DFG Dipl. Pflegefachfrau HF
Kommunikation- und Beziehungsprozess
Kommunikation- und Beziehungsprozess
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Cartes-fiches
Kommunikation geschieht auf 3 Ebenen
• Verbal (sprachlich)
• Nonverbal (Körpersprache, Mimik)
• Paraverbal (Betonung, Stimmmelodien
Aktives zuhören
Aktives Zuhören: Aktiv beteiligen und Zeit haben!
Dem anderen wird signalisiert, dass man ihn versteht; Vertrautheit und Wertschätzung.
Gutes Hörverhalten
• Blickkontakt suchen (auf ihn einlassen)
• Interessierte Körperhaltung
• Bei nicht verstehen, nachfragen
• Sich Zeit nehmen
Geschlossene Fragen
Definition
Vor -Nachteil
Geschlossene Frage = (Entscheidungsfrage, strukturierende Frage)
+ Gezielte Informationen gewinnen
+ Raschen sammeln von fakten, schnelle Orientierung, punktuellem klären eines Problems.
- Lässt wenig Zeit zu überlegen
- Weniger geeignet Kontakt zwischen Gesprächspartner zu fördern
➔ Nachteile: Einengung, statt Vertiefung; wenig Raum zum Überlegen; aktives zuhören beeinträchtigt
Offene Fragen
Definiton
Vor- Nachteil
offene Fragen (unstrukturiert)
- erleichtern, unangenehme Thema zu umgehen
- mit eigenen Worten zu schildern, was einem belastet
- Freies sprechen über Probleme
➔ Nachteile: erleichtern es, unangenehme Themen zu umgehen.
Fragentypen
- Offene/geschlossene
- W- Fragen (Sondierungsfragen)
- Suggestiv Fragen (Wunschdenken, gahts ihne guet?)
- Doppel & Mehrfachfragen (zeigt Ungeduld, überfordert)
- Katalog Fragen (wenn offene Fragen ungenügend sind, gibt man dem Pat. eine Auswahl)
Johari Fenster erklaeren
Das Johari-Fenster ist ein Kommunikationsmodell, das die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung grafisch darstellt.
Zweck des Johari Fensters ist es, innerhalb von Teams Stärken und Schwächen zu erkennen und die Verständigung zu verbessern.
Wer Wissen über seine unbewussten Gewohnheiten und Verhaltensmuster erlangt, der weiß, wie er auf andere Menschen wirkt und kann seine zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern.
--> Verkleinere den blinden Fleck!
Eine besonders heikle Sache beim Johari-Modell ist das Bewusstwerden über bis dahin nicht gekannte Wesensmerkmale.
4 Ohren/ Ebenen Modell Schulz von Thun
- Sachebene: Worüber ich informiere (Fakten & Daten)
- Appellebene: Wozu ich dich veranlassen möchte
- Beziehungsebene: Was ich von dir halte oder wie wir zueinander stehen (Gestik und Mimik unterstützen diese Seite) Gegenüber kann sich wertgeschätzt, respektiert, kritisiert oder verachtet fühlen.
- Selbstoffenbarungsebene: Was ich von mir preisgebe
4 Ebenen Modell Schulz von Thun Erklaeren
Das Vier-Ohren-Modell geht davon aus, dass jede Äußerung vier Botschaften enthält und auch auf vier Weisen, beziehungsweise Ebenen verstanden werden kann. Dabei ist es nicht entscheidend, ob der Sender diese vier Botschaften senden möchte und ob er sich dessen bewusst ist, denn diese vier Botschaften sind ohnehin Bestandteil jeder Nachricht.
3 Basisvariablen n. C. Rogers
Carl Rogers – 3 Basisvariablen
• Akzeptanz (Respekt, Tiefe Menschen Achtung. Berater soll den Klienten als Mensch begegnen und nicht als Pat. Trennen Von Tat & Mensch)
• Kongruenz (Echtheit, Aufrichtig, ohne Fassade sein)
• Empathie (Einfühlendes verstehen; einfühlen in subjektive Welt)
Helfende Gespraech n. Carl. Rogers
Helfende Gespräch (Carl Rogers) = non-direkte Beratung
Ziel: Pat. findet selbst die Lösung der Situation durch gute Gesprächsführung. Individuum steht im Mittelpunkt und nicht das Problem.
