Analgetika
BsC Pflege, 2. Semester
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Cartes-fiches
Was ist Schmerz?
- ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis
- durch tatsächlichen oder möglichen Gewebeschäden
- Schmerzen als biologisches Phänomen ist
- ein Symptom für den Arzt
- ein Warnsignal für den Patient
- Schmerz kann sich als Schmerzkrankheit manifestieren
Merkmale des Akuten Schmerzes
- Dauer: wenige Tage, < 1 Monat
- Auslösung: Verletzung oder Schädigung
- Intensität: kerrleirt mit Stimulus
- Prognose/Behandlung: selbstlimitierend, Behandlung meist problemlos
- Begleiterscheinung:
- vegetative Zeichen: BD Anstieg, Schwitzen, Tachykardie, Vasokonstriktion...
- Funktion: Warn und Schutzfunktion
- lokalisation: klar bestimmbar
Merkmale des chronischen Schmerzes
- Dauer: über 6 Monate
- Auslösung: Abgekoppelt von initialen Ereignis, eigenständige Erkrankungen
- Intensität: korreliert nicht mehr mit Stimulus
- Prognose:
- ungünstig ohne therapeutische Interventionen
- oft schwer behandelbar
- Begleiterscheinungen
- Schlafstörunge, Depression, Obstipation, soziale Isolation, sinkende Lebensqualität, Persönlichkeitsveränderung
- Funktion: keine Funktion
- Lokalisation: erschwerte Lokalisation
Einteilung nach Pathogenese
Nozizeptoreschmerz
- schmerz durch Nozizeptoraktivierung
- Bsp: somatisch: oberflächlich oder Tief, viszeral (innere Organe)
Neuropathischer Schmerz
- schmerz durch Schädigung peripherer Nerven oder des ZNS
- Bsp. Post- Zoster- Neuralgie, Phantomschmerz
Nicht somatisch bedingte Schmerzen
- Schmerz durch psychologisch Mechanismen
- Bst: Konflikte, Verlusterlebnisse, Stressbewältigung
- Hinweis: MErkmale wie wechselnde Lokalisation, unklare Schmerzstörke und qualität, ständiger Schmerz und atypische Reaktionen auf Arzneimittel
Schmerzerfassung
- Wo: Lokalisation und Ausstrahlung
- Wie: Qualität und Intensität
- Wann: Zeitlicher Verlauf
- Wodruch; modulierende Faktoren
- Waru,: Kausalzusammenhänge
- Begleitbeschwerden: Übelkeit, Obstipation, Unruhe etc
Allodynie
Schmerzaslösung durch Reiz, der normalerweise keinen schmezr auslöst
z.B Druck, Berührung
Hypalgesie
verminderte Schmerzempfindung
Hyperalgesie
gesteigerte Schmerzempfindung
Neuralige
Schmerzsyndrome, die auf Ausbreitungsgebiete eiens Nervs begrenzt sind
Analgesie
Ausschalten von SChmerzen
Noxe
Stoff oder Umstand, der eine schädigende, pathogene Wirkung auf einen Organismus oder ein Körperorgan ausübt
Nozizeptor
freie sensorische Nervenendigung, die eine Gewebsschädigung/Verletzung infolge thermischer, chemischer oder mechanischer Noxen in Aktionspotentiale umwandelt
NSAR
nicht steroidales Antirheumatikum
NSAID
non- steroidal anti flammatory drugs
Analgetikum
- Als Analgetika bezeichnet man Arzneimittel, die eine schmerzstillende oder schmerzlindernde Wirkung besitzen
- Zur Behandlung von akuten oder chronischen Schmerzen eingesetzt
Schmerzentstehung
- Noxe: mechanisch thermisch, chemisch, entzündlich
- Gewebe: Bildung und Freisetzung schmerzerzeugender Mediatoren:
- Prostaglandine, Bradykinin, Serotionin, Neuropeptide
- Nozizeptor
