Herz

MGL 161 Stunden bodyfeet

MGL 161 Stunden bodyfeet


F. H.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie und Physiologie des Herzens und des Kreislaufsystems. Sie behandeln Themen wie die Struktur des Herzens, die Funktion der Herzkammern und Vorhöfe, sowie die Rolle der Aorta und anderer Gefäße. Zudem werden Mechanismen der Blutdruckregulation, der Blutfluss in verschiedenen Organsystemen und die Bedeutung von Kapillaren für den Stoffaustausch erklärt. Diese Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Fachleute, die ihr Verständnis der Herzfunktion und des Kreislaufs vertiefen möchten.
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Allemand
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Médecine
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Créé / Mis à jour
04.01.2024 / 12.01.2026

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Den Aufbau und die Funktion des Blutkreislaufsystems erklären

 

  • Aufbau:
    • Besteht aus dem Herzen, den Gefässen, Arterien, Venen, Kapillaren und dem Blut
  • Funktion, Transport von:
    • Atemgase: O2 und CO2
    • Nährstoffe
    • Abfallstoffe
    • Hormone
    • Abwehrzellen und Antikörper
    • Wasser und Elektrolyte
    • Säure und Base Haushalt
    • Wärme

Die Lage des Herzens beschreiben

  • Das Herz liegt im Mediastinum (Mittelraum des Brustkorbes) zwischen den Lungenflügeln, direkt hinter dem Sternum. Das Herz liegt anterior (vor) der Thymus auf. Das Herz liegt zu einem Drittel rechts, zu zwei drittel links der Meridianlinie. Die Herzbassi hat direkten Kontakt mit dem Diaphragma (Zwerchfell). Dorsal grenzt das Herz an die Aorta (Hauptschlagader) und den Ösophagus.
  • Die Herzachse verläuft von hinten rechts oben nach vorne links unten durch den Brustkorb. Die Herzspitze kommt im 5. Zwischenrippenraum in der Medioklavikularlinie (senkrechte Linie durch die Mitte des Schlüsselbeins) zu liegen und ist dort als Herzspitzenstoss zu tasten.
  • Form eines abgerundeten Kegels, Faustgross und beträgt zwischen 250 - 500g je nach Trainingszustand und Alter. Ein Leistungssportler hat ca. 500g schweres, deshalb müssen sie bei Karriereende langsam reduzieren mit dem Sport, damit die Leistungsfähigkeit sich anpasst.

Die Anatomie (Hohlräume, Klappen, Trennwand, zu- und wegführende Gefässe) des Herzens erklären

  • Linker Vorhof - Mitralklappe - Aortenklappe - Linke Kammer - Aorta - untere Hohlvene - rechte Kammer - Trikuspidalklappe - rechter Vorhof - Lungenvenen - Pulmonalklappe  - obere Hohlvene - Aorta - Lungenarterie
  • 4 Klappen
  • Herz besitzt eine Herzscheidewand, die die linke und rechte Herzhälfte voneinander trennt.
    • Besteht aus (von innen nach aussen)  Endokart, Myokard, Epikard, Perikard

Die Lage, Namen und die Anatomie des Klappensystems nennen sowie dessen Funktion beschreiben

 

  • zwei Segelklappen, die das Zurückfliessen des Blutes von den Kammern in die Vorhöfe verhindern:
    • Trikuspidalklappe (dreizipflig) und liegt zwischen rechten Vorhof und der rechten Kammer (kleiner Kreislauf)
    • Mitralklappe (Bikusbidalklappe), sie ist zweizipflig und liegt zwischen den dem linken Vorhof und der linken Kammer (grosser Kreislauf)
  • An der Herzkammerinnenwand finden sich kegelförmige Muskelvorsprünge, die Papillarmuskeln. Aus ihnen entspringen Sehnenfäden, die als Halterung zu den Segelklappen ziehen. So findet man im rechten Ventrikel drei und im linken Ventrikel zwei Papillarmuskelgruppen. Endokardduplikaturen (Verdoppelungen) bilden die Herzklappen.
  • zwei Taschenklappen die das Zurückfliessen des Blutes vom Kreislauf in die Kammern verhindern
    • Pulmonalklappe: Sie liegt zwischen der rechten Kammer und der Pulmonalarterie.
    • Aortenklappe: sie trennt die linke Kammer von der Aorta

 

Die Bedeutung der Klappenebene für den Erregungsablauf im Herzen erklären

Die Klappen befinden sich alle auf der gleichen Ebene, die als Klappenebene bezeichnet wird. Die Klappen werden durch ein Bindegewebsgerüst (Herzskelett) zusammengehalten, das für die elektrischen Impulse der Herzerregung nicht durchgängig ist.

