Osteopathie


M. D.
Diese Lernkarten behandeln das Thema Schmerz und somatische Dysfunktionen auf universitärem Niveau. Sie vertiefen sich in die Mechanismen der Schmerzverarbeitung, wie zentrale Sensibilisierung, Neuroplastizität und die Rolle von Nozizeptoren, sowie in die Auswirkungen auf Muskeln und Nervensystem. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudierende und Fachleute, die sich mit Schmerzmanagement und neurologischen Störungen befassen, da sie detaillierte Einblicke in die physiologischen und pathologischen Prozesse bieten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
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Université
Créé / Mis à jour
06.01.2022 / 22.01.2022

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Nenne eine Definition von Schmerz.

Ein abnormales und schmerzhaftes Gefühl, das durch die Stimulation von Nervenenden in empfindlichen Organen oder Regionen entsteht. Schmerz ist auch in erster Linie eine Sinneswahrnehmung, die den Körper davor warnt, dass ein Schaden eingetreten ist.

Wie ist das Kontinuum des Schmerzes? Wie wird es eingeteilt?

akuter Schmerz (<3-6 Monate):

  • Hat eine Schutzfunktion (nützlich - Alarm)
  • Allgemein sichtbare Läsion (sichtbar): Fraktur, Entzündung, Mikrotrauma, ...
  • Einzel-Faktor (z.B. Fraktur)
  • Kürzlich
  • Angst
  • Reaktionsverhalten
  • Kurative, spezifische Behandlung (z.B. Manipulation)
  • Akute Schmerzen sind lebensnotwenige Warnsignale, die durch Verletzungen der Gewebe erzeugt werden. Sie dienen ebenfalls den Heilungs- und Reparaturprozessen nach Verletzungen.

Chronischer Schmerz (>/= 3-6 Monate):

  • Hat keine schützende (destruktive) Funktion
  • Beeinträchtigung von Gesundheit und Funktion
  • Heilung von Abwesenheit/abgeheilter Läsion
  • Multifaktoriell (Psyche, Emotion)
  • Vorherige (> 6 Monate)
  • Depression
  • Verhalten gelernt
  • Somatisch-psycho-soziale Rehabilitationsbehandlung: Dekonditionierung von Patienten in ihrem täglichen Leben

Psychoemotionale, multifaktorielle, teamorientierte Behandlung

 

  • Chronische Schmerzen sind KEINE verlängerten akuten Schmerzen! Sind Schmerzkrankheiten ohne biologische, protektive Regulationsfunktion.

 

Wie funktioniert die Schmerzleitung? Was ist der Unterschied von akutem und chronischen Schmerz in der Schmerzverarbeitung?

Schmerzleitung über Tractus Spinothalamicus zu somatosensoriellem Cortex, dort Integration und Modulation --> Komportement verändert sich

Ziel: situationsgerechtes Verhalten über den somatosensorischen Kortex

Im Unterschied zur akuten Schmerzverarbeitung sind die affektiven/kognitiven Verarbeitungsmechanismen im Cortex verändert (hypertroph). Als Folge davon ergibt sich ein persistierender Schmerz, der nicht mehr aufgrund eines Stimulus verursacht wurde. Die initiale Läsion ist geheilt!

Was ist der Unterschied zwischen akutem und chronischem Schmerz?

  • Akut: Monofaktoriell, kürzlich, hilfreicher Alarm, Angst, reaktives Verhalten, kurative Behandlung
  • Chronisch: Multifaktoriell, alt (> 6 Monate), destruktiv, Depression, erlerntes Verhalten, rehabilitative Behandlung (somatotropisch-psycho-sozial)

Welche Arten von Schmerzen gibt es?

