KCI 1

ZHAW_BSc_BMLD22_FS23_Klinische Chemie und Immunologie 1

ZHAW_BSc_BMLD22_FS23_Klinische Chemie und Immunologie 1

Diese Lernkarten decken medizinische Themen auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf den Knochenstoffwechsel, Elektrolytbestimmungen, Blutgasanalytik, Diabetes mellitus und Hormonstörungen. Die Karteikarten behandeln die Bedeutung von Calcium, Phosphat, Glukose und Proteinen, sowie die Interpretation von Blutgaswerten und die Diagnostik von Schilddrüsen- und Nebennierenfunktionen. Medizinstudenten und Ärzte profitieren von diesem Lernset, um ihr Verständnis der klinischen Chemie und Pathophysiologie zu vertiefen.
Cartes-fiches
145
Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
09.04.2023 / 04.05.2023

Flashcards

labormedizinischer Prozess

Präanalytik - alle Vorgänge vor eigentlicher Analyse

Analytik

Postanalytik

Fehlerquellen der Präanalytik
 

  • Indikationsstellung und Laboranforderung (Verlaufskontrolle in zu kurzen Abstände)
  • Patientenidentifikation (Verwechslung, kein Ettikett)
  • Blutentnahme (Falsches Röhrchen, Entnahme bei Infusion, zuwenig, lange Stauung, Faust, Hämolyse)
  • Transport und Lagerung (Temperatur, lichtgeschützt, zu lange)
  • Zentrifugation

häufigstes präanalytisches Problem

Hämolyse

Probenarten der klinischen Chemie

  • Blut (Arteriell, Venös, Kapillar) (Serum, Plasma) -> unterschiedliche Zusätze
  • Urin (Spontanurin, 1./2. Morgenurin, Sammelurin) -> unterschiedliche Zusätze
  • Liquor
  • Speichel
  • Stuhl
  • Punktat

Serum

Flüssiger Teil NACH Blutgerinnung (ohne Fibrinogen etc)

(30min bis vollständiger Gerinnung)

 

Plasma

  • Flüssigkeit mit Fibrinogen und allen Gerinnungsfaktoren
  • Blutflüssigkeit nach Zentrifugation
  • Blutgerinnung wurde chemisch verhindert

 

Zusätze für Blutproben und deren Bedeutung

  • EDTA (für Blutbild,Blutasusstrich, DNA/RNA Analytik)
  • Natrium-Citrat (Gerinnungsanalytik, Blutsenkung)
  • Heparin (Notfall)
  • Fluorid (hemmt Glykolyse -> Glukosemessung)
  • Gerinnungsakzelerator (beschleunigt Gerinnung)
  • ohne Zusätze (Liquordiagnostik, klinische Chemie)

Blutentnahme Richtlinien

Nüchtern (daher optimal am Morgen)

Liegend/Sitzend (15min ruhen)

Eingeschränkte körperliche Aktivität

Nicht am Infusionsarm, aus Katheter, Narben, Ödeme

Füllmenge Blut

  • Röhrchen ganz füllen
    • Alkoholbestimmung (Verdunstung)
    • Bicarbonat (Äquilibrierung mit CO2)
  • Röhrchen bis Füllmarkierung füllen
    • Gerinnungsuntersuchungen und Blutsenkungsreaktionen
    • korrektes Mischverhältnis mit Antikoagulanten ist erforderlich
  • Erforderliches Volumen
    • KLinische Chemie Routinentest: ca. 5 mL (2.5 mL Serum/Plama)
    • Spezialanalysen wie Hormone, Tumormarker: 1-2 mL Blut pro Bestimmung

Reihenfolge der Entnahmeröhrchen und Farbcode

Vorgehen bei der venösen Blutentnahme

  • Hände desinfizieren
  • Stauung (handbreite oberhalb Punktionsstelle), max. 60sek, kein Pumpen!
  • Punktionsstelle desinfizieren (trocknen lassen!!)
  • Handschuhe benutzen
  • Vene mit Schliff nach oben punktieren
  • Stauung lösen bei beginnendem Blutfluss, Röhrchen füllen (Rheinefolge!!)
  • Kanüle entfernen, Punktionsstelle abdrücken
  • Probe mind. 3 mal invertieren

Kapilarblutentnahme - Zweck und Vorgehen

Ort: Finger, Ferse, Ohr

Zweck: Blutzucker-, Blutgasanalyse, bei Kleinkindern

Technik:
Punktion mit Einmallanzette/Punktionshilfe
erster Tropfen abwischen
Blut mit Kapillare abnehmen

