Genitaltrakt
MGL 161 bodyfeet
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Flashcards
Die drei Hauptaufgaben der Geschlechtsorgane nennen
- Bildung und Transport der Keimzellen
- Kopulation
- Gebärmutter dient als Fruchthalter
- Hauptproduktionsort der Geschlechtshormone
Die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale des Mannes und der Frau aufzählen
- Von Geburt an vorhandene Organe = primäre Geschlechtsorgane
- Frau: Vulva, Vagina, Tuba uterina, Uterus und die Ovarien
- Mann: Scrotum mit Hoden und Nebenhoden, sowie Prostata und Samenleiter
- In der Pubertät ausreifende Geschlechtsorgane sind sekundäre Organe
- Frau: Brustdrüse der Frau, geschlechtsspezifische Behaarungsform, Kehlkopfgrösse, Skelettbau
- Mann: Behaarung, Bartwuchs, Kehlkopf, typische männliche Statur
Die Organe des inneren und äusseren weiblichen Genitales aufzählen
- 2 Ovarien, 2 Eileiter, Uterus, Vagina
- Vulva (2 grosse Schamlippen, zwei kleine Schamlippen, Scheidenvorhof mit zwei Bartholin-Drüsen, Klitoris)
Bau und Funktion der Eierstöcke beschreiben
- Liegen links und rechts an der seitlichen Wand des kleinen Beckens und sind durch elastische Bänder fixiert.
- Funktion:
- Eizelllagerung und Bereitstellen befruchtungsfähiger Eizellen
- Bildung der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogen und Progesteron)
- Grosse, Form und Oberfläche der Eierstöcke sind abhängig vom Lebensalter
- Kind sind sie glatt und flach sowie bohnenförmig
- Geschlechtsreife Frau: plattoval, pflaumengross und mit mehr oder weniger blasigen Vorwölbungen (Follikel) versehen
- Im Alter: Ovarien kleiner, härter und grobkörniger (Narben)
Grob die Eizellreifung erklären
- Vor der Geburt werden bereits etwa 1 Mio Keimzellen gebildet, nach der Geburt werden keine mehr. Ihre Zahl schrumpft bereits bis zur Pubertät auf 200'000.
- In der Pubertät beginnen im Rahmen eines Monatszyklus mehrere dieser primären Oocyten mit der Reifung zur befruchtungsfähigen Eizelle. Nur ungefähr 500 Eizellen werden dabei fertig ausreifen, d.h. eine Frau erlebt physiologischerweise rund 500 Monatszyklen. Die restlichen Eier gehen zugrunde. (Das Graaf-Follikel ist die Vorstufe des Eisprungs = Gelbkörper)
- Eizelle wird abwechselnd im rechten und linken Eierstock gebildet, danach gelangt es durch einen Trichter in die Eileiter welche mit Flimmerepithel ausgestattet sind, damit der Transport erleichtert wird. Die Wände der Eileiter sind mit glatter Rings- und Längsmuskulatur ausgestattet, welche dadurch für eine Peristaltik in Richtung Uterus verantwortlich sind.
- Die Eizelle benötigt für ihren Weg durch den Eileiter etwa 4-5 Tage. Falls eine Befruchtung stattfindet, die bis 24 Stunden nach der Ovulation möglich ist, erfolgt diese im Eileiter.
Die Lage, den Wandbau und die Funktion des Uterus beschreiben
- Birnenförmiges Hohlorgan von rund 100g, Länge 7cm im nicht schwangeren Zustand.
- Anatomischer Aufbau, kann in folgende Abschnitte unterteilt werden:
- Gebärmuttergrund
- Gebärmutterhöhle
- Körper
- Gebärmutterenge
- Gebärmutterhals
- Muttermund mit seiner Öffnung zur Scheide hin, dem äusseren Muttermund
- Lage: befindet sich in der Mitte des kleinen Beckens zwischen Rektum (Mastdarm) und Harnblase. Sie wird durch mehrere Bänder schwebend in ihrer Position verankert. Der Uterus ist grösstenteils vom Bauchfell überzogen. Zwei Mal nach vorne abgewinkelt. Zum einen findet man eine leichte Abwinkelung zwischen Muttermund und Körper, zum anderen bildet der Uterus zur Vagina einen rechten Winkel.