  • Nozizeptiver Schmerz
    • Schmerzen, die durch entzündliche oder nicht entzündliche Reaktion auf einen schädlichen Reiz verursacht werden (akute Schmerzen, dumpfe Schmerzen, pulsierende Schmerzen)
  • Neuropathischer Schmerz
    • Schmerzen, die bei einer primären Läsion oder Dysfunktion im peripheren oder zentralen Nervensystem auftreten (brennende Empfindung, brennende Schmerzen, Allodynie, Hyperalgesie, Parästhesien, Färbungen)
  • Gemischte Schmerzen
    • Die beiden Schmerzarten bei vielen Erkrankungen nebeneinander bestehen (Bandscheibenvorfall, Schmerzen tumoralen Ursprungs)

Beschreibe den nozizeptiven Schmerz

  • Der schmerzhafte Bereich befindet sich typischerweise in der Läsion - oft als pulsierend, dumpf oder steif beschrieben.
  • Ein sensorisches Erlebnis, das auftritt, wenn bestimmte periphere Sinnesneuronen (Nozizeptoren) auf schädliche Reize reagieren.
  • In der Regel zeitlich begrenzt und verschwindet mit der Heilung des verletzten Gewebes (z.B. Knochenbrüche, Verbrennungen und Prellungen)
  • Kann auch chronisch sein (z.B. Osteoarthritis)
  • Spricht auf konventionelle Analgetika an

Beschreibe inflammatorische und mechanische Schmerzen.

Inflammatorische Schmerzen

  • Schmerzhaftes nächtliches Erwachen
  • Frühe und anhaltende Morgensteifigkeit (1h) --> Abfall des Cortisols am frühen Morgen -> mehr Schmerzen
  • Verringert sich mit der Mobilisierung
  • Oft artikulär
  • Rheumatische Erkrankungen: Entzündungs-/Autoimmunerkrankungen wie Bechterev/ PR

Mechanische Schmerzen

 

  • Steigt mit der Aktivität
  • Im Ruhezustand vermindert
  • Kein Aufwachen in der Nacht
  • Evtl. Leichter, kurze Steifheit. Etwas Bewegung tut gut, aber nicht zu viel.
  • Z.B. Arthrose, osteopathische DS

 

Beschreibe das epikritische System. (Tractus spinothalamicus anterior)

  • grosse Fasern
  • Propriozeption: Berührung, Druck und Vibration --> Aα & Aβ
  • Myelinisiert (Schwannzellen) --> schnell
  • Homolaterale aufsteigende Fasern zur Medulla oblongata (SL) --> Kreuzung im Hirnstamm
  • Verbunden mit Empfängern (Pacini, Meissner, Merkel, Ruffini, Muskelspindel, Golgi)
  • Niedrige Stimulationsintensität: niedrige Depolarisationsschwelle (für Erregung ist nur kleiner Stimulus nötig)
  • Interindividuelle Wahrnehmung ziemlich ähnlich

Beschreibe das protopathische System. (Tractus spinothalamicus lateralis)

  • kleine Fasern
  • Nozizeption: Schmerz und Temperatur --> Aδ & C
  • Schwann-Zellen klein oder fehlend --> langsam
  • Kontrollierende aufsteigende Fasern (kreuzen auf Segmenthöhe) (SEL)
  • Freie Nervenendigungen: Verbunden mit freien Enden, die sich überall befinden (Haut, Hirnhaut, Faszien, ...)
  • Hohe Stimulationsintensität: hohe Depolarisations-schwelle
  • Synapsen am Posthorn. & Thalamus
  • Interindividuelle Wahrnehmung variiert stark – bspw. Koch verträgt viel mehr Hitze an den Fingern als andere

Beschreibe die Aα, Aβ, Aδ und C Fasern.