- Änderung des Membranenpotentials und Umwandlung der Schmerzpotentiale in Aktionspotentiale
- afferente NErvenfasern
- Fortleitung der Reize über schnelle A Fasern (stechend) und langsame C Fasern (bohrende Qualität)
- Rückenmark: spinale Transmission
- Suprastpinales ZNS:
- Schmerzwahrnehmung, Schmerzlokalisation, SChmerzerleben, Schmerzbewerten
- Schmerz
Umschaltstellen während der Schmerzentstehung
- Umschaltstelle: Rückenmark
- Übertragung der Schmerzimpulse auf Leitungsbahn des ZNS
- verlaufen im RM und enden im Gehrin
- Umschaltstelle: Gehirn
- Wahrnehmung der schmerzhaften Körperstelle
- Reaktion = Schmerzempfinden
- Absteigende Bahnen
- Kontrolle der Erregung an der ersten Synapse im Rückenmark
Hemmung der Nozizeption am peripheren Nervensystem
- Cox - Hemmer
- inhibieren die PG- E Synthese
- PG = Prostaglandine
- Lokallanästhetika:
- hemmen Na+ Kanäle
- betrifft die Erregungsweiterleitung am Nerv
- capsaicin:
- blockieren den Vanilloid Rezeptor
- Opioide
- hemmen die Sensiblisierung des Vanilloid Rezeptors
physiologische und Pathologische Funktionen der Cyclooxygenase
- COX-1: konstitutiv, physiologisch
- TXA2 Thrombozyten Aggregation
- PGE2:
- Niere: Aufrechterhaltung der Funktion
- Magen, Darm: Schleimhautschutz
- PGF2: Uterus: Weheninduktion, Nidation
- COX- 2: konstitutiv- induzierbar, Physiologisch
- PGI2: Niere
- PGE2: Magenschleimhaut
- PGE2, PGF: Uterus
- COX2: induzierbar, pathophysiologisch
- PGE2: Gewebeverletzung: Entzüdung, Fieber, Schmerzen
Pharmakologische Angriffspunkte
- Verstärkung der endogenen Schmerzhemmung (ZNS)
- Opioide, NSAR
- Hemmung der neuronalen Erregung an den Schmerzrezeptoren
- Lokalanästhetika, NSAR, Opioide, Capsaicin, etc.
- Hemmung von Entzündungsprozessen
- NSAR, Glucokortikoide
- Spasmolyse/Muskelrelaxation
- Muskelrelaxantien
- Hemmung kranialer Gefässspasmen
- Triptane
Wirkungsmechanismen der Nicht opioid Analgetika
- Cox Hemmer
- Vermindern durch Hemmung der Cyclooxygenase die Prostaglandin Synthese
Wirkung und Nebenwirkung der Nicht opioid Analgetika
- Wirkung deruch Hemmung der COX2
- analgetisch
- atnypretisch: fiebersenkend
- antiphlogistisch: entzündungshemmend
- spasmolytisch: krampflösend
- Nebenwirkungen durch Hemmug der COX1 und der COX2
- pharmakodynamische Unterschiede bestimmen die unterschieldichen Nebenwirkungen
Einteilung der Wirkstoffen der Nicht Opioid Analgetika nach Gruppen
- bevorzugte COX-1-Hemmer Bsp. Ibuprofen
- bevorzugte COX-2-Hemmer Bsp. Paracetamol
- unselektive COX-Hemmer Bsp. Metamizol
- selektive COX-2-Hemmer Bsp. Celecoxib
Analgetische Wirkung der Nicht Opioid Analgetika
COX-Hemmer bewirken eine verminderte Prostaglandin-induzierte Hyperalgesie
Antipyretische Wirkung der Nicht opioid Analgetika
Pyrogene (fieberauslösende Stoffe) bewirken eine Prostaglandinbildung --> Temperaturanstieg -> COX-Hemmer --> Prostaglandin-Produktion ↓ --> Fieber ↓
Antiphlogistische Wirkung der Nicht Opioid Analgetika
- Entzündungsgebiet hat sauren pH
- Saure Analgetika:
- penetrieren gut in Entzündungsgebiet
- gute antiphlogistische Wirkung
- Bsp.: Acetylsalicyzlsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac, etc.