- Funktion: Beherbergen des heranwachsenden Kindes und das Austreiben des Kindes bei der Geburt.
- Wandbau:
- Perimetrium: Bauchfellüberzug
- Myometrium: Schicht glatter Muskulatur, bildet den dicksten Anteil der Uteruswand. Während der Schwangerschaft vermehrt sich diese Schicht beträchtlich. Sie dient bei der Geburt als Austreibungsapparat. Die Kontraktionen werden als Wehen empfunden.
- Endometrium (Schleimhautschicht): Die Gebärmutterhöhle ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die von einem einreihigen Zylinderepithel begrenzt wird. Das Endometrium unterliegt während dem weiblichen Zyklus starken Veränderungen. Es wird jeweils für die eventuelle Einnistung eines befruchteten Eis aufgebaut. Bleibt diese aus, wird das Endometrium durch die Menstruationsblutung abgeblutet. Dieser Vorgang wird von krampfartigen Kontraktionen des Myometriums begleitet.
Den Bau und die Funktion der Vagina beschreiben
Die Vagina ist ein Schlauch aus glatter Muskulatur und Bindegewebe mit reichlich elastischen Fasern. Somit ist sie stark dehnbar. In nicht gedehntem Zustand berühren sich Vorder- und Hinterwand. Das Lumen weist querverlaufende Schleimhautfalten auf. Die Vaginalschleimhaut besteht aus einem mehrschichtigem Plattenepithel, dessen Zellen viel Glykogen enthalten. Aus dem Glykogen der abgeschilferten Epithelzellen bilden Milchsäurebakterien Milchsäure, die das saure Milieu (pH 4-4.5) in der Scheide verursachen. Dieses saure Milieu ist ein guter Schutz vor aufsteigenden Krankheitserregern. Nach der Menopause wird durch reduzierte Östrogeneinwirkung weniger Glykogen in die Zellen eingelagert. Der Scheiden-pH und damit das Risiko einer Infektion steigen. Die Scheide dient als Schutzorgan für die höher gelegenen Genitalorgane, als Begattungsorgan und als Geburtskanal.
Die Anatomie und Funktion des äusseren weiblichen Genitales beschreiben
- Zur Vulva gehören:
- Kitzler (Klitoris): zwei kleine erektile Schwellkörper, die sich and er Spitze zur Glans vereinigen. Die Klitoris enthält reichlich sensible Nervenkörperchen
- Grosse Schamlippen: paariges, spärlich behaartes Hautpolster mit fettreicher Subcutis. Die Haut ist versehen mit Schweiss- und Talgdrüsen
- Kleine Schamlippen: paarige, haarlose Hautfalten, deren Epidermis nur ganz leicht verhornt ist und viele grosse Talgdrüsen besitzt. Das Bindegewebe enthält zahlreiche sensible Nervenendigungen und Blutgefässe.
- Scheidenvorhof: der Scheidenvorhof ist von nicht verhornendem Plattenepithel ausgekleidet. Von der Vagina wird das Vestibulum durch das Hymen (Jungfernhäutchen) abgegrenzt. Ins Vestibulum münden die Urethra und die Vorhofdrüsen.
