Bahninfrastrukturen - Planung, Bau, Erhaltung Teil 1 (Masterstudium)
Bahninfrastrukturen - Planung, Bau, Erhaltung Teil 1 (Masterstudium) ETH Zürich - IVT FS2020 Prof. Dr. Ulrich Weidmann
Bahninfrastrukturen - Planung, Bau, Erhaltung Teil 1 (Masterstudium) ETH Zürich - IVT FS2020 Prof. Dr. Ulrich Weidmann
Fichier Détails
Cartes-fiches | 173 |
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Langue | Deutsch |
Catégorie | Technique |
Niveau | Université |
Crée / Actualisé | 05.04.2020 / 17.08.2024 |
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(3.5) Projektphasen & Hauptziel (Entwurf von Gleisanlagen)
Schrittweiser Prozess über Vorstudie, Vorprojekt und Bauprojekt/Ausführungsprojekt.
Funktionale & betriebliche Anforderungen stufengerecht einarbeiten.
(3.5) Hauptresultat Vorstudie
Gleisplanentwurf: betriebliche Anforderungen in funktionale Anlagenelement umsetzen.
z.B. optimale Anordnung und Verknüpfung der Gleise, weiter Infrastrukturen (Personen-, Güterverkehrs- oder Betriebsanlagen optimal eingliedern, Verknüpfung mit dem Umfeld und anderen Verkehrssystemen konzipieren.
NB: Im Vorprojekt sollen keine funktionale Änderungen des Gleisplanes mehr nötig sein!
(3.6) Detaillierungsstufen Bahninfrastrukturplanung
- Makroskopisch: strategisch (abstrakte Darstellung Streken & Knoten)
- Mesoskopisch: weist funktionale Eignung nach,für Vorstudie & Kapazitätsbeurteilung (vollständige Darstellung Gleisanlagen, aber keine geometrische Durchbildung)
- Mikroskopisch: weist technische Machbarkeit nach, im Vorprojekt (projektsorientierte Darstellung mit horizontaler und vertikaler Linienführung)
(3.6) Bedeutung & Rolle Gleistopologie
Die Gleistopologie zeigt demnach die Anordnung und gegenseitige Verknüpfung der topologischen Grundelemente sowie die funktionale Anordnung weiterer Anlagenteile und Gebäude. Abstrakte, aber aussagenkräftig Darstellungsform über alle relevanten Funktionalitäten.
Topologien = Konfiguration von Netzwerkknoten und -verbindungen
Mesoskopische Detaillierungsstufe <=> Topologieentwicklung
(3.6) Hauptelemente & -informationen Gleistopologie
- Lage der Gleise und ihrer logischen Verknüpfungen
- Signalplan (Sicherheit, Sicherungsanlagen)
- Lage der Zu- und Abgänge von/nach dem Siedlungsraum und anderen Verkehrsmitteln
- ...
(3.7) Vergleichspunkte zur Auswahl Gleisplan für Vorprojekt
- Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Topologievarianten
- Kosten Gleisanlagen und Stellwerkkosten
- Anlagenleistungsfähigkeit und kapazitätskritische & sicherheitskritische Stellen
(3.8) Betriebliche Planungsgrundlagen
- Angebotskonzept pro Linie
- Betriebskonzept pro Linie
- Umsteigebeziehungen zw. Linien
(3.8) 3 topologische Grundelemente zur Abbildung der Betriebsprozesse & Funktionalitäten
- Gleis <=> Fahren
- Weiche <=> Verzweigen
- Gleisdurchschneidung (Kreuzung) <=> Abkreuzen
(3.8) Was ist und wieso braucht es eine Kreuzungsweiche?
Sie kombiniert die Funktionen Verzweigen und Kreuzen in einer einzigen Bauform.
Oft steht zur Gestaltung einer Gleisanlage nur ein beschränkter Platz zur Verfügung, weshalb man die Längenentwicklung mit einer Kreuzungsweiche minimieren möchte.
(3.9) 3 Arten vom Spurwechsel auf einer doppelspurigen Strecke (Vor- & Nachteile)
- Einfacher Spurwechsel (unidirektional)
- Doppelter Spurwechsel (bidirektional getrennt) bei Strecken
(-) Platzverhältnisse beachten, Entwicklungslänge beträchtlich!
