FOM


C. H.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Projektmanagement auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie Stakeholder, Risikomanagement, Teamarbeit und verschiedene Projektmethoden wie Scrum und Wasserfallmodell ab. Die Karteikarten erklären auch die Ablauf- und Terminplanung, Projektstrukturpläne und Methoden zur Aufwandsschätzung. Sie richten sich an Studierende und Berufstätige, die ihr Wissen im Projektmanagement vertiefen und praktische Verfahren sowie Tools für die erfolgreiche Steuerung von Projekten erlernen möchten.
Karten
70
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
25.12.2018 / 18.03.2019

Lernkarten

Die zentralen Fragestellungen der Stakeholderanalyse

  •   Welche Personen bzw. Personengruppen und Institutionen müssen als potentielle Stakeholder des Projektes betrachtet werden?
  •   Stehen die Stakeholder/-gruppen dem Projekt positiv oder negativ gegenüber?
  •   Welche Betroffenheit löst das Projekt bei den Stakeholder/-n/-gruppen aus?
  •   Welche Erwartungen haben die Stakeholder/-gruppen oder was glauben die Stakeholder/-gruppen, was passieren könnte?
  •   Welchen Einfluss haben die potentiellen Stakeholder, d.h. welche Macht in Bezug auf die Projektzeile steht den Stakeholdern zur Verfügung?
  •   Wie werden sich die relevanten Stakeholder in Bezug auf das Projekt verhalten?

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse

  •   Stakeholder identifizieren
  •   Informationssammlung
  •   Betroffenheit der Stakeholder analysieren
  •   Projektziele und Stakeholderziele abgleichen
  •   Stakeholder strategisch einordnen
  •   Stakeholder-Strategie abschätzen
  •   Maßnahmen planen
  •   Steuerung des Projektumfelds

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse
  •   Stakeholder identifizieren

Zunächst direktes Umfeld im Unternehmen bzw. der Trägerorganisation untersuchen

  •   Auftraggeber des Projekts, sowohl interne als auch externe
  •   Management: Geschäftsleitung, Vorstand, obere Führungsebenen oder Abteilungsleitung
  •   Kunden, Nutzer
  •   Übrige Mitarbeiter
  •   Betriebs- und Personalrat, sonstige Arbeitnehmervertreter
  •   Beteiligte Banken und Versicherungen
  •   Lieferanten
  •   Berater, Gutachter, externe Fachleute
Bei größeren und großen Projekten indirekte Umfeldfaktoren untersuchen
  •   Wettbewerber am Markt => Marktanalyse
  •   Anwohner und Anlieger am Unternehmens- bzw. Projektstandort
  •   Politik bzw. Entscheidungsgremien und Entscheidungsträger
  •   Gewerkschaften
  •   Behörden und Verwaltungen, insb. zuständige Beamte in den entsprechenden Verwaltungen
  •   Organisierte Interessenvertreter wie z.B. Umweltverbände und Verbraucherverbände
  •   Aktionäre
  •   Gesetzgeber

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse
  •   Informationssammlung

Für den Fortlauf der Analyse ist es i.d.R. notwendig, weitere Informationen über die Stakeholder zu sammeln.Beispiele für mögliche Quellen:

  •   Erfahrungen mit ähnlichen Projekten im Unternehmen, beim Kunden oder bei Lieferanten
  •   Internet
  •   Kunden und weitere Nutzer
  •   Zulieferer
  •   Kommerzielle Informationsdienste
  •   Informationsmedien von Verbänden oder anderen Interessenvertretungen
  •   Lokale Presseorgane
  •   Berufsverbände, Kammern, organisierte Interessenverbände der entsprechenden Branche
  •   Öffentliche und Regierungsquellen

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse

  •   Betroffenheit der Stakeholder analysieren

  •   Untersucht wird, in welcher Art / wie stark die Stakeholder von dem Projekt betroffen sind.
  •   Wie groß sind die Auswirkungen für die Stakeholder

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse

  •   Projektziele und Stakeholderziele abgleichen

  •   Welches Verhältnis besteht zwischen den Projektzielen und den Zielen der Stakeholder?
  •   Untersuchen:
    • gegenseitig förderlich?
    • neutral/ohne gegenseitige Beeinflussung?
    • konfliktträchtig?