- Bartholin-Drüsen: die Drüsen bilden ein alkalisches Sekret. Sie sind häufig Sitz von Entzündungen und Zysten. Sie liegen seitlich der Scheidenöffnung in Richtung Damm. (Bartholin-Drüsen sind für die Befeuchtung zuständig)
Den Bau und die Funktion der weiblichen Brust beschreiben
- Funktion: Die Brustdrüsen sind für die Ernährung des Neugeborenen zuständig
- Bau: Die Brust ist aus 15-20 Lappen aufgebaut, die ihrerseits aus kleineren Läppchen und diese wiederum aus vielen Milchbläschen (Alveolen) bestehen. Lappen münden alle mit einem Milchausführungsgang in die Brustwarze und werden durch lockeres Bindegewebe voneinander getrennt. Während der Schwangerschaft werden die Milchbläschen unter dem Einfluss von Östrogen, Progesteron und Prolaktin voll entwickelt, d.h. die Brust nimmt an Volumen zu und die Brustwarze (Mamille) wird aufgerichtet, so das der Säugling während der Stillperiode keine grossen Probleme beim Saugen an der Brust hat. Am Schluss der Schwangerschaft wird eine Vormilch gebildet. Sie ist eiweissreicher, aber fettarmer als die erst einige Tage später gebildete Muttermilch. Nach der Geburt ist das Hormon Prolaktin (aus dem Hypophysen-Vorderlappen) für die Milchbildung zuständig. Die Ausschüttung von Prolaktin wird durch den Saugreiz an der Brustwarze angeregt. Das zweite wichtige Hormon ist Oxytocin (Kuschelhormon =z.B. fürs Einschlafen nach dem Sex verantwortlich beim Mann), das im Hypothalamus gebildet und im Hypophysenhinterlappen gespeichert wird. Es stimuliert die Uterusmuskulatur zu rhythmischen Kontraktionen und ist für die Milchausschüttung zuständig.
(Prolaktin => Milchbildung, Östrogen und Progesteron => Wachstumshormon der Geschlechtshormone)
Die wichtigsten Funktionen der weiblichen Hormone Östrogen, Progesteron aufzählen
- Der Eierstock, in der Schwangerschaft auch die Plazenta, produziert zwei Hormongruppen:
- Östrogene; bereiten den Körper durch ihre Wirkungen auf eine Eibefruchtung und Schwangerschaft vor. So entwickeln sie folgende Wirkungen:
- Bewirkt die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale
- Stimulierung der Follikelreifung
- Proliferation, das heisst Aufbau des Endometriums in der ersten Zyklushälfte
- Auch die Schleimhaut der Vagina und Harnröhre ist unter dem Einfluss des Östradiol feuchter und dicker
- Änderung des Zervixsekrets zur Erleichterung des Spermiendurchtrittes
- Steigerung der Sexualtriebes
- Östrogene bewirken aber auch andere Wirkungen:
- Stimulierung des Kalziumeinbaus in den Knochen (Kann während oder nach den Wechseljahren zu Osteoporose führen)
- Verstärkt Einlagerung von Wasser ins Gewebe
- Vergrösserung des subkutanen Fettdepots
- Gestagene
- Wichtigstes Gestagen ist das Progesteron, welches im Gelbkörper des Ovars und im Fall einer Schwangerschaft im Ovar gebildet wird. Es sorgt mit seinem Konzentrationsgipfel in der zweiten Zyklushälfte für optimale Bedingungen für die Einnistung eines befruchteten Eies und gilt als eigentliches Schutzhormon der Schwangerschaft. Es entwickelt im Körper folgende Wirkungen:
- Umwandlung des Endometriums für die Aufnahme des Eies
- Beeinflussung von Eitransport und Gesamtmilieu im Uterus
- Erhöhung der Körpertemperatur um ca. 0.5° C (Messung der Basaltemperatur als natürliche Kontrazeption)
- Fördert die Entwicklung des Milchgangsystems (zeigt sich bei vielen Frauen als Brustspannen vor der Monatsblutung)
- Die Drüsen des Zervikalkanals (Gebärmuttermund) produzieren unter dem Einfluss des Progesterons weniger und zähflüssigen Schleim. Es bildet sich ein Pfropf, der für Spermien undurchlässig ist.
- Wichtigstes Gestagen ist das Progesteron, welches im Gelbkörper des Ovars und im Fall einer Schwangerschaft im Ovar gebildet wird. Es sorgt mit seinem Konzentrationsgipfel in der zweiten Zyklushälfte für optimale Bedingungen für die Einnistung eines befruchteten Eies und gilt als eigentliches Schutzhormon der Schwangerschaft. Es entwickelt im Körper folgende Wirkungen:
- Östrogene; bereiten den Körper durch ihre Wirkungen auf eine Eibefruchtung und Schwangerschaft vor. So entwickeln sie folgende Wirkungen:
Die Phasen des weiblichen Zyklus und die wichtigsten Vorgänge in den Zyklusabschnitten nennen
- Dauer des Zyklus liegt im Regelfall bei 28 Tagen, wobei Schwankungen zwischen 21-35 Tagen als normal anzusehen sind. Verantwortlich für solche Abweichungen ist dabei die erste Zyklushälfte. Die zweite Zyklushälfte liegt in engen Grenzen konstant bei 14 Tagen.
