DFG Dipl. Pflegefachfrau HF

Kommunikation- und Beziehungsprozess

Kommunikation- und Beziehungsprozess


J. T.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der professionellen Beziehungsgestaltung in der Pflege, speziell zwischen Pflegefachpersonen und Patient:innen sowie Angehörigen. Im Fokus stehen Modelle wie Peplaus Phasen der Beziehung, Rogers’ helfende Gespräche oder die Themenzentrierte Interaktion, ergänzt um Kommunikationstechniken und Feedbackregeln. Besonders die Bedeutung von Vertrauen, Empathie und Akzeptanz wird betont, um individuelle Bedürfnisse und Ziele zu erkennen und zu unterstützen. Ideal für Pflegekräfte und Auszubildende, die ihre kommunikativen Kompetenzen vertiefen möchten.
Cartes-fiches
27
Utilisateurs
9
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
13.07.2021 / 17.06.2026

Cartes-fiches

Kommunikation geschieht auf 3 Ebenen 

 

• Verbal (sprachlich)

• Nonverbal (Körpersprache, Mimik)

• Paraverbal (Betonung, Stimmmelodien

Aktives zuhören

 

Aktives Zuhören: Aktiv beteiligen und Zeit haben!
Dem anderen wird signalisiert, dass man ihn versteht; Vertrautheit und Wertschätzung.

Gutes Hörverhalten

• Blickkontakt suchen (auf ihn einlassen)

• Interessierte Körperhaltung

• Bei nicht verstehen, nachfragen

• Sich Zeit nehmen

Geschlossene Fragen 

Definition 

Vor -Nachteil

Geschlossene Frage = (Entscheidungsfrage, strukturierende Frage) 

+ Gezielte Informationen gewinnen

+ Raschen sammeln von fakten, schnelle Orientierung, punktuellem klären eines Problems. 

- Lässt wenig Zeit zu überlegen

- Weniger geeignet Kontakt zwischen Gesprächspartner zu fördern

➔ Nachteile: Einengung, statt Vertiefung; wenig Raum zum Überlegen; aktives zuhören beeinträchtigt

Offene Fragen

Definiton

Vor- Nachteil

offene Fragen (unstrukturiert)

- erleichtern, unangenehme Thema zu umgehen

- mit eigenen Worten zu schildern, was einem belastet

- Freies sprechen über Probleme

➔ Nachteile: erleichtern es, unangenehme Themen zu umgehen.

Fragentypen

  • Offene/geschlossene
  • W- Fragen (Sondierungsfragen)
  • Suggestiv Fragen (Wunschdenken, gahts ihne guet?)
  • Doppel & Mehrfachfragen (zeigt Ungeduld, überfordert)
  • Katalog Fragen (wenn offene Fragen ungenügend sind, gibt man dem Pat. eine Auswahl)

Johari Fenster erklaeren

Das Johari-Fenster ist ein Kommunikationsmodell, das die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung grafisch darstellt.

Zweck des Johari Fensters ist es, innerhalb von Teams Stärken und Schwächen zu erkennen und die Verständigung zu verbessern.
Wer Wissen über seine unbewussten Gewohnheiten und Verhaltensmuster erlangt, der weiß, wie er auf andere Menschen wirkt und kann seine zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern.

--> Verkleinere den blinden Fleck!
Eine besonders heikle Sache beim Johari-Modell ist das Bewusstwerden über bis dahin nicht gekannte Wesensmerkmale. 

4 Ohren/ Ebenen Modell Schulz von Thun 

  1. Sachebene: Worüber ich informiere (Fakten & Daten)
  2. Appellebene: Wozu ich dich veranlassen möchte 
  3. Beziehungsebene: Was ich von dir halte oder wie wir zueinander stehen (Gestik und Mimik unterstützen diese Seite) Gegenüber kann sich wertgeschätzt, respektiert, kritisiert oder verachtet fühlen. 
  4. Selbstoffenbarungsebene: Was ich von mir preisgebe 

4 Ebenen Modell Schulz von Thun Erklaeren

 

Das Vier-Ohren-Modell geht davon aus, dass jede Äußerung vier Botschaften enthält und auch auf vier Weisen, beziehungsweise Ebenen verstanden werden kann. Dabei ist es nicht entscheidend, ob der Sender diese vier Botschaften senden möchte und ob er sich dessen bewusst ist, denn diese vier Botschaften sind ohnehin Bestandteil jeder Nachricht. 

