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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 01.12.2021 / 20.01.2022
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Definiere die Abhängigkeit und die Sucht.

Abhängigkeit = Unbeherrschbares Verlangen (Craving), sich eine bestimmte Substanz immer wieder zuzuführen, obwohl man sich selbst oder anderen dadurch schadet. Negative Folgen sind einem zu diesem Zeitpunkt egal. Es gibt eine Toleranzentwicklung bei zunehmendem Konsum.

Die Sucht wird als Synonym der Abhängigkeit verwendet und wird meist umgangssprachlich verwendet.

Es kann jeder Mensch abhängig werden, wobei nicht jeder gleich gefährdet ist. Dies hängt sehr von der Genetik, der Persönlichkeit und der Eigenschaft der Droge ab.

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Erkläre folgende Begriffe:

  • Stoffgebundene / nichtstoffgebundene Abhängigkeit
  • Psychische / physische Abhängigkeit

Stoffgebundene Abhängigkeit
Abhängigkeit von Drogen (Alkohol, Nikotin, Heroin, Kokain, Amphetamine etc.)

Nichtstoffgebundene Abhängigkeit
Praktisch jedes Verhalten / Tätigkeit kann entgleisen. Am häufigsten sind: Esssucht, Spielsucht, dranghaftes Stehlen, Arbeiten, Sporttreiben, Internetsucht, Sexsucht, Kaufsucht etc.

 

Psychisch

  • Extremes Verlangen, den Stoff erneut zu beschaffen und einzunehmen mit dem Ziel positive Empfindung herbeizuführen oder unangenehme Empfindungen zu vermeiden (Craving)
  • Verminderte Kontrolle von Zeitpunkt und Menge des Konsums (Kontrollverlust)
  • Vernachlässigung anderer Aktivitäten (Beruf, Hobbies, soziale Kontakte etc.)
  • Ausrichten der Alltagsaktivitäten zur Möglichkeit zum Konsum
  • Binge-Konsum (während einer Phase sehr viel, dann wieder abstinent usw.)
  • Anhaltender Konsum trotz psychischer, physischer und sozialer Auswirkungen die nachgewiesen wurden und dem Betroffenen bekannt sind

-> Amphetamine (Ecstasy z.B.), Cannabis, Halluzinogene (LSD), Kokain etc.

 

Physisch

  • Gesteigerte Toleranz (man verträgt immer mehr, Körper gewöhnt sich dran)
  • Dosiserhöhung und Entzugserscheinungen

-> Alkohol, Barbiturate (Benzos, Nikotin), Morphintyp (Opiate, Heroin), etc.

Merke: Abhängigkeitspotenzial haben vor allem Substanzen die auf das ZNS anregend, beruhigend oder bewusstseinsverändern wirken.

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Was sind mögliche Ursachen einer Abhängigkeit?

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Als Ursachen spielen viele Faktoren eine Rolle:

  • Droge (Abhängigkeitspotenzial, Wirkung -> Illegalität steigert Interesse an Droge)
  • Auslösende Faktoren (Lebenskrisen, z.B. Verlust Familienmitglied)
  • Verfügbarkeit der Drogen (Supermarkt, medizinisches Versorgungssystem, illegaler Erwerb)
  • Soziales Umfeld (Familie und Freunde, Peer Group, Trinksitten, Gesellschaft)
  • Persönlichkeit (bisherige Persönlichkeitsentwicklung, genetische Faktoren, psychische Erkrankungen -> Vulnerabilität)

Weitere Faktoren:

  • Genetische Veranlagung
  • ADHS (Patienten haben oft ein exzessives Konsumverhalten)
  • Biologische Faktoren (Neurotransmitterhaushalt im Gehirn -> dopaminerges Belohnungssystem)
  • Lernerfahrung (Wirkung der Droge als positiver Verstärker, Eltern leben Sucht vor)
  • Psychische Faktoren (Persönlichkeitsentwicklung, Frustrationstoleranz, Selbstwertprobleme)
  • Gesellschaftliche Faktoren (regionale Trinksitten, Verfügbarkeit etc.)
  • Lebenskrisen (z.B. Verlust Arbeitsplatz, psychische Belastungen oder Erkrankungen)
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Wie funktioniert das Suchtgedächtnis?

