Pharmakologie

Pharmakologie: Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen

Pharmakologie: Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen


G. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Pharmakologie auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie die Klassifizierung von Arzneimitteln nach dem ATC-Code, die therapeutische Breite, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik, sowie die Unterscheidung von Arzneimitteln nach Wirkung und Form ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten und ein tiefes Verständnis der Wirkungsweise und Anwendung von Medikamenten erlangen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
24.06.2019 / 24.06.2019

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Allgemeine Pharmakologie

    ● untersucht
        ❏ die generellen Prinzipien der Wechselwirkung zwischen Arzneistoff und Organismus,
        ❏ unabhängig vom Arzneimittel.

    ● Ziel ist der Versuch,
        ❏ die Gesetzmässigkeiten allgemein zu formulieren,
        ❏ denen Pharmaka zur Entfaltung ihrer Wirkungen folgen müssen.

Arzneimittel

● Ein Arzneimittel ist
        ❏ ein Wirkstoff oder eine Wirkstoffkombination,
        ❏ die zur Therapie oder Prophylaxe von Krankheiten bestimmt ist,
        ❏ physiologische Funktionen beeinflusst oder
        ❏ eine medizinische Diagnose ermöglicht.

Arzneimittel - Naturstoffe

sind Stoffe, die von lebenden Organismen wie Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen
       produziert werden.

Arzneimittel aus Naturstoffen 

❏ Antibiotika
           
➤Antibiotika sind Substanzen, die einen hemmenden Einfluss auf den Stoffwechsel von
               Mikroorganismen haben und so deren Vermehrung oder Weiterleben unterbinden.

        ❏ Zytostatika
           
➤ sind natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die
                Zellteilung hemmen.
        ❏ Immunsuppressiva
         
  ➤ sind Substanzen, welche die Funktionen des Immunsystems vermindern.
                Immunsuppressiv wirkende Medikamente werden z. B. bei folgenden Indikationen
                angewendet: Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen nach einer Gewebs- oder
                Organtransplantation. 

Arzneimittel haben drei Bezeichnungsmöglichkeiten:

❏ Chemische Bezeichnung:

➤ Beispiel: 5-Phenyl-5-Äthylbarbitursäure ➤ genaue Bezeichnung des chemischen Wirkstoffes

❏ INN International Nonproprietary Name:

➤ nach Prüfung durch WHO Weltgesundheitsorganisation auf Vorschlag des Herstellers vergeben (syn. 'Generic name' z.B. Phenobarbital)

❏ Spezialitäten- oder Handels-Name:

➤ geschützter Warenname des Herstellers (z.B. Luminal R).

➤ Kennzeichnet die abgabefertige Formulierung einschliesslich aller verwandten Hilfsstoffe

ATC Code - die Unterteilung

erfolgt in 5 Ebenen (Levels)

  • Level 1 anatomische Gruppe
  • Level 2: Therapeutische Hauptgruppe ➤ 2 Ziffern
  • Level 3: Therapeutische/pharmakologische Untergruppe ➤ ein Buchstabe
  • Level 4: chemisch/therapeutisch/pharmakologische Untergruppe ➤ ein Buchstabe
  • Level 5: Untergruppe der chemischen Substanz ➤ 2 Ziffern

ATC Code Begriff

Anatomisch-Therapeutisch-Chemische Klassifikationssystem

❏ offiziell Anatomical Therapeutic Chemical ist eine 1976 von der European Pharmaceutical Market Research Association (EPhMRA) entwickelte, 1990 dann vom Collaborating Centre for Drug Statistics der Weltgesundheitsorganisation adaptierte und offiziell herausgegebene internationale Klassifikation für Arzneistoffe.

ATC Code Unterschied zu ATCvet Code

In den meisten Fällen wurden für die Klassierung eines Präparates im ATCvet System ein bereits existierender ATC Code aus der Humanmedizin übernommen.

❏ Der ATCvet Code besteht in diesen Fällen aus dem ATC Code und dem zusätzlichen Buchstaben Q, der dem ATC Code vorangestellt wird.