3 Basisvariablen n. C. Rogers

Carl Rogers – 3 Basisvariablen

• Akzeptanz (Respekt, Tiefe Menschen Achtung. Berater soll den Klienten als Mensch begegnen und nicht als Pat. Trennen Von Tat & Mensch)

• Kongruenz (Echtheit, Aufrichtig, ohne Fassade sein)

• Empathie (Einfühlendes verstehen; einfühlen in subjektive Welt)

Helfende Gespraech n. Carl. Rogers

Helfende Gespräch (Carl Rogers) =  non-direkte Beratung

Ziel: Pat. findet selbst die Lösung der Situation durch gute Gesprächsführung. Individuum steht im Mittelpunkt und nicht das Problem. 

• Aktives Zuhören

• VEE

• Paraphrasieren

Feedbackregeln:

Feedbackregeln:

• ICH-Form

• Nicht nur negatives erwähnen

• Um Feedback bitten

• Kurz und bündig

• Auf nonverbales achten

• Zuhören

• Zusammenfassen, den gegenüber verstehen

• Akzeptanz ist nicht gleich Einverständnis

TZI = Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Crohn:

 

Kommunikation & Vorgänge im Team

• ICH: einzelne Person

• WIR: die Gruppe

• ES: die Aufgabe, Ziel der Gruppe

• Globe: das organisatorische

Gespräch/ Interaktion im Team geschieht auf drei Ebene:

• Sach-Ebene: Die Aufgabe, sachlich

• Ich-Ebene: jeder einzelne, mit eigener Laune kann die Teamarbeit beeinflussen

• Wir-Ebene: Das Team, Konflikte und Sympathien entstehen

Angst n. H. Peplau

Angst = negatives Gefühl, Empfindungs- und Verhaltenssituation aus Ungewissheit und Anspannung. 

Furcht = unangenehmes Emotion auf eine konkrete Gefahr. 

Stufen der Angst:

• Milde Angst

• Mässige Angst

• Starke Angst

• Panik

 

Beziehung n. H. Peplau

Beziehung (Peplau) = eine emotionale Verbindung, zwischen zwei Menschen.

Säulen einer Beziehung:

• Vertrauen

• Verlässlichkeit

• Verständnis

= Verantwortung

Beziehungsarten

• Soziale Beziehung: z.B. im Bus (Menschen, die man nicht kennt)

• Intime persönliche Beziehung: z.B. Personen die sich lieben (Liebesbeziehungen)

• Berufliche/ Therapeutische Beziehung: professionelle Beziehung:

Zielorientierte Beziehung, ein Mittel um Hilfe anzubieten. Sie ist immer geplant, bezahlt, Dauer vorhersehbar, in Hierarchie, nicht erotisch oder sexuell, Rollenbewusstsein; Nähe-Distanz-Bedürfnis ! 

• Selbstbeziehung: Beziehung zu einem selbst

Beziehungsprozess

 

• Basis-Beziehungspflege: Small-Talk, z.B. erste runde am Morgen (aktuelles Befinden), Kurze Kontakte, durch PP bewusst geplant

• Erweiterte-Beziehungspflege: PP und Pat. bestimmen gemeinsame Ziele & Interventionen, Bezugspflege, vertrauen, Physio/ Ernährungsberatung/ etc.  eventuell involvieren

• Komplexe-Beziehungspflege: Postoperativ oder palliativ, hohen Hilfebedarf

 

Phasen einer Beziehung: (Merke Eintritt ins KSM)

 

• Vor erster Begegnung: Sie wissen, dass sie aufeinander treffen; Pat geht es meistens schlecht & PP hilft bei aktuellem Problem à Vorurteile loslassen.

Aufgabe PP: Zimmer & Station zeigen, sich vorstellen inkl. Bezugsperson, SL, Arzt

• Orientierungsphase: Viel Zeit für zuhören, Infoaustausch, Orientierung innerhalb der räumliche Infrastruktur

Aufgabe PP: Gibt Infos über Ablauf, Mitpatient vorstellen, Pflegeziele & Massnahmen vor. 