- 1.Tag (Zyklusbeginn), der Zyklus beginnt mit der Menstruationsblutung, die 2-6 Tage dauert.
- 5-14.Tag Follikelreifungsphase (Proliferationsphase); der Zyklus beginnt mit der Reifung eines Follikels in einem der beiden Ovarien (abwechslungsweise rechts und links). Dieser Vorgang wird durch das follikelstimulierende Hormon (FSH) der Hypophyse ausgelöst und aufrechterhalten. Der heranwachsende Follikel bildet unter Stimulation des FSH Östrogene. Das Östradiol ist das wichtigste Hormon aus der Gruppe der Östrogene, die in der Pubertät für die Ausreifung der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale verantwortlich sind. Nach der Pubertät bereiten sie den Körper auf eine eventuelle Schwangerschaft vor. Sie bewirken die Verdickung und die erhöhte Durchblutung der Uterusschleimhaut, um die Einnistung einer befruchteten Eizelle zu ermöglichen. Das Östradiol hemmt in der Hypophyse die Produktion von FSH (negative Rückkoppelung), damit nicht noch weitere Follikel heranreifen. Gleichzeitig führt der erhöhte Östradiol-Spiegel im Blut zu einer vermehrten Freisetzung des Luteinisierenden Hormons (LH) aus der Hypophyse, das für die Auslösung des Eisprungs (Ovulation) verantwortlich ist.
- 14-28.Tag: Gelbkörperphase (Sekretionsphase); die Gelbkörperphase dauert regelmässig 14 Tage. Die Eizelle verlässt nun das Ovar und wird von den Fransen (Fimbrien) des Eileiters aufgefangen, um auf dem Weg zum Uterus befruchtet werden zu können. Im Ovar bleiben die Reste des Follikels zurück und wandeln sich unter dem Einfluss des LH zum Gelbkörper um. Der Gelbkörper bildet Östrogene und das Gelbkörperhormon (Progesteron). Das Progesteron hilft, die aufgebaute Uterusschleimhaut aufrechtzuerhalten und ermöglicht somit die Einnistung eines befruchteten Eies.
Wird die Eizelle nicht befruchtet, stirbt sie innerhalb weniger Stunden ab. Der Gelbkörper degeneriert langsam und gibt immer weniger Progesteron an das Blut ab, so dass 14 Tage nach der Ovulation wegen fehlendem Progesteron die Uterusschleimhaut abgestossen wird. Mit dem ersten Tag der Menstruationsblutung beginnt bereits ein neuer Zyklus.
Die physiologischen Unterschiede bei der Befruchtung nennen
- Bei der Schwangerschaft verläuft der Zyklus der Frau ab dem Zeitpunkt der Befruchtung, nach dem Eisprung, anders als wenn die Eizelle nicht befruchtet würde.
Der Eisprung findet am 14. Tag, in der Mitte des Zyklus statt. Die Eizelle hat eine Lebensdauer von rund 24h. Die Spermien steigen nah dem Geschlechtsverkehr über die Gebärmutter in die Eileiter auf. Sie bleiben im Gegensatz zur Eizelle drei bis fünf Tage bewegungs- und befruchtungsfähig, so dass eine Schwangerschaft auch noch möglich ist, wenn die Ovulation 2-3 Tage nach dem Geschlechtsverkehr stattfindet.