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse

  •   Stakeholder strategisch einordnen

  •   Potentielle Einflussmöglichkeiten („Macht“) der Stakeholder im Hinblick auf die Projektziele untersuchen
  •   Einstellung der Stakeholder im Hinblick auf die Projektziele untersuchen
  •   Außerdem
    • Stärken- und Schwächenprofil der Stakeholder erstellen
    • Einfluss und Einstellung der Stakeholder auf die Projektziele dokumentieren

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse

  •   Stakeholder-Strategie abschätzen

  •   Strategie der Stakeholder abschätzen
  •   Wie werden die Stakeholder handeln?

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse

  •   Maßnahmen planen

Möglichkeit der Beeinflussung und Steuerung des Stakeholders untersuchen

  •   Unmittelbarer Einfluss auf Stakeholder möglich
  •   Nur mittelbarer Einfluss möglich
  •   kaum Einflussmöglichkeit auf Stakeholder

Im nächsten Schritt sind konkrete Maßnahmen zu planen

  •   Die grundsätzlichen Optionen, dargestellt als Portfolio:

Möglicher Ablauf der Stakeholderanalyse
  •   Steuerung des Projektumfelds

  •   Partizipative Strategien
    • Stakeholder zu Partnern in der Projektarbeit zu machen
    • Informationsveranstaltungen, Tag der offenen Tür, etc.
  •   Diskursive Strategien
    • Sachliche Auseinandersetzung
    • Konflikt offen legen, Ausgleich gewähren
  •   Repressive Strategien
    • Beeinflussung und Steuerung des Umfeldes über vorgesetzte Dienststellen, Geschäftsleitung und sonstige Akteure mit direktem Einfluss auf relevante Stakeholder verstanden
    • Selektive Information vom Projekt an die Stakeholder, scheinbare Beteiligung, etc.

Stakeholdermatrix

  •   Welcher Stakeholder wird
  •   durch welche Kommunikationsmaßnahme
  •   mit welchem Inhalt
  •   und welcher Frequenz
  •   in welchem Umfang und
  •   in welcher Art informiert?
  •   Wer ist der/die Verantwortliche/r dafür im Projekt?

Risikomanagement

  •   Stakeholder mit Konfliktpotential müssen im Risikomanagement berücksichtigt werden.
  •   Stakeholdermanagement ist ein iterativer Prozess
  •   Die Ergebnisse der Stakeholderanalyse sind regelmäßig zu prüfen und zu aktualisieren

Definition Projektziel

  •   Ein Ziel ist ein angestrebter zukünftiger Zustand
  •   Definition (DIN 69901-5:2009):
    • Projektziel ist die "Gesamtheit von Einzelzielen, die durch das Projekt erreicht werden sollen, bezogen auf Projektgegenstand und Projektablauf.“
    • Zieldefinition: „quantitative und qualitative Festlegung des Projektinhaltes und der einzuhaltenden Realisierungsbedingungen, z.B. Kosten und Dauer, in Zielmerkmalen mit meist unterschiedlichen Zielgewichten (z.B. Muss- und Kann-Ziele).“

Zielfunktionen im Projektmanagement

  •   Entscheidung/Selektion
    • Prüfung von Alternativen,
    • Abwägen von Entscheidungen im Projektverlauf
  •   Kontrolle
    • Vergleich Soll/Ist. Ist das Projekt (ganz/teilweise) erfolgreich? Abweichungen lassen sich erkennen.
  •   Motivation/Verbindung
    • Mitarbeitermotivation durch Einbindung in Zielformulierung und laufende Information zum Gesamtstatus: „Wir“-Gefühl
  •   Koordination
    • Ausrichtung der Aktivitäten der einzelnen Projektmitglieder. Zielprioritäten erleichtern die Koordination der einzelnen Projekttätigkeiten
  •   Information
    • Kenntnis über zukünftige Aktivitäten
  •   Legitimation
    • Daseinsberechtigung des Projekts

Ziele: Wichtige Punkte im Zusammenhang

  •   Eisernes Dreieck
  •   SMART-Kriterien
  •   Messbare Ziele
  •   Ziele und Nicht-Ziele
  •   Ergebnis- und Vorgehensziele
  •   Priorisierung von Zielen
  •   Beziehungen zwischen Zielen

Ziele Definition

Ziele müssen quantitativ messbar sein, damit am Ende des Projektes eine objektive Prüfung stattfinden kann, ob das Ziel „erfolgreich“ erreicht wurde.Vorgehen:

  •   Relevante Zielgrößen ermitteln und festlegen
  •   Zahlen oder zumindest Größenordnungen, Zahlenintervalle, Minimal- oder Maximalziele hierfür vereinbaren
  •   Sog. Abnahme- bzw. Akzeptanzkriterien formulieren

Die wichtigsten Projektrollen

  •   Projektlenkungsausschuss
    • (auch: Lenkungssauschuss) Lenkungsgremium, welches die wesentlichen Entscheidungen für ein Projekt trifft
    • Umsetzen von Entscheidungen der Unternehmensführung
    • Projektziele definieren oder genehmigen
  •   Projektleiter/in bzw. Projektmanager/in
    • Führt das Team und ist für die reibungslose Durchführung des Projekts zuständig
    • Ergebnisverantwortung für Projekt
    • Vergabe der Aufgaben und Weisungsbefugnis innerhalb des Projekts
  •   Teilprojektleiter/in, Arbeitspaketverantwortliche/r
    • Zuständig für ein Teilprojekt oder Arbeitspaket
    • Führung der Mitarbeiter im Teilprojekt/Arbeitspaket
  •   Projektteam / Projektkernteam bzw. Projektteammitglied
    • Übernimmt dauerhaft oder temporär die unterschiedlichen Rollen und Aufgaben im Projekt
    • Eigenverantwortliche, fristgerechte Durchführung vereinbarter Arbeiten mit den vereinbarten Mitteln

Weitere Projektrollen

  •   Steuerungsgremium (auch: Steering Commitee)
    • Trifft im Bezug auf Projekte die strategischen Entscheidungen
  •   Project Management Office (PMO)
    • Zentrale Anlaufstelle für das Projektmanagement im Unternehmen
  •   Projektauftraggeber/in
    • Erteilt den Projektauftrag
    • Nimmt Projektergebnisse ab
  •   Fachausschüsse
    • Vertreten Interessen von Kunden, Anwendern, Fachabteilung o.ä.
  •   Projektcontroller/in
    • Projektübergreifende und projektbezogene Überprüfung der Aufgabenstellung und Zielsetzung
  •   Projektsekretär/in
    • Zuständig für Dokumentenablage
    • Organisation des Tagesgeschäfts

RACI-Matrix

R esponsible (verantwortlich):Verantwortlich dafür, dass die Aufgabe umgesetzt wird

A ccountable (zuständig):Verantwortlich im kaufmännischen und juristischen Sinn (Auftraggeber)

C onsulted (PMI: Consult) (beraten):Derjenige, der zur Umsetzung der Aufgabe herangezogen werden kann (bidirektionale Kommunikation)

I nformed (PMI: Inform) (informieren):Wird über das Ergebnis/den Fortschritt informiert (unidirektionale Kommunikation)

Abgrenzung Risiko und Problem

  •   Projektrisiko nach DIN 62198:2014-8 (Risikomanagement für Projekte - Anwendungsleitfaden (auch: IEC 62198:2013)): Kombination aus der Eintrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Ereignisses und seinen Folgen für die Projektziele.
  •   Als Risiken werden hier mögliche Ereignisse und Situationen bezeichnet, die für ein Projekt gegenüber der Planung nachteilige Folgen haben.
  •   Risiko ist ein Problem, das erst noch auftreten muss
  •   Problem ist ein Risiko, welches aufgetreten ist

Risikomanagementprozess

  •   Definieren und Ausrichten
    • Was sind die generellen Ziele des Risikomanagements?
    • Welche Vorgaben existieren für das Risikomanagement?
  •   Risiken identifizieren
    • Welche Risiken könnte es geben?
  •   Risiken bewerten, priorisieren, analysieren
    • Wie signifikant sind die Risiken? Wie häufig sind sie?
    • Welche Auswirkungen haben sie?
    • Welches sind die wichtigsten Risiken?
  •   Maßnahmen planen
    • Was können wir tun?
    • Was wollen wir tun?
    • Wie bewältige ich ein Risiko?
  •   Risiken behandeln
    • Maßnahmen durchführen
  •   Risiken verfolgen und kontrollieren
    • Wie erfolgreich sind wir?
    • Wie verändern sich unsere Risiken?

Risikokatalog, Risikoinventar
  •   „Identifizierte Risiken dokumentieren“

  •   Datum des Eintrags
  •   Identifizierer / Name des Risikos
  •   Beschreibung des Risikos
  •   Auslösendes Ereignis des Risikos
  •   Risikokategorie (kaufm, Umwelt …)
  •   Ursache(n) des Risikos
  •   Frühwarnindikatoren
  •   Wirkungszusammenhänge verschiedener Ereignisse („negative Synergien“)
  •   mögliche Tragweite in Bezug auf Kosten, Termine, Ergebnisqualitäten etc.