Fasern Aα:

-          Grosser Durchmesser

-          Leitgeschwindigkeit = 100 m/s

Fasern Aβ:

-          Kleiner Durchmesser

- Leitgeschwindigkeit = 50 m/s

Fasern Aδ: vor allem mechanische Reize

  • Kleiner Durchmesser (2-5µm)
  • Schlecht myelinisiert
  • Leitungsgeschwindigkeit = 4 bis 40 m/s.
  • Für ersten, akuten Schmerz und Schutzreflexe verantwortlich
  • Sofortig stechend-scharfer Schmerz

 

Fasern C: vor allem polymodal (noxischer Reiz, noxische Hitze, chemische Substanz)

  • Sehr klein ∅ (0,3 bis 3 um)
  • nicht myelinisiert
  • Leitungsgeschwindigkeit = 2 m/s (langsam)
  • Häufigste
  • Für zweiten, länger andauernden Schmerz verantwortlich
  • Verzögert brennend-bohrender Schmerz

Was sind neuropathische Schmerzen?

  • Der Schmerz wird durch eine primäre Verletzung oder Dysfunktion im peripheren oder zentralen Nervensystem verursacht (Schnitt, Kompression, Blutung --> Infarkt u. ä.).
  • Schmerzen werden oft als stechend, elektroschockartig, brennend beschrieben - häufig in Verbindung mit Kribbeln oder Taubheit.
  • Der schmerzhafte Bereich muss nicht unbedingt mit dem Ort der Läsion übereinstimmen. Der Schmerz tritt im neurologischen Bereich der betroffenen Struktur (Nerv, Wurzel, Rückenmark, Gehirn) auf.
    • Bspw. N. Ulnaris in Sulcus Ulnaris komprimiert. Nerv ist irritiert und sendet "Falschsignale". Der Schmerz wird im Innervationsgebiet vom N. Ulnaris wahrgenommen (4. & 5. Finger und nicht am Komprimierungsort)
    • Oder bei Discushernie: ausstrahlende Schmerzen
  • Fast immer ein chronischer Zustand (z.B. postherpetische Neuralgie, Schmerzen nach Schlaganfall)
  • Spricht schlecht (mangelhaft/ mittelmässig) auf konventionelle Analgetika an
  • Kann als Folge eines Traumas auftreten, das zu einer Knochenschädigung führt: z.B. Schädigung des N. ulnaris nach einem Knochenbruch.

Was sind gemischte Schmerzen?

  • = Begleitende nozizeptive und neuropathische Schmerzen
  • Begleitende Schmerzarten, die als "gemischte" oder "kombinierte" Schmerzzustände bezeichnet werden
  • Beispiele sind Rückenschmerzen im Zusammenhang mit Radikulopathie, Krebsschmerzen usw.
  • Eine wirksame Behandlung erfordert einen breiteren therapeutischen Ansatz zur Linderung sowohl der nozizeptiven als auch der neuropathischen Schmerzkomponente
  • Beispiel: Bandscheibenvorfall mit Lumbago und lumbaler Radikulopathie

Nenne die Mediatoren im peripheren Entzündungsprozess und ihre Aufgabe.

Mediatoren: Natürliche humorale Wirkstoffe

Prostaglandin, Kalium, Bradykinin (ausgeschüttet von verletzten Arteriolen o. Mastzellen), Histamin, Serotonin

 

  • Fähigkeit zum Anbringen an freie Enden --> Öffnung von Natrium (Na)-Kanälen --> Depolarisation --> Aktionspotential
    • Schmerzwahrnehmung
    • sekundäre Reaktion: Freisetzung anderer chemischer Mediatoren aus den freien Endungen/ Nozizeptoren: Neuropeptide (z.B. Substanz P) --> neurogene Entzündung & Anheftung an andere freie Enden (die selbst vielleicht gar nicht verletzt/ aktiviert waren) --> um noch mehr Warnsignale zu generieren

Was ist eine Entzündung?

Vasodilatation & Diapedese (die Trennung der Zellen erhöht die Permeabilität und ermöglicht die Passage von Leukozyten) --> Ödem, Rötung, Wärme

Hinsichtlich der Wirkung von Mediatoren wird zwischen Stimulation/Aktivierung der Sensibilisierung (Absenkung der Schwelle) des Nozizeptors unterschieden.

