Physiologie der Niere

Grundlagen Physiologie der Niere zur Vorbereitung auf das Nachdiplomstudium Anästhesiepflege | Intensivpflege | Notfallpflege

Grundlagen Physiologie der Niere zur Vorbereitung auf das Nachdiplomstudium Anästhesiepflege | Intensivpflege | Notfallpflege


S. H.
Diese Lernkarten vermitteln grundlegendes und vertieftes Wissen zur Nierenphysiologie, ihren Funktionen und klinischen Aspekten. Sie behandeln Aufbau und Durchblutung der Niere, Filtrationsmechanismen wie glomerulären Filtrationsdruck und GFR, sowie Ursachen, Formen und Folgen von Nierenversagen. Zudem werden Regulationsmechanismen wie Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und Pufferfunktion erklärt. Ideal für Medizinstudierende und Fachkräfte, die pathophysiologische Zusammenhänge verstehen und klinische Relevanz erkennen möchten.
Karten
20
Lernende
19
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
01.05.2020 / 29.03.2026

Lernkarten

Beschreibe die Lage der Nieren im Körper

  • Beide Nieren liegen retroperitonal zwichen 11. Brustwirbel und 2. Lendenwirbel
  • Sie sind 11 cm lang, 5 cm breit und 2.5 cm dick
  • Sie sind in der Capsula fibrosa eingebettet (wenig dehnbahres Bindegewebe hält die Nieren am Ort)
  • Auf den Nieren mittig aufgesetzt befinden sich die Nebennieren

Beschrifte den makroskopischen Aufbau der Niere

  1. Nierenmark (Pyramide)
  2. Nierenrinde
  3. Papille
  4. Nierenkelch
  5. Nierenbecken
  6. Nierenarterie (A. renalis)
  7. Nierenvene (V. renalis)
  8. Harnleiter (Ureter)

Nenne die unterschiedlichen Aufgaben / Regulationsmechanismen der Nieren.

  • Ausscheidungsfunktion
    • Harnbildung
    • Harnausscheidung (Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin, Hormone, Fremdsubstanzen wie Medikamente)
  • Regulationsmechanismen
    • Regulation Wasserhaushalt
    • Regulation Mineralhaushalt
    • Regulation Säure-Basen-Haushalt
    • Erythropoetin
    • Calcitriol (Vitamin D)
    • Bludruckregulation (Renin)

Was sind harnpflichtige Substanzen ?

Beschreibe die Blutversorgung der Nieren .

Die Nieren werden mit etwa 20% des HZV (Herzzeitvolumens) durchblutet und gehören somit zu den am besten durchbluteten Organen im Körper. Die starke Durchblutung dient primär nicht der Sauerstoffversorgung sondern der Filtration und der Primärharnbildung.

Die Nieren werden jeweils über die rechte und linke A. renalis versorgt, die sich zu den Afferenten Arteriolen (Vas afferenz) in den Nephronen zu einem knäuelartigen Geflecht bilden (Glomeruli). Hier wird der Primärharn gebildet

Über das Vas efferenz verlässt das Blut die Nephrone und bildet im Tubulus erneut ein Kapillarnetz, dieses dient der eigentlichen Durchblutung des Nierenmarks und Nierenrinde.

Das venöse Blut fliesst über die rechte und linke V. renalis in die V. cava inferior.

Bennene die einzelnen Abschnitte des Nephrons und ordne je ein Funktionsmerkmal hinzu

  1. proximaler Tubulus = Resorption (Zurückgewinnung) von Glucose und Aminosäuren
  2. distaler Tubulus = Resorption von Na+- und Cl--Ionen
  3. Sammelrohr = Ableiten des Harns aus dem Nephron ins Nierenbecken, Endharn (ca. 1.5 Liter / 24 h)
  4. Bowman-Kapsel = Kapsel um das Kapillargeflecht des Glomerulus
  5. Glomerulus = Ultrafiltration des Blutes und bildung des Primärharns (ca 180 Liter / 24 h)
  6. A. renalis
  7. V. renalis 
  8. Henlesche Schleife = Harnkonzentrierung

Wodurch unterscheidet sich der Primärharn vom Endharn ?

Primärharn enthält im Gegensatz zum Endharn alle Bestandteile des Blutplasmas mit Ausnahme der grossmolkularen Eiweisse

Wie nennt sicher der Mechanismus, wodurch die Nierenperfusion konstant gehalten wird ?