- Doppelter gekreuzter Spurwechsel (bidirektional gekreuzt) bei Knoten
(-) Höhere Investitions- und Unterhaltskosten
(+) aber dafür reduzierter Platzbedarf
(3.9) 2 Arten zur Querung von Gleisfeldern (mehrere Gleise durchqueren) (Vor- & Nachteile)
- Serie von doppelten Kreuzungsweichen
(-) höhere Unterhaltungskosten (ähnliche Inverstionskosten)
(-) nur mit beschränkter Geschwindigkeit (100 km/h) befahrbar
(+) günstig bei engen Platzverhältnissen (weniger Platzbedarf)
- Serie von einfachen Weichen
(-) viel mehr Platz erforderlich
(+) tiefere Unterhaltungskosten (ähnliche Investitionskosten)
bevorzugt bei ausreichenden Platzverhältnissen
(3.10) 2 Arten von Bahnhofsköpfen (Vor- & Nachteile)
- Gleisharfe: für das nächstliegende Gleis nur eine Weiche zu befahren
(-) Abnützung Gleise und Weichen sehr unterschiedlich (unterhaltungsrelevant!) (erste Weiche am häufigsten benutzt)
- Binäre Gleisbaum: für jedes Gleis gleich Anzahl Weichen zu befahren
(-) Anzahl Gleise muss einer Zweier-Potenz entsprechen!
(-) nur günstig, wenn alle Gleise für den Betrieb gleichwertig sind
(+) weniger Platzbedarf
(3.10-11) 2 Arten von Betriebsformen
- Einrichtungsbetrieb: nur in eine Richtung befahrbar
(-) unflexibel und aufwendige Eingriffe (z.B. Sicherungsanlagen) notwendig bei nachträglicher Änderung der Betriebsform
(-) mögliche Kapazität einer Topologie läss sich nicht ausschöpfen
(+) einfachere und preisgünstigere Sicherungsanlagen
- Zweirichtungsbetrieb: in beide Richtungen befahrbar
(-) höhere Kosten der Sicherungsanlagen
(+) maximale Flexibilität
(+) betriebliche Vorteile (heute am üblichsten)
(3.11) 2 Arten von Betriebsformen (Regimes) bei mehreren parallelen Gleisen
- Links- oder Rechtsbetrieb: einheitliches Regime
- Banalisierung: alle parallele Gleise können in beide Richtungen genutzt werden (bei entsprechender signaltechnischer Ausrüstung) entweder durch temporäre Umdispositionen oder planmässige Richtungswechsel
(3.11) 2 Arten von Betriebsformen bei zentralen / wichtigen Netzabschnitten
- Linienbetrieb: Doppelspuren örtlich gebündelt, ohne deren Betriebsregime zu ändern. Die beiden Doppelspuren entsprechen zwei parallel zueinander verlaufenden unabhängigen Doppelspuren, werden aber üblicherweise durch Spurwechsel miteinander verbunden
- Richtungsbetrieb: Gleise mit gleicher Fahrtrichtung gruppiert, sodass pro Fahrtrichtung je mindestens zwei direkt benachbarte Gleise zur Verfügung stehen
(3.12) Wie heisst die Fahrt eines Zuges und woraus besteht es?
Fahrweg oder Laufweg, der aus einer bestimmten Abfolge von Topologieelemente besteht.
(3.12) Wann entstehen sogenannte Konflikte? Mögliche Konfliktformen?
Wenn zwei Züge dasselbe Topologieelement zur gleichen Zeit nutzen müssen.
- Folgefahrt
- Gegenfahrt
- Einfädelungskonflikt
- Ausfädelungskonflikt (nur betreibsrelevant, mögliche Fahrzeitverluste und Kapazitätseinbusse wenn ein vorausfahrender Zug mit tiefer Geschwindigkeit über Ablenkung geführt wird und damit einen geradeaus fahrenden schnellen Zug behindert)
- Abfolgekonflikt
- Abkreuzungskonflikt
(3.13) 2 Arten von Sicherung gegen Konflikte
- Technische Sicherung bei Eisen-, U- und teilweise Stadtbahnen
- Manuelle Sicherung (Fahrt auf Sicht) bei Strassen- und teilweise Stadtbahnen
(3.13) Mögliche Restrisiken und mögliche Lösungen
- Durchrutschen
- Rangierfahrten
- Abgestellte Bahnfahrzeuge fälschlicherweise ungebremst (Gefälle & Windeinwirkungen)
- Durchrutschwegen
(-) Anlage vergrösst sich erheblich, oft nicht möglich oder erwünscht
- Schutzweichen zur "Sackgasse" oder Nachbargleis, als Durchrutschweg genutzt
(+) platzeffizient
- Gleissperren / Entgleisungsvorrichtungen: bei Hauptgleisen nicht zulässig!