Die Konzeption (Befruchtung) der Eizelle durch die Spermien erfolgt durch im ampullären Eileiterteil. Danach wandert das befruchtete Ei, nun als Zygote bezeichnet, während der folgenden 5 Tage in die Uterushöhle. Während der Tubenpassage durchläuft die Eizelle mehrere Teilungen und wird schlussendlich als Morula bezeichnet, vielzelliges Stadium. Danach differenzieren sich die Zellschichten in die Blastozyste, die sich aus der äusseren Ernährungsschicht (Trophoblast) und dem inneren Embryoblast aufbaut. Aus dem Embryoblasten entwickelt sich der Embryo. In der Uterushöhle nistet sich der Blastozyt am 22.-23 Zyklustag ins Endometrium ein. Dies wird als Nidation bezeichnet. Schliesslich bettet er sich komplett in die Schleimhaut ein, was als Implantation bezeichnet wird. An dieser Stelle entsteht schliesslich auch die Plazenta, die die Versorgung des Feten mit Sauerstoff und Nährstoffen übernimmt. Nach dem Einnisten eines jungen Keimes beginnt die Uterusschleimhaut selbst mit der Hormonbildung. Das zunächst entstehende Beta-HCG (humanes Choriongonadotropin) hält den Gelbkörper in Funktion, so dass weiterhin Progesteron produziert wird. Die Uterusschleimhaut wird somit nicht abgebaut.
Schwangerschaftstest: die heute gebräuchlichen Schwangerschaftsnachweise beruhen auf dem Nachweis des Beta-HCG, das bereits wenige Tage nach der Implantation des Eies vom Trophoblasten gebildet wird. Es nimmt in seiner Konzentration bis zur 11. SSW stark zu. Im Blut ist das HCG bereits 10 Tage, im Urin ca. 2 Wochen nach der Befruchtung nachweisbar.
Die Organe des inneren und äusseren männlichen Genitales aufzählen
- Innere Geschlechtsorgane:
- Zwei Hoden
- Zwei Nebenhoden
- Zwei Samenleiter
- Zwei Spritzkanäle
- Zwei Samenbläschen
- Eine Vorsteherdrüse
- Zwei Cowper-Drüsen
- Äussere Geschlechtsorgane:
- Glied (Penis)
- Hodensack (Skrotum)
Die Anatomie und Funktion der Hoden, Nebenhoden und Samenleiter nennen
- Die paarig angelegten Hoden sind je pflaumengross und von einer Bindegewebekapsel und Hodenhüllen umgeben. Sie sind mit dem Samenstranges aufgehängt. Die beiden Hoden hängen im Hodensack. Durch die Lage im Skrotum ist die Hodentemperatur um 2-3°C niedriger als Körpertemperatur. Erhöhter Druck und niedrige Temperatur sind nötig für die Spermienbildung. Die Skrotalhaut ist mit einer Schicht glatter Muskelzellen durchzogen. Dies ermöglicht die Temperaturregulation; in kalter Umgebung wird durch reflektorische Kontraktion der Hodensackhautmuskulatur der Hoden näher an den Körper herangezogen. Innerhalb dieser Läppchen befinden sich die stark aufgewundenen Hodenkanälchen. Hier findet die Bildung der Spermien statt. Die Hodenkanälchen münden in das Hodennetz, die ableitendenen Samenwege haben hier ihren Ursprung.
- Im Hodenparenchym sind drei Zellarten von Wichtigkeit:
- Die Samenzellen in den versch. Teilungs- und Reifestadien.
- Die Sertoli-Stützzellen geben dem Gewebe Halt & dienen der Ernährung und Reifung der Spermien.
- Die Leydig-Zwischenzellen liegen zwischen den Hodenkanälchen im Bindegewebe und produzieren das Testosteron.
- Nebenhoden:
- Bestehen aus einem ca. 5m langen Gang, der stark geknäuelt ist und zusammen mit Bindegewebe ein 5cm langes Organ bildet. Liegen hinten auf den Hoden auf. Reservoir für die Spermien,erreichen ihre Reife hier. Das Sekret der Nebenhoden ist sauer und reich an Fruchtzucker (Fruktose-für Ernährung). Das saure Milieu hemmt die Beweglichkeit der Samenzellen, so dass diese einen Monat in den Nebenhodengängen überleben können, ohne unnötig Energie zu verlieren.
