BPL - Beschaffung - Kapitel 3

Operative Beschaffung

Operative Beschaffung


Kartei Details

Karten 33
Sprache Deutsch
Kategorie Übrige
Stufe Andere
Erstellt / Aktualisiert 29.01.2015 / 18.04.2025
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Was bedeutet Inventarbestand?

  • Das ist der tatsächliche, effektive Bestand an einem bestimmten Tag.
  • Er wird durch Inventur am Bilanzstichtag ermittelt, wobei eine Abweichung von max. 10 Tagen zum Bilanzstichtag erlaubt ist.
  • Immer häufiger wird der Bestand durch die EDV fortlaufend ermittelt (laufende Inventur).

Was bedeutet Lagerbestand?

  • Dieser ist meistens identisch mit dem Inventarbestand.
  • Er kann als Buchbestand (permanentes Inventar) wegen Schwund, Verderb, Diebstahl abweichen.

Was bedeutet Höchstbestand?

Dieser Bestand darf maximal am Lager vorhanden sein, um eine zu hohe Kapitalbindung und Lagerkosten zu verhindern.

Was bedeutet Sicherheitsbestand?

  • Dieser Bestand ist die eiserne Reserve oder Mindestbestand (bei Lieferverzögerungen oder unvorhersehbarem Mehrbedarf), welcher eine reibungslose Produktion garantieren soll.
  • Grundsätzlich wird ohne Sicherheitsbedarf gerechnet!

Was bedeutet Sperrbestand?

Das ist der Bestand, der dem Lager nicht entnommen werden darf (reserviert für Messen, Qualitätsprüfungen, usw.)

Was bedeutet der durchschnittliche Lagerbestand?

wird für Planungs- und Controlling-Zwecke ermittelt

  • \((Anfangsbestand + Endbestand) \over 2\)
  • (Bestellmenge : 2) + Sicherheitsbestand
  • \((Anfangsbestand + 12 Monatsbestände) \over 13\)

Was bedeutet der Meldebestand?

  • Dieser ist so angesetzt, dass er in der Lage ist, den Wieder-Beschaffungszeitraum zu überbrücken.
  • Meldebestand ist zwischen Höchstbestand und Sicherheitsbestand.

Was bedeutet disponibler Bestand?

Gesamter Bestand ohne Sicherheitsbestand.

Welche 4 Bedarfsarten gibt es in der Beschaffung und was bedeuten diese?

  1. Primärbedarf:
    Bedarf an Produkten und Baugruppen ohne Ersatzteile, der sich aus den effektiven Verkäufen (Bestellungen) ergibt.
     
  2. Sekundärbedarf:
    Bedarf an Baugruppen, Einzelteilen oder Rohstoffen, der sich aus der Zusammensetzung des Primärbedarfs ergibt (für den Einsatz in der Produktion).
     
  3. Tertiärbedarf:
    Bedarf an Betriebsstoffen (z. B. Leim, Schmiermittel, Lötzinn, Verschleisswerkzeuge...)
     
  4. Zusatzbedarf:
    Bedarf wegen Verschnitts, Ausschuss, Ersatzteilen, Produktentwicklung
    Dieser Bedarf wird zum Sekundärbedarf dazugerechnet (= Bruttobedarf)

Wie sieht die Bruttobedarfs-Berechnung aus?

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Lagerbestands-, Wert der Lagerabgänge- und Lagerumschlagshäufigkeits-Rechnung durchführen:

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Lagerbestands-, Wert der Lagerabgänge- und Lagerumschlagshäufigkeits-Rechnung durchführen:

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Durchschnittliche Lagerdauer- und Lagerzins-Berechnugen durchführen:

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Was ist der Bruttobedarf?

Die Summe aus Primär-, Sekundär- und Tertiärbedarf.

Was ist ein Gozintograf?

Dieser beschreibt, aus welchen Teilen sich ein oder mehrere Produkte zusammensetzt.

Was sind die 3 Methoden der Bedarfsermittlung?

  • heuristisch (= Bauchgefühl):
    • Erfahrung des Disponenten
    • wird bei Einführung von neuen Produkten verwendet, für die noch keine Daten aus der Vergangenheit zur Verfügung stehen.
       
  • stochastisch (= Vergangenheit):
    • Ausgangslage Verbrauchswerte in der Vergangenheit
    • für standardisierte und geringwertige Teile (B- oder C-Teile) geeignet
    • nicht geeignet für neue oder hochwertige Teile (A-Teile)
       
  • deterministisch (= Basis: Stücklisten)

 

Was sind die 4 quantitativen (= messbaren) Bedarfsermittlungen?