Die Schichten der Herzwand nennen (von innen nach aussen)

  • Endokard: glatte Auskleidung der Herzinnenräume (ca. 1mm)
  • Myokard. die dickste Schicht = Muskel
  • Epikard (Aussenhaut): Ist durch Binde- und Fettgewebe mit dem Myokard verbunden und überzieht die gesamte Herzoberfläche. Es bildet die innere Schicht des Herzbeutels. (weniger als 1mm)
  • Perikard: es bildet die äussere Schicht des Herzbeutels. Im Bereich des Zwerchfells und der Brustwand ist es mit seiner Umgebung verwachsen. (weniger als 1mm).
    • Epikard und Perikard bilden zusammen eine aus Bindegewebe bestehende Umhüllung des Herzens, den Herzbeutel. Zwischen den beiden Schichten befindet sich ein Gleitspalt mit seröser Flüssigkeit, dessen Funktion es ist, die Verschiebbarkeit des Herzens während der Herzaktion zu gewährleisten und das Herz vor Überdehnung zu schützen.

Die Blutgefässe benennen die den Herzmuskel mit Blut versorgen

  • Wie jeder Muskel braucht auch die Herzmuskulatur für den Verbrennungsprozess zur Herstellung von Energie genügend Sauerstoff. Die Versorgung des Myokards erfolgt deshalb über ein eigenes Gefässsystem. Diese Gefässe werden Koronararterien (Herzkranzgefässe-es sind Endarterien) genannt, weil sie das Herz kranzartig umgeben. Man unterscheidet eine linke und eine rechte Koronaraterie. Beide gehen unmittelbar oberhalb der Aortenklappen aus der Aorta ab und verlaufen im Epikard. Für die Eigenblutversorgung sind die rechte und linke Herzkranzarterie da.
    • Die rechte Koronararterie (Arteria coronaria dextra) versorgt den rechten Vorhof, die rechte Kammer, die Herzhinterwand und einen kleinen Teil der Kammerscheidewand mit Blut.
    • Die linke Koronararterie (Arteria coronaria sinistra) teilt sich in zwei starke Äste (Ramus circumflexus, Ramus interventricularis anterior), die für die Durchblutung des linken Vorhofs, der linken Kammer und eines Grossteils der Kammerscheidewand sorgen.
  • Der venöse Abfluss erfolgt parallel zu den Koronararterien.

Das venöse Blut sammelt sich in der Kranzfurche und fliesst so direkt (ohne durch die Hohlvenen zu treten) in den rechten Vorhof. Hier findet sich eine kleine Klappe.

Den Begriff der funktionellen Endarterien im Zusammenhang mit dem Herz erklären

  • Endarterien sind funktionelle arterielle Gefässe, die keine Querverbindungen (Anastomosen) zu anderen Arterien besitzen. Beim Verschluss einer Endarterie kann ihr Versorgungsgebiet nicht von anderen Arterien übernommen werden, so dass dieser Muskelbereich wegen Unterversorgung zugrunde geht. Dies wird als Herzinfarkt bezeichnet.
  • Bei jedem Herzschlag fliessen 5-10% des Schlagvolumens in die Koronararterien, um den Herzmuskel mit ausreichend Blut zu versorgen. Während der Erschlaffungsphase des Herzens (Diastole), also bei entspanntem Muskel, fliesst wesentlich mehr Blut durch die Koronararterien als während der Kontraktionsphase (Systole).

Das autonome Reizbildungs- und Reizleitungssystem erklären und seine Zentren aufzählen