Risikobewertung

Den Maßstab der Priorisierung ergibt sich aus dem Produkt von Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit die RisikokennzahlRisikokennzahl = Ausmaß x Eintrittswahrscheinlichkeit

  •   Festlegen der weiteren Bearbeitung im RM auf der Grundlage der Risikokennzahl und Abgrenzung von Klassen:
  •   Klasse 1: <= 3 zu vernachlässigen
  •   Klasse 2: 4 - 6 niedrig
  •   Klasse 3: 8 -12 mittel
  •   Klasse 4: 15 -16 groß
  •   Klasse 5: 20 -25 bestandsgefährdend

Einordnung möglicher Maßnahmen (Risikominderung)

  •   1. Schadensverhindernde (präventive, vorbeugende) Maßnahmen mit dem Sinn, Risiken nicht passiv abzuwarten, sondern ihnen rechtzeitig und gezielt entgegenzutreten
    • Vermeidung / Prävention („Risk Mitigation Plans“)
    • Evaluierung, Prototypen, Zukauf von Leistungen etc.
  •   2. Schadensmindernde (korrektive) Maßnahmen mit dem Sinn, eingetretene Risiken in ihrer Auswirkung schnellstmöglich zu begrenzen, z.B. durch
    • Notfallpläne/Eventualfallpläne („Contingency Plans“)
    • Katastrophenpläne
  •   Die möglichen Maßnahmen sind festzuschreiben, zu kalkulieren, auszuwählen und Verantwortlichen zuzuordnen. Die Risiko- und Maßnahmenplanung ist auch Gegenstand des Projektcontrollings.

Spiralmodell

  •   Ziel:
    • Beginne im Kleinen
    • Halte die Spirale so eng wie möglich
    • Erreiche so die Entwicklungsziele mit minimalen Kosten
  •   Bei der Zielbestimmung werden auch Qualitätsziele bestimmt
  •   Sog. risikogetriebenes Modell
    • Risikoanalyse ist Bestandteil jedes Phasendurchlaufs
  •   Für jede Aktivität und jeden Ressourcenverbrauch wird gefragt
    • "Wie viel ist genug?"
    • Dadurch wird ein „Overengineering“ vermieden.
    • Entwicklung in kleinen Schritten
  •   Neuerung: Phasen werden mehrfach durchlaufen
  •   Das Spiral-Modell ist ein sog. iterativ-inkrementelles Modell:
    • Jede Spirale stellt einen iterativen Zyklus durch dieselben Schritte dar
    • Phasen werden mehrfach durchlaufen (= Iterativ)
    • Lösung wird stückweise entwickelt und ggf. ausgeliefert (= Inkrementell)
  •   nicht-lineares Vorgehensmodell

Wasserfallmodell

  •   Weiterentwicklung des Phasenmodells speziell für die Softwareentwicklung.
  •   Streng sequenzielles Vorgehen
    • Jede Phase muss beendet sein, bevor die nächste anfängt
    • Phasen werden 1x durchlaufen
    • Phasenbezeichnungen variieren
  •   Jede Phase wird beendet mit einem Meilenstein, auf dem die folgende Phase aufbaut
    • Bündelung von Aktivitäten der Entwicklung in der „richtigen“ Reihenfolge
    • Jeweils fertige Ergebnisse, z.B. Entwurfe, System
  •   Rückkopplungen möglich, jedoch nur zwischen benachbarten Phasen
  •   Grundlegende Philosophie: Aufteilung gemäß Entwicklungstätigkeiten
    • Analyse, Architekturentwurf, Implementierung, Betrieb
  •   Dokumentgetriebenes Modell
    • Zuerst werden Dokumente erzeugt
    • Konkretes Ergebnis (z. Beispiel lauffähige Software oder funktionierendes Produkt) wird erst sehr spät erstellt
  •   Problem: Tests finden erst am Ende des Prozesses statt

Wasserfallmodell
  •   Risiken und Vorteile

Risiken:

