4. Semester Rheumatologie - Osteoporose
Osteopathie
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Flashcards
Was ist die Definition von Osteoporose?
- Eine systematische Krankheit der Knochen, charakterisiert durch einen exzessiven Verlust der Knochenmasse und die ossäre Fragilität erhöht sich.
- Charakterisierung der Krankheit durch
- Qualitative und quantitative Verringerung der Knochenstruktur
- Veränderungen in der Mikroarchitektur des Knochengewebes mit einer Abnahme des Durchmessers und der Anzahl der Knochentrabekel
- Veränderung der mechanischen Eigenschaften des Knochens und ein erhöhtes Frakturrisiko
Welche 4 Typen von Frakturen gibt es? Wozu zählt die Osteoporose?
- traumatische Frakturen: hängen mit high velocity Mechanismen zusammen
- pathologische Frakturen (z.B. Metastasen)
- Belastungsbrüche: Ermüdungsbrüche, Knochenbrüche osteoporotischer Herkunft (ossäre Insuffizienz)
- Fragilität (atraumatisch) = Osteoporose
Wie ist ein Knochen aufgebaut?
Diaphyse: kompaktes Fettgewebe, gelbes Knochenmark, stark vaskularisiert
Metaphyse: Zwischen Dia- und Epiphyse --> Längenwachstum des Knochens
Unterscheidung zwischen spongiösen (innen) und kompakten (aussen) Knochen
Woraus besteht das Skelett?
- Knochengewebe 25%
- zugehörige weiche Stoffe
- Knochenmark 60%
- Bindegewebe, das die Gefässe begleitet: 5%
- Gelenkknorpel, Periost, Endost 10%
Wie ist das Knochengewebe aufgebaut?
Osteoblasten (mesenchymaler Ursprung): sezernieren Knochenmatrix (kollagen- und kalziumbindende Proteine)
Osteozyten: regulieren und erhalten die Knochenmatrix, aus Osteoblasten und mauern sich in die Knochenwand ein
Osteoklasten: Makrophagozyten, für Knochenresorption zuständig
Extrazelluläre Matrix: organisch (Kollagen, Proteoglykane, Proteine), mineralien (Hydroxylapatit)
Beschreibe die Osteozyten:
- Herkunft?
- Verbreitung?
- Aufgabe?
- Lebensdauer?
- hochdifferenzierte Osteozyten
- 90-95% aller Knochenzellen (am häufigsten vorkommende Zellen)
- langlebig (Jahrzehnte)
- Mechano-Sensor des Knochens
- produziert wichtige Regulatoren des Knochenabbaus und der Knochenbildung der Phosphat-Homöostase
Was ist eine Osteogenesis imperfecta?
- Mangel an Typ-I-Kollagen, Ausgleich durch Typ-III-Kollagen
- gekennzeichnet durch: Knochenfragilität, niedrige Knochenmasse
- Längenwachstum und transversales Wachstum verlangsamt sich
- Genetische Erkrankung, Ursachen können nicht behandelt werden
- Behandlung der Symptome möglich
Wie funktioniert eine enchondrale Ossifikation?
Die Wachstumsplatte ist in 4 Zonen unterteilt:
- Hyaliner Knorpel: Reservezone, Stammzellen
- Knorpelserie: zahlreiche Chondrozyten, nötig für Längenwachstum
- Hypertropher Knorpel: Mineralisierung und Längenwachstum, produziert Kollagen und ERGF Faktor
- erodierte Knorpelzone: Chondrozyten werden zu Osteoblasten, Knorpel wird durch Knochen ersetzt
Warum ist ein Gleichgewicht zwischen Bildung und Resorption des Knochens wichtig?
- altes Knochengewebe wird durch neues ersetzt
- Mechanismus ist verantwortlich für ein Phosphokalzämisches Gleichgewicht
- ermöglicht eine Veränderung der anatomischen Struktur
- ermöglicht eine Verminderung des Frakturrisikos
- Formation dauert länger als die Resorption
Wie läuft die Knochen-Modellierung ab (grob)?
- Ruheknochen
- Aktivierungsphase (bis hier ca 3 Wochen)
- Osteoklastische Resorptionsphase
- Osteoblastische Bildungsphase
- Mineralisierung (bis hier ca 3 Monate)
Welche Faktoren spielen bei der Knochenregulierung mit? Was ist deren Aufgabe?
