Zoologie
Gastropoda + Bivalvia
Gastropoda + Bivalvia
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Flashcards
Phylogenetisch?
Natürliches System: ordnet nach den erkannten Verwandtschaftsbeziehungen; hat stets Wahrscheinlichkeitscharakter und ist darum dynamisch!
(Syn)Apomorphie?
gemeinsam abgeleitetes Merkmal für mehrere Taxa (z.B. Haar für alle Mammalia-Ordnungen)
(Sym)Plesiomorphie?
gemeinsames ursprüngliches Merkmal (z.B. Haar innerhalb der Affen)
Klassen der Mollusca?
SOLENOGASTRES (Neomeniomorpha, Furchenfüßer) 280 Arten
CAUDOFOVEATA (Chaetodermomorpha, Schildfüßer) 90 Arten
POLYPLACOPHORA (Käferschnecken) 1000 Arten
*MONOPLACOPHORA* (Napfschaler); O. Tryblidia 24 Arten
BIVALVIA (Muscheln) 15000 Arten -> auch heimische
SCAPHOPODA = SOLENOCONCHA (Kahnfüßer) 600 Arten
GASTROPODA (Schnecken) 80000 Arten -> auch heimische
CEPHALOPODA (Kopffüßer) 1000 rezente, 15000 fossile Arten
Klassifikation der Gastropoda?
*Prosobranchia (Vorderkiemer) = *Streptoneura
mit Kieme (Ctenidium) vor dem Herzen
durch Torsion gekreuzte Nervenstränge
meist mit Schale und Deckel (Operculum)
meist getrennt geschlechtlich, marin, limnisch, selten terrestrisch
Euthyneura: Nervenkreuzung / Torsion meist fast aufgehoben, Zwitter
„Opistobranchia“ (Hinterkiemer): marin, häufig mit reduzierter Schale, oft Kiemen (aber wohl nicht homolog zum Ctenidium)
*Pulmonata (Lungenschnecken): Lunge, manchmal Sekundärkiemen
„Basommatophora“ (Wasserlungenschnecken): Augen an der Basis der kontraktilen Tentakel, im Süßwasser, große Arten (Lymnaea) atmen auch Luft
Stylommatophora (Landlungenschnecken): Augen an der Spitze der retraktilen Tentakel, Atemloch (Pneumostom) verschließbar, Landbewohner, oft mit Schalenreduktion
*Prosobranchia: Viviparidae (Sumpfdeckelschnecken)
Schale groß mit Deckel (hornig), dunkle Bänder, juvenile Individuen mit Periostracumhaaren, rechter Fühler beim Männchen kurz und dick umgewandelt zum Begattungsorgan, vivipar - Embryonen entwickeln sich im erweiterten Eileiter. In pflanzenreichen, sauberen Gewässern, Weidegänger + fakultativer Filtrierer, selten.
*Prosobranchia: Bithyniidae (Schnauzenschnecken)
Schale klein mit festem Deckel (Zuwachsstreifen ähnlich Zwiebelschalen), in pflanzenreichen stehenden Gewässer, Fließwasserbuchten und schlammige Bereiche, Detritusfresser, tw. Einstrudeln von org. Partikeln, lang vorgezogene Schnauze, Eier werden in einem länglichen Gallertband abgelegt, häufig.
*Basommatophora: Planorbidae
Ancylus fluviatilis - Fluß-Napfschnecke. Mützenschnecke
Schale ohne spiralige Drehung, nach hinten geneigt, große untere Öffnung, Atmung durch die Haut und einen ausstreckbaren Mantellappen. Lebt angeheftet in Fließgewässern auf Hartsubstrat, wenig mobil, Weidegänger.
*Basommatophora: Lymnaeidae (Schlammschnecken)
Lymnaea stagnalis - Große od. Spitz-Schlammschnecke, Spitzhornschnecke
Schale groß, Apex spitz, letzter Umgang erweitert, Mündung außen eingedrückt (Verlauf Außenkante), in pflanzenreichen, auch stark verschlammten Gewässern. Atmen bei Sauerstoffmangel (Sommer) häufig Luft an der Wasseroberfläche (Beobachtung der Mantelhöhlenöffnung und der Kriechsohle), Hautatmung. Phytophag aber auch detritivor, einseitige Begattung, selten Paarungsketten oder Selbstbefruchtung, Gelege als gebogene feste Gallertmassen.
