Abwehrsystem


E. F.
Diese Lernkarten vermitteln grundlegendes Wissen über Aufbau und Funktion des Immunsystems, mit Fokus auf Abwehrmechanismen gegen Erreger. Sie erklären die Rolle von Antikörpern, T-Zellen, Lymphbahnen und Organen wie Thymus und Milz, sowie aktive und passive Immunisierung. Ideal für Medizinstudierende und Gesundheitsberufe zur Prüfungsvorbereitung oder Wissensauffrischung.
Karten
24
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
22.06.2020 / 04.05.2026

Lernkarten

Das Abwehrsystem (Immunsystem) erklären.

• Besteht aus vielen Zellen und Organen
• Schützt den Körper vor Krankheitserregern und tumorösen Zellen
• Entwickelt sich im Kindesalter Kind < Erwachsener > Alter

4 Teilsysteme der Abwehr nennen

- Unschpezifische Abwehr

- Spezifische Abwehr

- Zulluläre Abwehr

- Humorale Abwehr

Unspezifische Abwehr erklären

angeboren
- Von Geburt an vorhanden
- Antigenunabhängig
- Schnell, reicht nicht immer aus den Erreger vollständig zu vernichten
- Haut, Blutplasma, Granulozyten / Monozyten > Makrophagen

Spezifische Abwehr erklären.

erworben
- Entwickelt sich während Kindheit
- Antigenabhängig
- Langsam (Tage), auf Erreger ausgerichtet
- Lernfähig (Gedächtnisfunktion)

Zelluläre Abwehr erklären.

 „Soldaten“
- Abwehrzellen, welche direkt an Bekämpfung beteiligt sind
- Leukozyten

Humorale Abwehr erklären.

„Waffen und Informationssystem“
- Eiweisse, Enzyme und Antikörper für Bekämpfung
  • Zerstörung von Erregern
  • Kommunikation zwischen Zellen des Abwehrsystems

Antigene Definition

• Strukturen, die Immunsystem aktivieren
• Meist Proteine auf Membran

Antikörper Definition

• Von Plasmazellen produziert (B-Zellen)
• Wichtigster Teil der humoralen Abwehr
• Ausgeklügelt zusammengesetzte Proteine

Die unspezifische Abwehr (angeboren)

Äussere Schutzbarrieren (Haut und Schleimhäute)
• Mechanische Barriere
• Besiedelt mit ungefährlichen Mikroorganismen, verhindert Ansiedlung von gefährlichen Organismen
• Produzieren antimikrobielle Stoffe (Lysozym in Tränenflüssigkeit, Magensäure)

Phagozyten (Makrophagen, Granulozyten)
• Binden Eindringlinge und vernichten sie
• Opsonierung („schmackhaft machen“)
• Spezielle Markierung von Eindringlingen durch Antikörper / Komplementfaktore
• Attraktiver für Phagozytose

Natürliche Killerzellen (NK)= spezielle Lymphozyten
• Zerstören virusinfizierte und tumorartig-veränderte Zellen

Komplementsystem (9 Eiweisse) = Teil der humoralen Abwehr
• Vernichten Bakterien und Eindringlinge
• Fördern Entzündungsreaktion
• Opsonierung
 

Die spezifische Abwehr (erworben)

T-Zellen
• Reifung im Thymus (fremd-körpereigen)
• Antigene werden durch Makophagen präsentiert (Aktivierung der spezifischen T-Zellen)
• T-Helferzellen aktivieren Makrophagen und B-Zellen
• Zytotoxische T-Zellen vernichten virusinfizierte und tumoröse Zellen
• Regulatorische T-Zellen bremsen überschiessende Immunantwort

B-Zellen
• Reifung im Knochenmark (fremd- körpereigen)
• Passendes Antigen startet Antikörper-Produktion, Vorgang wird durch T-Helferzellen unterstützt
• Plasmazellen: Tochterzellen einer aktivierten B-Zelle > „Antikörperfabrik“

Antikörper (Immunoglobine)= teil der humoralen Abwehr
• 4 verschiedene Klassen
• Bindung an Antigen bewirkt: Verklumpen, aktiviert Komplementsystem und Opsonierung

Infektionsprophylaxe (werlche gibt es?)

- Aktivimmunisierung (Schutzimpfung)

- Passivimmunisierung (Antikörper von Infizierten)

Aktivimmunisierung (Schutzimpfung) erklären.