- systemische Faktoren: PTH, Östrogene, Zytokine
- stimulieren die Sekretion durch die Osteoblasten
- lokale Faktoren: IL-1, IL-11, TGF-beta
Die Osteoblasten verhindern, dass RANKL sich mit anderen Zellen verbinden und so differenzieren kann. Das ist erhöht bei: postmenopausalen Frauen, chronischen Inflammationskrankheiten, rheumatoider Arthritis und Hyperthyroidie.
Was ist eine Osteopetrose? Wie äussert sie sich?
- Osteoklasten-Defekt (Marmorknochenkrankheit)
- selten, gibt unterschiedliche Formen
- Fehler der Remodellierung, Hypermineralisierung des Skeletts = Knochenfragilität, Kompression der Hirnnerven und Ersticken der Medulla
- Radiologie: exzessive ossäre Sklerose, Verschwinden der Canalis medullaris
- genetisch: wird oft im Kindesalter diagnostiziert
- Symptome: kleinwuchs, Deformation der Epiphysen in Knie und Humerus, evtl Vergrösserung des Schädels
Wozu dienen die Hydroxyapatit Kristalle? Wodurch werden sie gebildet?
- Bildung durch die Mineralisierung in den hexagonalen Platten in den Laellen
- Schutz vor mechanischen Einflüssen
- Speicher von Calcium und Phosphat
Welche Hormone beeinfllussen vorwiegend den Calcium Metabolismus?
- hauptsächlich PTH (kurzzeitig) und Vitamin D (langfristig)
- auch: Calcitocin, Glucocorticoide, GH, Thyroidhormone und Östrogen
Was sind die klinischen Zeichen einer Osteoporose?
Wodurch wird die Diagnose der Osteoporose gemacht?
- klinisch manifeste und bei inadäquatem Trauma auftretende Fraktur
- Knochenmineraldichte (BMD)
- normal > und = -1
- tiefe BMD <-1; >-2.5
- Osteoporose > oder gleich -2.5
- Diagnostische Schwelle ist nicht die therapeutische Interventionsschwelle
Wie wird die Knochendichte gemessen? An welchen Orten wird vor allem die Knochendichte gemessen? Wozu dient ie DMO?
- Knochenmineral-Densitometrie (DMO)
- Messung der Knochenoberfläche in g/cm2
- Messung in LWS L1-L4, Hüfte
- T-Wert: Referenz der Jugendkohorte
- Z-Score: Altersanpassung
Die DMO prognostiziert das Risiko aber sagt nicht alles aus:
- zeigt die Korrelation zwischen mineralischer Knochendichte und Frakturrisiko
- Je mehr der T-Score abnimmt, desto mehr steigt die Möglichkeit einer Fraktur
- Je Älter, desto höher das Risiko
- jedoch wird die ossäre Qualität nicht berücksichtigt
Was sagt der TBS (Trabekelknochen-Score) aus?
- ermöglicht eine zusätzliche Qualitätsbestimmung des Knochens
- repräsentiert die Qualität des Knochens und seine Mikroarchitektur
- Verbesserung der Vorhersage des Frakturrisikos (Vorhersage unabhängig vom Frakturrisiko und Mineraldichte des Knochens)
- je tiefer der Wert, desto degradierter wird die Struktur eingeschätzt
- > 1.31 normal
- 1.23 < TBS < 1.31 teilweise degradiert
- TBS < 1.23 degradiert
- nicht-invasive Technik
Wovon hängt die Zerbrechlichkeit des Knochens ab?
- von der Mineraldichte und der Qualität des Knochens
- die Dichte ergibt den Peak der ossären Masse, welcher vom Wachstum abhängt und zeigt, dass der Verlust der Knochenmasse im Verlaufe des Lebens zunimmt
- die Qualität besteht aus der Kapazität des ossären Remodellings, der Reparatur von Mikroschäden und der Mineralisierung
Was sind die Vorteile eines VFA (vertebral fracture assessment)?
- Bild der gesamten WS ohne erhöhte Strahlenbelastung wie in der konventionellen Radiographie
- unentdeckte und asymptomatische Frakturen können erkannt werden
- Verschlimmerung der Frakturen erkennen
Was bedeutet FRAX?
