Osteopathie


M. D.
Diese Karteikarten bieten eine umfassende Übersicht über die Diagnose, Behandlung und Prävention von Osteoporose, einem häufigen Knochenerkrankung. Sie behandeln die Bedeutung von Knochendichte, Frakturen, Vitamin D und Calcium für die Knochenmasse und -qualität, sowie die Rolle von Hormonen und anderen Faktoren im Calciumstoffwechsel. Die Lernkarten richten sich an Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen über Osteoporose vertiefen und ihre Patienten besser behandeln möchten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
30.04.2021 / 20.04.2024

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Was ist die Definition von Osteoporose?

  • Eine systematische Krankheit der Knochen, charakterisiert durch einen exzessiven Verlust der Knochenmasse und die ossäre Fragilität erhöht sich.
  • Charakterisierung der Krankheit durch
    • Qualitative und quantitative Verringerung der Knochenstruktur
    • Veränderungen in der Mikroarchitektur des Knochengewebes mit einer Abnahme des Durchmessers und der Anzahl der Knochentrabekel
    • Veränderung der mechanischen Eigenschaften des Knochens und ein erhöhtes Frakturrisiko

Welche 4 Typen von Frakturen gibt es? Wozu zählt die Osteoporose?

  • traumatische Frakturen: hängen mit high velocity Mechanismen zusammen
  • pathologische Frakturen (z.B. Metastasen)
  • Belastungsbrüche: Ermüdungsbrüche, Knochenbrüche osteoporotischer Herkunft (ossäre Insuffizienz)
  • Fragilität (atraumatisch) = Osteoporose

Wie ist ein Knochen aufgebaut?

Diaphyse: kompaktes Fettgewebe, gelbes Knochenmark, stark vaskularisiert

Metaphyse: Zwischen Dia- und Epiphyse --> Längenwachstum des Knochens

Unterscheidung zwischen spongiösen (innen) und kompakten (aussen) Knochen

Woraus besteht das Skelett?

  • Knochengewebe 25%
  • zugehörige weiche Stoffe
  • Knochenmark 60%
  • Bindegewebe, das die Gefässe begleitet: 5%
  • Gelenkknorpel, Periost, Endost 10%

Wie ist das Knochengewebe aufgebaut?

Osteoblasten (mesenchymaler Ursprung): sezernieren Knochenmatrix (kollagen- und kalziumbindende Proteine)

Osteozyten: regulieren und erhalten die Knochenmatrix, aus Osteoblasten und mauern sich in die Knochenwand ein

Osteoklasten: Makrophagozyten, für Knochenresorption zuständig

Extrazelluläre Matrix: organisch (Kollagen, Proteoglykane, Proteine), mineralien (Hydroxylapatit)

Beschreibe die Osteozyten:

  • Herkunft?
  • Verbreitung?
  • Aufgabe?
  • Lebensdauer?

  • hochdifferenzierte Osteozyten
  • 90-95% aller Knochenzellen (am häufigsten vorkommende Zellen)
  • langlebig (Jahrzehnte)
  • Mechano-Sensor des Knochens
  • produziert wichtige Regulatoren des Knochenabbaus und der Knochenbildung der Phosphat-Homöostase

Was ist eine Osteogenesis imperfecta?

  • Mangel an Typ-I-Kollagen, Ausgleich durch Typ-III-Kollagen
  • gekennzeichnet durch: Knochenfragilität, niedrige Knochenmasse
  • Längenwachstum und transversales Wachstum verlangsamt sich
  • Genetische Erkrankung, Ursachen können nicht behandelt werden
  • Behandlung der Symptome möglich

Wie funktioniert eine enchondrale Ossifikation?

Die Wachstumsplatte ist in 4 Zonen unterteilt:

  • Hyaliner Knorpel: Reservezone, Stammzellen
  • Knorpelserie: zahlreiche Chondrozyten, nötig für Längenwachstum
  • Hypertropher Knorpel: Mineralisierung und Längenwachstum, produziert Kollagen und ERGF Faktor
  • erodierte Knorpelzone: Chondrozyten werden zu Osteoblasten, Knorpel wird durch Knochen ersetzt

Warum ist ein Gleichgewicht zwischen Bildung und Resorption des Knochens wichtig?

  • altes Knochengewebe wird durch neues ersetzt
  • Mechanismus ist verantwortlich für ein Phosphokalzämisches Gleichgewicht
  • ermöglicht eine Veränderung der anatomischen Struktur
  • ermöglicht eine Verminderung des Frakturrisikos
  • Formation dauert länger als die Resorption

Wie läuft die Knochen-Modellierung ab (grob)?