- Die Samenleiter bilden die Fortsetzung der Nebenhodenkanälchen. Er ist ca. 50cm lang und liegt mit Gefässen, Nerven und Fettgewebe im Samenstrang. Der Samenstrang mit dem Samenleiter wird von einer bindegewebigen Hülle umgeben und zieht durch den Leistenkanal. Im weiteren Verlauf führt der Samenleiter seitlich an der Harnblase vorbei, verläuft im Winkel zwischen Harnblase und Harnleiter und gelangt an die Blasenhinterseite. Kurz vor dem Eintritt in die Prostata verdickt er sich zur Ampulle. In diesem ampullären Abschnitt mündet die Samenblase in den Samenleiter. Der Samenleiter selber endet als Spritzkanal in der Prostata und mündet dort in die Harnröhre ein.
Den Weg einer Samenzelle bis in die Harn-Samenröhre beschreiben
Die Bildung der Spermienzellen beginnt in der Peripherie der Hodenkanälchen im Hoden. Mit jedem Entwicklungsschritt wandern die entstehenden Spermien gegen das Zentrum des Hodens und werden durch den Druck der nachfolgenden Spermien zur Speicherung in den Nebenhoden transportiert. Von da führt der Weg, im Falle einer Ejakulation weiter in den Samenleiter in die Samenblase in die Prostata und dann in die Cowper-Drüse und in das männliche Glied.
Die Anatomie und Funktion des äusseren männlichen Genitales, insbesondere des Gliedes beschreiben
- Das Glied ist das männliche Kopulationsorgan und besteht aus zwei Schwellkörpern, die jeweils von einer derben Bindegewebskapsel umschlossen sind. Diese Schwellkörper ermöglichen die Erektion (Versteifung, Verlängerung und Verdickung) des Gliedes.
- Corpus cavernosum: der obere Schwellkörper entspringt mit zwei Schenkeln unterhalb des Schambeins. Diese vereinen sich gegen vorne zu einem unpaaren Körper. Der Schwellkörper ist ein Schwammwerk aus Bindegewebe, glatten Muskelzellen und weiten Blutgefässräumen. Die Schwellung erfolgt nach einer parasympathischen Reizung durch Erweiterung der zuführenden Arterien und der gleichzeitigen Drosselung des venösen Abflusses. (es sind mehr Venen als Arterien vorhanden)
- Corpus spongiosum: durch den unteren Schwellkörper verläuft die Harnröhre. Dieser Schwellkörper wird bei der Erektion nicht ganz so prall mit Blut gefüllt, damit bei der Ejakulation der Samenfluss nicht behindert wird. Der untere Schwellkörper endet vorne mit der Eichel, die ebenfalls zu einer Erektion fähig ist.
- Die äussere Haut des männlichen Gliedes ist dünn und gut verschiebbar. Die Eichel ist in Form einer Hautverdoppelung von der Vorhaut umgeben. Die Haut des äusseren Genitales enthält glatte Muskulatur und viele Talgdrüsen
Das wichtigste männliche Geschlechtshormon und seine Funktion nennen
- Androgene sind Steroidhormone. Der wichtigste Vertreter der Androgene ist das Testosteron, das von den Leydig-Zwischenzellen der Hoden hergestellt wird. Wie die Produktion der Östrogene stehen auch die Androgene unter dem Einfluss der Hypophyse (LH, FSH). Das LH fördert die Testosteron-Ausschüttung. Als negative Rückkoppelungsschlaufe hemmt ein hoher Testosteron-Blutspiegel die Ausschüttung von LH im Hypophysenvorderlappen. Einige bekannte Wirkungen des Testosterons:
- Die Entwicklung der primären männlichen Geschlechtsmerkmale
- Die Entwicklung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale nach der Pubertät (Behaarungstyp, Körperbau, Kehlkopfgrösse, Talgdrüsenaktivität (Akne)).
- Bildung und Ausreifung der männlichen Samenzellen
- Stimulation der Sekretproduktion in den männlichen Geschlechtsdrüsen
- Voraussetzung für normalen männlichen Geschlechtstrieb (Libido) und Zeugungsfähigkeit
- Abschluss des Knochenwachstums
- Fördernder Einfluss auf die Blutbildung (Hb)
- Anabole Wirkung (stärker entwickelte Muskulatur als bei der Frau)