Uringewinnung

  • Spontanurin (ungeeignet für mikrobielle Untersuchung)
  • 1. Morgenurin (Teststreifen, Sediment, klinisch-chemische und bakterielle Untersuchung)
  • 2.Morgenurin (ersetz Sammelurin, Proteindiagnostik, Teststreifen)
  • Sammelurin (24h Probe) (Zusätze: Salzsäure, Konservierungsmittel) (Klinisch-chemische Untersuchungen, keine bakterielle Untersuchung und Sediment)

 

  • Reinigen des Urogenitaltraktes
  • Gewinnung des Mittelstrahlurins
  • Keine Uringewinnung während oder kurz nach der Menstruation

Aufbewahrung

  • Urinsediment innerhalb von 2h nach Urinsammlung
  • Aufbewahrung bei 4°C 
    • Calcium, Magnesium, Oxalat und Phosphat -> Urin ansäuren (pH 2)
    • Harnsäure -> Urin alkalisieren (pH > 8)

Sammelurin - Zusätze für entsprechende Analysen

  • nur mit HCl Zusatz
    • Ammonium
    • Calcium
    • HIES
    • Katecholamine
    • Magnesium
    • Metanephrine
    • Oxalat
    • Phosphat + Clearance
    • VMS und HVS
  • Analysen, welche auch mit angesäuretem Urin durchgeführt werden können
    • Citrat
    • Cortisol
    • Glukose
    • Harnstoff
    • Kalium
    • Kreatinin + Clearance
    • Natrium
  • ohne Zusatz
    • Albumin
    • Chlorid
    • Delta-Aminolävulinsäure
    • Harnsäure
    • Osmolalität
    • Pankreas-Amylase
    • pH
    • Porphobilinogen
    • Protein total
    • Spurenelemente und Blei (Spezialgefäss)
    • Thiocyanat

Liquor Gewinnung

Punktion im Sitzen/Seitenlage mit angewinkelten Beinen

Punktion im Zwischenwirbelraum LWK 3/4 oder 4/5

mehrere Einzelproben von 2-10ml (max. 10ml)

Transport von Proben

Stehend bei 18-22°C, vor Sonnenlicht schützen

Vollblut nicht im Kühlschrank/Gefrierer

Transport innert 30min (max. 2-4h bei Blutkulturen)

Bei verzögertem Transport:
-Abbau Metaboliten Glukose sinkt, Laktat steigt, Ammoniak steigt
-Freisetzung von Kalium, AST, LDH, Mg
-Hämolyse oft nicht sichtbar
 

 

Zentrifugation

-1300-3000g bei 5-15min (Gel-Röhrchen NIE nachzetrifugieren)

- wenn zu kurz/ zu wenig: keine vollständige Trennung (Thrombozyten)

- wenn zu lange/ zu fest: Hämolyse (Zellen platzen)

 

Einflussgrössen

in vivo (vom Patient selber)

methodenunabhängig

kurz oder langfristig

nicht beeinflussbar

Störfaktoren

in vitro (bei Probe)

verfälschen Messergebnisse

methodenabhängig

beeinflussbar

Unbeeinflussbare Einflussgrössen

Alter

Geschlecht

Ethnizität

Erbfaktoren

Langzeit Biorythmen 

Beeinflussbare Einflussgrössen

Alkohol, Rauchen, Medikamente

Körperliche Aktivität

Stress

Nahrung

Körperlage

Zirkadiane Zyklen

Prä/postprandial (Glukose, Harnstoff)

in vitro Störgrössen

Probenmaterial (falsches Material/Rheienfolge)

Probenalter

Probenbeschaffenheit (Hämolyse, Lipämie --> endogen)

Medikamente (exogen) /Op

Lipämie

-Patient nicht nüchtern oder krankhaft (Fettstoffwechselstörung, Hyperlipoproteinämie)

-Kontamination mit Infusion (Lipidemulsion)

 

Trübung

Ikterie

-abnorme erhöhung von Billirubin (Hämoglobin Abbau) 

-krankheitsbedingt (Hepatitis, Leberversagen, Gilbert Syndrom, Crigler-Najjar)

Optisch und Chemische Verfälschung

Hämolyse

Auflösung der Erythrozytenzellmembran -> LDH, K, AST wird erhöht

in vivo: Thalassämie, Sichelzellanämie, AIHA, G6PD Mangel, Drogen, Toxin, Transufsionen

in vitro: Blutentnahme aus Katheter, Stauung, Desinfektionsmittel, Vakuum, kleine Kanüle, Mischen, Lagerung, Zentrifugation