❏ In einigen Fällen wurden mangels passender ATC Codes spezifische ATCvet Codes geschaffen: zum Beispiel antibakterielle Präparate für die intramammäre Anwendung (QJ51).

Chronopharmakologie

● beschäftigt sich mit der Untersuchung von periodisch wiederkehrenden und zeitlich
       vorhersagbaren Schwankungen
der Wirkung und der Pharmakokinetik von Arzneimitteln
       bei Menschen und Tieren.

die Anwendung von Arzneimittel lässt sich verschiedenen Kategorien unterteilen:

Unterscheidung nach der

  • Wirkung
  • Wirkstoffzusammensetzung
  • Form
  • Herstellung

Enantiomere

Als Enantiomere bezeichnet man zu den Stereoisomeren gehörige Moleküle, die sich wie
       
❏ Spiegelbilder zueinander verhalten und
        ❏ nicht durch Drehen von Bindungen ineinander überführt werden können.

    ● Enantiomere werden nach der Fischer-Konvention als
        ❏ "D-" Varianten (für "dexter" = rechtsdrehend) und
        ❏ "L-" Varianten (für "laevus" = linksdrehend) bezeichnet.
        ❏ Gemische von Enantiomeren im Verhältnis 1:1 nennt man Racemate.

Galenik

Galenik ist die Wissenschaft von der Herstellung von Arzneimitteln. Es handelt sich hierbei um eine ältere, jedoch noch immer häufig verwendete Bezeichnung für pharmazeutische Technologie.

Ein Wirkstoff ist noch nicht gleich ein Arzneimittel.

❏ Bevor ein Arzneimittel "fix und fertig" in der Apotheke an den Verbraucher abgegeben werden kann, muss der Wirkstoff in eine entsprechende Form gebracht werden.

❏ Diese Form herzustellen, ist Aufgabe der Galenik.

Die Galenik oder pharmazeutische Technologie ist

❏ die Lehre von den Arzneiformen.

❏ Sie ist nach dem griechischen Arzt Galen benannt.

Die Galenik beschäftigt sich mit der Verarbeitung eines Wirkstoffes und der Formgebung in

❏ dosierfähige

❏ gebrauchsfertig verpackte Arzneimittelzubereitungen und

❏ deren technische Prüfung.

Geringe therapeutische Breite - Definition

Von geringer therapeutischer Breite wird gesprochen,

❏ wenn die effektive Dosis nahe der toxischen Dosis liegt.

❏ Solche Arzneimittel müssen somit sorgfältig überwacht werden.

Gift

Unter einem Gift versteht man einen organischen oder anorganischen Stoff, der einem LebewesenSchaden zufügen kann, indem er dessen Stoffwechselvorgänge negativ beinflusst und sogar - mehr oder weniger rasch - zum Tode führen kann.

Allerdings ist die Eingrenzung, ab wann ein Stoff "Gift" genannt werden kann, nicht immer einfach. Oft ist die Giftigkeit eines Stoffes nicht per se ersichtlich, sondern von dessen Menge bzw. Dosis abhängig.

Die Teilmenge der Gifte, die selbst von Lebewesen (z.B. Bakterien) produziert wird, nennt man Toxine.

Klinische Pharmakologie

Lehre von
        ❏ der Wirkung von Arzneimitteln
        ❏ bei Anwendung am Menschen oder am Tier
            ➤ Pharmakotherapie

Klinische Toxikologie

beschäftigt sich mit der Diagnose und Therapie akuter und chronischer Vergiftungen.

Pharmakodynamik Definition

Die Pharmakodynamik untersucht die biologische Wirkung eines Arzneimittels auf den Organismus.

Wichtig dabei sind

❏ Die Dosis des Pharmakons, beziehungsweise seine Konzentration

❏ Das Rezeptorverhalten, beziehungsweise das Ansprachen des Organismus auf die verabreichte Dosis des Pharmakons.