(3.14-16) Ablaufschritte Entwurfsprozess Bahninfrastruktur
- Anforderungen / betriebliche Funktionalitäten bestimmen
- Topologische Grundelemente festlegen
- Partialtopologien => Teilanlage => Gesamtanlage
- Kapazitäskontrolle => Bereinigung Gesamttopologie
- Integration Personenverkehrs-, Güterverkehrs- und Betriebsanlagen
(3.14-15) 3 Entwurfsebenen
Die Gesamttopologie eines Streckennetzes gliedert sich funktional in drei hierarchische Ebenen:
- Partialtopologie: jene Topologie, die nur für einen einzigen ausgewählten Betriebsfall des Betriebsprogrammes nötig wäre
- Teilanlage: durch Überlagerung von Partialtopologien / Elemente => Optimierung der Elementgruppe (Teilanlage) und ihre Funktion mit minimaler Elementzahl und geringsmöglicher Längen- und Breitenausdehnung
- Gesamtanlage: durch Zusammenbau aller Teilanlagen. Die Gesamttopologie ist, in einer individuellen manuellen Entwurfsprozess, schrittweise durch Überlagerung der Partialtopologien herzuleiten und zu optimieren (i.d.R. keine Standardisierung möglich!)
(3.15) Hauptprinzipien Topologieentwicklung einer Gesamtanlage
- Je eher die topologischen Elemente einer Anlage für mehrere Betriebsprozesse genutzt werden können,
desto weniger Elemente braucht es insgesamt und desto besser ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis => Flexibilität der Elemente / Partialtopologien
(nur möglich, wenn einzelne Betriebsfälle zeitlich getrennt sind!)
- Die zeitliche Abfolge der Betriebsfälle in der Planung einbeziehen
- Zu hohe Anlagenauslastung vermeiden: das Betriebsprogramm kann nicht mehr stabil abgewickelt werden => Stabilität überprüfen bzw. Kapazitätskontrolle durchführen, die daher integrierender Bestandteil der Topologieentwicklung ist
(ansonsten zusätzliche Elemente vorsehen)
(3.17) Entwurfsprinzipien
Folgende Prinzipien tragen zum Entwurf einer funktionsgerechten und wirtschaftlichen Anlage bei:
- Eine Topologie soll mit möglichst wenigen Gleisverbindungen auskommen. Jedes Topologieelement muss mindestens eine bestimmte Funktion haben. Die Zahl der Signale soll minimiert werden => Mnimierung von Komplexität, Einfachheit und Eindeutigkeit
- Betriebsprozesse so umzusetzen, dass möglichst wenige Fahrstrassenkonflikte auftreten
- Leistungsfähigkeit / Potential Strecke möglichst stark ausnutzen => höchste Geschwindigkeit ermöglichen
- Wendeprozesse von Zügen möglichst kurzer Zeit abwickeln
- Topologien sollen genügende Flexibilität für Änderungen im Betriebsprogramm bewahren
(3.17-29) Funktionen der Topologie von Knoten
- Durchfahrt
- Halt
- Zugkreuzung
- Wenden
- Streckenverzweigung
- Streckenkreuzung
- Zugvereinigung / Zugtrennung
(3.17) Funktion Durchfahrt
Möglichkeit, einen Knoten ohne Halt durchzufahren => Durchfahrtgleise für eine Geschwindigkeit ausbauen, die möglichst nahe an jener der angrenzenden Strecke liegt.
Sicherheitsanforderungen beachten.
(3.18) Funktion Halt und 2 mögliche Anordnungen der Perrons
Einen Zughalt durch ein Perron in der nötigen Länge ermöglichen.
Mindestlänge ergibt sich aus der Anzahl der Wagen zuzüglich eines Zuschlags für die Bremsungenauigkeit von etwa 5 m.
Die Zufahrt zu den Perronkanten vorzugsweise in gerader Linienführung ausgestalten.
- versetzte Aussenperrons
- Inselperron
(3.18) Funktion Überholung und mögliche Lösungen bei Bahnhöfen
Möglichkeit, dass langsamere durch schnellere Züge überholt werden können => Überholgleisen
Durchfahrende Fernverkehrszüge sind nicht über ablenkende Weichen zu führen! Hingegen ist dies bei Güterzügen zulässig.
