Premium Partner

Kinder in der Migrationsgesellschaft

Überblick und Einführung in die Veranstaltung - Schwerpunkt Migration, Kindheit und Kindheitsforschung - ein pädagogischer Überblick, Zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen: Ein Überblick aus psychologischer Perspektive

Überblick und Einführung in die Veranstaltung - Schwerpunkt Migration, Kindheit und Kindheitsforschung - ein pädagogischer Überblick, Zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen: Ein Überblick aus psychologischer Perspektive


Set of flashcards Details

Flashcards 78
Language Deutsch
Category Educational Science
Level University
Created / Updated 12.02.2017 / 28.05.2021
Licencing Not defined
Weblink
https://card2brain.ch/box/20170212_kinder_in_der_migrationsgesellschaft
Embed
<iframe src="https://card2brain.ch/box/20170212_kinder_in_der_migrationsgesellschaft/embed" width="780" height="150" scrolling="no" frameborder="0"></iframe>

Was ist Migration?

  • "jede Ortsveränderung von Personen" (Hoffmann-Nowotny 1970)
  • "Migration ist der auf Dauer angelegte bzw. dauerhaft werdenende Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine andere Region von einzelnen oder mehreren Menschen" (Treibel 1999)
  • "Internationale Migration ist der mehr als einjährige Aufenthalt einer Person in einem anderen Staat als dem der Geburt" (International Organisation for Migration 2000)

Was ist ein Migrant und was sind die Anderen?

  • Wissenschaft
    • Migrant, Binnenmigrant, Außenmigrant, Arbeitsmigrant
  • Juristisch
    • Flüchtling, Kontingentflüchtling, Ausländer, Asylbewerber, Aussiedler, Spätaussiedler
  • Sonstiges
    • Wirtschaftsflüchtling, Ausländische Mitbürger, Asylant, Gastarbeiter

Wie sieht die Veränderung der Migration aus?

Grafik 1: 2000 und 2015: Anzahl von Internationalen Migranten

  • Europa (56 Mio. --> 76 Mio.)
  • Asien (49 Mio. --> 75 Mio.)
  • Nordamerika (40 Mio. --> 54 Mio.)
  • Afrika (15 Mio. --> 21 Mio.)
  • Lateinamerika (7 Mio. --> 9 Mio.)
  • Oceania (5 Mio. --> 8 Mio.)

Grafik 2: Migrationsbewegungen

  • Asien --> Europa: 20 Millionen
  • Asien --> Asien: 40 Millionen
  • Asien --> Nordamerika: 17 Millionen
  • Europa --> Europa: 40 Millionen
  • Europa --> Nordamerika: 8 Millionen
  • Europa --> Asien: 8 Millionen
  • LAC --> Nordamerika: 20 Millionen
  • Afrika --> Afrika: 18 Millionen
  • Afrika --> Europa: 9 Millionen

Grafik 3: Anzahl der Zuwanderer nach Deutschland von 1991 bis 2015

  • Anzahl der Zuwanderer steigt ab 2008
  • Anzahl der Zuwanderer sinkt seit 1997

Grafik 4: Anzahl der Zuwnaderer nach Deutschalnd nach Herkunftsländern im Jahr 2015

  • Syrien (326.872)
  • Rumänien (213.037)
  • Polen (195.666)
  • Afghanistan (94.902)
  • Bulgarien (83.579)
  • Italien (74.105)
  • Irak (73.122)
  • Albanien (68.932)
  • Kroatien (57.412)
  • Ungarn (56.373)

 

Welches Zitat ist passend für die Migrationsdiskurse in Deutschalnd?

"Im Giftschrank amtlich tabuisierter Zeitbegriffe steht eine Flasche mit er Aufschrift "Einwanderungsland". Darin hockt ein geist. Wer ihn befreit, so geht die Rede politischer Weisheit seit vielen Legislaturperioden, der ist verloren und mit ihm Land und Leute, von denen der Geist dann Besitz ergreift. Deshalb warnt vor solchen Tun seit jeher ein amtliches Dementi: "Die Bundesrepublik ist kein Einwanderungsland." (Bade 1999)

Welche Ein- und Auswanderungswellen gab es in Deutschland?