Erkläre die Quelle und den Effekt auf die Nozizeptoren von 

  • K+
  • Serotonin
  • Bradykinin
  • Histamin
  • Prostaglandine
  • Leukotriene
  • Substanz P

Serotonin hat unterschiedliche Wirkung je nach Ort: In Peripherie Aktivator, in Rückenmark Inhibitor.

Wie ist die zelluläre Aktion auf eine Entzündung?

Beginn: Gewebeschaden: Phospholipidschicht der Membran geht kaputt --> Enzymatische Stimulation Phospholipase A baut kaputte Zellmembran in Arachidonate/Eicosanoide ab => 2 Reaktionswege:

1. enzymatische Kette über Cyclooxygenase (COX) welches Arachnoidate zum Resultat Prostaglandin (und Thromboxan) spaltet --> Aktivierung und Sensibilisierung Nozizeptor (+ Vasodilatation)

zusätzl. Wirkung Prostaglandine: Mediatoren für Wirkung Hormone, integrative Funktion bei Entstehung von Fieber u. Inflamm.

2. enzymatische Kette über Lipoxigenase (LOX) zum Resultat Leukotrien --> Sensibilisierung Nozipeptor (+ Kapillarpermeabilität und Chemotaxis)

Wo wirken welche Medikamente bei einer Entzündung?

Pharmakologische Intervention in dieser Enzymkaskade, um Inflammation zu senken und Schmerz zu stillen:

  1. Möglichkeit: Aktivität Phospholipase A hemmen durch Corticosteroide (Kortison z.B.)
  2. Möglichkeit: COX hemmen
    1. Gängige entzündungshemmende Medikamente (AINS --> nichtsteroidal) hemmen COX-2 (und COX-1) an der Peripherie, das Arachidonsäure in das Zwischenprodukt Prostaglandin umwandelt. Wenn weniger Prostaglandin vorhanden ist, ist die Entzündungsreaktion weniger schwerwiegend.
    2. Das Problem der NSAIDs ist, dass sie alle COX inhibieren. Auch die COX 1 des Magens, wodurch die Magensäure ansteigt und es zu Geschwüren kommen kann.
    3. Celebrex zum Beispiel ist ein selektiver COX 2 Hemmer und hat also keinen Einfluss auf den Magen.
  3. Möglichkeit: LOX hemmen: sehr schwierig, deshalb fast keine Medis dafür

Wir sollten als Osteopathen nicht nur die negativen Seiten der Medis sehen, sondern sie uns auch zu Nutze machen. Wenn z.B. jemand eine Wirbelblockade kombiniert mit einer Nackenstarre hat, können wir ihn nicht manipulieren, solange die Muskeln so verspannt sind. Nach 3-4 Tagen Einnahme von Entzündungshemmern ist es eventuell möglich. 

Beschreibe den neurogenen Entzündungszyklus.

 innerhalb kurzer Zeit (wenige Minuten) auf einen lokalen Schmerzreiz folgende Entzündungserscheinungen durch Freisetzung v.a. von Substanz P und CGRP aus peripheren nozizeptiven Nervenendigungen (Axonreflex). Die neurogene Entzündung wird funktionell als sinnvolle Aktivierung des lokalen unspezifischen Immunsystems durch (schmerzhafte) Traumen interpretiert.

Die Aktivierung dünner sensorischer Nervenfasern durch noxische Reize bewirkt eine Freisetzung der Neuropeptide Substanz P und Calcitonin Gene-related Peptide, CGRP, aus den peripheren Nervenendigungen. Diese Neuropeptide und nachfolgend freigesetzte Mediatoren rufen am Ort der noxischen Reizung ein Ödem, eine Hyperämie und ferner ein Erythem hervor, dessen Ausdehnung über die Reizstelle hinausgeht (sog. flare response). Da diese Entzündungszeichen von der Funktion und Integrität peripherer sensorischer Neurone abhängen, wurde diese Reaktion neurogene Entzündung genannt.

Nenne die wichtigsten NSAID Medikamente und ordne sie ihrer chemischen Familie zu.