  • Anders als bei anderen Muskeln, laufen die Reize nicht über äussere Nervenbahnen. Der Reiz zur Kontraktion wird im Herzschrittmacher, dem Sinusknoten, gebildet. Der Sinusknoten befindet sich in der Wand des rechten Vorhofes, am Übergang zur oberen Hohlvene. Die Eigenschaft des Sinusknotens, spontan elektrische Spannungsänderungen zu erzeugen, wird Autoryhtmie genannt.
  • Über das vegetative Nervensystem (Sympathikus/Parasympathikus) kann die Tätigkeit des Sinusknotens beeinflusst und den körperlichen Bedürfnissen angepasst werden. < >Sinusknoten erzeugt Grundrhythmus = Sinusrhythmus von 60-80/Min in Ruhe AV-Knoten = Eigenrhythmus von 40- 50/Min. His-Bündel, Linker und rechter Tawara-Schenkel (Kammerschenkel), Purkinje-Fasern haben Eigenrhythmus von 20-30/Min
  • Der AV-Knoten ist die elektrische Verbindung. Zwischen Vorhof und Herzkammer. Der AV-Knoten hat zudem eine Art Filterfunktion, er bremst bei zu hohen Herzfrequenzen die Erregungsgeschwindigkeit und schützt so die Hauptkammern vor einer zu hohen Pumpfrequenz.

Den physiologischen Erregungsablauf beschreiben

  • Die Pumpfunktion des Herzmuskels wird durch elektrische Impulse ausgelöst und reguliert. Diese werden von speziellen Herzmuskelzellen erzeugt und weitergeleitet. Der Sinusknoten ist der Taktgeber im rechten Herzvorhof. Hier werden die elektrischen Impulse erzeugt. Die Erregung breitet sich nun fächerförmig über die Herzmuskelfasern aus und bewirkt so ihre rhythmische Kontraktion und Entspannung. Die Grenze zwischen den Herzvorhöfen und den Kammern besteht zum Grossteil aus Bindegewebe, dass die elektrischen Impulse nicht weiterleiten kann und somit als Barriere für die Reizleitung wirkt. Die Impulse treten nun über den AV-Knoten auf die über Herzkammern über. Dies ist die zweite Bündelung von leitfähigen Herzmuskelzellen und ist somit die Verbindung zwischen den Vorhöfen und Herzkammern. Er hat auch eine Art Filterfunktion, er bremst bei zu hoher Herzfrequenz und schützt so die Herzkammern vor einer zu hohen Pumpfrequenz. Kann beim Ausfall des Sinusknotens als zweiter Herzschrittmacher bedingt einspringen.

Nun werden die elektrischen Impulse über das His-Bündel und die beiden Tawara Schenkel in die Herzkammern geleitet. Purkinje Fasern leiten nun die Impulse an die elektrischen Muskelzellen über, so werden die Kammern optimal aktiviert, können sich effektiv zusammenziehen und das Blut auswerfen.

Den Sinusknoten als Herzschrittmacher nennen und seine Regulation kennen

  • Ursprung der Erregungsbildung
  • Der Schrittmacher: hier wird das Elektrische Signal für den Herzschlag erzeugt
  • Er bestimmt die Herzschlagfrequenz
  • Ist in der Muskelwand des rechten Vorhofes verankert

Die Ersatzschrittmacher des Herzens nennen und ihre Frequenzen kennen

  • AV-Knoten 40-50 Schläge pro Minute
  • His-Bündel, Tawara Schenkel, Purkinje-Fasern 30-40 Schläge pro Minute

Den Ablauf einer Herzaktion unter Verwendung der Begriffe Systole und Diastole erklären

  • Mit jedem Herzschlag gelangen je etwa 70ml Blut in den grossen und kleinen Kreislauf. Die ausgeworfene Blutmenge wird als Schlagvolumen bezeichnet. Nach jedem Auswurf muss sich das Herz erneut füllen. Im zeitlichen Ablauf der Herzmechanik werden zwei Hauptphasen, die Systole und die Diastole unterschieden. Die Bezeichnungen beziehen sich definitionsgemäss auf die Ventrikel:
    • Systole (zusammenziehen) = Kontraktionsphase des Herzens (Pulmonal- und Aortenklappe geöffnet -
      •  Anspannungsphase des Myokards
      • Austreibungsphase des Blutes aus dem Herzen

Bei der Kammersystole erfolgt der Blutauswurf aus den Ventrikeln in die Arterien:

Die erschlaffte Muskulatur der gefüllten Kammer kontrahiert sich. Durch den sich erhöhenden Druck im Ventrikel werden die Segelklappen geschlossen, wodurch ein Zurückfliessen des Blutes in den Vorhof verhindert wird. Der Segelklappenschluss und die Anspannung des Herzmuskels erzeugen dabei den ersten Herzton. Der steigende Kammerdruck drückt dann die Taschenklappen auf. Das Blut wird aus den Kammern in die Aorta resp. In die Pulmonalarterie ausgestossen.

