Human GG - Globale Wertschöpfungskette - VL 12 & 13
UNI ZH für PHZH
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Flashcards
LZ 1: Sie kennen das Konzept der (globalen) Wertschöpfungskette und sind in der Lage dieses Konzept kritisch zu diskutieren.
– Defini&on und wichtige Grundlagen des Konzepts “globale Wertschöpfungskette”
– Hintergrund und wichtige Aspekte des Konzepts“Warenkette”
– Warenbegriff und Kommodifizierung
– Themen einer kritischen “commodity chain-Forschung”
Wertschöpfungskette:
Wirtschaftsozioloische Perspektive
Fokus auf Unternehmensbeziehungen
Im Mittelpunkt steht Steuerung (Governance) von Produktion und Distribution auf der zwischenbetrieblichen Ebene
Verweis auf globale Arbeitsteilung und Betrachtung ungleicher Machtbeziehungen
Input-Output Betrachtung
o Errechnet sich aus den gesamten Erlösen eines Unternehmens, von denen die „Vorleistungskosten“ (Leistungen vorgelagerter Produktionsstufen) abgezogen werden.
Abfolge von Schritten, die zur arbeitsteiligen Herstellung einer Ware oder Dienstleitung nötig sind. Dabei steht die Generierung von zusätzlichem Wert auf jeder Produktionsstufe im Mittelpunkt (Wertschöpfung).
Was kommt rein, was kostet das und was geht raus, was bekomme ich dafür?
commodity chains
politische Ökonomie
...commodity chains as a way of understanding the connections and interdependencies between different workers, consumers, firms, and ins<tu<ons involved in commodity stories.
Produktionskette wird die Abfolge von aufeinander folgenden Produktionsstufen bezeichnet. Die Produktionskette beginnt bei der Rohstoffgewinnung, geht über meistens mehrere Zwischenproduktestufen bis zur Endproduktfertigung. Im Allgemeinen sind viele verschiedene Unternehmen an einer einzigen Produktionskette beteiligt.
Global Value Chain
Wirtschaftssoziologie
Ware und Wert
Eine Ware dient der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Sie hat einen Gebrauchswert.
Eine Ware lässt sich gegen andere Waren tauschen. Sie hat einen Tauschwert.
Ware und Kommodifizierung
Unter Kommodifizierung versteht man den Prozess, der aus einem Ding, einer Idee oder einem Menschen eine Ware macht.
Im weiteren gesellschaAlichen Kontext wird damit aber auch ein Prozess der zunehmenden Ausdehnung der Marktlogik auf Bereiche verstanden, die bisher gemäss anderer Logiken funk<onierten.
Komplexität globaler Warenkesen
Wo beginnt eine Warenkette, wo hört sie auf?
Eine lineare Perspektive (Kese) wird der ökonomischen Realität nicht gerecht und erleichtert ebenfalls Ausblendung negativer Auswirkungen
– Beispiel: Umgang mit der Abfallproblematik
Altkleider: die Kette ist nicht beendet, sie beginnt wieder neu?
Elektroschrott: landet überwiegend in Asien Mombay, wird von Menschen zerlegt in sehr schlimmen Verhältnissen.
—> Gesundheitlichen Gefährdung.
LZ 1: Sie sind in der Lage das Konzept des Upgrading auf das Beispiel der Textil- und Bekleidungsindustrie anzuwenden.
– von CMT zu OBM, aktuelle Trends
– Transfer komplexere Governanceformen
– Kritik am Upgrading-Konzept
- Trends: Zunahme von Eigenmarken
Kritik am Upgrading-Konzept
einseitiger Fokus auf Unternehmen und Unternehmensbeziehungen
es wird nicht gefragt, wie genau zusätzliche Wertschöpfung zustande kommt (Arbeitsbeziehungen)
einseitige Betonung der Chancen einer Einbindung in globale Warenketten und ungenügende Berücksichtigung von Ungleichheiten (inclusive bias)
undifferenzierte Gleichsetzung unternehmerischen Upgradings mit gesellschanlicher Entwicklung
LZ 2: Sie kennen verschiedene Möglichkeiten aus der Perspektive des globalen Südens die Arbeitsbedingungen in Warenketten zu verbessern.
- Implementierung sozialer Standards (Arbeitsstandards)
International Labor Organization (ILO): Grundprinzipien:
– Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
– Beseitigung Zwangsarbeit
– Abschaffung Kinderarbeit
– Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
Decent Work-Ansatz der ILO (korrekter)
– Beschätigung. Mehr und bessere Beschänigungsmöglichkeiten schaffen
– Arbeitnehmerrechte. Rechte respektieren und gesetzlich absichern
– Soziale Sicherungssysteme. Systeme der sozialen Sicherung auf- und ausbauen
– Sozialer Dialog. sozialen Dialog zwischen Arbeitgebenden und Gewerkschanen fördern
Einbezug der Problematik in internationale Handelsabkommen
Bsp: Die EU hat mit Bangladesch ein Abkommen geschlossen, es heißt „Alles außer Waffen“ (ohne Zoll)
--> Non-compliance (Nichterfüllung) der Vorgaben wird politisch sanktioniertunternehmensinterne Codes of Conduct (Verhaltenskodex)
Eigene Regelungen des Unternehmens --> Verhaltensanweisungen als Handlungsorientierung für Mitarb.