  • Ruheknochen
  • Aktivierungsphase (bis hier ca 3 Wochen)
  • Osteoklastische Resorptionsphase
  • Osteoblastische Bildungsphase
  • Mineralisierung (bis hier ca 3 Monate)

Welche Faktoren spielen bei der Knochenregulierung mit? Was ist deren Aufgabe?

  • systemische Faktoren: PTH, Östrogene, Zytokine
    • stimulieren die Sekretion durch die Osteoblasten
  • lokale Faktoren: IL-1, IL-11, TGF-beta

Die Osteoblasten verhindern, dass RANKL sich mit anderen Zellen verbinden und so differenzieren kann. Das ist erhöht bei: postmenopausalen Frauen, chronischen Inflammationskrankheiten, rheumatoider Arthritis und Hyperthyroidie.

Was ist eine Osteopetrose? Wie äussert sie sich?

  • Osteoklasten-Defekt (Marmorknochenkrankheit)
  • selten, gibt unterschiedliche Formen
  • Fehler der Remodellierung, Hypermineralisierung des Skeletts = Knochenfragilität, Kompression der Hirnnerven und Ersticken der Medulla
  • Radiologie: exzessive ossäre Sklerose, Verschwinden der Canalis medullaris
  • genetisch: wird oft im Kindesalter diagnostiziert 
  • Symptome: kleinwuchs, Deformation der Epiphysen in Knie und Humerus, evtl Vergrösserung des Schädels

Wie verändert sich die Knochenmasse im Verlauf des Alters bei Frauen und Männer?

  • bei der Frau wird die Knochenmasse schneller abgebaut als beim Mann
  • Abbau der Knochenmasse durch verschiedene Einflüsse: physische Aktivität, Ernährung, Alkoholkonsum et.

Wozu dienen die Hydroxyapatit Kristalle? Wodurch werden sie gebildet?

  • Bildung durch die Mineralisierung in den hexagonalen Platten in den Laellen
  • Schutz vor mechanischen Einflüssen
  • Speicher von Calcium und Phosphat

Welche Hormone beeinfllussen vorwiegend den Calcium Metabolismus?

  • hauptsächlich PTH (kurzzeitig) und Vitamin D (langfristig)
  • auch: Calcitocin, Glucocorticoide, GH, Thyroidhormone und Östrogen

Was sind die klinischen Zeichen einer Osteoporose?

  • Sarkopenie (erhöhtes Sturzrisiko)
  • Abnahme der Grösse
  • progressive Kyphose: Abstand zwischen Wand und Okziput > 5cm
  • vorstehendes Abdomen
  • Rippen-Becken-Abstand < 2 Fingerspitzen voneinander entfernt
  • lokaler perkussiver Wirbelsäulenschmerz

Test: Time up and go

Wodurch wird die Diagnose der Osteoporose gemacht?

  • klinisch manifeste und bei inadäquatem Trauma auftretende Fraktur
  • Knochenmineraldichte (BMD)
    • normal > und = -1
    • tiefe BMD <-1; >-2.5
    • Osteoporose > oder gleich -2.5
  • Diagnostische Schwelle ist nicht die therapeutische Interventionsschwelle

Wie wird die Knochendichte gemessen? An welchen Orten wird vor allem die Knochendichte gemessen? Wozu dient ie DMO?

  • Knochenmineral-Densitometrie (DMO)
  • Messung der Knochenoberfläche in g/cm2
  • Messung in LWS L1-L4, Hüfte
  • T-Wert: Referenz der Jugendkohorte
  • Z-Score: Altersanpassung

Die DMO prognostiziert das Risiko aber sagt nicht alles aus:

  • zeigt die Korrelation zwischen mineralischer Knochendichte und Frakturrisiko
  • Je mehr der T-Score abnimmt, desto mehr steigt die Möglichkeit einer Fraktur
  • Je Älter, desto höher das Risiko
  • jedoch wird die ossäre Qualität nicht berücksichtigt

Was sagt der TBS (Trabekelknochen-Score) aus? 

  • ermöglicht eine zusätzliche Qualitätsbestimmung des Knochens
  • repräsentiert die Qualität des Knochens und seine Mikroarchitektur
  • Verbesserung der Vorhersage des Frakturrisikos (Vorhersage unabhängig vom Frakturrisiko und Mineraldichte des Knochens)
  • je tiefer der Wert, desto degradierter wird die Struktur eingeschätzt
    • > 1.31 normal
    • 1.23 < TBS < 1.31 teilweise degradiert
    • TBS < 1.23 degradiert
  • nicht-invasive Technik

Wovon hängt die Zerbrechlichkeit des Knochens ab?