  • Diastole (Ausdehnung) = Füllungsphase (Trikuspidalklappe und Mitralklappe geöffnet)
    • Entspannungsphase des Herzmuskels
    • Füllphase des Herzens

In der Diastole erschlafft die Kammermuskulatur. Durch das Öffnen der Segelklappen strömt Blut aus den Vorhöfen in die Kammern.

Nach dem Verschluss der Taschenklappen sinkt der Kammerdruck weiter. Anfangs sind alle Klappen geschlossen. Fällt durch die Ventrikel Entspannung der Kammerdruck unter den Vorhofdruck, öffnen sich die Segelklappen und rund 70% der Kammerfüllung strömt passiv aus dem Vorhof in die Kammer. Mit der Vorhofkontraktion (Vorhofsystole), die im Erregungsablauf die Herzpumpaktion einleitet, werden dann noch rund 30% der Füllung aktiv in die Kammer gedrückt.

Die beiden Herztöne den entsprechenden Herzaktionen zuordnen

  • 1.Herzton entsteht in der Systole (Anspannungsphase) Kontraktion des Myokards und/oder Schluss der Klappen verursachen ihn.  Druckanstieg in den Kammern führt zum Öffnen der Taschenklappen (Aorten- und Pulmonalklappe)
  • 2.Herzton zwischen den Zyklen Ende der Systole und Beginn der Diastole (Entspannungsphase). Das schliessen der Taschenklappen verursacht ihn. Segelklappen (zwischen Vorhof & Kammer) bleiben geschlossen. Blut wird aus grossem & kleinem Kreislauf in die Vorhöfe gepumpt.

Den Begriff der Druck-Saug-Pumpe für das Herz erklären

In der Kammersystole wird die Ventilebene gegen unten, das heisst gegen die Herzspitze, gedrückt. Bei der Kammerdiastole wird die Ventilebene in die andere Richtung geschoben. Durch diese Bewegungen wird im Herz eine Druck-/Sog-Wirkung erzeugt, deshalb kann das Herz mechanisch auch als Druck-Saug-Pumpe betrachtet werden.

Die Begriffe Herzfrequenz, Schlagvolumen und Herzzeitvolumen (auch Herzminutenvolumen) erklären und ihre normalen Grössen definieren

 

  • Bei körperlicher Ruhe beträft das Schlagvolumen ungefähr 70ml Blut (d.h. pro Systole werden je 70ml Blut in die Aorta und in die Lungenarterien gepumpt)
  • In Ruhe werden ca. 5 Liter Blut pro Minute d.h. pro Tag rund 7500 Liter, in den Körperkreislauf gepumpt. Unter Belastung wird dieses Volumen wesentlich erhöht. Diese Zunahme wird durch eine Erhöhung der Herzfrequenz und des Schlagvolumens erreicht.
  • Schlagvolumen = 70ml/Systole
  • Schlagfrequenz = Herzschläge/Min
    • ›  Normal 60 – 80
    • ›  Bradykardie < 60
    • ›  Tachykardie > 100
      Herzzeitvolumen = Schlagvolumen x Frequenz
    • ›  In Ruhe ca. 5 l/Min – pro Tag ca. 7500 l
    • ›  Unter Belastung bis ca. 25 l/Min

 

Die übergeordneten Zentren nennen, welche die Herzfunktion beeinflussen

  • Nerven des Zentrales Nervensystem
    • Para- und Sympathikus
  • Hormonhaushalt

 

Die Wirkungen des Parasympathikus und des Sympathikus auf die Herzqualität nennen

Parasympathikus (hemmt Herztätigkeiten) und Sympathikus (aktiviert Herztätigkeit)

Die Anpassung des Herzens an unterschiedliche Leistungen und Sauerstoffbedürfnisse des Körpers beschreiben

In Ruhe werden ca. 5 Liter Blut pro Minute, d.h. pro Tag rund 7500 Liter, in den Körperkreislauf gepumpt. Unter Belastung wird dieses Volumen wesentlich erhöht. Es können bis zu 25 Liter Blut pro Minute, also die fünffache Menge, durch den Körper gepumpt werden. Diese Zunahme wird durch eine Erhöhung der Herzfrequenz und des Schlagvolumens erreicht. Die Anpassung der Herztätigkeit an einen wechselnden Bedarf des Gesamtorganismus erfolgt über Nerven des vegetativen Nervensystems und über den Hormonhaushalt.