• Identifikationsphase: Pat. und PP identifizieren sich mit ihrer gemeinsamen Arbeit

Aufgabe: Pflegemassnahmen werden durchgeführt

• Nutzungsphase: Gesundheitsprobleme werden gelöst/ gemindert

Aufgabe PP: Pflegemassnahmen werden reflektiert

• Ablösungsphase: Gemeinsame Arbeit kommt zu Ende, Ziele werden erreicht

Aufgabe PP: Austritt planen 

• Nach Ablösungsphase: Die Zeit einer Beziehung läuft nicht linear ab, vergangene Beziehungen begleiten uns und beeinflussen unsere jetzige/ zukünftige Handlungen.

 

➔ Rolle der PP bei einer professionellen Beziehung:

 

• Unterstützende

• Lehrende

• Ersatzspielerin

• Beraterin

Störungen einer professionellen 


Häufiger BZ Wechsel, unregelmässige Kontakte, Wahrnehmungsstörungen, Ungünstige Äussere Faktoren (Unruhe, Hektik), Stillstände in Orientierungsphase (gegenseitiges Kennenlernen, benötigt Zeit).

Metaparadigmen nach Peplau

• Mensch: lebt in instabile physiologischen, psychologischen und sozialen Gleichgewicht, während dem Leben strebt man nach einem stabilem Gleichgewicht. 

• Umgebung: Interpersonale Prozesse mit anderen Menschen

• Gesundheit: Zustand des körperlichen und geistigen Wohlbefinden

• Krankheit: Störung der normalen Funktion eines Organs/Körperteil, geistigen, seelischen Wohlbefinden. 

• Pflege: signifikanter, therapeutisches, interpersonaler Prozess (Phasen einer Beziehung)

Gruppenbildung: nach Tuckman & Jensen

 

 

• Alpha: Gruppenleitung

• Beta: Fachexpertin, Organisatorin

• Gamma: stille Arbeiterin

• Omega: stört die Arbeit, ist aber notwendig

Gruppenprozess

Gruppenprozess

• Forming: Formen (Immer am Anfang, Ziele & normen werden festgelegt. Bei Neuling Phasen von Beginn. 

• Storming: wer macht was, wer arbeitet wie, wie machen wir es, etc. 

• Norming: Regeln aufstellen, Gruppe hat sich gefunden, die Arbeit macht Spass

• Performing: Gruppe arbeitet, kann Probleme sachlich lösen. Ziele & Interesse beibehalten

• Re-Forming/Trennung: Aufgabe ist gelöst, Gruppe löst sich auf

Angehörigenarbeit nach Sauter et al.


Angehörige sind die Familienmitglieder eines Menschen. Diese Menschen, die für den Patienten besonders wichtig sind. 

Belastungsfaktorenbereich nach Duijnstee/Bloom:

Adäquates Handling: 

• Angehörige wissen was und wie sie tun

• Hintergrundwissen über KK, Verlauf und Veränderung ist vorhanden

• Situation wird fortlaufend neu eingeschätzt

Inadäquates Handling: 

• Unsicherheit mit Situation umzugehen, Wissen fehlt über was wie zu tun 

• Eigenes Verhalten wirkt problematisch

• Angehörige nehmen zu wenig Rücksicht auf sich selbst

Angehörigenarbeit & Akzeptanz

Akzeptanz = Situation so nehmen können, wie sie ist. 

Akzeptanzprobleme = 

• Angehörige haften an Problem (unruhiges Verhalten)

• Unwissen über pathologischen Verlauf der KK

• vorbestehende schwierige Beziehung

 

Angehörigenarbeit und Motivationsmangel

 

 

Motivationsmangel = 

• Missverhältnis zwischen dem was Angehörige heute leisten und was er rüher vom gepflegten bekommen hat 

• Pflege wird als Pflicht angesehen

• Dysbalance Quantität und Qualität zwischen eigenem Engagement und professioneller Hilfe

Motivation = Gesamtheit aller Motive, die zur Handlungsbereitschaft führen: Menschen streben nach Ziele, Wünsche.

Merkmale eines guten Angehörigengespraeches

 

Vertrauen und Aufmerksamkeit: 

• Sorgfältige Gesprächsanleitung

• Raum & Zeit geben

Verdeutlichung der Geschichte: 

• Nachfragen und schweigen

• Zusammenfassen

• Paraphrasieren & Feedback geben

Gefühle in Worte fassen: 

• Reflektieren von geäusserte Gefühle

• Zusammenfassen, zwischen den Zeilen lesen

Basis für weitere Betreuung: 

• Alternative aufzeigen

• Unterstützung & Zusammenarbeit

Étudier