Was versteht man unter glomerulärem Filtrationsdruck und glomerulärer Filtrationsrate ?

glomerulärer Filtrationsdruck: Der systemische Blutdruck liegt in den Glomerulumkapillaren bei ca. 50 mmHg. Es liegen jedoch Gegendrücke vor (kolloidosmotisch swie hydrostatisch in der Bowman-Kapsel), die den Filtrationsdruck auf ca 18 mmHg drücken. 

glomerulärer Filtrationsrate: beziffert das pro Zeiteinheit filtrierte Volumen. Die GFR liegt normalerweise bei etwa 120 ml/min was einer Filtration in den Nephronen von etwa 180 Liter / 24 h entspricht.

Beschreibe den Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus sowie die Wirkung der einzelnen Bestandteile / Faktoren.

  1. Ein Blutdruckabfall wird entweder von den
    1. Barorezeptoren in den afferenten Bahnen registriert oder
    2. im Glomerulus selbst wird eine Minderperfusion registriert
  2. Im juxtaglomerulären Apparat wird Renin freigesetzt welches zur Leber transportiert wird
  3. In der Leber trifft es auf Angiotensinogen und spaltet daraus das Angiotensin I ab
  4. In der Lunge wird durch das ACE (Angiotensin convertin Enzyme) Angiotensin I in Angiotensin II umgewandelt
  5. Durch Angiotensin II wird / kommt es zur
    1. Aldosteron in der Nebennierenrinde freigesetzt
      1. Na+ und Wasser wird zurückgehalten - Plasmavolumen steigt
    2. Vasokonstriktion
    3. Durstgefühl und Salzhunger ausgelöst
    4. ADH-Freisetzung aus dem Hypophysenhinterlappen
      1. Wasser wird zurückgehalten - Plasmavolumen steigt

Was bedeutet Puffermechanismus der Niere ?

Wie wird das akute Nierenversagen definiert ?

Was sagen die RIFLE und AKIN Kriterien aus ?

RIFLE und AKIN Kriterien sagen etwas über den Schweregrad des Nierenversagens aus. Je geringer die Diures und die GFR und je höher das Kreatinin im Serum desto schwerer das Nierenversagen.

Ab wann spricht man von einer Oligurie ?

Ab wann spricht man von einer Anurie ?

Welche Unterteilung (Formen) gibt es beim akuten Nierenversagen ? Nenne je eine Ursache und therapeutische Massnahme dazu.

  • prärenales Nierenversagen
    • Hypovolämie (Blutung, Flüssigkeitsverlust)
    • Verminderte Pumpfunktion des Herzens (kardiogener Schock)
    • Vasodilatation (Sepsis)
    • Perfusionsstörung (Hypotonie, Nierenarterienstenose)
    • Therapie: Volumenmangement, Katecholamine
  • renales Nierenversagen
    • Embolien
    • Glomerulonephritis
    • nephrotoxische Medikamente (Kontrastmittel)
    • Therapie: Behandlung der Ursache, Evaluation Pharmaka
  • postrenales Nierenversagen
    • Nierensteine
    • Tumore
    • Prostatahyperplasie
    • Therapie: Operativer Eingriff

Ab wann spricht man von einem chronischen Nierenversagen ?

Welche Ursachen gibt es für ein chronisches Nierenversagen ?

  • Nierenschädigungen: Glomerulonephritis, interstitielle Nephritis
  • Systemerkrankungen: Diabetes Mellitus, arterielle Hypertonie
  • Postrenale Ursache: Refluxnephropathie
  • Vaskuläre Ursache: Nierenarterienstenose
  • Toxische Nephropathie: Analgetikaabusus

Wie zeigt sich ein aktutes und chronisches Nierenversagen klinisch ?

aktues Nierenversagen: 

  • Oligurie / Anurie
  • Urinfarbe: dunkel- bernsteinfarben, rötlich, gelb, konzentriert

chronisches Nierenversagen:

  • Klinik meist erst ab Stadium 3 erkennbar
  • Nachlassende Diurese
  • Metabolische Azidose, Hyperkaliämie
  • Anämie (Fehlen von Erytropoetin)
  • Urämie (Leistungsschwäche, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz, Knochenschmerzen, Ödeme, Herzinsuffizienz, Hypertonie, Enzephelopathie)

Was sind typische Laborveränderungen eines aktuen Nierenversagens ?

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