- Fraction Risk Assessment Tool: Algorhythmus zur Berechnung des Risikos, in den folgenden 10 Jahren eine Osteoporose-bedingte Fraktur zu erleiden
- Periphere Fraktur mit hohem Frakturrisiko in Abhängigkeit von Risikofaktoren
- FRAX ist ein System, das hilft, den Schweregrad einzuschätzen
Was sind die Vorteile von FRAX? Was die Limitationen?
Vorteile
- einfaches Hilfsmittel zur Identifizierung der zu behandelnden Patienten
- 10-Jahres-Wahrscheinlichkeit einer grossen osteoporotischen Fraktur
- spezifisch für jedes Land
- ohne DMO möglich
Limitationen
- keine Dosis-Wirkung: Kortikosteroide (Dosis/Dauer), Frakturen (Anzahl und Schweregrad)
- viele andere Risikofaktoren
- keine Interventionsschwelle, variabel je nach den Bedingungen in den einzelnen Länder
- nicht anwendbar auf behandelte Patienten
Was sind die Risikofaktoren der Osteoporose?
- Alter: Frauen ab 50 Jahren, Männer ab 60 Jahren
- Periphere Fraktur nach einem leichten Trauma
- Wirbelbrüche ohne schweres Trauma, Grössenabnahme
- Familienanamnese
- Rauchen oder übermässiger Alkoholkonsum
- Rheumatoide Arthritis
- Untergewicht: BMI < 20
- Endokrinopathie: Typ-1-Diabetes, verringertes TSH, männlicher Hypogonadismus, Menopause, primärer Hyperparathyreoidismus, Cushing-Syndrom, Anorexie oder Amenorrhoe
- Immobilität und/oder Veranlagug zu Stürzen
Wo gibt es die häufigsten Frakturen bei einer Osteoporose?
- Handgelenk, Wirbelkörper und proximaler Femur
- andere: Humerus, Rippen, Becken, Femur, Bein
Was sind die therapeutischen und wirtschaftlichen Probleme der Osteoporose?
- nur 30% der osteoporotischen Frakturen werden als solche diagnostiziert
- Behandlungslücke: nur 40% (w) bzw. 65% (m) Behandlungschance
- erhebliche wirtschaftliche Kosten
- Radiologien
- Krankenhausaufenthalte
- Rehabilitationstage
- Tage in medizinisch-sozialen Einrichtungen
Wie wird die Osteoporose behandelt?
Prävention und allgemeine Massnahmen
- angemessene und ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D
- Stürze vermeiden
- Alkohol, Tabak, Bewegungsmangel ect. vermeiden
medikamentös
- anti-absorber
- Biphosphonate
- Denosumab (monoklonaler Anti-RANKL-Antikörper)
- Osteoformateur
- Teriparatid (rekombinante Form von PTH)
--> verschiedene Grade von Effizienz und Preis
Wieviel Calcium und Vitamin D sollte täglich eingenommen werden?
Welche Nahrungsmittel enthalten Vitamin D?
Welche weiteren Faktoren sind bei der Prävention von Osteoporose wichtig?
- Calcium: 1g/Tag, Vitamin D Präparat 20 mikrogramm/Tag --> meist in Kombination
- Vitamin D in Thunfischleberöl, Sardine, Lebertran ect
- Aufrechterhaltung der körperlichen Aktivität
- Verringerung von Risikofaktoren wie Alkohol und Tabak
Wer sollte Vitamin D supplementieren?
- Patienten mit hohem Risiko für Knochenschwund, Stürze, Frakturen mit Vitamin D und Calciummangel
- Patienten, die Osteoporose-Behandlungen erhalten
- Patienten, die mit Langzeitsteroiden behandelt werden
Wodurch werden Wirbelfrakturen erkannt und wie werden sie eingeteilt?
- durch DXA: Messung der Knochendichte mittels Röntgenstrahlung (Dual-Energy-X-Ray-Absorptionmetry)
- Einteilung in 3 Grade
- Cuneiforme Fraktur (leicht)
- Bikonkave Fraktur (mittel)
- "en galette" Fraktur (schwer)