  1. Einfache Trendexploration:
    • Eine Entwicklung in der Vergangenheit wird in die Zukunft verlängert.
    • diese einfache grafische Darstellung weist keine hohe Genauigkeit auf
    • wird für kurzfristige und mittelfristige Prognosen verwendet
    • schwankende oder saisonal bedingte Bedarfsverläufe sind rasch zu erkennen
       
  2. gleitender Durchschnitt (arithmetische Mittelwertberechnung):
    • die Vorhersage für die nächste Periode ergibt sich aus der Durchschnittsberechnung von zurückliegenden Perioden
    • eignet sich bei gleichmässigem Bedarfsverlauf
    • zeigt eine leichte Verzögerung der Trends nach
       
  3. gewichteter Durchschnitt
    • Werte der Vergangenheit werden gewichtet und gewertet
    • neuere, aktuellere werden stärker gewichtet als alte und sind somit aussagekräftiger
       
  4. exponentielle Glättung:
    • gewichtet die vorliegenden Werte unterschiedlich
    • die Gewichtung der Daten nimmt mit zunehmendem Alter ab.

Gleitender Durchschnitt berechnen:

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gewichteter Durchschnitt mit Koeffizienten rechnen:

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Mit welchen 4 Methoden werden die Bestellmengen ermittelt?

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Welche Losgrössen gibt es?

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Welche 4 Kostenarten bestehen bei den Beschaffungskosten?

  1. Beschaffungskosten
    • unmittelbare Kosten:
      • Einstandspreis der gekauften Ware (abzüglich Rabatte und Skonti, plus Transportkosten, Zoll, evtl. Versicherungen)
    • mittelbare Kosten:
      • Kosten für das Einholen und Prüfen von Angeboten sowie für Bestellungen, Kontrolle der Termine der Wareneingänge
         
  2. Lagerkosten:
    • Raumkosten
    • Unterhalt und Versicherung
    • Personalkosten
    • Abschreibungen auf Lagertechnik
       
  3. Kapital- oder Zinskosten
    • Die beschafften Güter binden Kapital.
       
  4. Fehlmengenkosten
    • Wenn wegen ungenügend vorhandenen Materialbestände die Produktion unterbrochen werden muss, entstehen Fehlmengen und dies hat finanzielle Folgen (reduzierte Erträge, Zusatzkosten, niedrigere Deckungsbeiträge)

Mittels Andlerformel folgende Berechnung durchführen:

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Was ist wichtig, damit die Andler-Formel ein möglichst genaues Resultat für die optimale Bestellmenge gibt?

  • Jahresbedarf muss im Voraus bekannt sein
  • Bedarf muss durch das Jahr konstant sein
  • Bestellkosten müssen bekannt sein und dürfen während des Jahres nicht verändert werden
  • der EP ist unabhängig zur bestellten Menge (keine Rabatte und keine Währungsschwankungen)
  • Der Zins für das im Lager gebundene Kapital wird nicht verändert.

Zeichne skizzenmässig die Wiederbeschaffungszeit auf und wie heissen sind die 4 wichtigen Zeiten:

  1. Bearbeitungszeit der Beschaffung (Angebote einholen, vergleichen etc.)
  2. Durchlaufzeit Lieferanten (Beschaffung, Bearbeitung)
  3. Transportzeit vom Lieferanten zum Beschaffer
  4. Zeitbedarf für die Wareneingangskontrollen und Einbuchung

Was ist der Unterschied beim Push- und Pull-Prinzip betreffend der verbrauchsorientierter Bestandesergänzung?

  • Push-Prinzip:
    • Produktion ohne Rücksicht auf die vorhandene Nachfrage.
  • Pull-Prinzip:
    • nur die abgeklärte, nachgefragte Menge wird produziert.

Zeichne und erkläre das Bestellpunkt-Verfahren (= Säbelzahn-Kurve), welche das Pull-Prinzip beinhaltet:

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Was sind die Vor- und Nachteile des Bestell-Punktverfahrens (Pull-Prinzip; Säbelzahnkurve)?

Vorteile:

  • häufigere Bestandes-Prüfungen
  • kleinerer Sicherheitsbestand nötig
  • dadurch weniger gebundenes Kapital

Nachteile:

  • nur Artikel mit Lagerbewegungen werden überprüft
  • Ladenhüter werden nicht erkannt
  • Sammelbestellungen sind nicht möglich

Was ist ein Kanban-System?

Wenn rote Markierung in Kistli sichtbar wird, dann mit der Kanban-Karte (Kanban = Karte zum Auslösen von Bestellungen) die Bestellung aufgeben. Bestellmenge = so gross, dass diese in das Kistli passt.

Was sind die Vor- und Nachteile des Bestell-Rhythmusverfahrens?

Vorteile:

  • alle Artikel werden systematisch erfasst
  • Ladenhüter werden erkannt

Nachteile:

  • Bestandesprüfungen nach Ablauf von bestimmten Fristen
  • Sicherheitsbestände müssen grösser sein
  • grösserer, gebundenes Kapital

Beschreibe den Lieferantenmanagement-Regelkreis:

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Was sind die Kriterien für Lieferantenbewertungen?

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Notiere die richtige Reihenfolge von:

  • Zusatzbedarf
  • Lagerbestand
  • Sekundärbedarf
  • Bruttobedarf
  • Primärbedarf
  • Nettobedarf

Primärbedarf (Verkaufsbedarf)

= Sekundärbedarf (Einzelteile für Primärbedarf)

+ Zusatzbedarf

= Bruttobedarf (oft = Sekundärbedarf)

- Lagerbestand

= Nettobedarf