Hypertonie
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Lernkarten
Arterielle Hypertonie: Komplikationen und Wirkung einer guten Blutdruckeinstellung
Komplikationen:
- Herz: Koronare Herzkrankheit, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern
- Gefässe: Aorenaneurysma, Aortendissektion, Koritsstenose
- Niere: Hypertensive Nephropathie
- Gehirn: Ischämische und hämorrhagische Insulte, Vaskuläre Demenz
- Auge: Hypertensive Retinopathie
=> Eine gute Blutdruckeinstellung verhindert Endorganschäden und senkt die Mortalität! (Unterschied zu der Herzinsuffizienz, wo nur manche Medis die Mortalität senken und andere rein symptomatisch therapieren [Diuretika]).
Arterielle Hypertone: Einteilung
- Primäre/essentielle Hypertonie
- Sekundäre Hypertonie
Primäre: typischerweise Beginn im mittleren Alter, als Kombination aus Lebensstil und genetischen Faktoren
Sekundäre: typischerweise Beginn bei Jüngerenm keine familiäre Hypertonie-Anamnese mit klarer Ursache: zb renale oder endokrine Störungen, oder iatrogen zb orale Kontrazeptiva
=> Bei Patienten <40J: Abklärungen auf sekundäre Hypertonie
Hypertonie: Definition, Therapiebeginn, Ältere Patienten
Definition: ab 140/90 gilt es in Europa als Bluthochdruck
Therapiebeginn: je nach Blutdruck sofort oder nach einer gewissen Zeit (bei 130-139/85-89 zuerst mit Lifestylemodifikationen); in jedem Fall "lifestyle adice!"
Ältere Patienten: unter 80j. selbe Schwellenwerte wie für junge, sofern Therapie gut vertragen wird. Patienten über 80 Jahre wird ein Therapiebeginn erst bei syst. BD > 160mmHg empfohlen.
Blutdruck: Zielwerte
The lower the better?
Nein! Die Blutdruck-harmkurve hat eine J-Form! Das heisst, dass sowohl zu hohe als auch zu tiefe Blutdrücke schädlich sind, insbesondere bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit.
Generelle Blutdruckzielwerte [1. Schritt ]: < 140/90 mmHg
Bei guter Verträglichkeit der Therapie (ideales Endziel) [2. Schritt]: Patienten < 65j. 120-129/70-79mmHg ; Patienten > 65j. 130-139/70-79mmHg
Schwindel etc. können auftreten, daher ist man bei älteren Leuten weniger streng. Wenn der diastolische Blutdruck zu tief ist, dann werden die Kapillaren zu wenig gut durchblutet und das Risiko steigt wieder (J-Kurve!).
Aterielle Hypertonie: Therapieoptionen
Medikamentengruppen + Subgruppen
- Diuretika (Thiazide, Schleifendiuretika, Aldosteron-Antagonisten)
- RAAS-Blocker
- ACE-Hemmer
- AT-II-Antagonisten
- Reninhemmer
- Calciumkanalblocker (Dihydropyridine, Nicht-Dihydropydirine)
- Betablocker (kardioselektiv, Nicht-kardioselektiv)
Hypertonie - Diuretika
Medis der 300er Liste
Hydrochlorthiazid (Esidrex) - Thiazide
Furosemid (Lasix) - Schleifendiuretika
Torasemid (Torem) - Schleifendiuretika
Spironolacton (Aldactone) - Aldosteronantagonist
HCT, Amilorid (Moduretic) - K+sparendes Diuretikum + Thiazid
Hypertonie - RAAS-Blocker
Medis der 300er Liste
ACE-Hemmer:
- Enalapril (Reniten)
- Lisinopril (Zestril)
AT-II-Antagonisten:
- Valsartan (Diovan)
Reninhemmer
- Aliskiren (Rasilez)
Hypertonie: Calciumkanalblocker
Medis der 300er Liste
Amlodipin (Norvacsc) [Dihydropyridine]
Nifedipin (Nifedipin) [Dihydropyridine]
Verapamil (Isoptin) [Nicht-Dihydropyridine]
Diltiazem (Dilzem) [Nicht-Dihydropyridine]
Hypertonie - Betablocker
Medis der 300er Liste
Bisoprolol (Concor) [kardioselektiv]
Metoprolol (Beloc ZOK, Lopresor) [kardioselektiv]
Propanolol (Inderal) [nicht-kardioselektiv]
Carvedilol (Dilatrend) [b-Blocker und a-Blocker, nicht kardioselektiv]
Hypertonie : pharmakotherapeutische Grundprinzipien
- Initialtherapie
- Stufe 2
- Stufe 3
NEU: Kombinationspräparate von Anfang an für die meisten Patienten (bessere Compliance)
Initialtherapie Duale Kombination: ACEi/ARB + CCB/Diuretikum
2. Stufe Triple Kombination ACEi/ARB + CCB + Diuretikum
3. Stufe Triple Kombination + Spironolacton /anderes Medi
Erstlinien Antihypertensiva: Wirkung, was geschieht?