Salicyle: Aspirin (Acetylsalicylsäure)

Arylessigsäure: Ibuprofen, Didofenac, Neproxen (Voltaren, Brufen)

Coxibs: Celecoxib (Celebrex)

Indolic: Indometacine

Was ist die Funktion von kortikosteroiden Medikamenten und wie wirken diese? Wie ist ihre Dosis? Was sind die Nebenwirkungen bei längerer Einnahme?

Funktion: Hemmung Phospholipase A

Nebenwirkungen bei regelmäßiger Einnahme (über Jahre):

  • ähnlich wie bei Cushing-Syndrom (Dauererhöhung Cortisolspiegel): Periphere (magere) Lipolyse, zentrale Lipogenese (Stammebene, Stiernacken, Dehnungsstreifen)
  • Katabolismus von Proteinen
    • Muskuläre Atrophie
    • kann auch Sehnen schwächen und es kann z.B. das Risiko für eine Achillessehnenruptur erhöhen (Infiltration)
    • Knochenschwund: Osteoporose --> Kontraindikation für die Manipulation der Halswirbelsäule!
      • Parallel zur Einnahme von Kortikosteroiden sollte man deswegen auch immer Vitamin D und Calcium zu sich nehmen. (Achtung: wird von Arzt nicht immer verschreiben)
    • Atrophie der Haut: Bsp.: malariaverseuchter Ausschlag
  • Renale Probleme: BD-Steigerung durch Natriumretention und gekoppelt H2O-Retention (--> Ödeme)
  • Leukom
  • Impotenz/ Allgemeine Libidoproblematik
  • Diabetes (steigert die Glukoneuogenese)
  • Katarakt
  • Arterielle Hypertension

 

  • Dosis ≤ 10mg geht noch. Je mehr, desto riskanter ist es

Wie funktioniert eine normale Impulsübertragung (Modus 1)?

INPUT = OUTPUT

  1. Die Impulse erreichen die Enden der präsynaptischen Neuronen.
  2. Glutamat wird in den synaptischen Spalt freigesetzt.
  3. Glutamat bindet an den AMPA-Rezeptor -> Öffnung der Kalziumkanäle
  4. Und der Zustrom wird an das postsynaptische Neuron weitergeleitet.
  • Prä- und Postsynaptischer Reiz ist gleich gross! (1-4)

Wie funktioniert die Kontrolle der Schmerzwahrnehmung (Modus 2)?

ständig aktive inhibierende Neurone

bei Schmerz: Hypothalamus hemmt diese indem er Enkephaline und Endorphine freisetzt --> PAG und Raphe werden weniger gehemmt --> setzten Mediatoren frei --> Schmerzhemmung auf Segment

Schmerzmodulierung durch zwei Wege:

  1. Topdown
    1. Wird bei signifikantem Schmerz aktiviert
    2. Physiologische Grundlage für die effektivsten schmerztherapeutischen Massnahmen!
    3. Lateral verlaufendes noradrenerges System mit Ursprung locus coeruleus
    4. Medial gelegenes serotonerges System, das vom nucleus raphe magnus in den spinalen Trigeminuskern und ins Hinterhorn des Rückenmarkes absteigt.
    5. Antrieb dieser hemmenden Systeme kommt vom PAG = peri-aquäduktales Grau, das wiederum durch die kortikale/subkortikalen Gebiete aktiviert wird, die das Ziel der aufsteigenden sensorischen Infos sind (sensorische Kortex Areale, limbisches System, Hypothalamus).
    6. Auch Start bei: Medulla, Thalamus, Substantia reticularis, Cortex assoz. Gebiete
    7. Antinozizeptives System funktioniert über zahlreiche Interneurone, die die hemmenden Neurotransmitter GABA und endogene Opioide (=Endorphin, Enkephalin, Dynorphin) ausschütten.
  2. Gate-control auf Segmenthöhe
    1. Siehe Physiologievorlesung oder Neuro :)
    2. Über Kollaterale der aufsteigenden Bahnen (SL hemmt SEL)

Wenn man die Schmerzen nicht gleich wahrnimmt, ist dieses System der Grund dafür (unter anderem Einfluss von Noradrenalin, Endorphinen etc.)