Pharmakodynamik behandelt folgende Aspekte

❏ Wirkungsweise von Pharmaka

❏ Dosis-Wirkungs-Beziehung

❏ Wirkmechanismus

Pharmakogenetik

● behandelt die Erforschung des Einflusses der unterschiedlichen genetischen Ausstattung
       von Patienten auf die Wirkung von Arzneimitteln.

Pharmakokinetik Definition

erklärt wie und wo sich ein Arzneistoff im Körper verteilt, verändert und ausgeschieden wird

„was macht der Körper mit der Substanz“

beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt.

Untersuchte Frage:

❏ Was macht der Körper mit der Substanz?

Die aus dem Englischen abgeleitete Abkürzung LADME fasst diese Vorgänge zusammen:

  • Liberation ➤ Freisetzung
  • Absorption ➤ Aufnahme in die Blutbahn
  • Distribution ➤ Verteilung im Organismus
  • Metabolismus Excretion ➤ Verstoffwechselung
  • Elimination ➤ Ausscheidung

Pharmakologie

Die Pharmakologie ist die Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen (biologische Systeme).

Pharmakotherapie

Pharmakotherapie bezeichnet man
        ❏ die Behandlung von Erkrankungen mit Hilfe von Arzneimitteln.
        ❏ Sie ist ein Teil der so genannten "konservativen Therapie".
        ❏ Die konkrete Ausführung der Pharmakotherapie ist die Medikation.

Phytopharmaka – pflanzliche Arzneimittel

Der Begriff Phytopharmaka (Singular Phytopharmakon) leitet sich von den griechischen Bezeichnungen phytón für Pflanze und phármakon für Arzneimittel ab. Ganz allgemein handelt es sich also um pflanzliche Arzneimittel. Gemeint sind zum Beispiel getrocknete Pflanzenteile, auch Arzneidrogen genannt, wie etwa Blätter, Blüten, Rinden oder Wurzeln. Diese werden häufig als Tee zubereitet, wie beispielsweise Orangenblüten mit heissem Wasser als Beruhigungsmittel.

Racemat

Als Racemat bezeichnet man in der Stereochemie ein Substanzgemisch, das
        ❏ aus zwei verschiedenen chemischen Stoffen besteht,
        ❏ deren Moleküle wie Bild und Spiegelbild aufgebaut sind und
        ❏ die im Verhältnis 1:1 vorliegen.

Spezielle Pharmakologie

untersucht
        ❏ die spezifische Verhaltensweise einzelner Pharmaka und
        ❏ die entsprechenden Reaktionen des Organismus.

Therapeutische Breite - Definition

Die therapeutische Breite gibt Auskunft über die Anwendungssicherheit eines Medikaments. Sie gibt das Verhältnis von wirksamer Dosierung (ED50) zu tödlicher Dosierung (LD50) an.

Die therapeutische Breite gibt den Abstand zwischen minimal wirksamer und toxischer Dosis an.

❏ Je enger die therapeutische Breite, desto schwieriger wird das Einstellen der richtigen Dosis, bei der die Wirkung optimal ist und noch keine Vergiftungssymptome auftreten.

Toxikologie

❏ Sie untersucht die schädlichen Wirkungen auf den menschlichen oder tierischen Körper
            ➤ Vergiftung

Unterscheidung von Arzneimittel nach der Wirkung

❏ kausal ➤ z.B. Antibiotika bei Infektion

❏ symptomatisch ➤ z.B. Analgetika zur Schmerzmilderung

❏ prophylaktisch ➤ z.B. Chemotherapeutika bei Tropenkrankheiten, Schutzimpfung

❏ Substitution ➤ z.B. Ausgleich Mineralverluste, Blutersatz

❏ diagnostisch ➤ z.B. Röntgenkontrastmittel, Isotopen-Speicherungstests

❏ unspezifischer Reiz ➤ z.B. lokale Anwendung durchblutungsfördernder Salben bei Gelenkentzündung

Verschiedene Formen der Applikationen von Arzneimitteln

Unterscheidung nach der Form

  • Tabletten
  • Dragees
  • Kapseln
  • Zäpfchen
  • Sirup
  • Salbe
  • Spot On
  • Infusionslösung
  • Inhalationspräparate

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