Nozizeption und Schmerz

BsC Pflege, ZHAW, 1. HS

BsC Pflege, ZHAW, 1. HS


M. V.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Nozizeption und Schmerzverarbeitung im menschlichen Körper. Sie decken Themen wie die verschiedenen Arten von Schmerz, neuronale Mechanismen, endogene Schmerzkontrollsysteme und die kognitive sowie motorische Schmerzkomponente ab. Besonders hilfreich sind sie für Medizinstudenten und Fachkräfte im Gesundheitswesen, die ein tiefes Verständnis der Schmerzphysiologie und -therapie benötigen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
03.01.2019 / 06.06.2023

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Schmerz 

  • Schmerz ist eine unangenehme Sinnesempfindung, die spezifisch beim Einwirken gewebeschädigender (=noxischer) Reize ausgelöst wird. 
  • Die Empfindung Schmerz entsteht sowohl durch noxische(=schädliche, schmerzhafte)Reize, die den Organismus schädigen als auch durch solche, die ihn möglicherweise schädigen können (d.h. potentiell schädigend sind).
  • Schmez wird immer als Ausdruck einer Gewebsschädigung empfunden, selbst dann, wenn keine Gewebschädigung vorliergt 
  • Schmerz ist eine subjektive Sinnesempfindungen 

Funktion von schmerzen 

  • beschützen
  • alarmieren bei Gefahr 
  • alarmieren bevor Gefahr erfolgt 
  • Alarmieren vor eine Verschlechterung 

Schmerzen bewirken 

  • Andere Bewegung 
  • anderes Denken 
  • Anderes Verhalten 
  • Lernen aus Erfahrungen 
  • Trangen zum Heilungsprozess bei 

Komponenten der Schmerzempfindungen 

Affektive Schmerzkomponente

  • Schmerzen lösen unlustbetonte Empfindungen aus 
    • insbesonderns bei Tiefenschmerzen 
  • Schmerzen können Angst auslösen 
  • Gefühle wie Trauer, Einsamkeit, Entfremdung oder Liebeskummer können Schmerzen auslösen 

Vegetative Zeichen der Schmerzempfindung 

  • Schwitzen
  • Tachykardie 
  • Tachypnoe 
  • Vasokonstiktion 

motorische Schmerzkomponente 

  • zeigen sich in Schutzreflexen, Schonhaltung und Muskelverspannung 
  • z.B bei Schutzreflex 

kognitive Schmerzkomponente 

  • Schmerzen werden anhand früherer Erfahrungen durch das Gehirn bewertet und nach ihrer Bedeutung eingestuft. 
  • Schmerzen sind normale Reaktionen auf Situationen, die vom Gehirn als bedrohlich empfunden werden.
  • Werden umgekehrt Situationen vom Gehirn nicht als bedrohlich eingeschätzt, verursachen sie auch keine Schmerzen. 
  • Das Verständnis für Schmerzen lässt diese weniger bedrohlich erscheinen und erleichtert mit den Schmerzen umzugehen
  • Wenn Schmerzen für das Überlebeneine Gefahr darstellen, kann die Schmerzempfindung auch vollständig fehlen. 
  • Kognitive Prozesse bewirken Schmerzäusserungen durch Mimik oder Wehklagen.

Schmerzen als multifaktorielles Geschehen

Unterscheidung nach dem Entstehungsort des Schmerzes 

  • somatischer Oberflächenschmerz
    • hell, gut lokalisierbar 
    • ablinken nach Aufhören des Reizes 
  • somatischer Tiefenschmerz 
    • dumpf, schlecht lokalisierbar 
    • nicht selten chronifizeirend 
  • viszeraler Tiefenschmerz 
    • dumpf, schlecht lokalisierbar 
    • manchmal kolikartig 

Charakteristika des Akuten Schmerzes 

  • Ursache: somatisch 
  • Pathogenes verstöndlich 
  • Symptomatik: diagnoseweisend
  • Diagnostik: einfach 
  • Dauer: Stunden bis Tag 
  • Psyche: einfache Verarbeitung 

