4 - Wildtierökologie
Lernkarten: Jagen in der Schweiz
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Flashcards
Wildtierökologie Was bedeutet „Ökologie“? S.156-157
Ökologie bedeutet „Lehre vom (Natur-) Haushalt“.
Sie befasst sich mit den Beziehungen zwischen den Lebewesen und mit ihrer belebten und unbelebten Umwelt.
Eine Nahrungskette umfasst die Ebenen der Pflanzen (Produzenten), Pflanzenfresser (Herbivoren), Fleischfresser (Karnivoren) und Zersetzer (Bakterien, Pilze).
Vereinfachtes Beispiel:
Löwenzahn --> Feldhase --> Rotfuchs (als „Mesoprädator“) --> Luchs --> Zersetzende Bakterien/Pilze.
Mehrere ineinander verflochtene Nahrungsketten ergeben ein Nahrungsnetz
Wiederkäuer: Wiederkauen von Nahrung sowie spezialisierte Verdauungssysteme mit mehrteiligen Mägen.
Pferd, Feldhase, Auerhuhn: grosse Blinddärme mit Bakterien als Gärkammern
Bioakkumulation bedeutet eine Anreicherung von Giftstoffen entlang einer Nahrungskette (z.B. Blei, Pestizide aus der Landwirtschaft).
Insbesondere bei Tieren, die am Ende einer Nahrungskette stehen, kann die Giftkonzentration zu Gesundheitsschäden oder zum Tod führen.
Blei wird in Form von Jagdmunition in die Umwelt gebracht. Wird es von Wildtieren aufgenommen (z.B. Fuchs oder Steinadler frisst Aufbruch), kann dies zu Bleivergiftungen führen.
Blei kann sich auch entlang einer Nahrungskette akkumulieren (anreichern, z.B. ein Adler frisst mehrere Aufbrüche)
Belebte Faktoren: Mensch, Konkurrenten, Parasiten, Räuber, Nahrung
Unbelebte Faktoren: Lufttemperatur, Niederschläge, Luftfeuchtigkeit, …
Stark an gewisse Umweltbedingungen angepasste Art, deren Vorkommen spezifische Standortverhältnisse anzeigt. Solche Arten können für die Zustandsbeurteilung eines Lebensraumes genutzt werden.
Beispiel: Gewisse Flechtenarten kommen nur in Gebieten mit sehr guter Luftqualität vor (Indikator für gute Luftqualität)
Wildtierökologie Auswirkungen der Zerschneidung von Lebensräumen auf die Wildtierpopulationen? S. 162-163
- Fehlende Vernetzung zwischen Populationen --> genetische Verarmung (Inzuchteffekt) --> anfälliger auf Krankheiten und Umwelteinflüsse --> ggf. lokales Aussterben
- Fehlender Zugang zu Nahrungs- und Überwinterungsgebieten (z.B. unterbrochene Wanderwege zwischen Sommer- und Wintereinständen)
- Erhöhte Mortalität bei der Querung von Siedlungsgebieten und Verkehrswegen
Generalisten: Sind in ihren Umweltansprüchen nicht spezialisiert. Sie sind gegenüber schwankenden Umweltbedingungen wenig empfindlich und können verschiedene Lebensräume besiedeln (Bsp.: Fuchs, Wildschwein).
Spezialisten: Sind spezialisiert auf konkrete Habitate und Umweltbedingungen. Diese Arten sind oft selten geworden (Bsp. Auerhuhn, Rebhuhn).
Kulturfolger: Arten, die vom Menschen und seinen Aktivitäten profitieren und in seiner Nähe vorkommen (z.B. Steinmarder, Rotfuchs, Elster).
Kulturflüchter: Kommen mit der durch den Menschen veränderten Landschaft nicht zurecht (z.B. Bekassine).
Beispiel: Ein hoher Jagddruck führt zu Gebietswechseln, gesteigertem Aufmerksamkeitsverhalten, Änderungen der zeitlichen Aktivitätsmuster usw.
Für einen langfristigen Jagderfolg empfehlen sich eine Steigerung der Jagdeffizienz (möglichst wenig Störung bei möglichst hohem Jagderfolg), wechselnde Jagdstrategien und intervallartige Bejagung (Einteilung des Jagdreviers in Zonen).
Wildtierökologie Auswirkungen von Grossraubtieren auf Ökosysteme? S. 166
Sie beeinflussen Ökosysteme positiv:
- Verhinderung hoher Beutetierdichten und räumlicher Konzentrationen (können Raumnutzung der Beutetiere verändern) --> u.a. Minderung Waldschäden
- Halten Beutetierpopulationen gesund (erbeuten oft schwache, unerfahrene Tiere)
- Verändern Konkurrenzverhältnisse (davon können wiederum andere Tier- und Pflanzenarten im Nahrungsnetz profitieren)
Wildtierökologie Was sind Folgen von Konkur- renz und Stress bei Wildtieren? S.167
Reduktion der Kondition --> macht Wildtiere anfälliger für Parasiten, Krankheiten, Räuber, harsche Witterungsbedingungen --> daraus folgt ggf. reduzierte Fortpflanzungsleistung oder Tod
Wildtierökologie Was kann der Jäger tun, um Stress bei Wildtieren zu vermeiden? S. 167
- Reduktion überhöhter Wildbestände (u.a. Verminderung innerartliche Konkurrenz)
- Keine Störung im Winter (Verzicht auf Bejagung, Hundeeinsatz, Suchen von Rothirsch-Stangen usw.)
