Analysis 2 – FS2021 – Teil

Die wichtigsten Definitionen, Sätze, Lemmas und Theoreme

Die wichtigsten Definitionen, Sätze, Lemmas und Theoreme


N. B.
Diese Karteikarten bieten eine umfassende Übersicht über fortgeschrittene mathematische Konzepte im Bereich der Analysis, speziell für Universitätsstudierende. Sie decken Themen wie implizite Funktionen, Umkehrsätze, Mittelwertsätze, rektifizierbare Kurven, Lipschitzstetigkeit und Fixpunktsätze ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Verständnis vertiefen möchten, da sie sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen behandeln.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Catégorie
Mathématiques
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
31.08.2021 / 11.07.2023

Cartes-fiches

Konvergenz einer Folge

Eine Folge \(a: \mathbb{N} \to \mathbb{R}\) konvergiert d.h. \(\displaystyle \lim_{n \to \infty} a(n) = \alpha \in \mathbb{R}\) genau dann wenn für alle \(\epsilon\)>0

\(\exists N \in \mathbb{N}\)so, dass \(|a(n) -\alpha| \leq \epsilon\) gilt.
 

Stetigkeit einer Funktion

Eine Funktion \(ƒ: \mathbb{R} \to \mathbb{R} \) heisst setig im Punkt \(p \in \mathbb{R}\) genau dann wenn für alle \(\epsilon\) > 0 ein \(\delta \)  > 0 existiert so, dass \(\forall q \in \mathbb{R}\) mit \(|q-p| \leq\delta\) gilt, dass \(|ƒ(q)-ƒ(p)| \leq \epsilon\).

Differenzierbarkeit einer Abbildung

Sei \(U \subset \mathbb{R}^m\)offen. Eine Abbildung \(ƒ: U \to \mathbb{R}^n\) heisst diferenzierbar im Punkt \(p \in U\), falls folgendes existiert

(i) Eine lineare Abbildung genannt Differential \((Dƒ)_p: \mathbb{R}^m \to \mathbb{R}^n\) von ƒ an der Stelle p.

(ii) und die Dreigliedentwicklung (DGE) von ƒ d.h. eine Unterteilung von ƒ in drei Summanden so dass \(\forall f \in \mathbb{R}^m\) mit\(p+h \in U\) und einem Restterm \((Rƒ)_p(h) \in \mathbb{R^n}\), der relativ klein in \(||h||_2\) gilt dass \(ƒ(p+h) = ƒ(p)+(Dƒ)_p(h)+(Rƒ)_p(h)\).

 

 

Differenzierbarkeit und Komponentenfunktionen

(Definition KomponentenFunktion + Lemma zur Differenzierbarkeit)

Definition Komponentenfunktionen: Sei \(ƒ:\mathbb{R}^m\to\mathbb{R}^n\)eine Abbildung. Dann existieren eindeutige Komponentenfunktionen \(ƒ_k:\mathbb{R}^m\to\mathbb{R} \textrm{ für }1\leq k\leq n \) mit folgender Eigenschaft:\(\forall p\in \mathbb{R}^m \textrm{ gilt, dass } ƒ(p)=\sum^n_{k=1} ƒ_k(p)\cdot e_k\).

Die Abbildung ƒ ist bei \(p\in \mathbb{R}^m\) differenzierbar, genau dann wenn alle Komponentenfunktion \(ƒ_k\) bei p differenzierbar sind.

Gradientenfeld

\(\textrm{In } \mathbb{R} \textrm{ (n=1) sind alle stetigen Vektorfelder Gradientenfelder}\)

Das Differential und seine Abbildungsmatrix

Das Differential \({(Df)}_p \colon \mathbb{R}^m \to \mathbb{R}^n\) einer differenzierbaren Funktion ƒ ist linear, hat also bezüglich der Standardbasen auf \(\mathbb{R}^m\) und \(\mathbb{R}^n\) eine Abbildungsmatrix \({(Jf)}_p \in \mathbb{R}^{n \times m}\), genanntJakobimatrix von ƒan der Stelle \(p \in U\).

Die Einträge der Jakobimatrix \({(Jf)}_p\):
Sei \( f(p) = \sum_{k=1}^{n} f_k(p) e_k\). Die Koeffizienten von \({(Jf)}_p\) sind dann
\(\begin{align*} {({(Jf)}_p)}_{ij} &= \langle {(Df)}_p(e_j), e_i \rangle \\ &= \left\langle \sum_{k=1}^{n} {(Df_k)}_p(e_j) e_k, e_i \right\rangle \\ &= {(Df_i)}_p(e_j). \end{align*}\)

Gemäss der Definition der j-ten partiellen Ableitung ergeben die Einträge der Jakobimatrix das folgende:

\({(Jf)}_p = \begin{pmatrix} {\partial f_1}/{\partial x_1}(p) & {\partial f_1}/{\partial x_2}(p) & \cdots &{\partial f_1}/{\partial x_m}(p) \\ {\partial f_2}/{\partial x_1}(p) & {\partial f_2}/{\partial x_2}(p) & \cdots & {\partial f_2}/{\partial x_m}(p)\\ \vdots & \vdots & \ddots & \vdots \\ \partial f_n / \partial x_1 (p) & \partial f_n / \partial x_2 (p) & \cdots & \partial f_n / \partial x_m(p) \end{pmatrix}.\)

