Analgetika

BsC Pflege, 2. Semester

BsC Pflege, 2. Semester


M. V.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Analgetika und ihre Anwendungen im medizinischen Bereich. Sie decken die Wirkungsmechanismen von Opioiden, COX-Hemmern und NSAR ab, sowie die Therapie von Schmerzen, einschließlich Migräne, Tumorschmerzen und neuropathischen Schmerzen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit der Schmerztherapie und den verschiedenen Analgetika vertraut machen möchten.
Karten
109
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
09.03.2019 / 09.09.2021

Lernkarten

Was ist Schmerz?

  • ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis
  • durch tatsächlichen oder möglichen Gewebeschäden 
  • Schmerzen als biologisches Phänomen ist
    • ein Symptom für den Arzt 
    • ein Warnsignal für den Patient 
  • Schmerz kann sich als Schmerzkrankheit manifestieren 

Was bewirkt Schmerz? 

Merkmale des Akuten Schmerzes 

  • Dauer: wenige Tage, < 1 Monat 
  • Auslösung: Verletzung oder Schädigung
  • Intensität: kerrleirt mit Stimulus 
  • Prognose/Behandlung: selbstlimitierend, Behandlung meist problemlos
  • Begleiterscheinung:
    • vegetative Zeichen: BD Anstieg, Schwitzen, Tachykardie, Vasokonstriktion...
  • Funktion: Warn und Schutzfunktion
  • lokalisation: klar bestimmbar 

Merkmale des chronischen Schmerzes 

  • Dauer: über 6 Monate 
  • Auslösung: Abgekoppelt von initialen Ereignis, eigenständige Erkrankungen
  • Intensität: korreliert nicht mehr mit Stimulus
  • Prognose:
    • ungünstig ohne therapeutische Interventionen 
    • oft schwer behandelbar 
  • Begleiterscheinungen
    • Schlafstörunge, Depression, Obstipation, soziale Isolation, sinkende Lebensqualität, Persönlichkeitsveränderung 
  • Funktion: keine Funktion 
  • Lokalisation: erschwerte Lokalisation 

Einteilung nach Pathogenese 

Nozizeptoreschmerz

  • schmerz durch Nozizeptoraktivierung 
  • Bsp: somatisch: oberflächlich oder Tief, viszeral (innere Organe)

Neuropathischer Schmerz

  • schmerz durch Schädigung peripherer Nerven oder des ZNS
  • Bsp. Post- Zoster- Neuralgie, Phantomschmerz

Nicht somatisch bedingte Schmerzen

  • Schmerz durch psychologisch Mechanismen 
  • Bst: Konflikte, Verlusterlebnisse, Stressbewältigung 
  • Hinweis: MErkmale wie wechselnde Lokalisation, unklare Schmerzstörke und qualität, ständiger Schmerz und atypische Reaktionen auf Arzneimittel 

Schmerzerfassung 

  • Wo: Lokalisation und Ausstrahlung 
  • Wie: Qualität und Intensität
  • Wann: Zeitlicher Verlauf 
  • Wodruch; modulierende Faktoren 
  • Waru,: Kausalzusammenhänge 
  • Begleitbeschwerden: Übelkeit, Obstipation, Unruhe etc

Allodynie 

Schmerzaslösung durch Reiz, der normalerweise keinen schmezr auslöst

z.B Druck, Berührung 

Hypalgesie 

verminderte Schmerzempfindung 

Hyperalgesie

gesteigerte Schmerzempfindung 

Neuralige 

Schmerzsyndrome, die auf Ausbreitungsgebiete eiens Nervs begrenzt sind 

Analgesie 

Ausschalten von SChmerzen 

Noxe

Stoff oder Umstand, der eine schädigende, pathogene Wirkung auf einen Organismus oder ein Körperorgan ausübt 

Nozizeptor

freie sensorische Nervenendigung, die eine Gewebsschädigung/Verletzung infolge thermischer, chemischer oder mechanischer Noxen in Aktionspotentiale umwandelt 

NSAR

nicht steroidales Antirheumatikum 

NSAID

non- steroidal anti flammatory drugs 

Analgetikum

  • Als Analgetika bezeichnet man Arzneimittel, die eine schmerzstillende oder schmerzlindernde Wirkung besitzen
  • Zur Behandlung von akuten oder chronischen Schmerzen eingesetzt 