Optisch und Chemische Verfälschungen (rötlich verfärbtes Plasma)

einfache Trennverfahren

-Zentrifugation  Trennung nach Grösse/Dichte (Radius ist liner zu g-Kraft)

-Flüssig-Flüssig-Extraktion Phasentrennung Wasser: Chloroform:methanol

-Festphasenextraktion Säule, Methanol, Eluent - mit Vakum absauegn (Miniprep)

Elektrophorese

  • Wanderung von geladenen Molekülen in einem ekeltrischen Feld
  • proportional mit der Feldstärke und Molekülladung -> +
  • proportional mit der Molekülgrösse und Viskosität der Lösung -> -

Serum Elektrophorese  Auftrennung der Moleküle nach elektr. Ladung
Proteine (Bsp.: Albumin)

Isoelektrische Fokussierung ph-Gradient als isoelektrischer Punkt

SDS-Page  Proteinstrukturveränderung durch SDS, Auftrennung disulfidbrücken der Proteine mittels 2-Mercaptoethanol und Hitze (95°C)

Fotometrie

Absorptionsmessung

Lambert-Beer-Gesetz Transmission = Intensitiät I / Intensität I0     
A=ac*c*d 
Absorption=Proportionalitätsfaktor*Konzentration*Schichtdicke
nur c ändert sich

Aufbau Fotometer

Weisses Licht -> Sample scannen -> Eission

Antikörper Gewinnung
 

1. Mouse hybridoma
2. Phage display
3. Transgenic mouse
4. single B Cell

Monoklonale AK gewinnung
1. Maus immunisieren
2. Milz entnehmen
3. fusionieren mit Myeloma Cells ->Hybridomas
4. Monoklonale Antikörper isolieren

Poly- vs. Monoklonale Antikörper

Monoklonal: Sie richten sich gegen ein bestimmtes, einzelnes Epitop

Polyklonal: Sie richten sich gegen mehrere Epitope

Heidelberger Kurve
 

Direkt und indirekte immunchemische Verfahren
 

direkter ELISA Antigen - AK mit Konjugat

indirekter ELISA Antigen - 1. AK - 2. AK mit Konjugat

Sandwich ELISA Capture antibody - Antigen - 1. AK - 2. AK mit Konjugat

nachweisen mit Fluoreszenz

(enzymed-linked immunosorbent assay)

Homogene und heterogene immunchemische Verfahren

Heterogen: Direct ELISA, Indirect ELISA, Sandwich ELISA, Competive ELISA (versch. Epitop)
 

Homogen: gleiches Epitop

ECLI

ElectroChemieLuminescence-Immunoassay

Prinzip von chromatographischen Trennverfahren 
 

Adsoprtions-Chromatographie Adsorption an Oberfläche der stationären Phase

  • Dünnschichtchromatographie
  • Säulenchromatographie
  • HPLC (< 400 bar)
  • UPLC 600 - 1200 bar

Verteilungs-Chromatographie Löslichkeit in 2. Flüssigphase (nicht mischbar)

Affinitäts-Chromatographie (AK-Antigen bindung, Enzym-Substrat,...)

Ionentausch-Chromatographie ionische Bindung an Molekülreste

Grössenausschluss-Chromatographie Eindringen in Poren

 

Grundlagen der Massenspektrometrie 
 

technisches Verfahren zur Analyse der Masse von Molekülen und Atomen

Vorgehen:
Trenntechnik -> Erzeugen von Ionen -> Trennen der Ionen -> Detektion der Ionen -> Datenauswertung

Typische Ionisierung über ESI; bevorzugt für Biomoleküle, da schonend und kaum zu Fragmentation führt

Typische Massenfilter; Quadrupole als QqQ (Triple-Quadrupol-MS) -> erlauben Tandem-Massenspektroskopie

Bei einfachen Matrizen (Reinstoffen) kan MS direkt angewendet werden, ansonsten muss die Probe zuerst aufgetrennt werden
-> LC-MS

 

 

Prinzip, Funktion und Anwendung von LC-MS

Liquid Mass spectrometry -> Komplexe Matrix

 

Vollblut/Serum/Plasma -> Probenvorbereitung -> LC-MS System

Prinzip, Funktion und Anwendung von GC-MS

Gaschromatographie-> für flüchtige Analyten

Analyt muss sich unzerstört verdampfen lassen (Inertgas He, H, N)

Study