Bearbeitung der Vorlesung Biotechnologie


S. A.
Diese Lernkarten bieten einen universitären Einblick in die Nutzung von Insektenzellen und Baculoviren für die Schädlingsbekämpfung in Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Sie behandeln die Produktion von Viren in vitro und in vivo, deren Infektionsmechanismen sowie Vor- und Nachteile biologischer Pestizide. Besonders relevant für Studierende und Forscher, die nachhaltige Methoden zur Schädlingsbekämpfung erforschen.
Karten
10
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Naturkunde
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
07.01.2017 / 21.01.2019

Lernkarten

Vor und Nachteile der Syntetischen Schädlingsbekämpfung

Vorteile:

  • Schnelle Wirkung
  • Kostengünstig
  • einfache Hersttelung

Nachteile: 

  • keine Selektivität
  • Schädigung von Nützlingen
  • kanzerogene Chemikalien
  • Umweltverunreinigung
  • Pestizidresistenz

Vor und Nachteile biologischer Pestiziden 

Vorteile:

  • Umweltfreundlich
  • selektiv

Nachteile:

  • langsame Wirkung (bis zu 10 Tagen)

Beispiele biologischer Pestizide

Wirkstoffe/ Organismen:

Rapsöl, Nikotin, Pheromone in Lockstofffallen, Parasiten (Pilze, Nematoden/Fadenwürmer, Insekten (z.B. Marienkäfer, Schlupfwespe), Bakterien, Baculoviren) 

Was sind Baculovieren und wie werden sie zur Schädlingsbekämpfung verwendet?

Baculoviren sind Viren, die wirtspezifisch Insektenzellen befallen. Zu den Wirten zählen Schmetterlinge, Hautflügler und Zweiflügler. Baculoviren haben eine doppelsträniges circulär DNA Genom. Das Virus befindet sich geschützt in diesem Proteinpanzer und kann so ungünstige Bedingungen überdauern. Der Virus wird vom Schädling gefressen. Ebenfalls bewirkt der Proteinpanzer, dass das Virus erst im Mitteldarm der Larvenzelle durch das basische Milieu zersetzt wird und die Viren die Mitteldarmzellen befallen. Schädling stirbt.

Occlusion Body (OB)

Occlusion Body (OB):
Überträgt Infektion von Insekt zu Insekt
Ist umhüllt mit einer Polyhedrinmatrix (Schutz vor Umwelteinflüssen, wie Sonnenstrahlen und alkalischem Milieu)
Polyhedrinmatrix übernimmt ökologische Funktion einer bakteriellen oder pilzlichen Spore 

Occlusion derived body (ODV)

Occlusion derived virus (ODV):

  • Verantwortlich für Primärinfektion von Zellen
  • Mehrere Nucleocapside in einer Proteinhülle 

Budded virus

  • Überträgt Infektion von Zelle zu Zelle
  • Besitzt ein Membranfusionsprotein für den viralen Viruseintritt in die   Zelle (budding)

  • Einzelnes Nucleocapsid 

In vivo Produktion der Baculovieren

  1. Züchtung und Infektion der  Larven
  2. homogenisierung der Larven (mechanische aufschliessung der Larven)
  3. Aufreinigung der Zell-Virus-Masse
  • Entfernung von grösseren Larven- fragmenten und Haaren mittels vibrierender Membran
  • Kontinuierliche Zentri- fugation zur Anreicherung der OBs im Pellet 

5. Einfrierung (-35°C), Lyophilisierung und Verpackung

 

Nachteile der in vivo Produktion von Bacculovieren

  •  Allergische Reaktionen aufgrund der Larvenhaare

  •  Zeitaufwendig (in Hinblick auf Larvenanzucht (6-12 Wochen) und Produktion (2-3 Wochen))

  • Nicht reproduzierbar (abhängig von abiotischen/ biotischen Umweltfaktoren und Organismus)

  •  Kein reines Produkt

In vitro Produktion von Baculoviren 

  1. in der ersten WT-Phase werden die Zellen erst 1-2 Tage kultiviert
  2. in der zweiten WT-Phase werden sie mit dem Virus infiziert (3-5 Tage)
  3. danach werden die Zellen aufgeschlossen und Zentrifuguert

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