Pharmakologie
Pharmakologie: Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen
Pharmakologie: Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen
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Flashcards
Allgemeine Pharmakologie
● untersucht
❏ die generellen Prinzipien der Wechselwirkung zwischen Arzneistoff und Organismus,
❏ unabhängig vom Arzneimittel.
● Ziel ist der Versuch,
❏ die Gesetzmässigkeiten allgemein zu formulieren,
❏ denen Pharmaka zur Entfaltung ihrer Wirkungen folgen müssen.
Arzneimittel
● Ein Arzneimittel ist
❏ ein Wirkstoff oder eine Wirkstoffkombination,
❏ die zur Therapie oder Prophylaxe von Krankheiten bestimmt ist,
❏ physiologische Funktionen beeinflusst oder
❏ eine medizinische Diagnose ermöglicht.
Arzneimittel - Naturstoffe
sind Stoffe, die von lebenden Organismen wie Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen
produziert werden.
Arzneimittel aus Naturstoffen
❏ Antibiotika
➤Antibiotika sind Substanzen, die einen hemmenden Einfluss auf den Stoffwechsel von
Mikroorganismen haben und so deren Vermehrung oder Weiterleben unterbinden.
❏ Zytostatika
➤ sind natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die
Zellteilung hemmen.
❏ Immunsuppressiva
➤ sind Substanzen, welche die Funktionen des Immunsystems vermindern.
Immunsuppressiv wirkende Medikamente werden z. B. bei folgenden Indikationen
angewendet: Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen nach einer Gewebs- oder
Organtransplantation.
Arzneimittel haben drei Bezeichnungsmöglichkeiten:
❏ Chemische Bezeichnung:
➤ Beispiel: 5-Phenyl-5-Äthylbarbitursäure ➤ genaue Bezeichnung des chemischen Wirkstoffes
❏ INN International Nonproprietary Name:
➤ nach Prüfung durch WHO Weltgesundheitsorganisation auf Vorschlag des Herstellers vergeben (syn. 'Generic name' z.B. Phenobarbital)
❏ Spezialitäten- oder Handels-Name:
➤ geschützter Warenname des Herstellers (z.B. Luminal R).
➤ Kennzeichnet die abgabefertige Formulierung einschliesslich aller verwandten Hilfsstoffe
ATC Code - die Unterteilung
erfolgt in 5 Ebenen (Levels)
- Level 1 anatomische Gruppe
- Level 2: Therapeutische Hauptgruppe ➤ 2 Ziffern
- Level 3: Therapeutische/pharmakologische Untergruppe ➤ ein Buchstabe
- Level 4: chemisch/therapeutisch/pharmakologische Untergruppe ➤ ein Buchstabe
- Level 5: Untergruppe der chemischen Substanz ➤ 2 Ziffern
ATC Code Begriff
Anatomisch-Therapeutisch-Chemische Klassifikationssystem
❏ offiziell Anatomical Therapeutic Chemical ist eine 1976 von der European Pharmaceutical Market Research Association (EPhMRA) entwickelte, 1990 dann vom Collaborating Centre for Drug Statistics der Weltgesundheitsorganisation adaptierte und offiziell herausgegebene internationale Klassifikation für Arzneistoffe.
ATC Code Unterschied zu ATCvet Code
In den meisten Fällen wurden für die Klassierung eines Präparates im ATCvet System ein bereits existierender ATC Code aus der Humanmedizin übernommen.
❏ Der ATCvet Code besteht in diesen Fällen aus dem ATC Code und dem zusätzlichen Buchstaben Q, der dem ATC Code vorangestellt wird.
❏ In einigen Fällen wurden mangels passender ATC Codes spezifische ATCvet Codes geschaffen: zum Beispiel antibakterielle Präparate für die intramammäre Anwendung (QJ51).
Chronopharmakologie
● beschäftigt sich mit der Untersuchung von periodisch wiederkehrenden und zeitlich
vorhersagbaren Schwankungen der Wirkung und der Pharmakokinetik von Arzneimitteln
bei Menschen und Tieren.
die Anwendung von Arzneimittel lässt sich verschiedenen Kategorien unterteilen:
Unterscheidung nach der
- Wirkung
- Wirkstoffzusammensetzung
- Form
- Herstellung
Enantiomere
Als Enantiomere bezeichnet man zu den Stereoisomeren gehörige Moleküle, die sich wie
❏ Spiegelbilder zueinander verhalten und
❏ nicht durch Drehen von Bindungen ineinander überführt werden können.
● Enantiomere werden nach der Fischer-Konvention als
❏ "D-" Varianten (für "dexter" = rechtsdrehend) und
❏ "L-" Varianten (für "laevus" = linksdrehend) bezeichnet.
❏ Gemische von Enantiomeren im Verhältnis 1:1 nennt man Racemate.
Galenik
Galenik ist die Wissenschaft von der Herstellung von Arzneimitteln. Es handelt sich hierbei um eine ältere, jedoch noch immer häufig verwendete Bezeichnung für pharmazeutische Technologie.
Ein Wirkstoff ist noch nicht gleich ein Arzneimittel.
❏ Bevor ein Arzneimittel "fix und fertig" in der Apotheke an den Verbraucher abgegeben werden kann, muss der Wirkstoff in eine entsprechende Form gebracht werden.
❏ Diese Form herzustellen, ist Aufgabe der Galenik.
Die Galenik oder pharmazeutische Technologie ist
❏ die Lehre von den Arzneiformen.
❏ Sie ist nach dem griechischen Arzt Galen benannt.
Die Galenik beschäftigt sich mit der Verarbeitung eines Wirkstoffes und der Formgebung in
❏ dosierfähige
❏ gebrauchsfertig verpackte Arzneimittelzubereitungen und
❏ deren technische Prüfung.
