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S. G.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Behandlung von Hypertonie auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungen von Diuretika, RAAS-Blockern und Calciumkanalblockern, insbesondere Dihydropyridinen, sowie auf deren Interaktionen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie Hypokaliämie und Hyperkaliämie. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Ärzte, die sich mit der Pharmakotherapie von Bluthochdruck vertraut machen möchten, einschließlich der Kombination von Medikamenten und deren Auswirkungen auf Patienten.
Flashcards
15
Students
0
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
10.12.2019 / 09.01.2020

Flashcards

Arterielle Hypertonie: Komplikationen und Wirkung einer guten Blutdruckeinstellung

Komplikationen:

  • Herz: Koronare Herzkrankheit, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern
  • Gefässe: Aorenaneurysma, Aortendissektion, Koritsstenose
  • Niere: Hypertensive Nephropathie
  • Gehirn: Ischämische und hämorrhagische Insulte, Vaskuläre Demenz
  • Auge: Hypertensive Retinopathie

=> Eine gute Blutdruckeinstellung verhindert Endorganschäden und senkt die Mortalität! (Unterschied zu der Herzinsuffizienz, wo nur manche Medis die Mortalität senken und andere rein symptomatisch therapieren [Diuretika]).

Arterielle Hypertone: Einteilung

  • Primäre/essentielle Hypertonie
  • Sekundäre Hypertonie

Primäre: typischerweise Beginn im mittleren Alter, als Kombination aus Lebensstil und genetischen Faktoren

Sekundäre: typischerweise Beginn bei Jüngerenm keine familiäre Hypertonie-Anamnese mit klarer Ursache: zb renale oder endokrine Störungen, oder iatrogen zb orale Kontrazeptiva

=> Bei Patienten <40J: Abklärungen auf sekundäre Hypertonie

Hypertonie: Definition, Therapiebeginn, Ältere Patienten

Definition: ab 140/90 gilt es in Europa als Bluthochdruck

Therapiebeginn: je nach Blutdruck sofort oder nach einer gewissen Zeit (bei 130-139/85-89 zuerst mit Lifestylemodifikationen); in jedem Fall "lifestyle adice!"

Ältere Patienten: unter 80j. selbe Schwellenwerte wie für junge, sofern Therapie gut vertragen wird. Patienten über 80 Jahre wird ein Therapiebeginn erst bei syst. BD > 160mmHg empfohlen.

Blutdruck: Zielwerte

The lower the better?

Nein! Die Blutdruck-harmkurve hat eine J-Form! Das heisst, dass sowohl zu hohe als auch zu tiefe Blutdrücke schädlich sind, insbesondere bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit.

Generelle Blutdruckzielwerte [1. Schritt ]: < 140/90 mmHg

Bei guter Verträglichkeit der Therapie (ideales Endziel) [2. Schritt]: Patienten < 65j. 120-129/70-79mmHg ; Patienten > 65j. 130-139/70-79mmHg

Schwindel etc. können auftreten, daher ist man bei älteren Leuten weniger streng. Wenn der diastolische Blutdruck zu tief ist, dann werden die Kapillaren zu wenig gut durchblutet und das Risiko steigt wieder (J-Kurve!).

Aterielle Hypertonie: Therapieoptionen

Medikamentengruppen + Subgruppen

  • Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika, Aldosteron-Antagonisten)
  • RAAS-Blocker
    • ACE-Hemmer
    • AT-II-Antagonisten
    • Reninhemmer
  • Calciumkanalblocker (Dihydropyridine, Nicht-Dihydropydirine)
  • Betablocker (kardioselektiv, Nicht-kardioselektiv)

Hypertonie - Diuretika

Medis der 300er Liste

Hydrochlorthiazid (Esidrex) - Thiazide

Furosemid (Lasix) - Schleifendiuretika

Torasemid (Torem) - Schleifendiuretika

Spironolacton (Aldactone) - Aldosteronantagonist

HCT, Amilorid (Moduretic) - K+sparendes Diuretikum + Thiazid

Hypertonie  - RAAS-Blocker

Medis der 300er Liste

ACE-Hemmer:

  • Enalapril (Reniten)
  • Lisinopril (Zestril)

AT-II-Antagonisten:

  • Valsartan (Diovan)

Reninhemmer

  • Aliskiren (Rasilez)

Hypertonie: Calciumkanalblocker

 

Medis der 300er Liste

Amlodipin (Norvacsc) [Dihydropyridine]

Nifedipin (Nifedipin) [Dihydropyridine]

Verapamil (Isoptin) [Nicht-Dihydropyridine]

Diltiazem (Dilzem) [Nicht-Dihydropyridine]