Inotropie = Kraft des Herzmuskels (Kontraktionskraft) => Sympathikus wird erhöht (positiv inotrop) / Parasympathikus wird erniedrigt (negativ inotrop)

Chronotpie = Häufigkeit (Frequenz) => Sympathikus wird erhöht (positiv chronotrop) / Parasympathikus wird erniedrigt (negativ inotrop)

Die Aufgaben des kardiovaskulären Systems nennen

  • Transportsystem, transportiert:
    • Atemgase: O2 und CO2
    • Nährstoffe
    • Abfallstoffe
    • Hormone
    • Abwehrzellen und Antikörper
    • Wasser und Elektrolyte
    • Säure und Base Haushalt
    • Wärme
  • Verteilung des Blutvolumens im Organismus

Die Unterteilung des Kreislaufs in Lungen- und Körperkreislauf vornehmen die jeweiligen Herzteile benennen, die den Lungen- bzw. Körperkreislauf versorgen

  • Körperkreislauf = grosser Kreislauf - linke Herzhälfte grösser und stärker, pumpt arterielles (sauerstoffreiches) Blut über die Aorta in den Körper
  • Lungenkreislauf = kleiner Kreislauf - rechte Herzhälfte kleiner und schwächer - pumpt sauerstoffarmes Blut. Die rechte Herzhälfte pumpt venöses Blut über die Lungenarterien in die Lunge. Dort erfolgt der Gasaustausch im Kapillarnetz der Lungenbläschen, das heisst es wird Kohlendioxid an die Atemluft abgegeben und Sauerstoff ins Blut aufgenommen. Das sauerstoffangereicherte, somit arterielle Blut, fliesst dann über die Lungenvenen in das linke Herz zurück.

Eigenschaften und Vorkommen von arteriellem und venösem Blut nennen

  • Arterien sind somit vom Herzen wegführende Gefässe, die im Körperkreislauf hellrotes, arterielles (sauerstoffreiches) und im Lungenkreislauf dunkelrotes, venöses (sauerstoffarmes) Blut führen
  • Venen sind zum Herz hinführende Gefässe und befördern im Körperkreislauf venöses, im Lungenkreislauf arterielles Blut

Den Weg des Blutes im grossen und kleinen Kreislauf sowie im Herz beschreiben

  • Das Blut befindet sich ständig im Umlauf. Die einzelnen Organe werden abhängig von ihrer Funktion und Tätigkeit unterschiedlich durchblutet. Während die Durchblutung von Gehirn, Herz und Nieren nicht absinken darf, weil sie konstant einen hohen Sauerstoffbedarf aufweisen, kann die Durchblutung anderer Organe der jeweiligen Beanspruchung angepasst werden (z.B. Muskulatur, Haut).
  • Kammer bis Vorhof:
    •  Lungenkreislauf
      • rechte Herzkammer
      • Lungenarterie (venöses Blut)
      • Lungen
      • Lungenvene (arterielles Blut)
      • linker Vorhof

 

  • Kammer bis Vorhof: < >Körperkreislauf linke Herzkammer
  • Aorta
  • Vena cava (Hohlvene)
  • rechter Vorhof

Den ungefähren prozentualen Anteil der einzelnen Organsysteme am Blutfluss angeben

  • Lungenkreislauf: Lunge 12% / Herz 8%
  • Körperkreislauf: 65% Venen Arterien und Arteriolen 10% Kapillaren 5%
    • Baucheingeweide  28%
    • Muskulatur 17%
    • Nieren 23%
    • Skelett, Haut 12%
    • Gehirn 15%
  • Gehirn, Herz und Nieren müssen immer gleich durchblutet werden, andere Organe je nach Beanspruchung (z.B. Muskulatur, Haut)

Den Aufbau eines Blutgefässes erklären

  • Intima: innerste Schicht und besteht aus einem Endothel (einschichtiges Plattenepithel)
  • Media: mittlere Schicht besteht vorwiegend aus zirkulär und längs angeordneten Muskelzellen. Diese regulieren den Gefässtonus und somit den Blutdurchfluss  und Blutdruck
  • Adventitia: äusserste Schicht besteht aus Bindegewebszellen, Fasern und Fettzellen. Zudem verlaufen bei grösseren Gefässen darin die versorgenden kleinen Nervenfasern und Gefässe.
  • Je nach mechanischer Belastung kommen unterschiedliche Wandstärken zustande