Schmerzentstehung 

  1. Noxe: mechanisch thermisch, chemisch, entzündlich 
  2. Gewebe: Bildung und Freisetzung schmerzerzeugender Mediatoren:
    • Prostaglandine, Bradykinin, Serotionin, Neuropeptide
  3. Nozizeptor
    • Änderung des Membranenpotentials und Umwandlung der Schmerzpotentiale in Aktionspotentiale 
  4. afferente NErvenfasern 
    • Fortleitung der Reize über schnelle A Fasern (stechend) und langsame C Fasern (bohrende Qualität)
  5. Rückenmark: spinale Transmission 
  6. Suprastpinales ZNS:
    • Schmerzwahrnehmung, Schmerzlokalisation, SChmerzerleben, Schmerzbewerten
  7. Schmerz 

Umschaltstellen während der Schmerzentstehung 

  1. Umschaltstelle: Rückenmark 
    • Übertragung der Schmerzimpulse auf Leitungsbahn des ZNS
    • verlaufen im RM und enden im Gehrin 
  2. Umschaltstelle: Gehirn 
    • Wahrnehmung der schmerzhaften Körperstelle 
    • Reaktion = Schmerzempfinden
  3. Absteigende Bahnen
    • Kontrolle der Erregung an der ersten Synapse im Rückenmark 

Hemmung der Nozizeption am peripheren Nervensystem 

  • Cox - Hemmer 
    • inhibieren die PG- E Synthese 
    • PG = Prostaglandine 
  • Lokallanästhetika:
    • hemmen Na+ Kanäle
    • betrifft die Erregungsweiterleitung am Nerv 
  • capsaicin: 
    • blockieren den Vanilloid Rezeptor 
  • Opioide
    • hemmen die Sensiblisierung des Vanilloid Rezeptors 

 

Bildung und Hemmung von Prostaglandinen 

  • Prostaglandine sind nicht selbst schmerzauslösend, sie steigern aber die Schmerzrezeptor Empfindlichkeit --> HYperalgesie 

 

physiologische und Pathologische Funktionen der Cyclooxygenase 

  • COX-1: konstitutiv, physiologisch
    • TXA2 Thrombozyten Aggregation 
    • PGE2:
      • Niere: Aufrechterhaltung der Funktion 
      • Magen, Darm: Schleimhautschutz 
    • PGF2: Uterus: Weheninduktion, Nidation 
  • COX- 2: konstitutiv- induzierbar, Physiologisch
    • PGI2: Niere
    • PGE2: Magenschleimhaut 
    • PGE2, PGF: Uterus 
  • COX2: induzierbar, pathophysiologisch
    • PGE2: Gewebeverletzung: Entzüdung, Fieber, Schmerzen 

Pharmakologische Angriffspunkte 

  • Verstärkung der endogenen Schmerzhemmung (ZNS)
    •  Opioide, NSAR 
  •  Hemmung der neuronalen Erregung an den Schmerzrezeptoren
    • Lokalanästhetika, NSAR, Opioide, Capsaicin, etc. 
  • Hemmung von Entzündungsprozessen
    • NSAR, Glucokortikoide 
  • Spasmolyse/Muskelrelaxation
    • Muskelrelaxantien 
  • Hemmung kranialer Gefässspasmen
    • Triptane 

Analgetika Einteilung 

Wirkungsmechanismen der Nicht opioid Analgetika

  • Cox Hemmer
    • Vermindern durch Hemmung der Cyclooxygenase die Prostaglandin Synthese 

Wirkung und Nebenwirkung der Nicht opioid Analgetika

  • Wirkung deruch Hemmung der COX2
    • analgetisch
    • atnypretisch: fiebersenkend
    • antiphlogistisch: entzündungshemmend
    • spasmolytisch: krampflösend
  • Nebenwirkungen durch Hemmug der COX1 und der COX2 
    • pharmakodynamische Unterschiede bestimmen die unterschieldichen Nebenwirkungen

Einteilung der Wirkstoffen der Nicht Opioid Analgetika nach Gruppen

  • bevorzugte COX-1-Hemmer Bsp. Ibuprofen 
  • bevorzugte COX-2-Hemmer Bsp. Paracetamol 
  • unselektive COX-Hemmer Bsp. Metamizol 
  • selektive COX-2-Hemmer Bsp. Celecoxib 

Analgetische Wirkung der Nicht Opioid Analgetika 

 

COX-Hemmer bewirken eine verminderte Prostaglandin-induzierte Hyperalgesie 

Antipyretische Wirkung der Nicht opioid Analgetika 

 

Pyrogene (fieberauslösende Stoffe) bewirken eine Prostaglandinbildung --> Temperaturanstieg ->  COX-Hemmer --> Prostaglandin-Produktion ↓ --> Fieber ↓ 