*Basommatophora: Lymnaeidae (Schlammschnecken)
Radix ovata (Ökoform: auricularia) – Eiförmige oder Ohrschlammschnecke.
Letzter Umgang der Schale bauchig erweitert (Mundsaum an der Spindelseite beachten: Falte, Callus). Vor allem in größeren pflanzenreichen Gewässern, an Seeufern, Fließwasserbuchten und Altwässern.
*Basommatophora: Planorbidae
Planorbarius corneus - Posthornschnecke
Schale bis 4 cm Durchmesser, tellerförmig und dickwandig, letzter der 5 Umgänge abgerundet. Jungtiere sind stärker gerippt. Besiedelt ruhige, pflanzenreiche und auch bisweilen trockenfallende Gewässer besonders der Tiefländer (Norddeutschland). Sie wurde jedoch weit verschleppt (Einzelfunde im Voralpenraum). Bei pigmentlosen Tieren, die häufig als "rote" Aquarienschnecken gehalten werden, scheint das rote Blut (Hämoglobin-Variante) durch die transparente Schale.
Stylommatophora - Helicidae:
Helix pomatia - Weinbergschnecke
Größte heimische Landschnecke, vorzugsweise auf Kalkböden, Hecken, lichte Wälder, Mauern, frisst krautige Pflanzen. Geschlechtsreife nach 3.-4. Jahr; Lebensdauer etwa 6 Jahre (Sammelbeschränkungen durch Größenmessung, alle 3 Jahre Ruhepause), im Winter mit luftdurchlässigem Kalkdeckel, wird im Frühjahr abgesprengt. Liebespfeil (alle Helicidae) für Spermienkonkurrenz. Wird gegessen (vor allem Frankreich), in Deutschland unter Naturschutz !
Stylommatophora - Helicidae:
Cepaea hortensis - Gartenschnirkelschnecke
Mundsaum mit Lippe WEIß, meist kleiner als folgende Art, wie diese ohne Nabel, Körper hell, weißlichgrau. Polymorphismus wie diese: gelbe, weiße, hellrote, fast schwarze, gebänderte (1, 2, 3, 5, 7 Bänder meist auf gelbem Grund) Individuen. Bevorzugt Kulturgelände, Gärten (Name I).
Stylommatophora - Helicidae (Schnirkelschnecke)
Arianta arbustorum- Gebüschschnecke, Gefleckte Schnirkelschnecke
Schale braun und meist bebändert (1), mit bedeckt schlitzförmigem Nabel, Körper gelblich bis dunkelgrau und schwarz. Feuchtigkeitsliebend, weit verbreitet, auf kalkarmen Böden sehr dünnschalig. Frisst Blätter, Kräuter, Pilze, Beeren.
Stylommatophora:. Zonitidae - Glanzschnecken
Schale flachgedrückt, meist durchscheinend gelb-braun, meist mit weitem Nabel (perspektivisch), ohne verdickte Lippe, feuchtigkeitsliebend, tagsüber unter Falllaub oder Steinen. Einige Arten bisweilen räuberisch an anderen Schnecken und Würmern.
Stylommatophora:
Clausiliidae – Schließmundschnecken: artenreichste Familie der Stylommatophora.
Schale linksgewunden, schlank turmförmig, Mündung mit inneren Falten und Verschlussstück (Clausilium), Schutz vor Feinden (Carabidae z.B.). Leben an und unter Felsen und Baumrinde, Weidegänger, Apex hängt nach unten, Körper meist dunkel gefärbt, Tagesschlaf.
Stylommatophora: Enidae (Vielfraßschnecken)
Zebrina detrita - Weiße Turmschnecke, Märzenschnecke
Turmförmige Schale, weiß glänzend - elfenbeinfarbig - meist mit braunen Flammenstreifen (nur Periostracum), vorwiegend auf Kalkböden (Kalkmagerrasen), wärmeliebend. Zwischenwirt des Kleinen Leberegels (mit Helicella italica) - Schafbeweidung (Hauptwirt), Ameisen (Zwischenwirt).
Stylommatophora: Nacktschnecken:
- Limacidae – Kielschnecken oder Schnegel:
Schalenrest unter dem Mantelschild, Atemöffnung in hinterer Hälfte des Schildes, am Schwanz ein dorsaler Kiel. Fressen degradiertes Pflanzenmaterial. Extrem lang streckbare Begattungsorgane (bis 1 m !), kompliziertes Paarungsverhalten.
