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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 28.11.2020 / 28.12.2020
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Worauf bezieht sich Affekt in der wissenschaftlichen Emotionspsychologie?

- Gegensätzlich zum alltäglichen und juristischen Sprachgebrauch 

- Wissenschaftliche Emotionspsychologie: Oberbegriff für Gefühle, Emotionen, Stimmungen, Vorlieben und Aversionen 

- Häufig Unterteilung in nickt affektive Gefühle -wie Müdigkeit oder Leichtigkeit- und in Affekte 

- Affektiven Gefühle haben eine Valenz + lassen sich je nach Objektbezug und Intensität in Stimmung und Emotion untergliedern 

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Worin unterscheiden sich Emotionen von Stimmungen? 

Emotionen: Objektgerichtete, unwillkürlich ausgelöste affektive Reaktionen, die mit zeitlich befristeten Veränderungen des Erlebens und des Verhaltens einhergehen 

- Objektiv- ereignisbezogen, spezifische und intensive Affekte, deren Auslöser, Beginn und Ende bekannt oder bestimmbar sind + die im Fokus der Aufmerksamkeit stehen 

-Bestimmte Dauer, sind aber meist kurzfrisitg + episodischem Charakter 

Stimmungen: Globale Stimmungslagen 

- diffuse positive und negative Gefühlszustände, die kein Bezugsobjekt haben + eher länger andauern 

- In ihrer Intensität abgeschäwchte Auftretensform affektiver Gefühle 

- Ursache häufig unbeaknnt, langanhaltend, kein klaren Beginn + kein klares Ende 

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Was ist damit gemeint, dass Emotionen einen Objektbezug haben? Erläutern Sie diesen Bezug an einem Beispiel. 

-Bestimmte Emotion wird durch etwas Bestimmtes (ein Objekt o. ein Ereignis) evoziert, was bewusst geschieht + im Fokus der Aufmerksamkeit steht 

Bsp. 1.Wir sind nicht einfach nur überrascht, sondern wir sind überrascht über ein unerwartetes Geschenk (Bezugsobjekt) 

2. Wir empfinden Freude über unseren Geburtstag (Ereignisbezogen) 

-Immer auf etwas ausgerichtet, an ein Objekt/Situation gebunden + stellt sich nach kurzer Zeit wieder ein, wenn das Objekt aus dem Fokus der Aufmerksamkeit verschwindet > Sonst Stimmung (Generell glücklich)

- Unwesentlich, ob das Bezugsobjekt tatsächlich vorliegt, gedanklich nur vorgestellt wird oder zukünftig erwartet wird 

> Nicht die reale Existenz von Obejekten ist somit entscheidend, sondern die Einschätzung, dass ein bestimmter Sachverhalt vorliegen bzw. eintreten könnte 

Bsp 3.: Wenn man eine Spinne sieht, gelangt sie in dne Fokus der Aufmerksamkeit + emotionale Antwort Ekel   - Ekel wird nur so lange anhalten, wie die Aufmerksamkeit auf der Spinne ruht > Ekel flacht sonst schnell ab  

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Was sind zentrale Merkmale bzw. Kennzeichen von Emotionen? WIe hängen Emotion und Motivation zusammen? Worin unterscheiden sie sich?

4 zentrale Merkmale von Emotionen: 

- Die Affektivität, gibt den Gefühlscharakter an + durch Valenz definiert

- Objektgerichtetheit bzw. Intentionalität zeigt an, dass eine Emotion immer an ein Objekt oder eine Situation gebunden ist 

- Unwillkürlich, werden also automatisch durch ein Obejkt bzw. durch eine SItuation verursacht 

- Zeitlich befristet, episodischer Charakter 

> Emotionen sind objektgerichtete, unwillkürlich ausgelöste, affektive Reaktionen, die mit zeitlich befristeten Veränderungen des Erlebens und Verhaltens einhergehen 

Motivation: Bezugsobjekt in Form des Ziels liegt immer in der Zukunft 

Emotion: Bezugsobjekt kann auch in der Vergangenheit liegen 

> Jede Emotion, deren Bezugsobjekt in der Zukunft liegt, ist ein Motivator für Verhalten

> Lenken die Aufmerksamkeit auf ein Ereignis, legen Verhaltensstrategien zur Bewältigung nahe und unterstützen die Ausführung auf physiologischer Ebene. In diesem Fall ist zws. Motivation und Emotion schwer zu trennen. 

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Welche allgemeinen Schwierigkeiten schränken die Aussagekraft von Selbstberichten von emotionalen Gefühlen ein? 

Einige methodische Schwierigkeiten: 

1. philosophsiche Problem der Qualia: Da man subjektive Inhalte intersubjektiv, also objektiv erfasst.