- Effiziente Bejagungskonzepte (z.B. wenige dafür effiziente Treibjagden, kein „Leerpirschen“ des Gebiets)
- Störungsarmes Verhalten auf der Jagd (vor, während, nach dem Schuss)
- Räumliche Verschiebung (z.B. Zugvögel)
- Verhaltensänderung (z.B. Winterschlaf Murmeltier)
- Anpassung der Ernährung
- Anpassung der Morphologie, Anatomie und Physiologie (z.B. weisses Winterfell beim Hermelin, Reduktion der Pulsrate, Körpertemperatur und Organgrössen zwecks Senkung des Energiebedarfs bei Reh, Rothirsch, Steinbock, Gämse)
Biodiversität beinhaltet die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt und die Lebensraumvielfalt.
Je vielfältiger, strukturreicher, vernetzter und artenreicher ein Ökosystem ist (je höher die Biodiversität), desto robuster ist es gegenüber Störungen und negativen Umwelteinflüssen.
Biotophege bedeutet Schutz und Aufwertung von Lebensräumen. Sie bezweckt:
- Erhalt & Förderung von Lebensräumen, Wildtierarten & Wildtierbeständen (und damit der Biodiversität)
- Vermeidung von Störung
- Vermeidung von Wildschäden
Wichtig ist der Einbezug aller betroffenen Akteure (Landwirtschaft, Forst, Naturschutz, usw.)
- Gewässerrenaturierungen
- Anlegen/Pflege von Hecken mit Krautsaum und ökologisch wertvollen Gehölzen
- Anlegen von Steinmauern, Asthaufen, Brachstreifen
- Waldränder aufwerten/strukturieren/pflegen
- Lebensräume vernetzen (z.B. Barrieren beseitigen, Vernetzungselemente anlegen)
- Zurückschneiden direkt an Strassen angrenzender Bäume/Sträucher (mehr Übersicht)
Wildtierökologie Drei Funktionen des Waldes? S.178-180
- Schutzfunktion (Schutz vor Bodenerosion, Lawinen, Steinschlag, …)
- Wohlfahrtsfunktion (Luftreinigung, Sauerstoffproduktion, Wasserreservoir, Erholungsraum und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen)
- Nutzfunktion (Nutzung von Holz, Beeren, Wildbret usw.)
- Femelschlag
- Saumschlag
- Schirmschlag
- Dauerwald
Die Bewirtschaftung eines Dauerwaldes bildet eine naturnahe waldbauliche Betriebsform. Bäume aller Altersklassen kommen kleinräumig gemischt in einem Bestand vor.
Die Umtriebszeit bezeichnet die voraussichtliche Lebensdauer eines Baumes bis zur Erntereife (Fichte 100, Buche 120, Eiche 160 Jahre)
Baumarten, welche stets als erste auf unbestockten, offenen Flächen wachsen. Sie wachsen schnell, weisen aber eine kurze Lebensdauer auf, da sie später oft von konkurrenzstärkeren Baumarten verdrängt oder durch wiederkehrende Störungen (z.B. Steinschlag, Hochwasser) wieder beseitigt werden.
Beispiele: Birke, Weide, Vogelbeere, Föhre, Pappel
Als „Wildschaden“ gilt der Schaden, der durch Wildtiere an landwirtschaftlichen Kulturen, an Wald und teilweise an Nutztieren entsteht. Verhütung und Abgeltung von Wildschäden sind im Detail kantonal geregelt.
- Wildschaden im Wald: Verbiss-, Schäl-, Schlag-/Fegeschäden durch Rothirsch, Reh und Gämse
- Wildschaden im Feld (z.B. Schwarzwild richtet Schaden in Maisfeld an, Biber fällt Obstbaum)
- Wildschaden an Nutztieren (z.B. Fuchs reisst Huhn, Wolf reisst Schaf)
Wildtierökologie Mögliche Massnahmen zur Verhütung von Wildschäden? S. 186
- Senkung überhöhter Wildbestände
- Abschuss einzelner Schaden stiftender Individuen
- Verhinderung örtlich hoher Wildtierkonzentrationen (z.B. durch Störung oder an Fütterungen)
- Aufwertung von Lebensräumen
- Mechanische, chemische, akustische Einzel- oder Flächenschutzmassnahmen