Zelltherapeutika – ATMP’s

Fragen aus der Vorlesung Biotechnologie

Fragen aus der Vorlesung Biotechnologie


S. A.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Grundlagen und Anwendungen von Zelltherapeutika und ATMPs. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Zelltypen wie hämatopoetische Stammzellen, T-Zellen und dentritische Zellen, sowie deren Expansion, Differenzierung und therapeutisches Potential. Die Karteikarten erklären auch die Herstellung und Merkmale von biotechnologisch bearbeiteten Gewebeprodukten und somatischen Zelltherapeutika. Sie richten sich an Studierende und Forscher, die sich mit der Entwicklung und Anwendung von Zelltherapeutika und Gentherapeutika befassen.
Flashcards
13
Students
5
Language
German
Category
Nature Studies
Level
University
Created / Updated
07.01.2017 / 25.01.2022

Flashcards

Wofür steht ATMP?

advanced Therapy Medicinal Product 

Produktunterteilung

  • Gentherapeutika
  • somatische Zelltherapeutika
  • biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte

Merkmale von Gentherapeutika

  • Wirkstoff enthält oder besteht aus einer rekombinanten Nukleinsäure
  • Wirkstoff wird verwendet um Nukleinsäuresequenzen zu regulieren, zu reparieren, zu ersetzen, hinzuzufügen oder zu entfernen
  • Therapeutische, prophylaktische oder diagnostische Wirkung muss unmittelbar im Zusammenhang mit der rekombinanten Nukleinsäuresequenz stehen 

Beispiele von Gentherapeutika

  • Behandlung bei kritischer Ischämie der unteren Extremitäten (DNA-Plasmid mit Fibroblasten-Wachstumsfaktor FGF-1)
  • Behandlung von Lymphödemen nach Brustkrebsbehandlung (Adenovirus der den Wachstumsfaktor VEGF-C kodiert)
  • Behandlung von Morbus Parkinson(gen. mod. S. thypi – Fusionsprotein des prostataspezifischen Antigens für eine erhöhte Antigenität) 

Merkmale  von somatischen Zelltherapeutika

  • Besteht aus Zellen die substanziell* bearbeitet wurden
  • Physiologische Funktionen, strukturelle Eigenschaften wurden für klinische Verwendung abgeändert (non-homologous use)
  • Verwendung zur Behandlung, Vorbeugung oder Diagnose von Krankheiten
  • Pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung muss den Zellen oder Geweben zugeschrieben werden können 

Beispiele von somatischen Zelltherapeutika

  • Leberzelltherapie: allogene postmortal gespendete Leberzellen zum temporären Funktionsersatz bei akutem Leberversagen
  • Autolog ex vivo gepulste dendritische Zellen zur Therapie von Ovarialkarzinomen
  • Behandlung von Diabetes mit porzinen Betazellen in Alginatmatrix 

Merkmale von Biotechnelogisch bearbeitet Gewebeprodukte

  • Enthält oder besteht aus biotechnologisch bearbeitete Zellen oder Geweben (*substanzielle Veränderung des Gewebes)
  • Kann zur Regeneration, Wiederherstellung oder dem Ersatz von menschlichem Gewebe eingesetzt werden
  • Substantielle Bearbeitungsverfahren (Gewebeveränderung, Kultivierung, genetische Modifizierung 

Beispiele von biotechnologische bearbeiteten Gewebeprodukten

  • Kultivierte und expandierte autologe Chondrozyten-Transplantate zur Behandlung von geschädigtem Knorpel
  • Hautersatz aus allogenen Keratinozyten
  • Autologe Progenitorzellen aus dem Knochenmark zur Behandlung nach linksventrikulären Myokardinfarkt 

Herstellung eine eines Zelltherapeutikas

n Isolation und Anreicherung der Zielzellen aus dem Gewebe

  • Etablierung der Master- und Arbeitszellbank (Kryopreservierung)
  • Etablierung eines Expansionsverfahrens mit angemessener Passagenzahl (-> genetisches Alter und therapeutisches Potential)
  • Geeignetes Kultivierungsmedium(-> Nachahmung der physiologischen Bedingungen) 

T-Zellen

  • Natürliche Zellen des Immunsystems (memory effect)
    • CD4 Helfer, CD8 Killer und regulatorische T-Zellen (TREGs) am besten bekannt
  • Besitzen Antigen-spezifische Rezeptoren welche modifiziert werden können (CAR T-Zellen – chimeric antigen receptor T-Zellen) 
  • autologe Zelltherapeutika

Dentritische Zellen

  • Zellen des Immunsystems welche sich aus Monozyten oder aus Vorläufern der B- und T-Zellen entwickeln
  • Zellen differenzieren und reifen in vitro (-> keine Expansion)
  • autolog Zelltherapeutika

Natürliche Killerzelle (NK)

  • Attraktiver Zelltyp für eine autologe Zelltherapie
    • Erkennung von virusinfizierten Zellen und Tumorzellen (-> Apoptose)
    • Besitzen keine antigen-spezifische Rezeptoren (-> angeborenes Immunsystem)
  • NK Zellen können aus dem peripheren Blut isoliert werden
  • In vitro Expansion durch geeignete Kombination aus Zytokinen und Wachstumsfaktoren im Medium 

Hämatopoetische Stammzellen

CD34+ hämatopoetische Stammzellen 

  • Isolation aus dem Knochenmark oder der Nabelschnur
  • Vorläuferzellen aller Blutzellen (-> enormes therapeutisches Potential)
  • Reparatur von beschädigtem Gewebe, Expression defekter Gene durch Modifikation, ...
  • In vitro Expansion schwierig da Differenzierung auftritt sobald Zellteilung einsetzt-> Verhinderung der Differenzierung durch verschiedene Faktoren (z.B. Fms-related tyrosine kinase 3 ligand, ganulocyte monocyte colony-stimulating factor, stem cell factor und thrombopoietin) 

Study