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S. G.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anwendung und Wirkungsweise von Antikoagulanzien wie Heparinen und Vitamin K-Antagonisten im universitären Kontext. Sie behandeln Themen wie Dosierung, Einnahme, Nebenwirkungen und Indikationen, insbesondere bei der Prophylaxe und Therapie von Venenthrombosen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudierende und Ärzte, die sich mit der Gerinnungshemmung und deren klinischen Anwendungen vertraut machen möchten.
Flashcards
16
Students
2
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
19.12.2019 / 07.06.2025

Flashcards

Hämostase - genaues Prinzip der Blutstillung erklären

Die Hämostase (Blutstillung) beruht auf 3 sich ergänzenden Mechanismen:

  1. Örtlich begrenzte Gefässverengung (Gefässkontraktion)
  2. Pfropfbildung durch Blutplättchen (Thrombozyten-Pfropf)
  3. Gerinnung des Blutes (durch die Gerinnungsfaktoren, Gerinnsel/Thrombus)

==> Wichtiger Unterschied Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren. Diese bilden zusammen einen Pfropf, welcher mit einer Gefässverengung schliesslich zu einer Blutstillung führen kann.

Vitamin K-Antagonisten

  • VKA
  • UFH, LMWH
  • FXa-Hemmer
  • FIIa-Hemmer

Gerinnungskaskade erklären. Wirkmechanismus der Medis erklären.

Die Gerinnungskaskade beginnt mit dem Faktor XIIa -> Umwandlung der Faktoren zu IXa, Xa, IIa etc bis schliesslich zu Fibrin.

VKA: Marcoumar (Phenprocoumon), Sintrom (Acenocoumarol), Warfarin

FXa-Hemmer: Fondaparinux (Arixtra), RivaroXAban (Xarelto)

FIIa-Hemmer: Dabigatran (Pradaxa)

UFH: Fragmin (Niedermolekulare Heparine)

==> Wirkmechanismus: Carboxylierung Vit. K-abhängiger Gerinnungsfaktoren ist gehemmt, Gerinnungsfaktoren sind funktionell inaktiv.

Vitamin K Antagonisten

2 Medis der 300er Liste

HWZ, Dosierung, Volle Wirkung, Normale Gerinnung nach Absetzen

=> Indikation

Phenprocoumon (Marcoumar): t1/2 = 160h, volle Wirkung nach 5-8d, normale Gerinnung nach Absetzen nach 7-14d

Acenocoumarol (Sintrom): t1/2 = 10h, volle Wirkung nach 5-8d, normale Gerinnung nach Absetzen nach 3-5d

-> Therapie mit INR-Kontrolle!!! (nicht bei Aspirin, Heparin etc.)

=> Indikation: Wirksamkeit erwiesen zur Therapie und Prophylaxe thromboembolischer Erkrankungen (Vorhofflimmern, Herzklappenersatz, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt)

 

Therapiebeginn Vit. K-Antagonisten + Heparin?

- Grund?

Grund: totaler blutverdünnender Effekt verzögert, aber umstrittenes evtl erhöhtes Thrombose-Risiko weil auch antikoagulatorisches Protein C gehemmt wird

Vitamin K-Antagonisten: Follow up

Was ist wichtig zu beachten?

Erhaltungsdosis: starke individuelle Schwankungen!

-> Compliance und regelmässige (1x/mt) INR-Kontrollen sind zentral wichtig

[INR = 1 bedeutet normaler Wert, nicht antikoaguliert; ab 4 steigende Blutungsgefahr!] Zielwert zw. 1-4! meist 2.5

Vit. K Antagonisten: Einnahmefehler

-> Vergessen der Einnahme zum gewohnten Zeitpunkt, was nun?

-> Versehentliche Einnahme zu hoher Dosis, was nun?

 

Marcoumar: lange HWZ -> Orientierung an der Wochendosis [am Folgetag halbe zusätzlich]

Sintrom: kurze HWZ -> Orientierung an 3-Tagedosis [Einnahme nachholen oder weglassen]

Zu hohe Dosis: keine sofortige Auswirkung, Dosis nächster Tag reduzieren, INR-Kontrolle nach 3d, normalerweise kein Vit. K nötig

Vitamin K-Antagonisten: UAW und Interaktionen

  • Blutungen (hängt ab von Genetik, Alter, Geschlecht f>m, compliance, ernährung, co-morbidität, Interaktionen [NSAR*, SSRI etc.]
  • Nausea und Erbrechen
  • Allergische Reaktion (Urtikaria)
  • Hämorrhagische Hautnekrose
  • Anstieg der Transaminasen
  • Reversibler Haarausfall
  • Blue-Toe-Syndrom
  • Osteopenie/Osteoporose bei Langzeitbehandlung

*VIt. K Antagonisten haben hohe Proteinbindung: 99%!

Marcoumar: 2C9, 3A4 ; Sintrom: 2C9, 2C19, (1A2, 3A4)

==> sehr viele Interaktionen! Daher immer häufigere INR-Kontrolle bei Neuverordnung/Absetzen von Medikamenten!

DOAK: Wo greift an?

Präparate der 300er Liste mit Indikation

Was wenn Dosis vergessen? Antidot?

