Urotrakt
MGL 161 bodyfeet
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Cartes-fiches
Die Organe aufzählen die das Harnsystem aufbauen
- Die Niere als eigentliches Ausscheidungsorgan
- Die ableitenden Harnwege:
- Nierenbecken
- Harnleiter
- Harnblase
- Harnröhre
Die Funktionen der Niere aufzählen (Waschmaschine=Blutreinigung)
- Regulationsaufgaben im Wasserhaushaltes
- Regulation der Elektrolytkonzentration (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphat und der anderen Salze
- Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts
- Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten (z.B. Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin)
- Ausscheidung von Fremdsubstanzen (z.B. Medikamente, Giftstoffe)
- Hormonproduktion
- Renin für die Blutdruckregulation
- Erythropoetin (EPO) für die Stimulation der Erythrozyten Bildung
- Vitamin-D3-Hormon für den Kalziumhaushalt
Die Grösse, Lage, Form und den inneren Aufbau der Nieren beschreiben
- Bohnenförmig abgeplattete Organe von ziemlich fester Konsistenz
- Oberfläche glatt und erscheint durch die intensive Durchblutung braunrot, mediale Seite stark eingebuchtet. Diese Einbuchtung beherbergt den Nierenhilus (Nierenpforte) dadurch führt die Nierenarterien in die Niere. Venen, Nerven, Lymphgefässe und der Harnleiter verlassen die Niere.
- Eingebettet in Kollagenfasergewebe welche von einer Fettkapsel überzogen wird welche eine gewisse Verschiebbarkeit gestattet
- 10-13 cm lang und wiegt 150-200 Gramm pro Niere
- Die Nieren liegen links und rechts neben der Wirbelsäule. Sie liegen ausserhalb der Bauchhöhle hinter dem Bauchfell (Peritoneum), also retroperitoneal.
- Die oberen Nierenpole liegen auf der Höhe der 11./12. Rippe, die unteren Pole auf der Höhe des 2./3. Lendenwirbels, wobei die rechte Niere durch den Raumanspruch der Leber etwas tiefer zu liegen kommt als die linke. Auf beiden Nieren sitzt am oberen Pol die Nebenniere.
Den Begriff Nephron definieren und sein Aufbau beschreiben
Nephron ist die kleinste funktionelle Einheit des Nierengewebes. Jede Niere enthält etwa 1 Million Nephrone. Ein Nephron wird aus einem Nierenkörperchen und dem dazugehörigen Harnkanälchen (Tubulus) gebildet.
Die Funktion des Nierenkörperchens und des Tubulussystem nennen
- Das Nierenkörperchen besteht aus einer Kapsel (Bowman'sche Kapsel) mit einem darin befindlichen Gefässkneuel, dem Glomerulum, aus ca. 30 Kapillarschlingen. Aus diesen wird der Primärharn abgepresst.
- Nierenkanälchen sind ein System von dünnen Röhrchen, die sich an das Glomerulum anschliessen. Sie bestehen aus mehreren Teilstücken:
- Proximaler Tubulus: der längste Teil des Nephrons ist anfangs gewunden und geht dann in ein gerades Stück über
- Henle-Schleife: hat einen ab- und einen aufsteigenden Schenkel, die parallel nebeneinander liegen. Die Henle-Schleife reicht bis in die Papille des Nierenmarkes.
- Distaler Tubulus: beginnt mit einem geraden Teil, dem ein gewundener Teil folgt.
- Aufgaben: Rückresorption: 99% des Primärharns werden wieder rückresorbiert. Die Tubuluszellen nehmen Substanzen, die der Körper braucht, aus dem Primärharn auf und geben sie an das Blut ab.
- Sekretion: die Tubuluszellen geben zusätzlich einige gefährliche Substanzen direkt in den Primärharn ab, d.h. scheiden diese aktiv aus.
- Das Tubulussystem endet schliesslich durch Einmündung in ein Sammelrohr, wobei mehrere Tubulussysteme in ein Sammelrohr münden. Diese leitet den Harn über die Nierenkelche ins Nierenbecken. Im Sammelrohr findet wie im distalen Tubulussystem die Konzentrierung des Primärharnes zum Endharn statt. Zusammen mit den Henle-Schleifen ziehen sie in das Nierenmark und bilden die Markstrahlen.