Gradient

Im Fall das \(ƒ: \mathbb{R}^m \to \mathbb{R}\) skalare Werte annimmt, erhalten wir für die Jakobimatrix einen Zeilenvektor. Der transponierte Vektor

\( {(\nabla f)}_p = \begin{pmatrix} \partial f / \partial x_1 (p) \\ \vdots \\ \partial f/ \partial x_m (p) \end{pmatrix} \in \mathbb{R}^m\)

heisst Gradient von ƒ bei p. Es gilt \({(Df)}_p(v) = \langle {(\nabla f)}_p, v \rangle.\)

Proposition kritischer Punkt

Sei \(f \colon U \to \mathbb{R}\) differenzierbar an der Stelle \(p \in U\), welche ein lokales Minimum (beziehungsweise Maximum) von ƒ ist. Dann gilt \({(Df)}_p = 0\).
 

Niveaulinie

Seien \(\gamma \colon \mathbb{R} \to \mathbb{R}^n\) und \(f \colon \mathbb{R}^n \to \mathbb{R}\) differenzierbar. Dann ist die Komposition \(h = f \circ \gamma \colon \mathbb{R} \to \mathbb{R}\) differenzierbar. Es gilt für alle \(t \in \mathbb{R}\), dass
\(\begin{align*} h'(t) &= {(Dh)}_t(1) = {(Df)}_{\gamma(t)}({(D\gamma)}_t(1)) \\ &= {(Df)}_{\gamma(t)}(\dot \gamma(t)) \\ &= \langle {(\nabla f)}_{\gamma(t)}, \dot \gamma(t) \rangle. \end{align*}\)

\(h = f \circ \gamma \colon \mathbb{R} \to \mathbb{R}\) ist konstant (d.h. h'(t) = 0) genau dann, wenn für alle \(t \in \mathbb{R}\) der Gradient \((\nablaƒ)_{\gamma(t)}\) senkrecht auf \(\dot \gamma(t)\) steht.

Das Bild einer Kurver \(\gamma \colon \mathbb{R} \to \mathbb{R}^n\) heisst Niveaulinie von ƒ, falls \(f \circ \gamma (t)\) konstant ist.

Norm auf einem Vektorraum

Skalarprodukt

Metrischer Raum

Kontrahierende Abbildung

Sei (X, d) ein metrischer Raum. Eine Abbildung \(f \colon X \to X\) heisst kontrahierend, falls es eine positive Konstante k < 1 gibt, so dass für alle \(p, q \in X\) gilt, dass \(d(f(p), f(q)) \leq k \cdot d(p, q)\).

Fixpunktsatz von Banach

Sei (X, d) ein vollständiger nicht-leerer metrischer Raum. Dann hat jede kontrahierende Abbildung
 \(f \colon X \to X\)\(p \in X\) einen eindeutigen Fixpunkt, das heisst es existiert genau ein Punkt  mit \(f(p) = p\).

Kurve

Eine Kurve in \(\mathbb{R}^n\) ist das Bild einer stetigen Abbildung \(\gamma \colon \mathbb{R} \to \mathbb{R}^n\). Die Abbildung \(\gamma\) heisst Parametrisierung der Kurve \(\gamma\). Wir werden die Unterscheidung zwischen Kurven und Parametrisierungen nicht immer explizit machen.

Vektorfeld

Lipschitzstetig

Sei \(U \subset \mathbb{R}^n\) offen. Eine Abbildung \(X \colon U \to \mathbb{R}^n\) heisst Lipschitz-stetig mit Konstante \( k \geq 0\), falls für alle \(p, q \in U\) die Ungleichung
   \( \Vert X(q) - X(p) \Vert_2 \leq k \cdot \Vert q - p \Vert_2\)
gilt.

Theorem von Cachy-Lipschitz-Picard-Lindelöf

Sei \(U \subset \mathbb{R}^n\) offen und \(X \colon U \to \mathbb{R}^n\) Lipschitz-stetig mit Konstante \(k \geq 0\). Sei \(p \in U\) vorgegeben. Dann existiert T > 0 und eine eindeutige differenzierbare Kurve \(\gamma \colon (-T, T) \to U\) mit \(\gamma(0) = p\), so dass für alle \(t \in (-T, T)\) gilt, dass

\( \dot \gamma(t) = X(\gamma(t))\).

Stetig differenzierbarkeit einer Kurve und ihre Länge

Eine Kurve braucht nicht stetig differenzierbar zu sein, um eine endliche Länge \(L(\gamma)\) zu haben.