Was sind klinische Schmerzen und wann treten sie auf?

(= nicht physiologisch, sondern pathologisch oder dysfunktionell) --> das Schmerzempfinden ist erhöht (Endausgabe > Anfangseingabe)

 

Wann: bei grossem Schmerz --> 1. Mehr Transmitter --> 2. Sensibilisation

  • Verlust des inhibitorischen Systems
  • Zentrales Bewusstsein
  • Nach Nervenschäden
  • Allodynie (Schmerz wird ohne Stimulus empfunden, z.B. bei Berührung)

Nach einer Nervenschädigung kann eine Zunahme der Reize auf das Hinterhorn zu einer zentralen Sensibilisierung führen.

 

Welche Medikamente gegen Schmerzen gibt es und wo wirken sie?

  • NE: Noradrenalin; 5HT: 5-Hydroxytryptamin; NMDA: N-Methyl-D-Aspartat; ISRN: selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer; ATC: trizyklische Antidepressiva
  • Opiate (erhöhen alle die Top-Down-Kontrolle --> zentral) --> Morphin

Periphere Mechanismen: Lokalanästhesie

  • Links: Medikamente, die die zentrale Sensibilisierung (Kalziumeinstrom) reduzieren

Welche Schmerzen auf Distanz gibt es?

  • Referenzschmerzen
  • radikuläre Schmerzen

Was sind radikuläre Schmerzen?

Wurzelschmerz hingegen ist ein neuropathischer Schmerz, der vom Patienten als "stechend" beschrieben wird, eine Art elektrischer Schlag oder Verbrennung, oft begleitet von einem Kribbeln oder Taubheitsgefühl.

 

Was sind Referenzschmerzen?

Nozizeptive Schmerzen sind in der Regel lokalisiert, bei Schäden an tiefen Strukturen können die Schmerzen jedoch überwiesen werden (z.B. Schmerzen nach einem Myokardinfarkt im linken Arm). Referenzschmerzen (oft viszeraler Art) sind nozizeptive Schmerzen, die vom Patienten mit Deskriptoren wie dumpf, pulsierend oder diffus beschrieben werden.

Referenzschmerzen bedeutet mehr oder weniger dasselbe wie Projektionsschmerzen. Nur dass Projektionsschmerzen ein allgemeinerer Begriff ist und Referenzschmerzen sich spezifischer auf die Organe bezieht.

Was bedeutet die Konvergenz des dorsalen Wurzelganglions?

Dies war früher die Idee, wurde allerdings inzwischen wiederlegt und durch die Idee der Donsal Horn Convergence ersetzt:

Durch die Konvergenz des dorsalen Wurzelganglions kann ein afferentes Neuron stimuliert werden und ein Aktionspotential in die efferente Richtung weiterleiten, wodurch an den Nervenendigungen Substanz P freigesetzt und eine Entzündung induziert wird:

--> organische Probleme aufgrund eines somatischen Problems z.B.

Was ist der dorsale Wurzelreflex?

  • Dorsal Root Reflex: Info auf ein bestimmtes Segment, Efferenz in betreffendes Organ, Ausschüttung von Neuropeptiden und somit Auslösung einer Inflammation im zugehörigen Gebiet (antidromische Reaktion = Reaktion in Gegenrichtung)
  • WDR-Neurone = wide dynamic range neuron: sind Nervenzellen, die verschiedene somatosensorische Infos aus der Peripherie aufnehmen (diese Infos konvergieren zu ihnen) und zum somatosensorischen Cortex weiterleiten. Sie haben eine niedrige Erregungsschwelle und grosse rezeptive Felder. Befinden sich im Hinterhorn RM.
  • Referierter Schmerz (douleurs référées)

Der dorsal Horn Reflex kann auch niveauübergreifend oder auf der kontrolateralen Seite stattfinden.
 