- ohne Perron => für hohe Geschwindigkeit auszubauen
- gemeinsames Perron, wenn Halt- / Anschlussmöglichkeit zu gewährleisten ist
(3.19) Funktion Zugkreuzung und 2 mögliche Lösungen
Möglichkeit, Konflikt Gegenfahrt zu lösen bzw. dass eingleisige Strecken gleichzeitig in beide Richtungen genutzt werden können => Kreuzungsstationen:
- Kreuzungsbahnhof, der gleichzeitg Verkehrshalt ist: am meisten angewandte, früher bevorzugt (örtliche Personalpräsenz)
- Betrieblicher Kreuzungsbahnhof ohne verkehrliche Funktion: heute vermehrt realisiert
(+) vorteilhaft, wenn die systematischen Begegnungen von Zügen im Taktfahrplan zwischen zwei bestehenden Kreuzungsbahnhöfen zu liegen kommen
(+) dank Fernsteuerung ohne örtliches Personal machbar
(3.20) Funktion Wenden von Zügen und 2 mögliche Fälle
Änderung der Fahrrichtung einer Zugkomposition.
- Fahrtrichtungswechsel innerhalb eines Zuglaufes: Strecke lässt eine Weiterfahrt in gleicher Richtung nicht zu
- Fahrtrichtungswechsel am Ende eines Zuglaufes: im Regelfall, Zug wird für Rückfahrt vorbereitet
(3.20) 3 Fahrzeugkonzepte bzgl. Wenden von Zügen
- Lok und Wagen unverpendelt
(-) Umfahrungsmöglichkeit der Wagen für Lok erforderlich
- Pendelzüge/Triebzüge
(+) in Gleis genügt, da diese Fahrzeuge an beiden Zugenden über einen Führerstand verfügen
- Einrichtungsfahrzeuge: können kommerziell nur in eine Richtung verkehren, um Türen auf einer
Fahrzeugseite zu konzentrieren
(+) bedingt Wendeanlagen, die eine Gegenfahrt ohne Richtungswechsel des Fahrzeugs gestatten
(3.22-25) Mögliche Wendemanöver
- Wenden am Kopfperron: bei grossen Kopfbahnhöfen
(-) wenn niveaugleiches Weichenvorfeld, zahlreiche Konflikte zw. ein- und ausfahrenden Zügen
=> Kapazitätsverlust => kapazitätskritische Bereiche niveaufrei realisieren oder Konflikte minimieren
(+) Minimal Zeitaufwand
- Wenden hinter dem Perron: Zu-/Wegfahrt und Wendeprozess räumlich getrennt, Wendeanlage hinter dem Perron
(-) mehr Zeit notwendig, da betriebliche (Wenden) und verkehrliche (Ein-/Aussteigen der Fahrgäste) Funktionen sind getrennt
(+) keine Konflikte
(+) maximale Kapazität erreicht
- Spitzkehren
- Wenden auf der Strecke ohne separates Gleis (wenig ausgelastete Strecken) oder mit separatem Gleis (starke ausgelastete Strecken)
- Wendeschleifen (Strassenbahnen)
- Gleisdreiecke (bei Einrichtungsfahrzeugen)
(3.25) Funktion Streckenverzweigung und 2 Arten von Streckenabzweigungen
Verknüpfung mind. zweier Bahnstrecken, die in Kombination mit einem Haltepunkt (Bahnhof) oder auf der Strecke (Abzweigung ohne Haltepunkt, mit Fernsteuerung) realisiert werden können.
- Niveaugleiche Streckenabwzeigung, durch Gleichdurchschneidungen oder einfache Weichen
- Niveaufreie Streckenabzweigung, durch Überwerfungsbauwerke, bei hoch belasteten Strecken und sehr stark befahrenen Strecken (auf drei oder vier Spuren)
- (-) zulässige limitierte Steigungen beachten => erhöhte Entwicklungslänge => erhöhter Platzbedard
(-) sehr kostspielig
(+) eliminieren Fahrwegkonflikte
(+) leistungsfähiger
- (-) zulässige limitierte Steigungen beachten => erhöhte Entwicklungslänge => erhöhter Platzbedard
(3.27) Funktion Streckenkreuzung
Entspricht einer verdoppelten Streckenverzeigung, in Richtungs- oder Linienbetrieb.
