Nozizeption und Schmerz
BsC Pflege, ZHAW, 1. HS
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Flashcards
Schmerz
- Schmerz ist eine unangenehme Sinnesempfindung, die spezifisch beim Einwirken gewebeschädigender (=noxischer) Reize ausgelöst wird.
- Die Empfindung Schmerz entsteht sowohl durch noxische(=schädliche, schmerzhafte)Reize, die den Organismus schädigen als auch durch solche, die ihn möglicherweise schädigen können (d.h. potentiell schädigend sind).
- Schmez wird immer als Ausdruck einer Gewebsschädigung empfunden, selbst dann, wenn keine Gewebschädigung vorliergt
- Schmerz ist eine subjektive Sinnesempfindungen
Funktion von schmerzen
- beschützen
- alarmieren bei Gefahr
- alarmieren bevor Gefahr erfolgt
- Alarmieren vor eine Verschlechterung
Schmerzen bewirken
- Andere Bewegung
- anderes Denken
- Anderes Verhalten
- Lernen aus Erfahrungen
- Trangen zum Heilungsprozess bei
Affektive Schmerzkomponente
- Schmerzen lösen unlustbetonte Empfindungen aus
- insbesonderns bei Tiefenschmerzen
- Schmerzen können Angst auslösen
- Gefühle wie Trauer, Einsamkeit, Entfremdung oder Liebeskummer können Schmerzen auslösen
Vegetative Zeichen der Schmerzempfindung
- Schwitzen
- Tachykardie
- Tachypnoe
- Vasokonstiktion
motorische Schmerzkomponente
- zeigen sich in Schutzreflexen, Schonhaltung und Muskelverspannung
- z.B bei Schutzreflex
kognitive Schmerzkomponente
- Schmerzen werden anhand früherer Erfahrungen durch das Gehirn bewertet und nach ihrer Bedeutung eingestuft.
- Schmerzen sind normale Reaktionen auf Situationen, die vom Gehirn als bedrohlich empfunden werden.
- Werden umgekehrt Situationen vom Gehirn nicht als bedrohlich eingeschätzt, verursachen sie auch keine Schmerzen.
- Das Verständnis für Schmerzen lässt diese weniger bedrohlich erscheinen und erleichtert mit den Schmerzen umzugehen
- Wenn Schmerzen für das Überlebeneine Gefahr darstellen, kann die Schmerzempfindung auch vollständig fehlen.
- Kognitive Prozesse bewirken Schmerzäusserungen durch Mimik oder Wehklagen.
Unterscheidung nach dem Entstehungsort des Schmerzes
- somatischer Oberflächenschmerz
- hell, gut lokalisierbar
- ablinken nach Aufhören des Reizes
- somatischer Tiefenschmerz
- dumpf, schlecht lokalisierbar
- nicht selten chronifizeirend
- viszeraler Tiefenschmerz
- dumpf, schlecht lokalisierbar
- manchmal kolikartig
Charakteristika des Akuten Schmerzes
- Ursache: somatisch
- Pathogenes verstöndlich
- Symptomatik: diagnoseweisend
- Diagnostik: einfach
- Dauer: Stunden bis Tag
- Psyche: einfache Verarbeitung
Das nozizeptive System umfassst
- Nozizeptoren des peripheren Nervensystems
- Nozizeptive Neurone im Rückenmark und im Trigeminuskern (=Kerngebiet des V. Hirnnerven im Hirnstamm)
- aufsteigende (=aszendierende) Bahnen (z.B. tractus spinothalamicus),
- absteigende(=deszendierende) hemmende und erregende Bahnen
Nozizeption
Unter Nozizeption versteht man die objektiven Vorgängen mit denen das Nervensystem noxische Reize aufnimmt und Verarbeitet
polymodal
- Nozizeptoren reagieren auf mechanicshe, thermische und chemische Reize
vegetative Reflexe
- Noxische Reize rufen auch vegetative Reflexe hervor
- Reflexe stehen unter der Kontrolle des Hirnstammes
Schmerzausstrahlung
Definierte Dermatome oder Myotome, in denen bei schmerzhaften Erkrankungen bestimmter viszeraler Organe oder tiefer Gewebe typischerweise übertragene Schmerzen auftreten.
Endogene Schmerzkontrollsysteme
- Vom Hirnstamm absteigende Fasern vermitteln eine Schmerzmodulation über deszendierende Hemmung der spinalen nozizeptiven Vorgänge.
- Über das deszendierende System kann das Gehirn über Interneuronen des Rückenmarkes Einfluss auf die Funktionen des RM nehmen.
- z.B.Hemmung der Rückenmarkszellen durch Anhebung der Reizschwelle für die Schmerzempfindung.
Neuronale Mechanismen klinisch bedeutsamer Schmerzen
- bei chronischen Schmerzen besteht häufig kein Zusammenhang zwischen Nozizeption und Schmer
- kortikale Lernprozesse tragen zu Chronifizierung von Schmerzen bei
- es entsteht häufig eine Dissoziation zwischen Nozizeption und Schmerzen und der Schmerz gewinnt eine andere Bedeutung
- z.B Psychologisch
Akute Schmerzen
- Funktion: Warnfunktion
- Dauer: sekudnen bis Wochen
- Lokalisation: gut umgrenzbar
- vegetaitve Aktivierung: vorhanden
- ZNS REaktion: sens. evoz. Schmerzpotnential im EEG
- Ursache: bekannt und therapierbar
- Behandlug: Analgetika und Schonung
- Behandlungsziele: Schmerzfreiheit
Chronische Schmerzen
- Funktion: meist keine Warnfunktion
- Dauer: 3 oder 6 Monate, teils rezidiv
- Lokalisation: grosse Körperareale
- vegetative Aktivierung: nicht vorhanden
- ZNS REaktion: nicht beobachtbar
- Ursache: unbekannt oder vielschichtig
- Behandlung: langfristig, vorrangig psychologische Therapie
- Behandlungsziele: Schmerzlinderung, besserer Umgang mit Schmerz
Medikamentöse Schmerztherapie
- nicht steroidale entzündungshemmende Substanzen
- Wirkung durch Hemmung der Prostaglandinsynthese
- Opiate
- hemmen über die Aktivierung von Opioidrezeptoren präsynaptische die Freisetzung von Transmittern
- erzeugern postsynaptisch eine Hyperpolarisation
- Lokalanästhetika
- Blockieren die Fortleitung von Aktionspotentialen
- Antikonvulsia:
- hemmen die Erregbarkeit von Nervenzellen