Was hat die Behandlung von chronischen Schmerzen für einen Einfluss auf die Patienten?

Die erfolgreiche Behandlung von chronischen Schmerzen hat einen positiven Einfluss auf den Patienten.

Definiere den Begriff Somatische Dysfunktion.

  • Eine somatische Dysfunktion ist eine mechanische und physiologische Anomalie zwischen zwei Strukturen (Gelenken) oder innerhalb von Strukturen (Muskeln oder Organen), die normalerweise mit
    • Schmerz
    • Veränderung der Gewebetextur
    • anatomische Asymmetrien
    • in der akuten Phase bei Temperatur
  • ohne ein signifikantes sichtbares pathologisches Substrat (in medizinischer Sicht: Bildgebung, Bluttest, Histologie, ...)

Begriff:

  • Läsion = hat ein anatomisches Substrat

Osteopathische Läsion = Läsion des Knochens. Deswegen ist dieser Begriff nicht mehr im Gebrauch

  • Das Vokabular kann teilweise bei interdisziplinärer

Zusammenarbeit Schwierigkeiten bereiten. Bei Dysfunktionen der WS evtl. von «dysfonction intervertébrale – bei den manuellen Medizinern / subluxation chiropraticien – bei den Chiropraktikern» sprechen

Wodurch wird eine somatische Dysfunktion verursacht?

  • Trauma
  • Repetitive mechanische Beanspruchung --> was wird am häufigsten gefunden
  • Sekundär zu einer viszeralen Pathologie oder Dysfunktion
  • Psychisch-emotionaler Stress

Wenn es eine Funktionsstörung gibt, reagiert das Gewebe. Einer der wichtigsten ist der Muskel. Die Muskeln werden uns eine Menge Informationen geben.

Quellen, die zur DS beitragen könnten:

  • Meniskusstruktur (Entrainment/Extraktion) der zygapophysisalen Arterien
  • Verstauchung des Zygapophysen-Gelenkes
  • Mikrofragmente der Bandscheibe
  • Periartikuläre Adhäsion oder Kapselfibrose

Welche Zustände eines Muskels gibt es?

"normale Abweichungen": weder pathologisch, noch dysfunktional, sondern eine normale Reaktion à physiologisch

  • Hypertrophie: erhöhtes Volumen der einzelnen Zellen. Kann auch zu einer Hyperplasie führen (Vermehrung der Muskelzellen selbst)
    • Training
  • Atrophie: z.B.: wenn Pat depressiv und nicht mehr bewegt
  • Hypotonie: Weniger Muskeltonus

Welche pathologischen Muskelzustände gibt es und weshalb?

  • Neurologisch: Läsion von Kortex, Basalganglien, ME, Radix, Plexus, Ductus, Peripherie
  • Spastizität/Steifheit ist immer ein Anzeichen für eine zentralmotorische neurologische Verletzung.
  • Schlaganfall -> Muskelstörungen (Spastizität) auf der kontralateralen Seite
  • Parkinson
  • Sekundär kann es auch zu einer Atrophie kommen.

Aber dies ist nicht, was als erstes durch eine solche Läsion passiert ist.

Periphere motorische neurologische Läsion: Atrophie -> schlaffe Parese

Wie werden die dysfunktionalen Variationen der Muskeln eingeteilt?

  • Hypertonie: neurophysiologisches Phänomen
  • Akut/Subakut?
  • Chronisch: fibrotisch --> histologisches Phänomen = Verlust der Elastizität. Muskel ist von schlechter Qualität. Wir haben schlechte irrigation (fast schon ischämisch…)
  • Das Bindegewebe ist starr --> macht den Muskel steif und schmerzt
  • Akut: Kombiniert mit Hypertonie weil Aktionspotential ständig erhöht
  • Chronisch: Aff und Eff senden keine AP mehr --> keine Kontraktion --> im BG entwickeln sich Kollagenfasern usw --> Hyperplasie du tissu conjonctif entre les fibres musculaires (Endomysium, Périmysium, Epimysium): mitose des fibroblastes --> wenig O2 für Muskeln --> verhärtet und evtl Schmerzen

Wie ist die Evaluation der somatischen Dysfunktion an der Haut?