(3.28) Funktion Zugvereinigung / Zugtrennung und 2 mögliche Arten davon
Sogenannte Flügelzüge verkehren zunächst vereinigt auf einem gemeinsamen Linienabschnitt und werden
an Verzweigungspunkten (Flügelbahnhofen) getrennt respektive in Gegenrichtung vereinigt. Die zwei Flügelzüge haben zwei unterschiedliche Destinationen.
(+) reduziert die Streckenbelastung auf dem Gemeinschaftsabschnitt
- Vereinigung auf der Strecke, vor einem Bahnhof
(-) vielleicht leicht kompliziertere Ausführung
(+) weniger Platzbedarf am Bahnhof
- Vereinigung im Bahnhof
(-) mit Zeitbedarf verbunden => (+) Nutzung der Trennungshalt für Fahrgastwechsel/-umsteigen
(-) Perrongleis genüger Länge (längere Zugkomposition des zusammengekoppelten Fahrzeuges
(-) besondere Sicherungsanlagen notwendig
(3.29) Hauptmerkmale von Strecken (Streckentopologie)
- viel einfachere Durchbildung als jene von Knoten
- wichtigster Parameter ist die Streckenkapazität, nämlich die Anzahl Züge, die pro Zeiteinheit verkehren können, beinflusst durch:
- Zahl der Gleise
- Länge Blockabschnitt
- Freizügigkeit der Fahrtrichtung (Einrichtungs- oder Zweirichtungsbetrieb)
- Flexibilität der Gleisbenützung (Wechselmöglichkeit)
- Homogenität der Züge (hinsichtlich Geschwindigkeit, Bremsvermögen usw.)
- Strucktur des Angebotsplanes (zugindividuelle Fahrpläne oder systematisiertes Taktangebot usw.)
- nur zwei Konfliktformen möglich: Folgefahrt und Gegenfahrt
(3.30) Grössenordnung Streckenkapazität (Züge/Tag) für Einspur-, Doppelspur-, Dreispur- und Vierspurstrecken
Einspur: 80-100
Doppelspur: 250-300
Dreispur: 330-400
Vierspur: 500-600
Diese Streckenleistungsfähigkeiten lassen sich durch optimale Abstimmung von Betriebsprogramm, Homogenie Streckenkonfiguration deutlich übertreffen.
(3.30) Hauptmerkmale Einspurstrecken
Sind die ursprüngliche Form.
(+) geringe Kosten
(+) systematisierte Fahrplanstruktur
Lage und Abstand der Kreuzungspunkte leitet sich aus der Fahrplandichte und Zuggeschwindigkeit.
(-) bedingt durch die zur Verfügung Kreuzungsstellen: keine Flexibliität bei Betriebsunregelmässigkeiten (Störungen) oder Fahrplananpassungen, keine Möglichkeit zur Führung zusätzlicher Züge (Angebotsanpassungen)
(-) grössere Zahl Kreuzungsstellen erforderlich
(3.30-31) 2 Mögliche Anordnungen Kreuzungsstellen bei Einspurstrecken (Vor- und Nachteile)
- Mitte zweier Taktkreuzungen (Viertelstundenschritten)
(-) Kreuzungsstationen zu weit auseinander
(+) gegenüber Taktverschiebungen robust
- Abstand von der Taktkreuzungsstelle (Stationsdistanz von der regulären Taktkreuzung, übliche Verspätungen von 3-4 min werden mit der mittleren Stationdistanz von 3-4 km abgedeckt)
(-) sensibel auf Taktverschiebungen/-änderungen
(+) höhere Flexibilität für Kreuzungsverlegungen
(3.32) Gründe für einen Doppelspurausbau
- Steigende Zugdichte
- Ungüstige Fahrplanstruktur mit Zugkreuzungen ausserhalb der Stationen
- Heterogenität der Züge (Schnell- und Regionalzüge)
- Mangelhafte Betriebsstabilität
(3.32-33) 2 Arten von Doppelspurstrecken (Vor- und Nachteile)
- Fahrplanorientiert: Doppelspuren dort angeordnet, wo Zugbegegnungen nach Plan vorgesehen sind
(-) unflexibel gegenüber Änderungen des Angebots- und Betriebskonzept oder kurzfristigen Abweichungen (Verspätungen usw.) => Doppelspurabschnitte grosszügig anlegen!
(+) kostengünstigere Lösung (wo keine Begegnungen, kann Einspur belassen werden)
- Durchgehend (Spurwechselstellen in bestimmte Abständen eingebaut)
(+) maximale Flexibilität und Stabilität
Spurwechseldistanz beachten und optimieren!