Diuretika (Thiazide, Thiazid-Analoga, Schleifendiuretika):
- Flüssigkeit- und Elektrolytausscheidung ↑ → zirkulierendes Volumen ↓
- Direkte Wirkung auf Gefässe →Vasodilatation
RAAS-Blocker (ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten [Sartane]):
- Wirkungen von Angiotensin II ↓ →Vasodilatation, Myokard-Remodelling ↓, Katecholamine ↓
- Wirkungen von Bradykinin↑ Vasodilatation, Zellwachstum ↓, Tc-Aggregation ↓
- Aldosteron- und ADH-Produktion ↓ → leichte Diurese
Calciumkanal-Blocker (Dihydropyridine, Nicht-Dihydropyridine):
- Calciumeinstrom in glatte Muskelzellen (Gefässe und Herz) ↓
- Dihydropyridine: Wirkung v.a. auf Gefässe →Vasodilatation
- Nicht-Dihydropyridine: Wirkung v.a. auf Herz → Kontraktionskraft ↓, AV-Überleitung ↓, Herzfrequenz ↓
Erstlinien-Antihypertensiva: Diuretika UAWs
Alle: Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushalts: Hyponatriämie, Dehydratation, Nierenfunktionsstörung
Thiazide und Schleifendiuretika: Hypokaliämie, Haut-Reaktionen, Photosensibilität, Vorsicht bei Sulfonamid-Allergie
Thiazide: Hypocalcämie, Hautkrebs?
Schleifendiuretika: Hypocalcämie, Hörstörungen, Tinnitus
Kaliumsparende Diuretika /Aldosteronantagonisten: Hyperkaliämie, GIT-UAW
Aldosteronantagonisten: Gynäkomastie
Hydrochlorthiazid und Hautkrebs?
Mutmasslicher Mechanismus: photosensibilisierende Wirkung von HCTZ
==> Sonnencrème auftragen! Jährliche Hautkontrolle beim Hautarzt.
Patienten, die HCTZ möglichst vermeiden sollten: junge Patienten, Patienten mit Hautkrebs in der Eigen- oder Familienanamnese, Patienten unter Immunsuppressiva
Diuretika - Interaktionen
Allgemein: Interaktionen mit Medikamenten, die die UAWs der Diuretika verstärken oder deren UAW durch Diuretika verstärkt werden. Bsp.:
- Elektrolythaushalt: z.B. Medikamente die eine Hypokaliämie (LABA, Theophyllin, Kortikoide etc.) bzw. Hyperkaliämie (ACEH, A2A, Heparin, Cotrimoxazol etc.) oder eine Hyponatriämie verursachen (SSRI, Antiepileptika etc.)
===>>> Merke: Hypokaliämie ist ein Risikofaktor für Torsades de pointes
- Nierenfunktionsstörungen: ACEH, Sartane, NSAID etc.
- Digoxin: Merke: Eine Hypokaliämie kann zu vermehrten und verstärkten DigoxinUAWs führen. Hyperkaliämie vermindert Digitaliswirkung.
- NSAID ->> diuretische Wirkung ↓ (verminderte GFR)
Wirkmechanismus der RAAS-Blocker (Kaskade aufzeichnen)
Angiotensinogen (Blut ) ----Renin (Niere)---> Angiotensin I (Blut) ----ACE (Lunge)--> Angiotensin II
Angiotensin II hat Wirkungen auf die Nebenniere und den ganzen Organismus:
- Effekte von A II in ganzem Organismus: Gefässverengung, Blutdruckerhöhung, Hypertrophie am Herzen, Synthese von Aldosteron
- Aldosteron in Nebenniere: Natriumretention, Wasserretention, Kaliumausscheidung