-          Akut: physiologisch aktiv, Hitze, Rötung, Schwellung (Ödem)

--> Entzündliche Reaktion

-          Chronik: Dürre und integumentale Unterkühlung

--> Muskuläre Fibrose: Ursprüngliche Entzündung ist verheilt

Wie ist die Evaluation der somatischen Dysfunktion in der Mobilität?

Akute Funktionsstörung:

-          Beispiel von C 5 in Rechtsdrehung, Lateralflexion und Extension

-->> C5 nur in bestimmten Bewegungsachsen eingeschränkt --> kann in mehreren Parametern sein, aber die entgegengesetzten Richtungen der Fehlfunktion sind immer eingeschränkt! z.B. Extension = frei, Flexion = eingeschränkt

Chronische Funktionsstörung

-          C5 eingeschränkt in allen Bewegungsachsen

-          z.B. Flexion UND Extension in Einschränkung + anderer Parameter

Wie ist die Evaluation der somatischen Dysfunktion auf muskulärer Ebene?

-          0-10 Tage: akuter reaktiver Muskelspasmus (afferente & efferente Hochfrequenzentladung)

--> neurophysiologisches Phänomen --> mit Manipulation unterbreche ich diesen Reflexbogen

-          10 Tage - 1-2 Monate: akuter nicht reaktiver Muskelspasmus (normalerweise efferenter Ausfluss)

--> evlt mehrere Manipulationen nötig, um Reflexbogen zu unterbrechen

-          Einige Monate: Muskelhypertrophie

--> histologisches Phänomen, neurophysiologisch ist Muskel erschöpft, aber immer

noch kontrahiert

-          3-5 Jahre: Beginn der Muskelfibrose (Chronizität)

-          10 Jahre und älter: fortgeschrittene Muskelfibrose (chronisch)

-          Wenn man eine akute Dysfunktion hat, muss diese sich nicht zwingend zu einer chronischen entwickeln. Viele lösen sich auch selbst.

-          Mit einer (oder mehrmaliger) Manipulation kann man den Teufelskreis in der akuten oder subakuten Phase eventuell unterbrechen.

Normalerweise führt eine erhöhte Aktivität zu einem erhöhten Muskeltonus, der sich nach Beendigung der Aktion verringert. Anormalerweise kann eine Überforderung durch Kraft oder Frequenz zu Folgendem führen:

in 15-20 Jahren kann es zu orthopädischen Problemen wie Arthrose kommen (substrat anatomo-pathologique)

Wie ist der osteopathische therapeutische Ansatz bei einer somatischen Dysfunktion?

Die therapeutischen Instrumente sind bei akuter Dysfunktion nicht die gleichen wie bei chronischer Dysfunktion.

Akut:

  • Funktionshemmung (Verminderung von Muskelkrämpfen durch Unterbrechung des Wirbelsäulenreflexes)
  • HVT, HVBA -> Brechen des Wirbelsäulenreflexes
  • Funktionelle Technologie
  • BLT (technische Ligamentskala)

Chronisch:

  • Mobilisierungstechniken, Artikulationen
  • TGO (struktureller Ansatz)
  • Abrollen der Faszie
  • MET (myotensive Technik)

Beratung des Patienten:

  • Übungen
  • Körperhaltung (ergonomische Beratung)
  • Diät
  • entzündungshemmend (physiologisch nur für akute Fälle wirksam)

Was sind die Kardinalzeichen einer somatischen Dysfunktion?

PRATT:

  • P = Schmerz, erhöhte Sensibilität für Berührungs-Hyperalgesie
  • R = Beschränkung im ROM
  • A = Anatomische Asymmetrie
  • T = Änderungen der Gewebetextur
  • T = Temperatur --> wenn sehr akut

Étudier