Analgetika Opioide

Pharma HL Häuser

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R. R.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Übersicht über Opioide und ihre Wirkmechanismen im zentralen Nervensystem (ZNS). Sie behandeln die Rolle des periaquäduktalen Graus (PAG) und des Nucleus raphe magnus in der Schmerzregulation, sowie die Bedeutung von Serotonin und Noradrenalin in der Substantia gelatinosa. Die Karteikarten eignen sich besonders für Medizinstudierende und Ärzte, die sich mit der Pharmakologie von Opioiden wie Morphin, Fentanyl und Tramadol vertraut machen möchten, um deren Anwendung und Nebenwirkungen besser zu verstehen.
Karten
18
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
16.01.2017 / 15.07.2021

Lernkarten

Morphin KS3

BV, HW, MT, IA

Hier: KS3

Analgetika -> Opioide

Wirkmechanismus

Agonist an Opioid-Rezeptoren (hauptsächlich µ-Rezeptor)

→ Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

→ hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noredranlin (Subst. gelatinosa)

→ verzögerter Wirkeintritt (c.a nach 20-40 min)

Potenzgrundlage (1)

Pharmakokinetik

→ Verstoffwechslung zu Morphin-6-Glucoronid (aktiver) -> B/H-Schranke

→ Renale Ausscheidung (CAVE: Niereninsuff)

UNW

  • Zentral:
    • analgetisch
    • atemdepressiv
    • sedativ / hypnotisch
    • euphorisch
    • antitussiv
    • emetisch, später antiemetisch
    • Miosis
    • RR, HF +++
    • Hypothermie
  • Peripher
    • Obstipation
    • Harnverhalt
    • Koliken
    • HIstaminfreisetzung
    • Tachyphylaxie und Abhängigkeitspotential

Morphin KS3

BV, HW, MT, IA

 

Interaktionen:

  • Verstärkung durch Opioidagonisten und MAO-Hemmer
    • -> Atemdepression
  • Abschwächung durch Antagonisten

BV

  • oral 15-50%

HWZ

  • 2 Std (retard länger)

MT

  • hoher First Pass
  • renale und hepatische Ausscheidung
 

Codein KS3

BV, MT

 

Analgetika -> Opioide

Wirkmechanismus

  • geringer Agonist an Opioidrezeptoren
    • Analgetikum und Antitussivum (Reizhusten)
    • → Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

      → hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

Potenz: 0,2

Pharmakokinetik

  • Metabolisierung zu Morphin (CYP2D6) CAVE: CYP2D6 Polymorphismus
  • renale Ausscheidung (10% unverändert)

Nebenwirkungen

Weniger als Moprhin,

geringes Abhängigkeitspotential

BV

gute orale BV

 

 

Diamorphin (Heroin) KS2

BV, MT

 

Analgetika -> Opioide

Wirkmechanismus

Agonist Opioid-Rezeptor (CAVE: Hier hohes Suchtpotential)

→ Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

→ hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

Potenz: 1-5


MT:

In Gehirn zu 6-Monoacetylmorphin und Morphin

BV:

hoch

 

Oxycodon KS2

BV

 

  • Agonist an Opiodrezeptor
  • aktives Opioid
  • → Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

    → hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

Potenz: 1,5-1,8

BV: 60-80%

 

Levomethadon / Methadon KS3

HW

 

Analgetika -> Synthetisch-Opioide

Substitution bei Heroin-Sucht. Nach 4-5 Tagen stellt sich ein Verteilungsgleichgewicht ein (lipophile Einlagerung)

Wirkmechanismus

Agonist an Opioid-Rezeptor

→ Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

→ hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

Potenz: Levo 4, Methadon 1,5

Pharmakokinetik

HWZ: 8-75h -> länger als Morphin durch lipophile Anlagerung

Wirkdauer: 3-4h

UNW

Atemdepression (Naloxon antagonisierbar)

Siehe Opiate

 

Pethidin KS 3

Analgetikum - Synthetisches Opioid

Wirkmechanismus

Agonist an Opioid-Rezeptor (10x schwächer als Morphin, aber lipophiler, deshalb weniger GI-Komplikationen)

→ Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

→ hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

Pharmakodynamik

Hoher First Pass

Metabolisierung zu Norepethidin (epileptopgen, lange HWZ, daher nicht zur Langzeittherapier geeignet)

Potenz: 0,1

UNW:

Stark atemdepressiv

kardiodepressive Wirkung

Delir
 

-> Anwendung bei postoperativem Zittern (shivering)

Tramadol KS2

MT

 

Analgetikum -> synthetisches Opioid

Wirkmechanismus

Opiodagonist

→ Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

→ hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

Reuptake-Hemmer

Potenz: 0,05-0,07

 

MT:

+Enantiomer durch O-Demethylierung von CYP2D6 zu O-Desmethyltramadol (aktiver Metabolit, 2-4x stärker)

-Enantiomer: Reuptake-Hemmer

 