Antigen löst Bildung von spezifischen (körpereigenen) Antikörpern aus

• Künstliche Infektion durch Antigen (abgeschwächter Virus –Impfstoff)
• Immunsystem entwickelt aktiv Antikörper und Gedächtniszellen
• Aktive Immunisierung in der Regel langandauernde Immunität
• Lebend-Impfstoffe: abgeschwächte Erreger, nicht krankheitsauslösen
• Tot-Impfstoffe: abgetötete Erreger, antigenhaltige Bestandteile des Erregers
• Toxoid- Impfstoffe: entgifteter Giftstoff des Erregers

Passivimmunisierung (Antikörper von Infizierten) erklären.

Spezifische (körperfremde) Antikörper gegen Krankheit zugeführt

• Immunsystem muss nicht selbst aktiv werden
• Antikörper Injektion (Impfung)
• Wirkt nur befristet (1-3 Monate)
• Impfserum mit Antikörpern, bekämpfen Erreger, wieder schnell abgebaut
• Indikationen: Infektionskrankheiten mit grossem Gesundheitsrisiko, ohne Arzneimittel, Zeit für aktive Immunisierung reicht nicht aus

Primäre lymphatische Organe:

• Knochenmarkt und Thymus
• Thymus liegt über Herzbeutel, Reifung von T-Zellen

Sekundäre lymphatische Organe:

• Milz
• Lymphatischer Rachenring (Tonsillen)
• Lymphknoten
• Lymphatisches Gewebe des Darms
• Lymphgefässe

Lymphatisches System (aufteilen und Aufgaben)

Primäre lymphatische Organe und Sekundäre lymphatische Organe

Aufgaben
• Mithilfe bei der Immunabwehr
• Drainage des Interstitiums
• Transport von Fetten aus dem Darm

Die Lymphe (Lymphflüssigkeit) (Entstehung, Zusammensetzung)

• Entsteht im Kapillarendstromgebiet
• Aus Kapillaren „herausgedrücktes“ Blut
• 20 l Flüssigkeit von Kapillaren in das Interstitium,18 l rückresorbiert in Venen, Differenz bildet Lymphe (2l / Tag)
• Zusammensetzung analog Blutplasma ausser tiefer Eiweissgehalt

 

Die Lymphbahnen (Was ist es?....)

• Lymphe wird von Lymphkapillaren im Gewebe blind beginnend aufgenommen
• Einbahnsystem, parallel zu venösem Gefässsystem

• Über Lymphbahnen münden in Lymphknoten
   - Cisterna chyli (untere Körperabschnitte)
   - im ductus thoracicus durch Zwerchfell in hinteres Mediastinum
   - Linker Arm und Kopfhälfte zu linkem Venenwinkel in Blut
   - Rechter Arm und Kopfhälfte in V. jugularis interna und V. subclavia
   - Ductus lympathicus dexter (obere Körperabschnitte)

Die Lymphknoten

Filterstationen der Lymphe
• Wasser, Elektrolyte und Stoffwechselprodukte
• Zelltrümmer
• Krankheitserreger
• Bilden Lymphozyten (beim Erwachsenen)
• Abwehr; Phagozyten, B- und T-Zellen

• Mehrere Lymphgefässe münden in ableitende Lymphgefässe
• Trabekel strahlen ins Innere
• Markzone
• Rindenzone mit Rindenfollikel (B-Lymphozyten)
• Vas afferentia (zuführende Lymphe)
• Vas efferens (abführende Lymphbahn)

Lymphbahnen und - knoten

Die Milz (Lage, Funktionen)

• Liegt im linken Oberbauch

Funktionen:
• Identifizierung und Abbau gealterter Blutzellen
• Infektionsabwehr (Lymphozytenvermehrung, Herausfiltern und Abbau von Mikroorganismen)
• Abfangen und Abbau von Gerinnungsprodukten
• Thrombozytenspeicherung
• Vor Geburt: Hämatopoese (Blutbildung)

Die Milz (in Schlau)

Lien, Splen

Der Thymus (erklären)

• Liegt im Mediastinum
• Nur beim Kind voll ausgebildet
• Ausbildung der T-Lymphozyten
• Verfettet im Laufe der Entwicklung

Überblick Ablauf spezifischer Abwehr

Lernen