen löst Schmerzempfindungen, Juckreiz, Stechen, Hitze aus. → Sie informieren uns nicht nur über unsere Umwelt, sondern über Bedrohungen  aus der Umwelt und aus dem Körperinnern (Krankheiten). 

→ Diese Erregungen führen zu Reflexen im vegetativen und motorischen System. 

Woher kommen die Afferenzen und Efferenzen ?

Hinterhorn/-wurzel (Afferenzen), Vorderhorn/-wurzeln (Efferenzen) und Seitenhorn (Efferenzen von Para- und Sympathikus) des Rückenmarks vereinigen sich zu Spinalnerven. 

Was ist ein Dermatom, Myotom, Sklerotom, Viscerotom etc

Wir bezeichnen Körperbereiche, die von einem Spinalnerven innerviert werden als Dermatom, Myotom und Sklerotome etc. („Gewebe“-tom) 

Jeder Spinalnerv innerviert ein Hautgebiet (Dermatom), einen Skelettmuskelgebiet (Myotom) und bestimmte Teile von Knochen, Bändern und Faszien (Sklerotom), sowie von Organen (Viscerotom/Enderotom) und Gefäss (Angiotom) und Nerven (Neurotom) 

Mit welchen Reizen beeinflusse ich die jeweiligen –toms?

Dermatom  = BGM / KLM / EMP / HTH / POT = v.a.Streichung/Gewebsrolle/Unterhautstreiche/manuelle Lymphrdrainage 

Myotom = KLM / EMP = Knetungen/Zirkelungen und motorisch erregende Elektro sowie Ultraschall 

Sklerotome = KLM / EMP = Zirkelungen/Drückungen und Interferenz/Ultraschall 

Viscerotom/ Enderotom = lokal nur KLM (colon-Massage), ansonsten über Relfexzonen 

Angiotom = BGM / KLM / EMP / HTH = Unterhaut- und Faszienstriche/Gewebsrollen v.a. starke Elektro mit Saugelektroden/ HTH 

Neurotom = BGM / KLM / EMP elektro / HTH / POT = physikalische ödem therapie sedierend(Berührungsreize) oder anregenden (Schmerzreize) 

 

Aus wie vielen Hinterwurzeln wird ein Dermatom sensibel innerviert?

 

Die Innervationsgebiete von Hinterwurzeln in der Haut (Dermatome) zeigen starke Überlappungen und die Hautnerven erhalten ihre afferenten Fasern meistens aus mehreren Hinterwurzeln (3). Das DermatomMännchen entspricht einer Vereinfachung. Die Überlappung ist nicht dargestellt. Es stimmt v.a. für die Nociceptoren

Wie wird der viszerale Schmerz in die Haut übertragen (Hypothese 1)?

Hypothese 1 (spinal): 

Viscero-cutaner Reflex 

Vom Organ zur Haut 

Organ / afferente Nervenbahn (Nociceptor)/Spinalganlion/Hinterhorn RM/ Umschaltung und /oder bewusste 

Wahrnehmung sensorisches Rinderfeld/ Reaktion über (Para-) Sympathikus über Rückenmark zu Vorderhorn/ (evt. Grenzstrangglion)/efferente Nervenbahn/ Haut 

Wie wird der viszerale Schmerz in die Haut übertragen (Hypothesen 2)?

Hypothese 2 (supraspinal): 

Da die Körperoberfläche eine hohe Repräsentation im Cortex hat, während die Eingeweide eine niedrige 

Repräsentation im Cortex haben (Eingeweide sind uns normalerweise nicht bewusst), überträgt der Cortex 

(RM) Eingeweideschmerzen z.T. in die Körperoberfläche (Haut). Somit beginnt er in der Haut auf diese Bedrohung zu reagieren (verminderte Durchblutung, gestörte Trophik, veränderte Empfindlichkeit etc.)

Wie ist das vegetative Nervensystem aufgebaut?

  1. Sympathikus : hat ihren Ursprung in den Seitenhörner des Rückenmarkes Th1-L2, sowie in den Grenzstrangganglien 

 

  1. Parasympathikus: hat ihren Ursprung im Hirnstamm (v.a. 10. Hirnnerv N. vagus) + Seitenhörner des Rückenmarkes S2 – S4 = Sakralmark oder Darmnervengelecht 

Welches sind die Wirkungen des veg. Nervensystems im Allgemeinen?

 

Wirkungen von Sympathikus und Parasympathikus sind einerseits entgegengesetzt (antagonistisch) und trotzdem arbeiten sie zusammen (synergistisch) als gemeinsame unwillkürliche Steuerung der Körperfunktionen. 

  1. Sympathikus („Anspannung“): aktiv bei Energiebereitstellung (Körperarbeit, Stress) 

  2. Parasympathikus („Entspannung“):, aktiv bei Energieaufnahme (Essen, Verdauung, Ausscheidung, Ruhe) 

Welche vegetativen Reflexwege gibt es?

4 Reflexwege: 

viszero-viszeral (intestino-intestinal) → vom Organ ans RM + zurück zum Organ 

viszero-somatisch → vom Organ zum Muskel (Bsp. Abwehrspannung) 

viszero-kutan → vom Organ zur Haut → Entstehung der BG-Zonen 

kuti-viszeral → von Haut zum Organ → Wirkung der BGM 

Hinzu kommen Einflüsse auf „vegetative Zentren“, die zur Reaktionen bei der BGM gehören: 

Schweissproduktion, erhöhter Puls und Atmung, Hühnerhaut, rote/blasse Haut, warme/kalte Haut (Sympathikus) 

Hungergefühl, vermehrte Ausscheidung, grosse Müdigkeit und Schlafbedürfnis ca. 1-2 h. nach Behandlung (Parasympathikus) 

Was ist eine Bindegewebszone (BGZ)? 

Eine Bindegewebszone ist ein umschriebenes Areal der Haut und der Unterhaut, welches sich durch typische Veränderungen (Einziehungen, Quellungen, sensorische Veränderungen etc.) zeigt bei Funktionsstörungen und/oder Erkrankungen der inneren Organsysteme, sowie Gelenk-, und weichteilrheumatische Erkrankungen oder Wirbelsäulen-Affektionen. 

 Sie zeigen sich als:- Quellung 

  • Einziehung 

  • ↓ Verschiebbarkeit 

  • veränderte Sensibilität/Trophik/Reaktionsfähigkeit auf Reizung 

 Sie ist in:  - OVS tastbar 

  • UVS sichtbar, tastbar 

  BG-Zonen sind gekennzeichnet durch: 

  • Elastizitätsverlust (Konsistenz) 

  • Schlechte Verschieblichkeit 

  • Volumen (Einziehungen → Zonen 1. Ordnung / Quellungen → Zonen 2. Ordnung)  - veränderte Schmerzempfindungen 

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