Auswanderungswellen

  • 12. Jh: Siebenbürger Sachsen (Rumänien)
  • 18. Jh.: Banater Schwaben (Rumänien/Ungarn)
    • Auswanderung nach Russland (ab 1763)
  • 19. Jh.: Auswanderung nach Amerika
  • 21. Jh.: Abwanderung in die Schweiz

Gründe: Bessere Lebensverhältnisse, Privilegien, Repression, Hungersnöte, Vertreibung, Flucht vor Arbeitslosigkeit, Vertreibung, Anwerbung, Krieg

Einwanderungswellen

  • 17. Jh.: Hugenotten
  • 19. Jh.: Polnische Einwanderung ins Ruhrgebiet
  • 1920er: Arbeiter in der Weimarer Republik
  • 1930/40er: Zwangsarbeiter
  • 1950er: Flüchtlinge und Vertriebene
  • 1960er: Arbeitsmigranten
  • 1970/80er: Aussiedler
  • 1980/90er: Asylbewerber
  • 1990er: Spätaussiedler
  • 200er: Kriegsflüchtlinge

Gründe: Bessere Lebensverhältnisse, Prvilegien, Repression, Flucht vor Arbeitslosigkeit, Vertreibung, Krieg

Welche Einwanderungsdiskurse gab es in Deutschland?

Einwanderungsdiskurse

  • 1945-1955: Flüchtlinge und Vertriebene
  • 1955-1973: Anwerbung von Arbeitsmigranten
  • 1973-1979: Anwerbestopp
  • 1979-1982: Integrationsentwürfe
  • 1982-1990: Restriktive Ausländerpolitik
  • 1990-1998: Polarisierung und Pogrome
  • 1998-2004: Zuwanderungsgesetz
  • Bis heute: Ringen um die "richtige" Einwanderung
  • Aktuelle Diskurse: "Islam"phobie, Salfismus, Integration, Terrorismus

Welche Ansichten zum Thema Einwanderung gibt es?

Dietmar Schlee (CDU) 1994:

"der unaufhörliche Strom von Gastarbeitern habe das Fass zum Überlaufen gebracht... Einer Springflut gleich sind Flüchtlinge in den letzten Monaten in unser Land gedrängt. Die deutsche Bevölkerung sah sich in einer Schwemme von Menschen aus verschiedenen europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern ausgesetzt. Dieser Strom der Zufluchtssuchenden hat sich in die abgelegen Dörfer ausgebreitet, und in der Großstadt beherrschen die Ausländer das Straßenbild."

Bade 2015:

"Bleibt ein Zusammenhalt stiftendes Selbstbild in der mordernen Einwanderungsgesellschaft dauerhaft aus, dann könnte die Mehrheitsbevölkerung trotz insgesamt zunehmneder Akzeptanz von Zuwanderung und kultureller Vielfalt die Zahl derer gewaltig wachsen, die sich als "Fremde im eigenen Land" übergangen fühlen und sich deshalb vernehmlich oder gar aggressiv gegen "Überfremdung" wenden.  Der internationale Vergleich mit der Entwicklung einwanderungs- bzw. fremdenfeindlicher Strömungen in anderen europäischen Einwaderungsländern sollte hier eine Warnung sein, zumal entsprechende Entwicklungen auch hierzulande schon in Gang gekommen sind.

Wie hat sich Einwanderung im erziehungswissenschaftlichen Diskus undin der Schulpraxis von 1960 bis heute verändert?

1960/70er: Ausländerpädagogik

  • Segregation, Assimilationsdruck
  • Ausländerklassen, muttersprachlicher Unterricht

Folkloristische Ansätze:

  • Segregation: erste Beachtung kultureller Vielfalt
  • Ausweitung des muttersprachlichen Unterrichts

1980/90er: Interkulturelle Erziehung

  • Integration: Achtung von Migranten und ihren Rechten auf teilhabe
  • DaZ-Förderstunden, bilinguale Alphabetisierung

2000er: Inklusive Pädagogik

  • Inklusion: Herausforderung für die Mehrheitsgesellschaft
  • Sprachförderung im vorschulischen Bereich