Drogen lösen einen Dopaminrausch im Nucleus Accumbens aus und durch die Speicherung der tollen Gefühle im Hyppocamupus wollen wir da immer wieder zurück.

Als normaler Mensch können wir den Konsum in den Kontext setzten. Z.B. okay ich weiss ich muss morgen Arbeiten gehen und fit sein, darum höre ich jetzt auf Alkohol zu trinken (Kontrollmechanismus präfrontaler Kortex). Bei Süchtigen geht das nicht mehr.

Süchtige werden oft durch Bild getriggert und es löst ein motorischer Ablauf auf, oft unbewusst. Z.B. könnte der Süchtige nach dem Anblick einer weissen Kugel in ein Taxi steigen und zum Dealer fahren und er checkt in dem Moment gar nicht was er macht, erst wenn er da Koks dann gekauft hat.

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Welche Faktoren erhalten eine Abhängigkeit?

  • Toleranzbildung (je mehr man nimmt, desto höher ist die Toleranzschwelle, man gewöhnt sich an Wirkung)
  • Anflutung psychotrope Wirkung (wie stark ist der Flash -> wenn schnell und heftig ausgeschüttet, dann wird das als beste Erinnerung bei uns gespeichert. Nasal ist schnell, aber noch viel schneller Wirkung über Rauchen oder i.v. spritzen)
  • Craving (Erinnerung an Konsum, wieder aufsuchen wollen der Situation durch Trigger wie Gerüche, Farben etc. -> kann lebenslang immer wieder auftauchen, v.a. wenn man sich in einer psychischen Krise befindet --> Relaps Prevention muss hier ansetzen!)
  • Entzugsbeschwerden (man möchte Vermeiden, dass man in den Entzug kommt)
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Ab wann spricht man von einem problematischen Konsum und welches sind die Entwicklungsstadien einer Abhängigkeit?

Wenn die Lebensqualität beeinträchtig wird und bereits einen psychischen, physischen und sozialen Schaden entstanden ist. Man hat die Kontrolle völlig verloren.

Entwicklungsstadien der Abhängigkeit

  1. Schädlicher Gebrauch / Missbrauch (übermässiger Konsum mit physischen und psychosozialen Schäden)
  2. Gewöhnung (Toleranzentwicklung)
  3. Abhängigkeit (Craving, Entzugserscheinungen)
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Was ist das Abhängigkeitssyndrom (nach ICD 10)?

Als wesentliches Charakteristikum des Abhängigkeitssyndroms gilt ein aktueller Konsum oder ein starker Wunsch nach der psychotropen Substanz. Der innere Zwang, Substanzen zu konsumieren, wird meist dann bewusst, wenn versucht wird, den Konsum zu beenden oder zu kontrollieren.

Abhängigkeitssyndrom nach ICD 10

  • Starker Konsumdrang (bis hin zum Zwang)
  • Kontrollverlust (Beginn, Menge und Beendigung Einnahme)
  • Toleranzentwicklung (mit Dosissteigerung verbunden)
  • Körperliche Entzugssymptome
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Substanzkonsums.
  • Fortführen des Konsums trotz klarer Hinweise auf negative körperliche, psychische oder soziale Folgen, z.B.:
    • Konsum zu unpassenden Zeiten
    • Konsum ohne Rücksicht auf soziale Auswirkungen

Das Abhängigkeitssyndrom wird anhand von sechs Kriterien definiert, von denen mindestens drei innerhalb des zurückliegenden Jahres erfüllt gewesen sein müssen.

 

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Wie diagnostiziert man eine Abhängigkeit?

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  • Eigen- und Fremdanamnese
  • Fragebögen (CAGE, AUDIT, AUDIT-C (verkürzte Version von AUDIT)
  • Beobachtungen (v.a. Entzugserscheinungen)
  • Labor / Urin -> kann nur Substanz nachweisen, nicht Abhängigkeit!
  • Ultraschall (Leberschäden)
  • akuten Alkoholabusus: Blutalkoholkonzentration.
  • chronischen Alkoholabusus: CDT (kohlenhydrat-defizientes-transferrin) und Ethylglucuronid und Mangel Vitamin B weil Aufnahme geschwächt-> vermehrter Alkohokonsum auch nach Tagen (CDT) oder Wochen (Ethylglucuronid) noch nachweisbar.