Die Bildung des primär- und Sekundärharns unter Verwendung der Begriffe Filtration, Resorption und Sekretion erklären
- Die Niere hat vor allem die Funktion, dass Blut von Schlackenstoffen zu befreien. Zu diesem zweck wird zunächst in einem ersten Schritt ein Teil (ca. 1/5) des Blutplasmas im Glomerulus abfiltriert. Dieses als Primärharn (bis zu 180l/Tag) bezeichnete Filtrat läuft dann durch das Tubulussystem. Darin werden alle für den Körper wichtigen Stoffe wie bspw. Wasser, Glucose etc., wieder zurückresorbiert. Zudem werden weitere überflüssige Stoffe aus dem Blut direkt in den Primärharn abgegeben (Sekretion).
- Die Harnbildung geschieht also über drei Mechanismen:
- Filtration: Wie bei einem Sieb werden die einzelnen Stoffe auf Grund ihrer Molekülgrösse ausgemustert (z.B. Proteine, Blutkörperchen) => Wasser und gelöste Teilchen passieren - Filtration in den Glomeruli -> Primärharn
- Resorption von Wasser und anderen Bestandteilen durch Tubuli und Sammelrohre zurück ins Blut (peritubuläre Kapillaren = «zweites Kapillarnetz») =>Sekundärharn
- Sekretion: Abfallstoffe in den Harn abgeben - Sekretion in den Tubuli => Sekundärharn
Die Regulation der renalen Durchblutung, insbesondere die Autoregulation grob erklären
Die treibende Kraft für die Filtration im Glomerulum ist der Blutdruck in den Kapillarschlingen. Damit eine ausreichende Filtration gewährleistet werden kann, muss in den Glomeruli der Blutdruck konstant gehalten werden. Die Blutdruckschwankungen des Körpers müssen also vor der Glomerulum Schlinge aufgefangen werden. Dies geschieht über eine Autoregulation (=Selbstregulation, d.h. unabhängig vom vegetativen Nervensystem) der Nierengefässe. Steigt der systemische Blutdruck an, kontrahiert sich die Gefässmuskulatur der zuführenden Blutgefässe. Der Blutdruck in den Kapillarschlingen wird dadurch gesteigert. Die Autoregulation der Niere funktioniert nur in einem Druckbereich von 90-190 mmHg normal. Sinkt der systolische Wert unter 80mmHg, gelangt die Autoregulation an ihre Grenze; es wird zu wenig Flüssigkeit filtriert (= akutes Nierenversagen).
Die harnpflichtigen Substanzen aufzählen
- Wasser 95-98%
- Harnstoff (Endprodukt des Eiweiss-Stoffwechsels)
- Harnsäure (Endprodukt des Nukleinsäure-Stoffwechsels)
- Kreatinin (Endprodukt beim Muskelabbau und bei der Fleischverdauung)
- Elektrolyte
- Urobilin (Harnfarbstoff, Abbauprodukt des Bilirubin)
- Arzneimittel-Abbauprodukte
- Körperfremde Gifte
Mögliche pathologische Bestandteile des Urins nennen
- Zucker => Diabetes
- Bilirubin => Leberfunktionsstörung
- Erythrozyten => Entzündung im Körper
- Leukozyten => Entzündung im Körper
- Bakterien => Blasenentzündung, wenn z.B. Nitrin anzeigt = Blasenentzündung
- Eiweiss => Proteinurie
Zwei hormonelle Regulationen der Harnbereitung nennen
- Aldosteron
- Vasopressin (=ADH = Antidiuretisches Hormon)
Die Bedeutung und den Regulationsmechanismus durch das Adiuretin (Vasopressin) erläutern
Das ADH wird im Hypothalamus gebildet und im Hypophysenhinterlappen gespeichert. Wie der Name sagt, wirkt das ADH antidiuretisch. Es hemmt die Diurese, d.h. die Wasserausscheidung der Nieren. Ist die Salzkonzentration zu hoch, so wird vermehrt ADH ausgeschüttet. Die Wasserrückresorption im Sammelrohr wird durch ADH erhöht. Dieses Wasser wird dem Gefässsystem zugeführt. Das Blut wird dadurch verdünnt und die Na+-Konzentration normalisiert. Ist die Salzkonzentration im Blut vermindert, wird weniger ADH ausgeschüttet, womit durch Wasserverlust das Blut aufkonzentriert wird.