  • von der Mineraldichte und der Qualität des Knochens
    • die Dichte ergibt den Peak der ossären Masse, welcher vom Wachstum abhängt und zeigt, dass der Verlust der Knochenmasse im Verlaufe des Lebens zunimmt
    • die Qualität besteht aus der Kapazität des ossären Remodellings, der Reparatur von Mikroschäden und der Mineralisierung

Was sind die Vorteile eines VFA (vertebral fracture assessment)?

  • Bild der gesamten WS ohne erhöhte Strahlenbelastung wie in der konventionellen Radiographie
  • unentdeckte und asymptomatische Frakturen können erkannt werden
  • Verschlimmerung der Frakturen erkennen

Was bedeutet FRAX?

  • Fraction Risk Assessment Tool: Algorhythmus zur Berechnung des Risikos, in den folgenden 10 Jahren eine Osteoporose-bedingte Fraktur zu erleiden
  • Periphere Fraktur mit hohem Frakturrisiko in Abhängigkeit von Risikofaktoren
  • FRAX ist ein System, das hilft, den Schweregrad einzuschätzen

Was sind die Vorteile von FRAX? Was die Limitationen?

Vorteile

  • einfaches Hilfsmittel zur Identifizierung der zu behandelnden Patienten
  • 10-Jahres-Wahrscheinlichkeit einer grossen osteoporotischen Fraktur
  • spezifisch für jedes Land
  • ohne DMO möglich

Limitationen

  • keine Dosis-Wirkung: Kortikosteroide (Dosis/Dauer), Frakturen (Anzahl und Schweregrad)
  • viele andere Risikofaktoren
  • keine Interventionsschwelle, variabel je nach den Bedingungen in den einzelnen Länder
  • nicht anwendbar auf behandelte Patienten

Was sind die Risikofaktoren der Osteoporose?

  • Alter: Frauen ab 50 Jahren, Männer ab 60 Jahren
  • Periphere Fraktur nach einem leichten Trauma
  • Wirbelbrüche ohne schweres Trauma, Grössenabnahme
  • Familienanamnese
  • Rauchen oder übermässiger Alkoholkonsum
  • Rheumatoide Arthritis
  • Untergewicht: BMI < 20
  • Endokrinopathie: Typ-1-Diabetes, verringertes TSH, männlicher Hypogonadismus, Menopause, primärer Hyperparathyreoidismus, Cushing-Syndrom, Anorexie oder Amenorrhoe
  • Immobilität und/oder Veranlagug zu Stürzen

Wo gibt es die häufigsten Frakturen bei einer Osteoporose?

  • Handgelenk, Wirbelkörper und proximaler Femur
  • andere: Humerus, Rippen, Becken, Femur, Bein

Was sind die therapeutischen und wirtschaftlichen Probleme der Osteoporose?

  • nur 30% der osteoporotischen Frakturen werden als solche diagnostiziert
  • Behandlungslücke: nur 40% (w) bzw. 65% (m) Behandlungschance
  • erhebliche wirtschaftliche Kosten
    • Radiologien
    • Krankenhausaufenthalte
    • Rehabilitationstage
    • Tage in medizinisch-sozialen Einrichtungen

Wie wird die Osteoporose behandelt?

Prävention und allgemeine Massnahmen

  • angemessene und ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D
  • Stürze vermeiden
  • Alkohol, Tabak, Bewegungsmangel ect. vermeiden

medikamentös

  • anti-absorber
  • Biphosphonate
  • Denosumab (monoklonaler Anti-RANKL-Antikörper)
  • Osteoformateur
  • Teriparatid (rekombinante Form von PTH)

--> verschiedene Grade von Effizienz und Preis

Wieviel Calcium und Vitamin D sollte täglich eingenommen werden?

Welche Nahrungsmittel enthalten Vitamin D?

Welche weiteren Faktoren sind bei der Prävention von Osteoporose wichtig?

  • Calcium: 1g/Tag, Vitamin D Präparat 20 mikrogramm/Tag --> meist in Kombination
    • Vitamin D in Thunfischleberöl, Sardine, Lebertran ect
  • Aufrechterhaltung der körperlichen Aktivität
  • Verringerung von Risikofaktoren wie Alkohol und Tabak

Wer sollte Vitamin D supplementieren?

  • Patienten mit hohem Risiko für Knochenschwund, Stürze, Frakturen mit Vitamin D und Calciummangel
  • Patienten, die Osteoporose-Behandlungen erhalten
  • Patienten, die mit Langzeitsteroiden behandelt werden

Wodurch werden Wirbelfrakturen erkannt und wie werden sie eingeteilt?

  • durch DXA: Messung der Knochendichte mittels Röntgenstrahlung (Dual-Energy-X-Ray-Absorptionmetry)
  • Einteilung in 3 Grade
    • Cuneiforme Fraktur (leicht)
    • Bikonkave Fraktur (mittel)
    • "en galette" Fraktur (schwer)

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