• Aktives Zuhören
• VEE
• Paraphrasieren
Feedbackregeln:
Feedbackregeln:
• ICH-Form
• Nicht nur negatives erwähnen
• Um Feedback bitten
• Kurz und bündig
• Auf nonverbales achten
• Zuhören
• Zusammenfassen, den gegenüber verstehen
• Akzeptanz ist nicht gleich Einverständnis
TZI = Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Crohn:
Kommunikation & Vorgänge im Team
• ICH: einzelne Person
• WIR: die Gruppe
• ES: die Aufgabe, Ziel der Gruppe
• Globe: das organisatorische
Gespräch/ Interaktion im Team geschieht auf drei Ebene:
• Sach-Ebene: Die Aufgabe, sachlich
• Ich-Ebene: jeder einzelne, mit eigener Laune kann die Teamarbeit beeinflussen
• Wir-Ebene: Das Team, Konflikte und Sympathien entstehen
Angst n. H. Peplau
Angst = negatives Gefühl, Empfindungs- und Verhaltenssituation aus Ungewissheit und Anspannung.
Furcht = unangenehmes Emotion auf eine konkrete Gefahr.
Stufen der Angst:
• Milde Angst
• Mässige Angst
• Starke Angst
• Panik
Beziehung n. H. Peplau
Beziehung (Peplau) = eine emotionale Verbindung, zwischen zwei Menschen.
Säulen einer Beziehung:
• Vertrauen
• Verlässlichkeit
• Verständnis
= Verantwortung
Beziehungsarten
• Soziale Beziehung: z.B. im Bus (Menschen, die man nicht kennt)
• Intime persönliche Beziehung: z.B. Personen die sich lieben (Liebesbeziehungen)
• Berufliche/ Therapeutische Beziehung: professionelle Beziehung:
Zielorientierte Beziehung, ein Mittel um Hilfe anzubieten. Sie ist immer geplant, bezahlt, Dauer vorhersehbar, in Hierarchie, nicht erotisch oder sexuell, Rollenbewusstsein; Nähe-Distanz-Bedürfnis !
• Selbstbeziehung: Beziehung zu einem selbst
Beziehungsprozess
• Basis-Beziehungspflege: Small-Talk, z.B. erste runde am Morgen (aktuelles Befinden), Kurze Kontakte, durch PP bewusst geplant
• Erweiterte-Beziehungspflege: PP und Pat. bestimmen gemeinsame Ziele & Interventionen, Bezugspflege, vertrauen, Physio/ Ernährungsberatung/ etc. eventuell involvieren
• Komplexe-Beziehungspflege: Postoperativ oder palliativ, hohen Hilfebedarf
Phasen einer Beziehung: (Merke Eintritt ins KSM)
• Vor erster Begegnung: Sie wissen, dass sie aufeinander treffen; Pat geht es meistens schlecht & PP hilft bei aktuellem Problem à Vorurteile loslassen.
Aufgabe PP: Zimmer & Station zeigen, sich vorstellen inkl. Bezugsperson, SL, Arzt
• Orientierungsphase: Viel Zeit für zuhören, Infoaustausch, Orientierung innerhalb der räumliche Infrastruktur
Aufgabe PP: Gibt Infos über Ablauf, Mitpatient vorstellen, Pflegeziele & Massnahmen vor.
• Identifikationsphase: Pat. und PP identifizieren sich mit ihrer gemeinsamen Arbeit
Aufgabe: Pflegemassnahmen werden durchgeführt
• Nutzungsphase: Gesundheitsprobleme werden gelöst/ gemindert
Aufgabe PP: Pflegemassnahmen werden reflektiert
• Ablösungsphase: Gemeinsame Arbeit kommt zu Ende, Ziele werden erreicht
Aufgabe PP: Austritt planen
• Nach Ablösungsphase: Die Zeit einer Beziehung läuft nicht linear ab, vergangene Beziehungen begleiten uns und beeinflussen unsere jetzige/ zukünftige Handlungen.