Die Abschnitte der ableitenden Harnwege benennen
Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre
Den Aufbau und die Funktion des Nierenbeckens und des Harnleiters nennen
- Das Nierenbecken ist eine sackartige Erweiterung der ableitenden Harnwege und liegt direkt hinter dem Nierenhilus. Es it mit vielen Schmerzfasern ausgestattet. Das Nierenbecken ist wie alle ableitenden Harnwege mit Übergangsepithel ausgekleidet. Dieses Epithel kann sich den Dehnungszuständen der Wand gut anpassen.
- Der Harn aus den Sammelrohren in den Markpyramiden fliesst über die Papillengänge in die Nierenkelche, die schliesslich ins Nierenbecken übergehen.
- Harnleiter: diese führen vom Nierenbecken zur Harnblase. Sind etwa 30cm lang und liegen retroperitoneal. Die Harnleiter bestehen aus glatter Muskulatur und sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Sie befördern den Urin in peristaltischen (wellenförmigen) Bewegungen in die Harnblase. Die Einmündung erfolgt durch eine klappenähnliche Schleimhautfalte in die hintere, untere Blasenwand. Diese Schleimhautfalte wirkt wie ein Ventilmechanismus, der einen Rückstrom (Reflux) des Harns in das Nierenbecken verhindert.
Den Bau der Harnblase beschreiben
Die Harnblase ist ein aus glatter Muskulatur bestehendes Hohlorgan, das den ständig aus dem Harnleiter einlaufenden harn sammelt und willkürlich über die Harnröhre ausscheidet. Der Vorgang des Wasserlassens wird als Miktion bezeichnet. Die Form und die Grösse der Harnblase ist stark vom Füllungszustand abhängig. Die leere Blase ist stark gefältelt, die gefüllte kugelförmig. Der normale Füllungszustand der Harnblase beträgt 150 bis 500 ml, bei stärkster Füllung kann die Harnblase ca. 1 Liter Flüssigkeit aufnehmen. Dies ist allerdings schmerzhaft und mit der Gefahr des Rückstaus in das Nierenbecken verbunden. Die Blase liegt intraperitoneal vorn im kleinen Becken direkt hinter der Schambeinfuge und wird im oberen und hinteren Bereich vom Bauchfell bedeckt. Der Blasenausgang wird durch zwei Schliessmuskeln verschlossen: der innere Schliessmuskel besteht aus glatter Muskulatur und kann willkürlich nicht beeinflusst werden. Der äussere Schliessmuskel besteht aus quergestreifter Muskulatur und kann so willkürlich kontrahiert werden.
Den Vorgang der Harnblasenentleerung grob beschreiben
- Die Blasenfüllung wird durch Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand wahrgenommen und ans Rückenmark geleitet. Der Befehl zur Blasenentleerung erfolgt willkürlich.
Der Miktionsvorgang selber läuft aber unwillkürlich ab:
- Meldung ans Rückenmark und das Hirn: Harndrang
- Willkürlicher Befehl an den äusseren Schliessmuskel zur Erschlaffung
- Reflexartige Kontraktion der unwillkürlichen Muskulatur der Blasenwand
- Dadurch Erweiterung des unwillkürlichen inneren Schliessmuskels
- Miktion
Den Aufbau und die Funktion der männlichen und weiblichen Harnröhre erklären
- Bildet letzter Teil der ableitenden Harnwege. Sie zeigt wesentliche geschlechtsspezifische Unterschiede:
- Männliche Harnröhre: ist etwa 25 cm lang und hat eine leichte s-förmige Krümmung. Die Samenleiter münden auf der Höhe der Prostata in die Harnröhre. Sie dient somit nicht nur dem Harntransport, sondern ist auch Weg der Samenflüssigkeit. Die Prostata umgibt die Harnröhre mantelartig und kann, falls sie vergrössert ist, die Harnröhre einengen.
- Weibliche Harnröhre: sie ist nur ca. 4cm lang und verläuft gerade. Dadurch können pathologische Keime rascher in die Harnblase gelangen. Harnblasenentzündungen sind somit bei der Frau wesentlich häufiger als beim Mann.