  •   Benutzerbeteiligung nur in den ersten Phasen
  •   In den frühen Phasen Dokumentation wichtiger als lauffähiges System („dokumentengetriebenes Modell“)
  •   Lauffähige Ergebnisse (Produkte) erst am Ende / sehr spät
  •   Mangelnde Flexibilität
  •   Kontrolle des Projektfortschritts schwierig
  •   Umplanung aufwändig
  •   Test finden (zeitlich) sehr spät statt („Testberg“)
Vorteile:
  •   Gut verständlich
  •   Einfache Projektorganisation
  •   Vorlage für viele Organisationen
  •   Gut geeignet für risikoarme Vorgehen, z.B. Ausschreibungs- und Vergabeverfahren
  •   Formal einfache Fortschrittskontrolle
  •   Geringer Managementaufwand

Spiralmodell
  •   Risiken und Vorteile

Risiken:

  •   Höherer Managementaufwand
  •   Schwierig, richtige Größe von Iterationen zu finden
  •   Juristisch schwierig, da kein festgelegter Lieferumfang
  •   Keine festgelegte Projektdauer
  •   Keine Aussage über Gesamtaufwand
Vorteile:
  •   Flexibles Modell
  •   Risikominimierung durch kontinuierliche Evaluierung
  •   Umplanung relativ einfach
  •   Entwicklung kann wesentlich leichter umdirigiert werden, wenn die Erkenntnisse dies erfordern
  •   Frühzeitig lauffähige Systeme / Ergebnisse oder frühe Erstellung von Prototypen
  •   Fehler und ungeeignete Alternativen werden frühzeitig eliminiert
  •   Projekt kann nach jeder Iteration beendet werden

Scrum
  •   Sprint

  •   „Spielzug“
  •   Projekte schreiten in Serien von „Sprints“ voran
  •   Zu erstellende Feature werden definiert durch ein Sprintziel; festgelegt vom Product Owner
  •   Feature sind als Listeneinträge im Produkt Backlog festgehalten
  •   Führt zu einem Ergebnis:
    • „potentially shippable product increment“: Potentiell auslieferbare Produkterweiterung
  •   Nur so viele Features, wie das Team an Kapazität hat
  •   Fester Zeitrahmen:
    • Maximal 30 Kalendertage, heute häufig zwei Wochen, auch schon mal eine Woche
    • Konstante Dauer
  •   Kein spezifisches Entwicklungsvorgehen, Methoden, Techniken vorgeschrieben
  •   Das Produkt wird während des Sprints entworfen, kodiert und getestet
    • Keine Phasen im Sprint
  •   Plane Sprintdauer abhängig davon, wie lange Veränderungen vom Sprint ferngehalten werden können

Scrum
  •   Product Owner

  •   In etwa Produkt-Manager, Produkt-Verantwortlicher
  •   Ist verantwortlich für das finanzielle Ergebnis des Projekts (ROI)
  •   Hat die Produkt-Vision
  •   Entscheidet, was geliefert werden soll
  •   Definiert Produkt-Features (=Anforderungen)
    • Konsolidiert die Anforderungen der Stakeholder
  •   Priorisiert Einträge im Product Backlog
    • abhängig von ihrem Wert für Kunden etc.
  •   Ernannt vom Management
  •   Entscheidet über Release-Daten und den Umfang des Produkts
  •   Passt Features und Prioritäten vor jeden Sprint an
  •   Akzeptiert Ergebnisse oder weist sie zurück
  •   verteilt keine Aufgaben im Team

Scrum
  •   Entwicklungsteam

  •   Liefert die am höchsten priorisierten Features, wie vom Product Owner festgelegt. Deshalb auch als Feature Team bezeichnet.
  •   Das Team entscheidet, wie viel geliefert werden kann
  •   Organisiert sich selbst
    • Manager weist keine Arbeiten zu
    • Manager entscheidet nicht für das Team
    • Für das Lösen von Konflikten selbst verantwortlich
  •   Größe nicht festgelegt: typische Größe 5-9 Personen
  •   Keine festgelegten Rollen im Team
  •   Kein Multitasking in mehreren Projekten
  •   Alle notwendigen Kenntnisse sollten im Team verfügbar sein: Entwickler, Business Analytiker, Tester etc.
  •   Eingespielt: Bleibt idealerweise über längere Zeit zusammen
  •   Zugehörigkeit nicht im Sprint wechseln