Regelwerk von Korruption bis Arbietsregelungen
Corporate Social Responsibility: Unternehmensethik: gesellschanliche Verantwortung eines Unternehmens --> Verantwortung von Unternehmen, gesetzliche Vorgaben und soziale Normen der Länder zu folgen und einzuhaltenAktive Beteiligung der KonsumentInnen: Förderung eines „ethischen Konsums“ (e.g. Fair Trade)
Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten für soziale und ökologische Fragen – “caring at a distance”
- Nichtregierungsorganisationen als Schlüsselakteure
- i.d.R. Umsetzung über Labels und Standards
LZ 3: Sie können eine Diskussion über Chancen und Probleme dieser Massnahmen führen.
Chancen
- soziale Absicherung
- humane Arbeitsbedingungen
- fairer Lohn
- keine zwangsarbeit / Kinderarbeit
Probleme
- ILO-Standards und Handlungsprogramme sind sehr allgemein gehalten --> keine konkreten Bedingungen
- ILO hat nur begrenzten Handlungsspielraum und keine eigenen Möglichkeiten, die Umsetzung ihrer Standards zu überprüfen, durchzusetzen und zu sanktionieren
- Nichterfüllung von Anforderungen der Handelsabkommen werden politisch sanktioniert
- CSR ist freiwillig für Teilnahme
- Konkrete Implementierung ist abhängig von Position in Wertschöpfungskette
- Überprüfung: gibt es angekündigte oder unangekündigte Kontrollen? Je nachdem nicht real
LZ 4: Sie können sich in Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen differenziert mit Fair Trade auseinandersetzen.
– Hintergrund Fair Trade: Akteure, Ziele
– Diskussion unterschiedlicher Kontextbedingungen und Arbeitsbeziehungen (kleinbäuerliche Produktion vs. Plantagen-/ industrielle Produktion)
– Prinzipien verantwortungsbewussten Verhaltens/Handelns
Was ist Fair Trade?
Kombination aus „sozialem Standard“ und „code of conduct“, der mit einem Label Sichtbarkeit gegeben wird
Erstreckung über gesamte Wertschöpfungskette
Zertifizierung beteiligter Akteure durch interna&onale, nichtstaatliche Organisa&onen (Unternehmen, NGOs )
– regelmässige Überprüfungen
– auch Detailhandel muss sich zertifizieren lassenZahlung eines garantierten Mindestpreises, der die Lebenshaltungs- und Produktionskosten der Produzenten decken soll
zusätzlich: Sozialprämie, die ökonomische und soziale Entwicklungsprojekte ermöglichen soll
Fair Trade ≠ Fair Trade
Verteilung der “Sozialprämie”: Unterschied zwischen kleinbäuerlicher Koopera&ve und industrieller bzw. Plantagenproduk&on
Mitbestimmung von PlantagenarbeiterInnen oder anderer lohnabhängiger Beschänigte aufgrund der ungleichen Machtbeziehungen problema&sch
aber: auch in kleinbäuerlichen Koopera&ven gibt es Machtungleichheiten und Abhängigkeiten
es kommt auf den jeweiligen Einzelfall an
Herausforderung und Probleme von Impelmentierung sozialer Standard & unternehmensinterne Codes of Conduct
Implementierung sozialer Standards (Arbeitsstandards)
Herausforderungen und Probleme
– ILO Standards allgemein gehalten
– ILO begrenzten Handlungsspielraum, keine eigenen Möglichkeiten Umsetzung der Standards zu überprüfen und durchzusetzen
unternehmensinterne Codes of Conduct (Verhaltenskodex)
Herausforderungen und Probleme
– ist freiwillig
– Überwachung: angekündigte / unangekündigte Kontrollen?
– bequemes Mittel zur Verlagerung der Verantwortung auf Zulieferer?
Fazit: Ethischer Konsum
Herausforderungen und Probleme
– Was sind die Konsequenzen einer Verletzung der Vorgaben durch südliche Akteure?
– Wer profitiert von sozialen und ökologischen Labels? Gibt es eine „Sozialprämie”?
– zugrundeliegende Machtbeziehungen (Arbeit/Kapitel, Gender, ethnische Differenz) werden auch hier verschleiert
– Labels als Marken? gutes Gewissen für Konsumen&nnen und Konsumenten; keine tiefere Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen nötig
– aus Sicht der Konsumierenden: keine echte Option für gering Verdienende
Merkmale des Prinzips der politischen Verantwortung
– Es wird kein Schuldiger als Sündenbock identifiziert und an den Pranger gestellt.
– Bezieht sich nicht auf aussergewöhnliche Ereignisse, sondern hinterfragt die scheinbare Normalität der Verhältnisse.
– Ist nicht vergangenheits-, sondern zukunnsorientiert
– Bezeichnet eine gesellschanliche geteilte Verantwortung