Das nozizeptive System umfassst 

  • Nozizeptoren des peripheren Nervensystems
  • Nozizeptive Neurone im Rückenmark und im Trigeminuskern (=Kerngebiet des V. Hirnnerven im Hirnstamm)
  • aufsteigende (=aszendierende) Bahnen  (z.B. tractus spinothalamicus), 
  • absteigende(=deszendierende) hemmende und erregende Bahnen

Nozizeption 

Unter Nozizeption versteht man die objektiven Vorgängen mit denen das Nervensystem noxische Reize aufnimmt und Verarbeitet 

polymodal 

  • Nozizeptoren reagieren auf mechanicshe, thermische und chemische Reize 

vegetative Reflexe 

  • Noxische Reize rufen auch vegetative Reflexe hervor
  • Reflexe stehen unter der Kontrolle des Hirnstammes 

Schmerzausstrahlung 

Definierte Dermatome oder Myotome, in denen bei schmerzhaften Erkrankungen bestimmter viszeraler Organe oder tiefer Gewebe typischerweise übertragene Schmerzen auftreten. 

Leitungsbahnen für Schmerz-und Temperaturrezeptoren von der Haut bis zur Grosshirnrinde

Endogene Schmerzkontrollsysteme

  • Vom Hirnstamm absteigende Fasern vermitteln eine Schmerzmodulation über deszendierende Hemmung der spinalen nozizeptiven Vorgänge.
  • Über das deszendierende System kann das Gehirn über  Interneuronen des Rückenmarkes Einfluss auf die Funktionen des RM nehmen.
    •  z.B.Hemmung der Rückenmarkszellen durch Anhebung der Reizschwelle für die Schmerzempfindung.

Neuronale Mechanismen klinisch bedeutsamer Schmerzen

  • bei chronischen Schmerzen besteht häufig kein Zusammenhang zwischen Nozizeption und Schmer
  • kortikale Lernprozesse tragen zu Chronifizierung von Schmerzen bei 
  • es entsteht häufig eine Dissoziation zwischen Nozizeption und Schmerzen und der Schmerz gewinnt eine andere Bedeutung 
    • z.B Psychologisch 

Mögliche Auswirkungen chronischer Schmerzen 

Akute Schmerzen 

  • Funktion: Warnfunktion 
  • Dauer: sekudnen bis Wochen 
  • Lokalisation: gut umgrenzbar 
  • vegetaitve Aktivierung: vorhanden 
  • ZNS REaktion: sens. evoz. Schmerzpotnential im EEG 
  • Ursache: bekannt und therapierbar 
  • Behandlug: Analgetika und Schonung 
  • Behandlungsziele: Schmerzfreiheit 

Chronische Schmerzen 

  • Funktion: meist keine Warnfunktion 
  • Dauer: 3 oder 6 Monate, teils rezidiv 
  • Lokalisation: grosse Körperareale 
  • vegetative Aktivierung: nicht vorhanden 
  • ZNS REaktion: nicht beobachtbar 
  • Ursache: unbekannt oder vielschichtig 
  • Behandlung: langfristig, vorrangig psychologische Therapie 
  • Behandlungsziele: Schmerzlinderung, besserer Umgang mit Schmerz 

Medikamentöse Schmerztherapie 

  • nicht steroidale entzündungshemmende Substanzen 
    • Wirkung durch Hemmung der Prostaglandinsynthese 
  • Opiate 
    • hemmen über die Aktivierung von Opioidrezeptoren präsynaptische die Freisetzung von Transmittern
    • erzeugern postsynaptisch eine Hyperpolarisation 
  • Lokalanästhetika
    • Blockieren die Fortleitung von Aktionspotentialen 
  • Antikonvulsia: 
    • hemmen die Erregbarkeit von Nervenzellen 

Étudier