Tilidin KS2

MT

 

Analgetikum - synthetisches Opioid

Wirkmechanismus

Rezeptor an Opiod-Rezeptor

→ Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

→ hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

 

Potenz: 0,05-0,07

 

MT:

Metabolisierung zu aktivem Nortilidin

Renale Ausscheidung

 

Piritramid (Dipidolor) KS1

 

Agonist an Opioid-Rezeptor, synthetisches Opioid

Potenz:0,7

Kaum UNW, keine Akkumulierung

 

Fentanyl KS3

IA, BV, HW, MT

 

Analgetikum -> synthetisches Opioid

Wirkmechanismus

Opioid-Rezepter Agonist

→ Opioide hemmen im ZNS periaquäduktales Grau [PAG] und Nucleus raphe magnus (Absteigende Bahnen bzw Schmerzzentrum)

→ hemmt aufsteigende nozizeptive Bahnen direkt über Serotonin + Noradranlin (Subst. gelatinosa)

Potenz: 100-300

UNW

  • Zentral:
    • analgetisch
    • atemdepressiv
    • sedativ / hypnotisch
    • euphorisch
    • antitussiv
    • emetisch, später antiemetisch
    • Miosis
    • RR, HF +++
    • Hypothermie
  • Peripher
    • Obstipation
    • Harnverhalt
    • Koliken
    • HIstaminfreisetzung
    • Tachyphylaxie und Abhängigkeitspotential
  • Kann nach wiederholter Gabe wegen verschiedenen Abbaupiks plötzlich extrem nachwirken.

IA:

Lachgas - Kreislaufbeeinträchtigung

Diazepam, Midazolam: RR-Abfall

MAO-Hemmer: in letzten 14 Tagen

 

BV: 50%


HW: 3-12h, transdermal: 17h

 

MT: CYP3A4 zu Norfentanyl

 

-> Narkose, Analgetikum bei stärksten Schmerzen

CAVE: extrem hohes Suchtpotential

Fentanylanaloga KS1

Sufentanyl: 1000x Stärker als Morphin

Remifentanil: 200x Stärker als Morphin

Alfentanil: 30x Stärker als Morphin

Buphrenorphin (Temgesic) KS 3

HW

Analgetika -> synthetisches Opioid

Wirkmechanismus

Opioid-Rezeptor gemischt Agonist + Antagonist, starke Bindung an µ-Rezeptor

Verwendung statt Methadon / fehlende Euphorisierung

Potenz: 10-50

Pharmakodynamik

30x Potenz Morphin

hoher First Pass

Anwendung als Pflaster oder Oral

UNW:

Atemdepressiv, CAVE: Kaum  durch Naloxon antagonisierbar, weil affiner

Glockenförmige Dosis-Wirkungs-Kurve (zu viel -> keine Wirkung)

 

HWZ: 2-5h

 

Naloxon KS2

BV, HW

Wirkmechanismus

Antagonist am Opioidrezeptor, zentral und peripher

Pharmakodynamik

HW 1-1,5h (KÜRZER ALS MORPHIN)

sehr lipophil  (mehr als Morphium)

extrem hoher First Pass

-> BV sehr gering (2%)

 

UNW

Rebound- Effekt bei Antagonisierung von Morphin (wg. hwz)

 

-> Hebt atemdepressive Wirkung von Morphin/Opioiden auf.

 

 

Naltrexon KS2

BV, HW

Wirkmechanismus

Antagonist am Opioidrezeptor, peripher und zentral

Pharmakodynamik

BV 40% (besser als Naloxon)

HW 4h (mehr  als Naloxon)

 

-> Entwöhnungsbehandlung von  Heroinabhängigen  (und Alkohol) nach Entgiftung

 

Methylnaltrexon KS2

BV

Wirkmechanismus

selektiver Antagonist am Opioidrezeptor, NUR peripher (vA DARM)

Pharmakodynamik

Stark polar, überwindet nicht die B/H-Schranke

BV Subkutan: c.a 80%

 

-> Darmentleerung nach 30-60 Min

 

Oxycodon + Naloxon KS2

BV

 

Fixe Kombinationspräparate

Wirkmechanismus

BV 60-85%

Oxycodon als aktives Opioid (MT zu Oxymorphon)

Naloxon als direkter Antagonist

 

-> Naloxon wirkt  im Darm gegen die Obstipation, während Oxycodon weiter analgetisch wirkt

-> Naloxon unterliegt hohem First Pass, deshalb nur Wirkung im Darm.

Tilidin + Naloxon KS2

BV

Fixe Kombinationspräparate

Wirkmechanismus

Tilidin ist ein Prodrug, aktiver Metabolit ist Nortilidin

Fix mit Naloxon, um Missbrauch vorzubeugen ("Kick" bleibt aus)

Darmprobleme bleiben aus

Potenz: 0,05-0,07

 

BV 50-100%

Lernen