➔ Rolle der PP bei einer professionellen Beziehung:
• Unterstützende
• Lehrende
• Ersatzspielerin
• Beraterin
Störungen einer professionellen
Häufiger BZ Wechsel, unregelmässige Kontakte, Wahrnehmungsstörungen, Ungünstige Äussere Faktoren (Unruhe, Hektik), Stillstände in Orientierungsphase (gegenseitiges Kennenlernen, benötigt Zeit).
Metaparadigmen nach Peplau
• Mensch: lebt in instabile physiologischen, psychologischen und sozialen Gleichgewicht, während dem Leben strebt man nach einem stabilem Gleichgewicht.
• Umgebung: Interpersonale Prozesse mit anderen Menschen
• Gesundheit: Zustand des körperlichen und geistigen Wohlbefinden
• Krankheit: Störung der normalen Funktion eines Organs/Körperteil, geistigen, seelischen Wohlbefinden.
• Pflege: signifikanter, therapeutisches, interpersonaler Prozess (Phasen einer Beziehung)
Gruppenbildung: nach Tuckman & Jensen
• Alpha: Gruppenleitung
• Beta: Fachexpertin, Organisatorin
• Gamma: stille Arbeiterin
• Omega: stört die Arbeit, ist aber notwendig
Gruppenprozess
Gruppenprozess
• Forming: Formen (Immer am Anfang, Ziele & normen werden festgelegt. Bei Neuling Phasen von Beginn.
• Storming: wer macht was, wer arbeitet wie, wie machen wir es, etc.
• Norming: Regeln aufstellen, Gruppe hat sich gefunden, die Arbeit macht Spass
• Performing: Gruppe arbeitet, kann Probleme sachlich lösen. Ziele & Interesse beibehalten
• Re-Forming/Trennung: Aufgabe ist gelöst, Gruppe löst sich auf
Angehörigenarbeit nach Sauter et al.
Angehörige sind die Familienmitglieder eines Menschen. Diese Menschen, die für den Patienten besonders wichtig sind.
Belastungsfaktorenbereich nach Duijnstee/Bloom:
Adäquates Handling:
• Angehörige wissen was und wie sie tun
• Hintergrundwissen über KK, Verlauf und Veränderung ist vorhanden
• Situation wird fortlaufend neu eingeschätzt
Inadäquates Handling:
• Unsicherheit mit Situation umzugehen, Wissen fehlt über was wie zu tun
• Eigenes Verhalten wirkt problematisch
• Angehörige nehmen zu wenig Rücksicht auf sich selbst
Angehörigenarbeit & Akzeptanz
Akzeptanz = Situation so nehmen können, wie sie ist.
Akzeptanzprobleme =
• Angehörige haften an Problem (unruhiges Verhalten)
• Unwissen über pathologischen Verlauf der KK
• vorbestehende schwierige Beziehung
Angehörigenarbeit und Motivationsmangel
Motivationsmangel =
• Missverhältnis zwischen dem was Angehörige heute leisten und was er rüher vom gepflegten bekommen hat
• Pflege wird als Pflicht angesehen
• Dysbalance Quantität und Qualität zwischen eigenem Engagement und professioneller Hilfe
Motivation = Gesamtheit aller Motive, die zur Handlungsbereitschaft führen: Menschen streben nach Ziele, Wünsche.
Merkmale eines guten Angehörigengespraeches
Vertrauen und Aufmerksamkeit:
• Sorgfältige Gesprächsanleitung
• Raum & Zeit geben
Verdeutlichung der Geschichte:
• Nachfragen und schweigen
• Zusammenfassen
• Paraphrasieren & Feedback geben
Gefühle in Worte fassen:
• Reflektieren von geäusserte Gefühle
• Zusammenfassen, zwischen den Zeilen lesen
Basis für weitere Betreuung:
• Alternative aufzeigen
• Unterstützung & Zusammenarbeit