- Paracetamol / Metamizol:
- erreichen kaum wirksame Spiegel im Entzündungsgebiet
- keine antiphlogistisch Wirkung
Dosis Wirkungsbeziehung der Nicht- Opioid Analgetika
- Analgesie/ Anttinflamation
- tiefe Dosis = niedrige COX Hemmung --> schwache Analgesie/ Antiinflamation
- hohe Dosis = 100% COX Hemmung --> maximale Analgesie/Antiinflamation
- Thrombocytenaggregationshemmung
- Alles oder nichts Prinzip
- COX-1 muss permanent zu > 95% gehemmt sein
Indikationen der Nicht Opiod Analgetika
- Verschiedene Schmerzzustände
- Knochenschmerzen
- muskoloskeletale Schmerzen
- Tumorschmerzen
- Knopfschmerzen
- Dysmenorrhoe (kein ASS)
- postoperative schmerzen, posttraumatische Schmerzen
- Entzündliche Erkankungen
- nicht PAracetamol und Metamizol
- ASS: Thrombozytneaggregationshemmung
- Fieber
Nebenwirkungen der saueren Analgetika
- Gastrointestinale Störungen
- GI Blutung, Perforation, Ulcus, Diarrhoe
- Nierenfunktionsstörung
- Thrombozytenaggregationshemmung
- kardiovaskuläre Ereignisse
- ZNS: Schwindel, Kopfschmerzen
- Hautreaktion
- Bronchokonstriktion
Nebenwirkung der nicht sauren Nicht Opioid Analgetika
- Paracetamol
- hepato-/ nephrotoxisch bei Überdosierung/ Organinsuffizient
- Hautreaktion
- Metamizol
- Agranulozytose
- Hypotonie bei zu schneller i.V Injektion
- Hautreaktion
Nebenwirkung der selektiven COX2 Hemmer der Nicht Opioid Analgetika
- kardiovaskuläre Ereignisse
- ZNS
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Hautreaktionen
Risikofaktoren der GI Blutungen
- Alter > 65 Jahre
- Hochdosis NSAR Therapie
- unkompliziertes Ulcus in der Vergangenheit
- Co-Medikatoin von Aspirin (auch Tiefdosis von 100mg/d), Glucokortikoiden, Antikoagulantien, SSRI
- e nach Risikosituation PPI (=Protonenpumpenblocker) dazu geben
- Beispiele: Pantozol, Nesum, Apopton
Wirkung der PPI (Protonenpumpenhemmer)
- PPIs hemmen nur die aktiven durch eine Mahlzeit stimulierte Protonen Pumpen
- Cave: bei Einnahme während einer langen Nüchternphase werden die Protonenpumpen nicht gehemmt
- Einnahme: am besten 1h vor der Mahlzeit einnehmen
Interaktionen der Nicht Opioid Analgetika
- Antikoagulantien, Thromozytenaggregationeshemmer --> Blutungsgefahr ↑
- Antihypertensiva --> Blutdruck ↑
- Glucocorticoide --> Ulkus- und Blutungsgefahr ↑
Kontraindikationen der unselektiven COX Inhibitoren der Nicht Opioid Analgetika
- Herz Kreislauf
- Herzinsuffizienz
- KHK
- Hypertonie
- Magen DArm
- Ulkus,
- chronisch entzündliche Darmerkankung
- Blut;
- unselektive COX Ihibitoren: Blutungsneigung, Blutbildungsstörung
- Lunge:
- unselektive COX Ihibitoren: Asthma
- Niere: Nierenfunktionsstörung
- Leber: Leberfunktionsstörung
- Schwangerschaft:
- unselektive COX Inhibitore: dritte Trimenon
- Coxibe: gesammte Schwangerschaft