Geringe therapeutische Breite - Definition
Von geringer therapeutischer Breite wird gesprochen,
❏ wenn die effektive Dosis nahe der toxischen Dosis liegt.
❏ Solche Arzneimittel müssen somit sorgfältig überwacht werden.
Gift
Unter einem Gift versteht man einen organischen oder anorganischen Stoff, der einem LebewesenSchaden zufügen kann, indem er dessen Stoffwechselvorgänge negativ beinflusst und sogar - mehr oder weniger rasch - zum Tode führen kann.
Allerdings ist die Eingrenzung, ab wann ein Stoff "Gift" genannt werden kann, nicht immer einfach. Oft ist die Giftigkeit eines Stoffes nicht per se ersichtlich, sondern von dessen Menge bzw. Dosis abhängig.
Die Teilmenge der Gifte, die selbst von Lebewesen (z.B. Bakterien) produziert wird, nennt man Toxine.
Klinische Pharmakologie
Lehre von
❏ der Wirkung von Arzneimitteln
❏ bei Anwendung am Menschen oder am Tier
➤ Pharmakotherapie
Klinische Toxikologie
beschäftigt sich mit der Diagnose und Therapie akuter und chronischer Vergiftungen.
Pharmakodynamik Definition
Die Pharmakodynamik untersucht die biologische Wirkung eines Arzneimittels auf den Organismus.
Wichtig dabei sind
❏ Die Dosis des Pharmakons, beziehungsweise seine Konzentration
❏ Das Rezeptorverhalten, beziehungsweise das Ansprachen des Organismus auf die verabreichte Dosis des Pharmakons.
Pharmakodynamik behandelt folgende Aspekte
❏ Wirkungsweise von Pharmaka
❏ Dosis-Wirkungs-Beziehung
❏ Wirkmechanismus
Pharmakogenetik
● behandelt die Erforschung des Einflusses der unterschiedlichen genetischen Ausstattung
von Patienten auf die Wirkung von Arzneimitteln.
Pharmakokinetik Definition
erklärt wie und wo sich ein Arzneistoff im Körper verteilt, verändert und ausgeschieden wird
„was macht der Körper mit der Substanz“
beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt.
Untersuchte Frage:
❏ Was macht der Körper mit der Substanz?
Die aus dem Englischen abgeleitete Abkürzung LADME fasst diese Vorgänge zusammen:
- Liberation ➤ Freisetzung
- Absorption ➤ Aufnahme in die Blutbahn
- Distribution ➤ Verteilung im Organismus
- Metabolismus Excretion ➤ Verstoffwechselung
- Elimination ➤ Ausscheidung
Pharmakologie
Die Pharmakologie ist die Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen (biologische Systeme).
Pharmakotherapie
Pharmakotherapie bezeichnet man
❏ die Behandlung von Erkrankungen mit Hilfe von Arzneimitteln.
❏ Sie ist ein Teil der so genannten "konservativen Therapie".
❏ Die konkrete Ausführung der Pharmakotherapie ist die Medikation.
Phytopharmaka – pflanzliche Arzneimittel
Der Begriff Phytopharmaka (Singular Phytopharmakon) leitet sich von den griechischen Bezeichnungen phytón für Pflanze und phármakon für Arzneimittel ab. Ganz allgemein handelt es sich also um pflanzliche Arzneimittel. Gemeint sind zum Beispiel getrocknete Pflanzenteile, auch Arzneidrogen genannt, wie etwa Blätter, Blüten, Rinden oder Wurzeln. Diese werden häufig als Tee zubereitet, wie beispielsweise Orangenblüten mit heissem Wasser als Beruhigungsmittel.
Racemat
Als Racemat bezeichnet man in der Stereochemie ein Substanzgemisch, das
❏ aus zwei verschiedenen chemischen Stoffen besteht,
❏ deren Moleküle wie Bild und Spiegelbild aufgebaut sind und
❏ die im Verhältnis 1:1 vorliegen.
Spezielle Pharmakologie
untersucht
❏ die spezifische Verhaltensweise einzelner Pharmaka und
❏ die entsprechenden Reaktionen des Organismus.
Therapeutische Breite - Definition
Die therapeutische Breite gibt Auskunft über die Anwendungssicherheit eines Medikaments. Sie gibt das Verhältnis von wirksamer Dosierung (ED50) zu tödlicher Dosierung (LD50) an.
Die therapeutische Breite gibt den Abstand zwischen minimal wirksamer und toxischer Dosis an.
❏ Je enger die therapeutische Breite, desto schwieriger wird das Einstellen der richtigen Dosis, bei der die Wirkung optimal ist und noch keine Vergiftungssymptome auftreten.
Toxikologie
❏ Sie untersucht die schädlichen Wirkungen auf den menschlichen oder tierischen Körper
➤ Vergiftung
Unterscheidung von Arzneimittel nach der Wirkung
❏ kausal ➤ z.B. Antibiotika bei Infektion
❏ symptomatisch ➤ z.B. Analgetika zur Schmerzmilderung
❏ prophylaktisch ➤ z.B. Chemotherapeutika bei Tropenkrankheiten, Schutzimpfung
❏ Substitution ➤ z.B. Ausgleich Mineralverluste, Blutersatz
❏ diagnostisch ➤ z.B. Röntgenkontrastmittel, Isotopen-Speicherungstests
❏ unspezifischer Reiz ➤ z.B. lokale Anwendung durchblutungsfördernder Salben bei Gelenkentzündung
Verschiedene Formen der Applikationen von Arzneimitteln
Unterscheidung nach der Form
- Tabletten
- Dragees
- Kapseln
- Zäpfchen
- Sirup
- Salbe
- Spot On
- Infusionslösung
- Inhalationspräparate