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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 10.11.2020 / 22.01.2021
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Erläutern Sie zentrale Fragen der Motivations-, Voilitions-, und Emotionspsychologie mit eigenen Beispielen 

Motivationspsychologie: Warum tun wir das, was wir tun? Es geht also um das Wollen einer Person und der Erklärung von ergebnisorientiertem, zielgerichtetem Verhalten. 

Beispiel: Warum willst du nach dem Abi ein Studium beginnen? 

Volitionspsychologie: Wie tun wir das, was wir wollen? Hier geht es um das Können und um die Umsetzung von Zielen in die Tat. (Selbstregulation, Zielabschirmung, Handlungsplanung etc.)

Beispiel: Wie schaffe ich es mehr Sport zu treiben? 

Emotionspsychologie: Erfasst 4 Fragen bzgl. Emotionen 

1) Was sind Emotionen? (Definition)

2) Wozu haben wir sie? (Zweck)

3) Wie entstehen sie? (Genese)

4) Wie können wir sie kontrollieren? (Kontrolle)

Beispiel: Am Beispiel der Angst wird also gefragt, was Angst ist, warum wir sie haben, wie sie entsteht und wie man sie kontrolliert. 

Es geht um das Erleben

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Erklären Sie das Wechselwirkungs-Modell der modernen Motivationspsychologie. Welches Ergebnis der klassischen Studie von Le Magnen (1967) stützt dieses Modell?

  • Motivation ist das Ergebnis einer Wechselwirkung (Interaktion) zwischen Situation und Person 
  • die Person hat verschiedene Motive, während die Situation verschiedene Anreize bietet, dabei entsteht eine Motivation, die in einem Verhalten mündet (Motiv, Anreiz, Motivation hierbei hypothetische Konstrukte > wir unstellen etwas, können es uns nur erschließen) 

 

Le Magnen (1967)

  • Ratten wurde eine Standard-Labor-Nahrung in 4 Geschmacksrichtungen vorgesetzt. Zuerst wurden alle Geschmacksrichtungen gleich gemocht.
    - Daraufhin wurde an mehreren Tagen für vier mal 20 min die Nahrungsaufnahme beobachtet.
    - An einigen Tagen variierte man den Geschmack der Nahrung, an anderen wiederum nicht (UV)
  • Wenn Ratten eine höher Variation der Nahrung vorfinden, verändert sich ihr Verhalten: Sie nehmen mehr Nahrung auf, als wenn sie nur eine
    Geschmacksrichtung bekommen würden. Das Motiv ist zwischen den Tagen gleich (Hunger), der Anreiz verändert sich aber, was zu einer
    Veränderung des Verhaltens führt.
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Erläutern Sie grundlegende Probleme, mit denen sich die Motivationspsychologie beschäftigt. 

Motive:

Motivklassifikation:

  • Inhaltliche Klassifiaktion angestrebter Handlungsziele, Aufstellung von Motivkatalogen (Welche Motive gibt es eigentlich?)

Motivgenese:

  • Entstehung, Anfänge, Entwicklung und Änderung einzelner Motive (Sind Motive erworben/angeboren? Können wir besteimmte Motive anerziehen, z.B. Leistungsmotivation?)

Motivmessung:

  • Verfahren zur Erfassung individueller Unterschiede in der Ausprägung einzelner Motive (direkte und indirekte Methoden, Wie können wir unbewusste Motive erschließen?,...)

Motivanregung:

  • Eingrenzung und Differenzierung der motivspezifischen Anregungsbedingungen der Situation (durch welche Situationen werden Motive angeregt? Was sind die motivspezfiscihen Anregungsbedingungen?)

 

Motivationen:

  • Wechsel und Wiederaufnahme der Motivation (Abgrenzung v. Verhaltensabschnitten, Motivationswechsel, Wiederaufnahme/Nachwirkung einer früheren Motivation)
  • Motivierte Zielgerichtetheit und Motivationskonflikte (Zielgerichtetheit=allg. Merkmal motivierten Handelns; z.B. zwischen Zielen, wie Lang- vs Kurzzeitziele)
  • Selbstregulatorische Zwischenprozesse der Motivation in den einzelnen Phasen des Verhaltensabschnitts (zB Wählen>Planen>Ausführen>Evaluation)
  • Motivationswirkungen (vielfältige Manifestationen von Motivation im beobachtaren Verhalten, zB hinsichtl. Intensität, Dauer)
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Was ist der Gegendstand der Motivationspsychologie? 

