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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 24.05.2020 / 11.06.2020
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Was versteht man unter Persönlichkeit?

"Bei der Persönlichkeit geht es um Charakteristika oder Merkmale des Menschen, die konsistente Muster des Fühlens , Denkens und Verhaltens ausmachen"  Pervin, Cervone, John 2005

Persönlichkeit ist "die mehr oder weniger stabile und dauerhafte Organisation des Charakters, Temperaments, Intellekts und Körperbaus eines Menschen.

Charakter = mehr oder weniger stabile und dauerhafte System seines konativen Verhaltens (des Willens)

Temperament = mehr oder weniger stabile und dauerhafte System seines affektiven Verhaltens(Emotion/Gefühl)

Intellekt = mehr oder weniger stabile und dauerhafte System seines kognitiven Verhaltens (Intelligenz)

Körperbau = mehr oder weniger stabilie und dauerhafte System seiner physischen Gestalt und neuroendokrinen (hormonalen) Ausstattung.

 

 

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Welchen sieben allgemeinen Bereichen können nach Guilford (1970) Persönlichkeitsmerkmale zugeordnet werden?

  1. Morphologie: die Gestalt des Menschen betreffende Merkmale (Körpergröße, Körpergewicht, Hautfarbe
  2. Physiologie: Merkmale der "inneren" Lebensvorgänge (Blutdruck, Körpertemperatur, Stoffwechselvorgänge)
  3. Bedürfnisse: konstante Präferenzen für bestimmte Zustände (Annerkennung durch andere, Harmoniebedürfnis)
  4. Interessen: konstante Präferenzen für Tätigkeiten (Basteln, Lesen)
  5. Einstellungen: konstante Haltungen und Meinungen im Zusammenhang mit sozialem Sachverhalten (Asylrecht, Geburtenkontrolle, Gleichberechtigung Mann/Frau)
  6. Eignungen: Fähigkeiten, die für bestimmte Tätigkeiten notwendig sind (intellektuelle/motorische Fähigkeiten)
  7. Temperament: dispositionelle, d.h. veranlagungsbezogene Persönlichkeitsmerkmale (Freundlichkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Impulsivität)
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Beschreiben Sie die Temperamentslehre von Immanuel Kant.

Kant (1724-1804) unterteilte das psychologische Temperament in Temperamente des Gefühls und Temperamente der Tätigkeit. Diese beiden Temperamentsarten wurden weiterhin danach unterteilt, ob sie mit Erregbarkeit der Lebenskraft oder Abspannung der Lebenskraft verbunden werden können. So gelangte er zu einem Schema mit vier Temperamentstypen: Sanguiniker (starke, aber nur kurzanhaltende Gefühle), der Melancholiker (schwache, aber langanhaltende Gefühle), der Choleriker (intensive, aber nur kurzfristige Aktivität), Phlegmatiker (wird nicht leicht oder rasch, aber langanhaltend aktiv)

Kant schloss zusammengesetzte Temperamente bzw. Mischtypen aus.

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Was versteht man unter Psychoanalyse?

Der Begriff Psychoanalyse bezeichnet nach Freud nicht nur die Wissenschaft von Unbewussten,sondern die Psychoanalyse stellt für ihn gleichzeitig auch eine diagnostische Methode zur Erforschung der tieferen Schichten der Seele sowie eine psychologische Behandlungsmethode zur Heilung nervöser Erkrankungen dar.

Zwei grundlegende Hypothesen der Psychoanalyse

Prinzip der psychischen Determiniertheit

Dieses besagt, dass menschliches Verhalten nie zufällig entsteht, sondern immer eine psychische Ursache hat. Dementsprechend ist es kein Zufall, wenn man beispielsweise den Namen einer Person vergisst, etwas nicht wiederfinden kann oder sich verspricht.Mit

Bewusstheit von Motiven ist eher die Ausnahme als die Regel

Die Annahme, dass psychische Prozesse, die das menschliche Verhalten bestimmen, meist unbewusst sind, hat zur Folge, dass uns die eigentlichen Ursachen unseres Verhaltens in der Regel verborgen bleiben.

 

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Erläutern sie die Entstehung von Angst aus psychoanalytischer Sicht.

Nach Freud entsteht Angst immer dann, wenn das Ich durch einen starken Ansturm von Reizen überwältigt zu werden droht. Diese Reize können sowohl ähnliche als auch inneren Ursprungs sein.Auf diese Weise unterscheidet Freud zwischen drei Arten von Angst: Realangst, neurotische Angst und moralische Angst.

Realangst: wenn sich das Individuum bzw. das Ich einer Gefahrensituation gegenübersieht, die eine tatsächliche oder vermeintliche Bedrohung darstellt. Die bedrohlichen Reize entstammen hier der realen Umwelt.

Neurotische Angst: wenn ein Triebimpuls aus dem Es außer Kontrolle zu geraten droht und vom Ich nicht mehr beherrscht werden kann. Es handelt sich hier um einen innerstädtischen Konflikt zwischen Es und Ich.

Moralische Angst: äußert sich in Schuld- oder Schamgefühlen, die entstehen, wenn man etwas tut, was gegen die moralischen Normen des Über-Ich  verstößt.Innerstädtischen Konflikt zwischen Über-Ich und Ich.

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Wie entstehen Abwehrmechanismen und wie schützt es das ICH.

Angst ist für das ICH eine sehr traumatische Erfahrung, die es dazu zwingen kann, sogenannte Abwehrmechanismen anzuwenden, um sich auf diese Weise Erleichterung zu verschaffen. Wenn das ICH befürchten muss, von einem mächtigen Triebimpuls überflutet und in seiner Organisation zerstört zu werden, kann es diesen Triebimpuls abwehren, indem ihm der Zugang ins Bewusstsein verwehrt wird. Abwehrmechanismen können aber auch die Realität leugnen oder verfälschen, um auf diese Weise das ICH zu entlasten. Alle Abwehrmechanismen weisen zwei typische Merkmale auf. Einerseits leugnen, verfälschen oder verzerren sie die Realität, andererseits laufen sie unbewusst ab, und somit ist sich die betroffene Person nicht darüber bewusst, dass sie sich eines Abwehrmechanismus bedient.

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Nennen Sie die wichtigsten Abwehrmechnaismen.

Verdrängung, Projektion, Reaktionsbildung, Verschiebung, Verleugnung, Regression, Identifizierung, Rationalisierung

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Erläutern Sie den Abwehrmechnaismus Verdrängung und geben sie ein Beispiel.

Verdrängung: Unerwünschten Triebimpulsen wird der Zugang zum Bewusstsein versperrt.

Ein Beispiel für Verdrängung sind versteckte Aggressionen gegen Menschen, die man eigentlich lieben sollte. So ist es eigentlich vom Gewissen unvereinbar, einen Elternteil zu hassen, ihm Böses zu wünschen. Bewusst wird dann dieser eigentliche Hass nicht wahrgenommen, sondern verdrängt. So vermeidet es der Mensch, in einen inneren Konflikt zu geraten.

In Träumen jedoch kommt es dann vor, dass man seine Aggressionen, die sich gegen diese Person richten, ausleben kann. Der geliebten Mutter wird dann plötzlich eine schmerzhafte Ohrfeige zugefügt.