Hypertonie - Betablocker

 

Medis der 300er Liste

Bisoprolol (Concor) [kardioselektiv]

Metoprolol (Beloc ZOK, Lopresor) [kardioselektiv]

Propanolol (Inderal) [nicht-kardioselektiv]

Carvedilol (Dilatrend) [b-Blocker und a-Blocker, nicht kardioselektiv]

Hypertonie : pharmakotherapeutische Grundprinzipien

  • Initialtherapie
  • Stufe 2
  • Stufe 3

NEU: Kombinationspräparate von Anfang an für die meisten Patienten (bessere Compliance)

Initialtherapie Duale Kombination: ACEi/ARB + CCB/Diuretikum

2. Stufe Triple Kombination ACEi/ARB + CCB + Diuretikum

3. Stufe Triple Kombination + Spironolacton /anderes Medi

Erstlinien Antihypertensiva: Wirkung, was geschieht?

Diuretika (Thiazide, Thiazid-Analoga, Schleifendiuretika): 

  • Flüssigkeit- und Elektrolytausscheidung ↑ → zirkulierendes Volumen ↓
  • Direkte Wirkung auf Gefässe →Vasodilatation

RAAS-Blocker (ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten [Sartane]):

  • Wirkungen von Angiotensin II ↓ →Vasodilatation, Myokard-Remodelling ↓, Katecholamine ↓
  • Wirkungen von Bradykinin↑ Vasodilatation, Zellwachstum ↓, Tc-Aggregation ↓
  • Aldosteron- und ADH-Produktion ↓ → leichte Diurese

Calciumkanal-Blocker (Dihydropyridine, Nicht-Dihydropyridine):

  • Calciumeinstrom in glatte Muskelzellen (Gefässe und Herz) ↓
  • Dihydropyridine: Wirkung v.a. auf Gefässe →Vasodilatation
  • Nicht-Dihydropyridine: Wirkung v.a. auf Herz → Kontraktionskraft ↓, AV-Überleitung ↓, Herzfrequenz ↓

Erstlinien-Antihypertensiva: Diuretika UAWs

Alle: Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushalts: Hyponatriämie, Dehydratation, Nierenfunktionsstörung

Thiazide und Schleifendiuretika: Hypokaliämie, Haut-Reaktionen, Photosensibilität, Vorsicht bei Sulfonamid-Allergie

Thiazide: Hypocalcämie, Hautkrebs?

Schleifendiuretika: Hypocalcämie, Hörstörungen, Tinnitus

Kaliumsparende Diuretika /Aldosteronantagonisten: Hyperkaliämie, GIT-UAW

Aldosteronantagonisten: Gynäkomastie

Hydrochlorthiazid und Hautkrebs?

Mutmasslicher Mechanismus: photosensibilisierende Wirkung von HCTZ

==> Sonnencrème auftragen! Jährliche Hautkontrolle beim Hautarzt.

 

Patienten, die HCTZ möglichst vermeiden sollten: junge Patienten, Patienten mit Hautkrebs in der Eigen- oder Familienanamnese, Patienten unter Immunsuppressiva

Diuretika - Interaktionen

Allgemein: Interaktionen mit Medikamenten, die die UAWs der Diuretika verstärken oder deren UAW durch Diuretika verstärkt werden. Bsp.:

  • Elektrolythaushalt: z.B. Medikamente die eine Hypokaliämie (LABA, Theophyllin, Kortikoide etc.) bzw. Hyperkaliämie (ACEH, A2A, Heparin, Cotrimoxazol etc.) oder eine Hyponatriämie verursachen (SSRI, Antiepileptika etc.)

===>>> Merke: Hypokaliämie ist ein Risikofaktor für Torsades de pointes

  • Nierenfunktionsstörungen: ACEH, Sartane, NSAID etc.
  • Digoxin: Merke: Eine Hypokaliämie kann zu vermehrten und verstärkten DigoxinUAWs führen. Hyperkaliämie vermindert Digitaliswirkung.
  • NSAID ->> diuretische Wirkung ↓ (verminderte GFR)

Wirkmechanismus der RAAS-Blocker (Kaskade aufzeichnen)

Angiotensinogen (Blut ) ----Renin (Niere)---> Angiotensin I (Blut) ----ACE (Lunge)--> Angiotensin II

Angiotensin II hat Wirkungen auf die Nebenniere und den ganzen Organismus:

  • Effekte von A II in ganzem Organismus: Gefässverengung, Blutdruckerhöhung, Hypertrophie am Herzen, Synthese von Aldosteron
  • Aldosteron in Nebenniere: Natriumretention, Wasserretention, Kaliumausscheidung

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