Ergebnisorientiertes, zielgerichtetes Verhalten (Handlungen), keine Gewohnheiten, keine Reflexe 

> zugrunde liegende Gründe und Motivationen erfassen

Wichtig zu untersuchen: Verhalten (Handeln)

  • Richtung (Auswahl von Handlungen)
  • Intensität (Anstrengungen für das Zielerreichen, z.B. beim Training)
  • Beginn und Ende (Latenz, Länge)
  • Dauer (Persistenz)

Besonders hoher Erklärungsbedarf bei auffälligem, normabweichendem Verhalten 

Motivation kann sehr unterschdl. definiert werden > Fragen, wie Verhalten initiiert, aufrechterhalten, gelenkt und beendet wird (Prozesse der Verhaltenssteuerung)

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Motive sind theoretische Konstrukte zur Erklärung von intrainidividueller Stabilität und intraindividueller Variabilität 

-  wissenschaftl. Motivationspsychologie versucht, Ursachen und Effekte motivationalen Handelns zu erklären.

► Motive als theoretische Konstrukte zur Erklärung von:

  • Intraindivudeller Stabilität (warum zeigt die Person in unterschiedlichen Situationen das gleiche Verhalten?) 
  • Interindividueller Variabilität (Warum zeigen unterschiedliche Personen in gleichen Situationen anderes Verhalten?) 


► Mit dem Wissen über ein Motiv einer Person kann eine Erklärung für ein Verhalten in einer Situation geliefert werden, da Motive affektbezogen sind (Motive entsprechen einer erhöhten Bereitschaft, motivthematisch passende Elemente von Situationen zu identifizieren und auf diese in charakteristischer Weise zu reagieren) 
► Motive sind zeitlich stabil
► Ein Motiv als Wahrnehmungs- und Bewertungsdisposition einer Person führt so zu intraindividuellen Stabilität.
► Da Personen jedoch unterschiedliche Motive haben, ergibt sich Variabilität zw Individuen in einer Situation

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Welche Unterschiede bestehen zw. wissenschaftlichen und alltagspsychologischen Erklärungen von zielgerichtetem Verhalten? 

Alltag 

  • Zuschreibung von Gründen des Verhaltens einer Einzelperson (Verstehen)
  • Person XY ist "ehrgeizig", "verspielt" etc.
    > Menschen neigen eher zu personeller Attribution anstatt Gründe des Verhaltens in der Situation zu suchen
  • oft mangelnder Erklärungswert und Zirkularität (von Verhalten auf Motive geschlossen und umgekehrt)

Wissenschaft (Erklären: Ursache-Wirkungsbeziehung, allgmeingültig))

  • Motive als theoretische Konstrukte zur Erklärung von:

Intraindivudeller Stabilität (warum zeigt die Person in unterschiedlichen Situationen das gleiche Verhalten?) 

Interindividueller Variabilität (Warum zeigen unterschiedliche Personen in gleichen Situationen anderes Verhalten?) 

  • Beschränkung auf wenige grundlegende Motive = Äquivalenzhypothese; gleiche Motive für unterschiedliches Verhalten 
  • Spezifikation situativer Anregungsbedingungen
  • unabhängige Erfassung von Motiven und zu erklärendem Verhalten 
  • Empirische Überprüfung von Theorien motivationaler Vermittlungsprozesse:

- direkte Manipulation der Vermittlungsprozesse
- Messung kognitiver und affektiver Begleitprozesse (z.B. durch Befragung) 

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Erläutern Sie die Heider-Simmel Illusion. Welche alltagspsychologischen Prozese werden hier aktiv?

Zeigten 1944 Studierenden einen Film, in dem sich drei geometrische Figuren bewegen 

Studieren sollten beschreiben, was sie gesehen hatten: Liebesgeschichte zwsichen dem kleinen Dreieck und dem Kreis, das große Dreieck wurde als besitzergreifend beschrieben 

> Geschichten gingen weit über das physikalisch abgebildete hinaus 

> Erkannten im bedeutungslosen Treiben eine Handlung

> Beschriebung auf versch. Ebenen (Wahrnehmung, Funktion, Sozial) 

> Jedem Handeln wird ein Motiv und jedem Handelnden eine Emotion unterstellt 

> Nicht nur den Menschen, sondern auch Zeichnungen/Figuren wird ein motivationales und emotionales Erleben zugeschrieben 

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Was unterscheidet Motive von Trieben?

Motiv:

  • zeitlich stabile Wahrnehmungs- und Bewertungsdisposition
  • Inhaltsklasse von Handlungszielen (z.B. Macht, Leistung, Anerkennung)
  • Anregung durch passende situative Hinweise (Anreize)

Trieb:

  • Aktivierende Anspannung, dessen Reduktion als befriedigend und lustvoll erlebt wird (im Gegensatz dazu hat das Motiv keine energetische Konzentration und es geht auch nicht darum, etwas loszuwerden)
  • (wiederholbar, aber nur punktuell zu gewissen Zeitpunkt wirksam > Motiv ist zeitl. stabil
  • Handlungsinitiierende Druck-Variable)

> EIn Motiv ist eine Disposition, ein Trieb eine handlungsinitiierende Druck-Variable