Stylommatophora:
Nacktschnecken:
- Arionidae – Wegschnecken:
Atemöffnung im Vorderteil des Schildes, kein Kiel. Bedeutendster Gartenschädling: Arion lusitanicus, aus Südwesteuropa seit 1970 eingeschleppt, verdrängt zunehmend heimische Arten; hohe Reproduktionsrate, robust gegen Trockenheit, zäher Hautschleim, wird bei uns von potentiellen Fressfeinden gemieden.
Unionidae (Teichmuscheln)
Unio pictorum Malermuschel
Haupt- und Nebenzähne
Grosse langgestreckte Schale, Hinterende zugespitzt auslaufend, am Unterrand schwach eingebuchtet, Schloss mit Haupt- (Kardinal-) und Nebenzähnen (Lateral-, Schwielen), in Flüssen, Seen und Altwässern. Im Mittelalter zum Anrühren von Farben verwendet (Name).
Margaritiferidae (Flussperlmuschel): Margaritifera margaritifera, große Flussperlmuschel
Schale meist sehr dick und derb, am Wirbel vielfach bei älteren Schalen stark erodiert (saure Urgesteinsgewässer), Schloss nur mit einem runden Hauptzahn oder einer Grube, ohne Nebenzähne. Getrenntgeschlechtlich, bis über 100 Jahre alt. Glochidien (bis 10 Millionen von einem Weibchen pro Jahr) leben in den Kiemen von Bachforellen, dann mehrjährig im Bachsubstrat. Heute in Bayern nur mehr stark überalterte, nicht mehr fertile Populationen. Nur in kalkarmen Mittelgebirgsbächen (Odenwald, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald). Produzent der Süßwasserperlen, Perlfischerei in Bayern untersteht noch immer dem Königshaus.
Unionidae: Unio crassus- Fluss-, Bachmuschel
Schale kurz, am Ende abgestutzt, Unterkante gleichmäßig gerundet, mit Haupt- und Seitenzähnen.. In sauberen Flüssen und Bächen mit sandig-kiesigem Grund; Lebensdauer bis 20 Jahre, vermutlich getrenntgeschlechtlich. Früher häufig, bis in die 50iger Jahre häufigste Flussmuschelart; heute in Bayern nur noch in 6 Gewässer mit reproduzierenden Populationen (Veränderung der Fischfauna, Belastungen !?).
Heterodonta – Dreisseniidae: - Wander-, Zebra-, Dreiecksmuschel
Schloss ohne Zähne, vorn zugespitzt (polymorphe Art), aus dem Schwarzmeerbereich zugewandert bzw. durch Schiffe verschleppt, echte Veliger-Larve, dadurch starke Ausbreitung, auch in Wasserleitungen. Haften sich mit Byssus-Fäden (Fußdrüse) an, bilden dichte Verbände (ähnlich der Miesmuschel Mytilus edulis). Anheftung an Hartsubstrate aber auch auf anderen Muscheln, entziehen dort Hauptwasserstrom, können als Kolonie durch synchronen Schalenklappen-Schlag Fortbewegung erreichen, Vorzugweise in bewegtem Wasser, ziehen sich im Winter in größere Tiefen zurück.
Heterodonta – Corbiculidae: (Körbchenmuschel)
Schale sehr dickwandig, mit feinen Poren, Wirbel zentriert, mit konzentrischen hervortretenden Rippen unterschiedlicher Dichte, bei alten Schalen ist das gelbliche bis olivbraune Periostracum auf diesen Rippen abgerieben. Mitte der 80er Jahre sind zwei Arten aus Südostasien eingeschleppt worden. Die Gattung war jedoch vor den Eiszeiten in West- und Südeuropa weit verbreitet. Die Muscheln leben in und auf Weichsedimenten und ertragen größere Verschmutzung (Verdrängung anderer Arten?). Entwicklung erfolgt über bewimperte Larven (Veliger) In Flüssen mit teilweise hohen Salzkonzentrationen - Zwitter.
Heterodonta -
Sphaeriidae (Kugel- und Erbsenmuschel)
Schale klein, kugelig, mit feinen Poren. Brutpflege: die wenigen Jungmuscheln bleiben bis zur Selbständigkeit (Eigenbewegung, Eingraben, Klettern im Phytal) in einem Brutbeutel der Kiemen des Elterntiers. Artbestimmung meist sehr schwierig. Gefährdet durch Versauerung der Gewässer.
Schnecke?
Stylommatophora: Succineidae (Bernsteinschnecken)
Leben nah am Waser.