Scrum
  •   Scrum Master

  •   Verantwortlich für die Einhaltung der Scrum-Werte und -Praktiken
    • führt Scrum ein
  •   Beseitigt Hindernisse: „Aus-dem-Weg-Räumer”
    • schützt das Team vor äußeren Störungen
    • stellt sicher, dass das Team produktiv ist
  •   Unterstützt die Zusammenarbeit zwischen allen Rollen und Scrum Team-Mitgliedern
  •   Kein Projektmanager!
    • keine Weisungsbefugnis
  •   Übernimmt Verwaltungsaufgaben
  •   Wird vom Team ernannt;
    • ggf. wird ein Scrum Master vorgeschlagen, der vom Team akzeptiert werden muss

Scrum
  •   Product Backlog

  •   Eigentum und gepflegt vom Product Owner
  •   Enthält u.a. Anforderungen in Form von sog. Features
    • Eigentlich „product backlog items“ PBI oder dt. PBE
    • Werden oft in Form von sog. „User Stories“ formuliert
  •   Anforderungen können von allen Product Backlog Stakeholdern kommen
  •   Jederzeit änder- und erweiterbar:
    • Kann immer geändert werden, wenn sich Anforderungen ändern
  •   Erfordert Input vom Team
    • Das Entwicklungsteam schätzt die relative Größe der Features
    • Team unterstützt beim Priorisieren und Formulieren von PBE
  •   kein Vertrag zwischen Product Owner und Team
  •   keine Liste mit Aufgaben, die notwendig sind, um die Anforderungen zu erfüllen
  •   kein Projektstrukturplan
  •   kein Lösungskonzept

Scrum
  •   Sprint Backlog

  •   Eigentum des Entwicklungsteams
  •   Gepflegt vom Entwicklungsteam
  •   Enthält alle Aufgaben, um das Sprint-Ziel zu erreichen
  •   Zu den Einträgen aus dem Product Backlog, die das Team im Sprint realisiert, werden die Tasks formuliert
  •   Lebendes Dokument; verändert sich während des Sprints, weil u.U. neue Tasks hinzukommen
  •   Die Aufgaben sollten klein sein (Idealerweise an einem Tag abzuschließen)
  •   Täglich wird der geschätzte Restaufwand für die Tasks in Stunden eingetragen
  •   Sprint Backlog ist keine Zeiterfassung!

Meilenstein-Trendanalyse

  •   Analyse der Trends bei den noch zu erreichenden Meilensteinen
  •   Effektive Methode zur Überwachung des Projektfortschritts
  •   Zu jedem Berichtszeitpunkt wird bei den AP-Verantwortlichen der
  •   voraussichtliche Termin für das Erreichen der zukünftigen Meilensteine abgefragt
  •   Erfordert geringen Aufwand
  •   Basis:
    • aussagekräftige Meilensteine
    • regelmäßige Berichtszeitpunkte
  •   Keine zusätzlichen Anforderungen z.B. an die Kostenrechnung
  •   Darstellung:
    • X-Achse: Zeitachse mit den Terminen der Berichtszeitpunkte
    • Y-Achse: Zeitachse mit den geplanten Meilenstein-Terminen
  •   Wird als eines der wichtigsten Instrumente des PM bezeichnet

Meilenstein-Trendanalyse
  •   Typische Verlaufsformen
  •   Ungefähr Waagerechter Verlauf:

  •   Keine Terminverschiebungen: Termin kann gehalten werden

Meilenstein-Trendanalyse
  •   Typische Verlaufsformen
  •   „Zick-Zack“-Verlauf:

  •   Erhebliche Unsicherheit bei den Terminaussagen:
  •   Der Gesamttermin ist damit ebenfalls äußerst unsicher, da Prognose sich ständig ändert

Meilenstein-Trendanalyse
  •   Typische Verlaufsformen
  •   Extrem ansteigender Verlauf:

  •   Zu optimistische Planaussagen gemacht:
  •   Erheblicher Terminverzug.

Meilenstein-Trendanalyse
  •   Typische Verlaufsformen
  •   Trendwende-Verlauf:

  •   Gegen Ende werden schlagartig Terminverschiebungen angekündigt:
  •   Es mangelt an frühzeitigen realistischen Terminaussagen. Terminverzögerungen wurden möglicherweise verschwiegen.

Meilenstein-Trendanalyse
  •   Typische Verlaufsformen
  •   Divergierender Verlauf von fachlich zusammenhängen Arbeitspaketen:

  •   Eine der Tendenzen ist unrealistisch.
  •   Abhängigkeiten prüfen und Prognosen hinterfragen.

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