DOAK = Direkte orale Antikoagulantien

Xarelto (Rivaroxaban): Einschleichen, dann 1x tgl. 20mg

Indikation:

  • Tiefe Venenthrombose, Vorhofflimmern => 20mg (mit der Mahlzeit)
  • Thromboseprophylaxe nach Knie- und HüftersatzOP => 10mg (mit/ohne Nahrung)
  • in Kombo mit ASS: zur Prävention bei KHK oder PAVK => 2.5mg 2x/d (mit/ohne Nahrung)

Einnahme vergessen: Keine Dosis-Verdopplung, Dosis sofort nachholen!

Antidot: Andexanat Alfa

DOAK: orale Faktor IIa-Hemmer

Dabigatran (Pradaxa) -> was ist bei der EInnahme zu beachten? UAW?

Antidot?
 

Kapsel nicht kaufen/öffnen/zerbrechen! Einnahme der Pellets ohne Kapselhülle erhöht die BV um 37-75% -> Blutungsrisiko steigt!

=> Pradaxa (Dabigatran) muss beim Richten in dem Blister bleiben!

UAW: Dyspepsie (GIT-Blutungen), Blutungen, Übelkeit -> hoher Gehalt an Weinsäure, daher MIT DEM ESSEN!

Antidot: Praxbind - Idarucizumab

Heparin (Dalteparin)

Dosierungsstärken: 2500 IE, 5000 IE, 10000IE, 12500 IE, 15000IE, 18000 IE

=> welche Indikation mit welcher Dosierung?

Dosierungsstärke 2500-5000 IE -> VTE-Prophylaxe (tiefe Dosierung)

Dosierungsstärke ab 10000 IE -> VTE-Therapie

Heparin

HIT und UAWs

Wichtigste UAWs:

  • Blutungen
  • Allergische Reaktionen
  • HIT: Heparin-induzierte Thrombozytopenie*
  • Heparin-induzierte Hautnekrose
  • Osteoporose
  • Haarausfall
  • Hyperkaliämie

*HIT II Pathogenese: (Immunreaktion) Heparinexposition -> AK-Bildung gegen Komplex aus PF4 und Heparin -> Plättchenzerstörung durch Makrophagen und Thrombozytopenie / Plättchenaktivierung und venöse und arterielle Thrombose!

=> HIT II ist potentiell lebensgefährlich! Meist zw. 5. und 10. bzw 21. Therapietag [bis 3 Wo!!!]

HIT I und HIT II - was ist das? Unterschied?

HIT I: Geringe Abfälle der Thrombozytenzahl an den ersten Therapietagen, bei 10-30% der Heparinbehandelten, benigne Thrombozytopenie ohne AK-bildung, selbstlimitierend. Therapie muss nicht abgebrochen werden.

HIT II: Meist zwischen dem 5.-10. bzw 21. Therapietag (bis 3 Wochen!!!). Kontrolle der Thrombozytenzahl vor Beginn und während 3 Wochen (mind. 2x wöchentlich!).

Tiefe Venenthrombose TVT: Manifestation

v.a. Unter- und Oberschenkel

Typische Symptome: einseitige Schwellung des Beines oder entlang einer Beinvene, Spannungsgefühl/Schmerzen in einem Bein, Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bereich

=> TVT-Risiko kann mit dem Wells-Score beurteilt werden! Falls score >2 besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine TVT.

TVT: Verdachtsdiagnose

Welcher Test zur sicheren Diagnose?

TVT unwahrscheinlich

  • D-Dimere* -> negativ -> keine TVT
  • D-Dimere* -> positiv -> kompletter Venenultraschall 

TVT wahrscheinlich

  • Kompletter Venenultraschall

*D-Dimere: Fibrin-Spaltprodukte -> entstehen beim Abbau eines fibrinhaltigen Thrombus

 

TVT: Behandlung

  • Medikamentös
  • Nicht-medikamentös

Initialtherapie -> Erhaltungstherapie -> Verlängerte Erhaltungstherapie

zb mit Rivaroxaban (Xarelto): zuerst 2x15mg/d für 3 Wo, dann 1x20mg/d

Weitere Massnahmen: Mobilisierung, Kompressionstherapie (keine routinemässige Anwendung sonst postthrombotisches Syndrom), mind Kompressionsklasse 2, behandelt akute und chronische Symptome

Reisethrombose

  • Risikofaktoren
  • Allgemeine Empfehlungen

Lange Reisen (>8h, >6h) = schwacher Risikofaktor für Thromboembolie

Risikofaktoren für VTE:

  • Akute Krebserkrankung
  • Frühere VTE
  • Grosse operative Eingriffe während der letzten 4 Wochen
  • Nachgewiesene Thrombophilie
  • Eingeschränkte Mobilität
  • Schwangerschaft und post-partale Phase (bis 6 Wo nach der Geburt)
  • Alter, Adipositas, Östrogentherapie, grössere venöse Varizen, Herzerkrankung, sehr grosse/kleine Leute

Allg. Empfehlungen:

  • keine Indikation für routinemässigen Kompressionsstrumpf-Einsatz und Prophylaxe mit NMH
  • keine Aspirin-Prophylaxe
  • NICHT MEDIKAMENTÖS: Gangsitz, lockere Kleidung, Bewegung der unteren Extremitäten, genügend trinken, zurückhaltend mit Sedativa/Hypnotika (bewegungsloses Sitzen)

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