Antiphlogistische Wirkung der Nicht Opioid Analgetika 

  • Entzündungsgebiet hat sauren pH 
  •  Saure Analgetika:
    • penetrieren gut in Entzündungsgebiet
    • gute antiphlogistische Wirkung
    • Bsp.: Acetylsalicyzlsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac, etc.
  • Paracetamol / Metamizol: 
    • erreichen kaum wirksame Spiegel im Entzündungsgebiet
    • keine antiphlogistisch Wirkung  

Wirkstoffprofile der Nicht Opioid Analgetika 

Dosis Wirkungsbeziehung der Nicht- Opioid Analgetika 

  • Analgesie/ Anttinflamation
    • tiefe Dosis = niedrige COX Hemmung --> schwache Analgesie/ Antiinflamation
    • hohe Dosis = 100% COX Hemmung --> maximale Analgesie/Antiinflamation 
  • Thrombocytenaggregationshemmung 
    • Alles oder nichts Prinzip
    • COX-1 muss permanent zu > 95% gehemmt sein 

Indikationen der Nicht Opiod Analgetika 

  • Verschiedene Schmerzzustände 
    • Knochenschmerzen
    • muskoloskeletale Schmerzen 
    • Tumorschmerzen 
    • Knopfschmerzen 
    • Dysmenorrhoe (kein ASS)
  • postoperative schmerzen, posttraumatische Schmerzen 
  • Entzündliche Erkankungen
    • nicht PAracetamol und Metamizol 
  • ASS: Thrombozytneaggregationshemmung 
  • Fieber 

Nebenwirkungen der saueren Analgetika 

  • Gastrointestinale Störungen 
    • GI Blutung, Perforation, Ulcus, Diarrhoe 
  • Nierenfunktionsstörung 
  • Thrombozytenaggregationshemmung 
  • kardiovaskuläre Ereignisse 
  • ZNS: Schwindel, Kopfschmerzen
  • Hautreaktion 
  • Bronchokonstriktion 

Nebenwirkung der nicht sauren Nicht Opioid Analgetika 

  • Paracetamol
    • hepato-/ nephrotoxisch bei Überdosierung/ Organinsuffizient 
    • Hautreaktion 
  • Metamizol
    • Agranulozytose 
    • Hypotonie bei zu schneller i.V Injektion 
    • Hautreaktion 

Nebenwirkung der selektiven COX2 Hemmer der Nicht Opioid Analgetika 

  • kardiovaskuläre Ereignisse 
  • ZNS
    • Schwindel, Kopfschmerzen 
  • Hautreaktionen 

Risikofaktoren der GI Blutungen 

  • Alter > 65 Jahre 
  • Hochdosis NSAR Therapie 
  • unkompliziertes Ulcus in der Vergangenheit 
  • Co-Medikatoin von Aspirin (auch Tiefdosis von 100mg/d), Glucokortikoiden, Antikoagulantien, SSRI 
  • e nach Risikosituation PPI (=Protonenpumpenblocker) dazu geben
    • Beispiele: Pantozol, Nesum, Apopton 

Wirkung der PPI (Protonenpumpenhemmer)

  • PPIs hemmen nur die aktiven durch eine Mahlzeit stimulierte Protonen Pumpen
  • Cave: bei Einnahme während einer langen Nüchternphase werden die Protonenpumpen nicht gehemmt 
  • Einnahme: am besten 1h vor der Mahlzeit einnehmen 

Interaktionen der Nicht Opioid Analgetika 

 

  • Antikoagulantien, Thromozytenaggregationeshemmer --> Blutungsgefahr ↑ 
  • Antihypertensiva --> Blutdruck ↑ 
  • Glucocorticoide --> Ulkus- und Blutungsgefahr ↑ 

Interaktion zwischen ASS und Ibuprofen 

  • ASS mind 2h vor Ibuprofen oder Ibuprofen mind 8h vor ASS einnehmen 
  • oder besser Diclofenac verwenden:
    • Diclofenac hat höhere kardovaskuläre Toxität 
  • Nabroxen und Celecosib machen diese Interaktion auf 

Kontraindikationen der unselektiven COX Inhibitoren der Nicht Opioid Analgetika 

  • Herz Kreislauf
    • Herzinsuffizienz
    • KHK
    • Hypertonie 
  • Magen DArm
    • Ulkus,
    • chronisch entzündliche Darmerkankung 
  • Blut;
    • unselektive COX Ihibitoren: Blutungsneigung, Blutbildungsstörung 
  • Lunge:
    • unselektive COX Ihibitoren: Asthma 
  • Niere: Nierenfunktionsstörung 
  • Leber: Leberfunktionsstörung 
  • Schwangerschaft:
    • unselektive COX Inhibitore: dritte Trimenon
    • Coxibe: gesammte Schwangerschaft 

Étudier