04. Rückenmark

Lage, Aussehen, aufsteigende und absteigende Bahnen

Lage, Aussehen, aufsteigende und absteigende Bahnen


T. H.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Anatomie und Funktionen des Rückenmarks auf Berufslehre-Niveau. Sie behandeln die verschiedenen Bahnen wie die Pyramidenbahnen, Hinterstrangbahnen und Tractus spinothalamicus, die für die Weiterleitung von Empfindungen und motorischen Signalen verantwortlich sind. Die Karteikarten erklären auch die Struktur des Rückenmarks, einschließlich der grauen und weißen Substanz, sowie die Rolle des Thalamus und anderer Kerngebiete. Medizinstudenten und Berufslehrlinge profitieren von diesem Set, um die komplexen Zusammenhänge des zentralen Nervensystems zu verstehen und die Funktionen des Rückenmarks zu erlernen.
Karten
15
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
21.08.2015 / 07.01.2026

Lernkarten

Wo liegt das Rückenmark?

  • im Wirbelkanal, umgeben von RM-Häuten und Liquor

  • Beginn: Foramen magnum

  • Ende: L1/2
    - verjüngt sich zum Conus medullaris
    - über Filum terminale am Steißbein befestigt

Was befindet sich zentral im Rückenmark?

- Zentralkanal
- graue Substanz = Neurone = Substantia intermedia centralis

Was umgibt die graue Substanz?

  • weiße Substanz = Nervenfasern

  • Sulcus medianus posterior

    Commissura alba

    Fissura mediana anterior

Wie ist das RM aufgeteilt?

  • Hinterhorn
    Hinterwurzel
    → afferente Nervenfasern

  • Seitenhorn
    → nur von Th1 – L2

    Präganglionäre sympathische Fasern

  • Vorderhorn
    → γ- und α-Motoneuron (= 2. motorisches Neuron = Umschaltstelle)
    Vorderwurzel
    → efferente Nervenfasern

Wie verlaufen die Nervenfasern im RM?

  • Hinterstrang

  • Seitenstrang

  • Vorderstrang

  • Vorderseitenstrang

  • in den Strängen verlaufen Nervenfasern = Neurite = Axone
    - bilden Faserbündel mit gleicher Funktion, die nicht scharf getrennt sind = Tractus

Wie verlaufen die aufsteigenden Bahnen allgemein?

Rezeptor von Haut (Oberflächensensibilität)
und Muskel/Sehnen, Gelenkkapseln, Bändern (Tiefensensibilität)
→ afferente Nervenfasern
→ Spinalganglion: Umschaltstelle = 1. sensibles Neuron
→ Hinterwurzel
→ mit/ohne Umschaltung im Hinterhorn
→ Tractus im Vorder-, Seiten- oder Hinterstrang
→ Medulla oblongata oder Thalamus oder Kleinhirn

Welche aufsteigenden Bahnen gibt es?

  • Tractus spinocerebellaris anterior/posterior

  • Tracctus spinothalamicu anterior/lateralis

  • Hinterstrangbahnen: Fasciculus gracilis/cuneatus

Welche Empfindungen leitet der Tractus spinocerebellaris anterior/posterior?

Oberflächen- (Haut) und Tiefensensibilität (Muskel, Sehne, Kapsel, Bänder)

Welche Empfindungen leitet der Tractus spinothalamicus und wie verläuft er?

  • ventralis=anterior
    - leitet grobe, undifferenzierte, mechan. Empfindungen
  • lateralis
    - leitet Temperatur, Schmerz
  • Verlauf
    → Hinterhorn = Umschaltstelle = 2. sensibeles Neuron
    → mit Kreuzung

    → anterior: Vorderstrang lateralis: Vorderseitenstrang
    → Thalamus = Umschaltstelle = 3. sensibles Neuron
    → Gyrus postcentralis

Welche Empfindungen leiten die Hinterstrangbahnen und wie verlaufen sie?

  • leiten feine mechan. Empfindungen, Vibrationen
  • Fasciculus gracilis
    - Empfindungen bis Th6
  • Fasciculus cuneatus
    - leitet Empfindungen ab Th5
  • Verlauf
    → ohne Umschaltstelle oder Kreuzung
    → Hinterstrang
    → Medulla oblongata: Hinterstrangkerne = 2. sensibles Neuron
    → Kreuzung im Lemnicus medialis
    → Thalamus = Umschaltstelle = 3. sensibles Neuron

→ Gyrus postcentralis

Was leiten die Pyramidenbahnen und wie verlaufen sie?

leitet Willkürmotorik → feine, zielgerichtete Bewegung

Verlauf
Planungsareal
→ primäres motorisches Rindenareal
- Gyrus präcentralis
- angrenzende Bereiche des Frontal- und Parientallappen
= 1. motorisches Neuron mit PB als Axon
→ Corona radiata
→ Capsula interna
→ Mittelhirn
Tractus corticonuclearis
→ motorische Hirnnervenkerne
Tractus corticospinalis
→ Brücke
→ Medulla oblongata
am unteren Ende PB-Kreuzung
(10-20%) ungekreuzt: Tractus corticospinalis anterior
→ Vorderstrang
→ Kreuzung im entsprechenden RM-Segment
(80-90%) gekreuzt: Tractus corticospinalis lateralis
→ Seitenstrang
→ mit/ohne Zwischenneuron
gemeinsam weiter
→ γ- (wenige) und α-Motoneuron = 2. motorisches Neuron = Umschaltstelle
→ Vorderwurzeln
→ efferente, motorische Nervenfasern

Was leitet das EPMS und welche Funktion hat es?

- unbewusst, unwillkürlich aber nicht völlig unbeeinflusst vom Großhirn
Funktion
-
Kontrolle Muskeltonus, gewährleistet Haltefunktion der Muskulatur
- Mithilfe bei Kontrolle des Gleichgewichts
- Steuert automatische Bewegungsabläufe = Mitbewegungen
- Abstimmung der Muskeltätigkeit bei zielgerichteten Bewegungen
bewirkt glatten, geordneten Ablauf

Welchen Partner hat es und welche Kerngebiete zählen zum EPMS?

Partner
-
Kleinhirn
Kerngebiete
im Marklager des Großhirns
- Ncl. caudatus
- Putamen
- Globus pallidus
= Basalganglien
im Zwischenhirn
-
Thalamusareale
- Ncl. subthalamicus
im Hirnstamm
- Anteile der Formatio reticularis
- Ncl. ruber, Substantia nigra
- Vestibulariskerne
- Olive

Welche Funktion haben die subcorticalen Kerne?

- enthalten Informationen von GH-Rinde
- geben über Thalamus Informationen an GH zurück
- vielfach untereinander verschaltet

Nenne 2 Bahnen des EPMS und deren Verlauf.

Tractus vestibulospinalis
-
von Vestibulariskernen zum RM
- vermittelt Gleichgewichtsbewegungen
Tractus reticulospinalis
- von Formation reticularis zum RM
Verlauf
→ Vorder- oder Seitenstrang
→ direkt oder über Zwischenneuron
→ γ- (überwiegend) und α-Motoneuron
→ benachbart zu Fasern der PB → Läsion betrifft immer PB und EPB

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