Rektifizierbare Kurve

Sei \(\gamma \colon [0, 1] \to \mathbb{R}^n\) stetig. Eine Partition des Intervalls [0, 1] ist eine endliche Folge von Zeitparametern \(0 = t_0 < t_1 < ... < t_N = 1\). Wir notieren diese Partition als \(P = \{t_0, t_1, \dots, t_N\}\).Setze
\( L(\gamma ; P) = \sum_{k=1}^{N} \Vert \gamma(t_k) - \gamma(t_{k-1}) \Vert_2.\)

Sei \(\gamma \colon [0, 1] \to \mathbb{R}^n\) stetig. Dann ist die Länge von \(\gamma\)das Supremum von \(L(\gamma ; P)\), wobei P über alle Partitionen von [0, 1] läuft. Falls die Länge von \(\gamma\) endlich ist, dann heisst \(\gamma\) rektifizierbar.

Mittelwertsatz mit Spezialfall

(i) n=1

(ii) f(b)=f(a)

Spezialfälle:

(i) Sei \(f \colon \mathbb{R} \to \mathbb{R}\) (das heisst n = 1). Seien a,b  \(\in \mathbb{R} \textrm{ mit }a < b\). Dann existiert \(x \in I_{a, b} \setminus \{a, b\} = (a, b)\) mit \({(Df)}_{x}(b-a) = f(b) - f(a)\). Es gilt also
       \( f'(x) = \frac{f(b) - f(a)}{b-a}.\)
Wir haben also die eindimensionale Version des Mittelwertsatzes erfolgreich aus der momentanen Version extrahiert.

(ii) Nimm an, dass  \(f(b) = f(a)\) gilt. Dann existiert mit \(p \in I_{a, b} \setminus \{a, b\}\)
       \( \langle {(\nabla f)}_{p}, b-a \rangle = {(Df)}_p(b-a) = 0,\)
das heisst $\({(\nabla f)}_p\)$ steht senkrecht auf b-a.
    

Diffeomorphismus

Umkehrsatzt

Sei \(U \subset \mathbb{R}^n \textrm{ offen, }f \colon U \to \mathbb{R}^n\) stetig differenzierbar, und \(p \in U\) ein Punkt mit \( \det( {(Df)}_p ) \neq 0\). Dann existieren offene Mengen\(V, W \subset \mathbb{R}^n\)  mit \(p \in V \subset U\) und \(f(p) \in W\), sowie eine differenzierbare Abbildung \(g \colon W \to V\) mit \(f \circ g = \text{Id}_W \textrm{ und } g \circ f|_V = \text{Id}_V\). Für alle \(y \in W \textrm{ gilt }{(Dg)}_y = {(Df)}_{g(y)}^{-1}\).

Die einzelnen Schritte des Beweises sind folgende.

(1) Lokale Injektivität

(2) Lokale Surjektivität,

(3)Differenzierbarkeit der lokalen Umkehrfunktion \(g \colon W \to V\).

Satz über implizite Funktionen, allgemeine Version

Satz über implitzite Funktionen, Spezialfall

Sei \(f \colon \mathbb{R}^n \to \mathbb{R}\) stetig differenzierbar und \(p \in \mathbb{R}^n\) so, dass \({(Df)}_p \colon \mathbb{R}^n \to \mathbb{R}\) surjektiv ist, das heisst, dass \({(\nabla f)}_p \neq 0\) ist. Nimm zusätzlich an, dass \(p = 0, \textrm{ }f(0) = 0\), und \(\partial f/ \partial x_n (0) \neq 0\). Dann existieren \(\varepsilon > 0\), \(\delta > 0\),
  und eine differenzierbare Abbildung

\( g \colon B_0^{\mathbb{R}^{n-1}}(\varepsilon) \times (-\delta, \delta) \to \mathbb{R},\)  so dass für alle \(q = (x_1, \dots, x_{n-1}) \in B_0^{\mathbb{R}^{n-1}}(\varepsilon)\) und alle \(w \in (-\delta, \delta)\) gilt, dass
\( f(x_1, \dots, x_{n-1}, g(x_1, \dots, x_{n-1}, w)) = w.\)
Hier ist \(B_0^{\mathbb{R}^{n-1}}(\varepsilon) = \left\{q \in\mathbb{R}^{n-1} \mid \Vert q \Vert_2 < \varepsilon \right\}\).

Geometrische Interpretation:
Bei festem\(q = (x_1, \dots, x_{n-1}) \in B_0^{\mathbb{R}^{n-1}}\) und festem \(w \in (-\delta, \delta)\) hat die Gleichung \(f(x_1, \dots, x_{n-1}, z) = w\) eine Lösung \(z = g(x_1, \dots, x_{n-1}, w) \in \mathbb{R}\).
Die Niveaumengen \(f^{-1}(w)\) lassen sich in einer Umgebung des Punkts \(p \in \mathbb{R}^n\) als Graphen von Funktionen betrachten. Die Einschränkung von \(g \textrm{ auf } B_0^{\mathbb{R}^{n-1}} \times \{w\}\) liefert eine Abbildung
\(\begin{align*} \overline g \colon B_0^{\mathbb{R}^{n-1}}(\varepsilon) & \to \mathbb{R} \\ q & \mapsto g(q, w). \end{align*}\)

Die Niveaulinie \(f^{-1}(w)\) ist über \(B_0^{\mathbb{R}^{n-1}}(\varepsilon)\) realisiert als Graph der Funktion \(\overline g\).

Étudier