Die Begriffe Arterie, Arteriole, Kapillare, Venole und Vene definieren und ihre anatomischen Besonderheiten charakterisieren

  •  Arterien vom elastischen Typ, v.a. herznah
    • (Windkesselfunktion, grosse Volumenschwankungen)
  •  Arterien vom muskulären Typ, peripher (Gefässdurchmesserveränderung => Widerstandsgefässe)
  • • Arteriole
    • Übergang zwischen Arterien und Kapillaren
  • Kapillare (gibt verschiedene Arten von Kapillaren z.B. in der Lunge, Gehirn, Rückenmark, Skelettmuskulatur, Magen-Darm)
    • Endothel
    • Basalmembran
    • Gas-, Flüssigkeits- und Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe
  • Venole
    • kleine Venen
      • sammeln das Blut aus den Kapillaren
  • Vene
    • bringen das Blut zum Herz zurück
    • Klappen in Extremitäten und Rumpfwand(vgl. venöser Rückstrom zum Herz)
    • n den Beinen finden sich drei verschiedene Arten von Venen tiefe (die tief in der Muskulatur das Blut zurücktransportieren), oberflächliche (bilden Netzwerk unter der Haut) und Perforansvenen (Perforation = Durchbruch, die oberflächliches und tiefes Venensystem miteinander verbinden

Die Begriffe Anastomose, Kollateralkreislauf und funktionelle Endarterie erklären und ihre Bedeutung erläutern

  •  Wenn sich zwei Blutgefässe, zwei Lymphgefässe oder zwei Nerven untereinander verbinden, wird dies als Anastomose bezeichnet
  •  In der Chirurgie wird die operative Verbindung zwischen zwei Hohlorganen (z.B. Darmabschnitten), Gefässen (z.B. Dialyse-Shunts) oder die erneute Verbindung eines durchtrennten Nervs als Anastomose/Anastomosierung bezeichnet.
  • Anastomose:
    • Zwei Querverbindungen zwischen Arterien und Arterien, Venen und Venen, Lymphgefässe und Lymphgefässe
  • Kollateralkreislauf, als Kollateralen bezeichnet man Gefässe, die einen Parallelweg zur Hauptstrombahn bilden. Sie bilden so einen Kollateralkreislauf (Umgehungskreislauf), der neben dem Hauptgefäss das gleiche Versorgungsgebiet erreicht. Dies ist vor allem von Bedeutung, wenn das Hauptgefäss verschlossen ist, denn so kann die Blutversorgung durch den Kollateralkreislauf aufrechterhalten werden.
  • Funktionelle Endarterie
    • Alleinige Versorgung eines Kapillarnetzes, das heisst es sind keine Anastomosen oder Kollateralen vorhanden.

Die Anatomie des Kreislaufsystems beschreiben und folgende Arterien und Venen kennen

  • Arterien
    • Aorta (aufgesteigende Aorta, Aortabogen, absteigende Aorta Brustaorta, Bauchaorta)
    • Schlüsselbeinarterie
    • Achselarterie
    • Armarterie
    • A.radialis
    • A.ulnaris
    • A.carotis (Halsarterie)
    • Beckenarterie
    • Oberschenkelarterie
  • Venen
    • V.cava superior und inferior
    • V.jugularis
    • Schlüsselbeinvene
    • Oberarmvene
    • Achselvene
    • Pfortader
    • Oberschenkelvene
    • Beckenvene
    • V.saphena magna und parva

Den Venenwinkel und seine Bedeutung erklären, sowie die beteiligten Venen nennen

  • Venöse Blut aus dem Gehirn und Gesicht fliesst über die Vena jugularis  ab. Diese verienigt sich im rechten bzw. linken Venenwinkel mit der Schlüsselbeinvene. In den Venenwinkel münden zudem rechts der rechte Hauptlymphgang und links der Milchbrustgang, der lymphatische Ductus thoracicus. Das venöse Blut fliesst weiter in die Vena cava superior (obere Hohlvene), die das Blut aus den Armen, dem Kopf, dem Hals, sowie dem Brustraum sammelt.
  • Venenwinkel gebildet durch 2 Venen
    •  Vena jugularis = Drosselvene
    • Schlüsselbeinvene = Vena subclavia
  • einmünden lymphatischer Gefässe
    • rechter Venenwinkel: rechter Hauptlymphgang
    •  linker Venenwinkel: Ductus thoracicus