> Es stellt sich immer die Frage, ob VP1, die auf einer Ratingskala für Freude eine 7 angibt auch das gleiche Maß an Freude empfindet wie VP2, die ebenso eine 7 angibt 

2. Problem des retrospektiven Selbstberichts: Durch die Beschränkung auf verbalisierbare, bewusst zugängliche Inhalte + Beeinflussung durch sprachliche Gepflogenheiten lässt sich das wahre Erleben, ne mit vollkommener Genauigkeit beschreiben und erfassen 

3. Soziale Erwünschtheit: Antworten in einem Selbstbericht oft so, wie sie denken, dass es von ihnen erwartet wird, oder damit sie sich in einem guten Licht darstellen 

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Was sind Basisemotionen und wie können sie identifiziert werden? Nennen Sie Basisemotionen, die in verschiedenen Studien konsistent geannt werden. 

Basisemotionen sind:

  • angeboren 
  • kulturübergreifendes Auftreten in ähnlichen Situationen (Analogie)
  • unverwechselbarer Ausdruck im Verhalten (z.B. Gesichtsausdruck)
  • distinkte, physiologische Reaktionsmuster z.B. Blutdruck 
  • automatische Auslösung durch entsprechende Reize

Konsistente Emotionen:

  1. Ärger
  2. Angst/Furcht
  3. Traurigkeit
  4. Freude/Glück
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Wie kann man versuchen, die Vielzahl von Emotionsbegriffen, die in der Sprache vorkommen, auf grundlegende Emotionskategorien bzw. -dimensionen zu  reduzieren? Welche methodischen Probleme treten dabei auf?

  • Um Emotionen in Kategorien bzw. auf Dimensionen einzuordnen, haben sich zwei Ansätze geformt, die je eine andere Sichtweise auf das Wesen von Emotionen haben.

diskrete Ansatz

  • sieht verschiedene Grundemotionen, wie z.B. Ärger oder Freude, als Struktur von Emotionen. Die Methode zur Strukturbestimmung ist die Untersuchung von Homologien (ähnliches Erscheinungsbild) und Analogien (ähnliche Ursachen) im emotionalen Verhalten.
  • Dabei werden verschieden Basisemotionen unterschieden.
  • Probleme:
    • uneinheitliche Kriterien und Uneinigkeit über die Anzahl von Basisemotionen 
    • Außerdem gibt es keine Falsifikationsmöglichkeiten, sowie keine sinnvolle Abgrenzung „primärer“ (grundlegender) von „sekundären“ (abgeleiteten) Emotionen. Somit ist ein absolutes Ergebnis wohl nie erreichbar.

dimensionale Ansatz

  • sieht eine Verortung des emotionalen Erlebens auf grundlegenderen Dimensionen, wie z.B. auf Valenz oder Erregung, vor.
  • Man geht davon aus, dass emotionales Erleben von mehreren, voneinander unabhängigen grundlegenden Faktoren beeinflusst wird.
  • Die Methode der Strukturbestimmung ist dabei die Identifizierung von latenten Dimensionen mit datenreduzierenden statistischen Verfahren. Dabei hat man einen Pool von emotionalen Reizen, es kommt zu Ähnlichkeitsurteilen (Paarvergleichen), zur Bestimmung eines semantischen Differentials und von Kovariationen im Erleben. Anschließend wird eine Cluster- bzw. Faktorenanalyse zur Strukturanalyse herangezogen, die datenreduzierend arbeitet.
  • Kritik:
    • Ergebnis hängt vom verwendeten Item-Pool ab
    • Außerdem stellt sich die Frage, ob es empirische Zusammenhänge gibt oder ob man am Sprachverständnis scheitert.
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Erläutern Sie die beiden zentralen Dimensionen im Circumplex-Modell der Emotionen von Russel (1980) und verorten Sie die folgenden Gefühls- oder Befindlichkeitszustände in diesem Modell. 

Angst, Freude, Überraschung, Trauer, Ärger, Entspannung, Müdigkeit/Schläfrigkeit

Die beiden zentralen Dimensionen sind

  • Erregung 
  • Valenz

als zwei voneinander unabhängige, bipolare Konstrukte emotionalen Empfindens.

Angst: Erregung hoch, Valenz negativ

Freude: Erregung mittel, Valenz positiv

Trauer: Erregung mittel, Valenz negativ

Ärger: Erregung leicht hoch, Valenz negaitv

Überraschung: Erregung hoch, Valenz neutral

Entspannung: Erregung gering, Valenz neutral/leicht positiv

Müdigkeit: Erregung gering, Valenz leicht negativ