Die Gefässabschnitte des Lungenkreislaufs benennen

  • Cor (Herz)
  • Lunge
  • Arcus aortae (Aortenbogen)
  • Diaphragma (Zwerchfell)
  • Truncus pulmonalis (Stamm der Lungenarterie)
  • Vv. Pulmonales (Lungenvenen)
  • Aorta abdominalis (Bauchaorta)
  • Vena cava superior (obere Hohlvene)
  • Vena cava inferior (untere Hohlvene)
  • Oesophagus (Speiseröhre)
  • Trachea (Luftröhre)

Die Bedeutung des Foramen ovale und des Ductus arteriosus Botalli im fetalen Kreislauf erklären

  • wichtig beim Fötus:
    • Foramen ovale
      • ovales Loch zwischen rechtem Vorhof und linkem Vorhof
      • Blut gelangt vom rechtem in den linken Vorhof
    • Ductus arteriosus Botalli:
      • Kurzschluss zwischen Lungenarterie und Aorta

Den arteriellen Puls erklären und die normale Ruhefrequenz kennen

 

  • Das Blut wird vom Herzen stossweise bewegt. Die Herzkontraktion in der Systole erzeugt eine Druckerhöhung in der Aorta, die sich als Druckwelle über die Arterien fortpflanzt. Die Druckwelle ist an oberflächlichen Arterien als Pulsschlag fühlbar. Die Pulswellengeschwindigkeit ist dabei grösser als die Blutflussgeschwindigkeit. Der Puls gibt Auskunft über:
    • Herzfrequenz Erwachsener 60-80 Schläge/Min
  • Eine erhöhte Pulsfrequenz des Erwachsenen von über 100 Schlägen pro Minute wird als Tachykardie bezeichnet (kommt bei Fieber, emotionaler Erregung oder Anstrengung vor. Kann auch Anzeichen von Herzkrankheiten sein)
  • Unter einer Bradykardie versteht man eine erniedrigte Herzaktion von unter 60 Schlägen pro Minute. Der Puls kann bei kardialen Pathologien, aber auch physiologisch bei Sportlern oder im Schlaf erniedrigt sein.
  • Rhythmus der Herzaktionen:
    • regelmässig
    • arhythmisch (unregelmässig)
    • Rhythmus mit Extrasystolen, das heisst mit einzelnen zusätzlichen Schlägen
  • Systole/Diastole

 

Den arteriellen Blutdruck definieren

Im klinischen Gebrauch ist unter Blutdruck der gemessene Druck in der Arteria brachialis auf Herzhöhe definiert.

Die für den arteriellen Blutdruck verantwortlichen Faktoren nennen

 

  • In der Systole pumpt das Herz Blut in die Aorta und lässt den Druck ansteigen. Dieser maximale Blutdruckwert wird als systolischer Druck bezeichnet. In der folgenden Diastole erschlafft das Herz. Das Abfliessen des Blutes aus den Arterien in die Kapillaren und Venen bewirkt ein Absinken des arteriellen Druckes, bis der Blutauswurf der nächsten Systole einen erneuten Druckanstieg bewirkt. Dieser minimale arterielle Druck stellt den diastolischen Druck dar. So wird der Blutdruck mit zwei Zahlen angegeben, die erste Zahl entspricht dem systolischen, die zweite dem diastolischen Blutdruck.

Die verschiedenen Mechanismen der Kreislauf- und Blutdruckregulation nennen (kurzfristige, langfristige Regulation)

  • Kurzfristig
    • Innerhalb von Sekunden
    • Vegetatives Nervensystem
  • Langfristig
    • Niere reguliert Blutvolumen
    • ADH (Hormon)

Die für den arteriellen Blutdruck verantwortlichen Faktoren nennen

  • Blutdruck = Schlagvolumen x Schlagfrequenz = Gefässwiderstand
  • Blutdruck = Herzminutenvolumen (Schlagvolumen und Schlagfrequenz) x Gefässwiderstand

Die verschiedenen Mechanismen der Kreislauf- und Blutdruckregulation nennen (kurzfristige, langfristige Regulation)

  • Kurzfristig
    • Innerhalb von Sekunden kann der Körper bspw. bei einem Lagewechsel oder sportlicher Betätigung den Blutdruck an die neuen Bedürfnisse anpassen. In der Wand der Aorta und der KOpfschlagaderverzweigung en befinden sich druckempfindliche Sinneszellen, sogenannte Pressorezeptoren, die den aktuellen Blutdruck dem Gehirn melden. Das Gehirn als Regler kann über das vegetative Nervensystem das Herz und die Gefässe nach aktuellen Bedürfnissen beeinflussen. Die Erhöhung der Herzfrequenz und Schlagvolumen sowie die Verengung der kleinen Arterien wirken blutdrucksteigernd, die Erniedrigung von Herzfrequenz und Schlagvolumen sowie die Erweiterung der kleinen Arterien dagegen blutdrucksenkend. 
  • Langfristig
    • Die langfristige Blutdruckregulation erfolgt unter Beteiligung der Niere und des Gehirns. Dabei wird das Blutvolumen und somit das Schlagvolumen reguliert. 
      • Das Gehirn ist an der ADH-Ausschüttung  and er Volumenregulation mitbeteiligt. Eine Volumenzunahme im Gefässsystem führt zu einer verminderten ADH-Sekretion und damit zu einer Steigerung der Diurese (Harnausscheidung) und Abnahme des Durstgefühls. Nimmt das in den Gefässen zirkulierende Volumenen hingegen ab, wird mehr ADH ausgeschüttet, die Diurese sinkt und das Durstgefühl steigt. So wird ein erhöhtes Blutvolumen erreicht. 
      • Ausschüttung von Aldosteron: Durch die Aktivierung des Renin- Angiotensin-Aldosteron.Systems wird bei einem Blutdruckabfall vermehrt Aldosteron freigesetzt, das in der Niere die Natrium- und Flüssigkeitsresorption und damit das Blutvolumen steigert. Ein Blutdruckanstieg hingegen führt zur Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems. 

Die Austauschvorgänge in den Kapillaren erklären

  • In den Kapillaren geschieht ein Stoff- und Gasaustausch zwischen dem Gefässraum und dem Zwischenzellgewebe. Die Kapillaren bilden im Gewebe dreidimensionale Netze, deren Dichte vom Sauerstoffbedarf des Gewebes abhängt. Das Kapillarsystem erreicht eine Gesamtoberfläche von ca. 600m2 und ist besonders für den Gas-, Stoff- und Flüssigkeitsaustausch geeignet, da:
    • Die Strömungsgeschwindigkeit auf 0.05 cm/s (=Aorta 50cm/s)
    • Der Gesamtquerschnitt der Gefässe auf 3200 cm2 zunimmt (Aorta = 4cm2)
    • Der Blutdruck mit 30mmHg im Kapillarbett relativ tief ist und die dünnen Kapillarwände nur aus einer porendurchsetzten Endothelschicht und einer dünnen Basalmembran bestehen.
  • Die Blutgefässe diffundieren, dem Konzentrationsgradienten folgend, durch die ganze Kapillaroberfläche. Der Sauerstoff wird von den Erythrozyten an das Gewebe abgegeben und das Kohlendioxid vom Blut aufgenommen und abtransportiert. Da die Diffusionsstrecken kurz sind, im Mikrometerbereich, und die Kapillaroberflächen gross ist, können in kurzer Zeit grosse Mengen ausgetauscht werden.
  • Kleinere Moleküle (z.B. Glukose), Ionen und Wasser diffundieren durch die Poren der kapillaren Endothelschicht. Für Bluteiweisse und Blutkörperchen sind die Kapillarwände undurchdringbar. Die Bluteiweisse (Plasmaproteine) welche die Kapillarmembran nicht durchdringen können, erzeugen im Innern der Kapillaren einen osmotischen Druck. Im Anfangsteil der Kapillare ist der Blutdruck noch höher als der osmotische Druck, so dass Flüssigkeit und darin gelöste Teile ins Gewebe ausgepresst werden, was einer Filtration entspricht.
  • Über die Kapillarlänge fällt der Blutdruck, so dass im Endabschnitt der Kapillaren der osmotische Druck den Blutdruck übersteigt. Deshalb resorbieren die Kapillaren in diesem Bereich Flüssigkeit aus dem Interstitium

Die verschiedenen Faktoren nennen, die den venösen Rückfluss begünstigen

  • Sogwirkung des rechten Herzens
  • Venenklappen
  • Skelettmuskelpumpe
  • Arterienpulsationen
  • Schwerkraft
  • Bewegung der inneren Organe

Étudier