Zellkultur

Grundlagen zum Arbeiten mit Zellkulturen

Grundlagen zum Arbeiten mit Zellkulturen


M. C.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende und fortgeschrittene Techniken der Zellkultur auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie Zellzüchtung, Methoden zur Analyse von Zelleigenschaften, Subkultivierung und spezifische Techniken wie Transfektion, Elektroporation und die Verwendung von Hybridomzellen ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Forscher, die sich mit zellbiologischen Experimenten, toxikologischen Tests und der Herstellung rekombinanter Proteine befassen.
Karten
98
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
15.04.2013 / 20.07.2017

Cartes-fiches

Welche Anwendungsmöglichkeiten für Gewebe- & Zellkulturen gibt es?

- Erforschung (Metabolismus)
-Modifikation (Transfektion = Einbringen von Fremd DNA, Fusion= Verschmelzung von Zellen)
- Austestung von Substanzen (in-vitro Tests)
-therapeutische Anwendung (Stammzellen, IVF= Invitrovertilisation)
-Produktion von (rekombinanten) Proteinen
 

Welche 3 Einflussfaktoren spielen beim Arbeiten mit Zellkultur eine Rolle?

Direkte Zellkulturmaterial Umgebenung (Medium, Gefäße)
Arbeitsbereich (sterile Werkbank)
Umfeld (Labor, Umwelt)

Welche Gefahren gibt es in Zellkulturen?

-Viren
-Bakterien, Hefe, Pilze
-DNA (rekombinante Plasmide, virale DNA)
- andere Zellen (Kreuzkontaminantion)

Welche Sicherheitsforschriften sind zu beachten?

-ArbeitnehmerInnen Schutzgesetz
-Gentechnikschutzgesetz
-Verordnung biologische Arbeitsstoffe
-Grenzwertverordnung
-Arzneimittelgesetz
-Betriebsanlagebewilligung
-firmeninterne Vorschriften

Wie teilt man biologische Agenzien nach ihrem Gefährdungspotenzial ein?

-Gruppe 1 (ohne GP): harmlos
-Gruppe 2 (geringes GP): können behandelbare Krankheiten verursachen
- Gruppe 3 (mäßiges GP): können schwere aber behandelbare Krankheiten verursachen
- Gruppe 4 (hohes GP): können schwere nicht behandelbare Krankheiten verursachen

Übliche Sicherheitsmaßnahmen im Labor:

- Türen Fenster geschlossen halten
- kein Essen, Trinken, Rauchen, ec.
- Labormantel & andere Schutzkleidung
- kein Mundpipettieren (Pipettierhilfe)
-keine Aerosole
- Hände waschen
- saubere, aufgeräumte Laborräume
- Schulung der Mitarbeiter
-Ungezieferbekämpfung

Was ist bei der Entsorgung biologischen Materials zu beachten?

- Inaktivierung des Materials (Autoklav, chemisch) vor Verlassen des Laborbereiches
- Verbrennung Inaktiviertes Material
-Schutz vor Verletzungen (Glasbruch, Kanülen)

In welche Bereiche ist der Arbeitsbereich unterteilt?

-Reinigungsbereich (kann schmutzig sein)
-Vorbereitungs- & Verarbeitungsbereich (sollte sauber sein)
-Sterilbereich (muss möglichst rein sein)

Welche Einrichtungsgegenstände sollte Reinigungsbereich enthalten?

-Spültisch
- Labor-Spülmaschine
-Trockenschränke
-Autoklav
-Wasseraufbereitungsanlage

welche Einrichtungsgegenstände sollte der Vorbereitungs- & Verarbeitungsbereich beinhalten?

-Arbeitstisch (Gas-, Wasser-, Elektroanschlüsse)
-Labor-Geräte (pH-Meter, Rührer, Osmometer, ect.)
-Aufbewahrungs- & Stauraum
-Kühl- & Gefrierschränke (+4°C, -20°C, -180°C, -196°C)

Welche Einrichtungsgegenstände sollte der Sterilbereich haben?

-sterile Werkbank
-Brutschrank
-Wasserbad
-Kühlzentrifuge
-Kühl/Gefrierkombination
-Tiefkühltruhe (-80°C optimal)

Welche Anforderungen werden an eine sterile Werkbank gestellt?

-bietet Zellkulturgut Schutz vor Verunreinigung durch Staub oder Microorganismen
- soll handhabende Person vor möglichen Gefahren die vom Zellkulturmaterial ausgehen schützen
- leicht zu reinigen und desinfizieren

Besondere Sicherheitsmaßnahmen beim Arbeiten mit Zellkulturen?

-Sciherheitswerkbänke
-Beschränkung & Kontrolle des Zugangs
-Desinfektion von erregerhaltigem Meterial vor Verlassen des Arbeitsraumes
-Überdruck im Arbeitraum durch künstliche Belüftung
- Hinweisschilder
- Impfung (Hepatistis)
- HIV negatives Material
 

Welche Typen von sterilen Werkbänken gibt es?

-Typ 1: mit horizontaler Lufteinströmung
- Typ 2: Klasse 1 ( Schutz der Personen)
-Typ 3: Klasse 2 (Schutz der Person & des Arbeitsgegenstandes)
Typ 4: Klasse 3 (erhöhter Schutz für Person)

Was ist die Funktion eines Brutschrankes und dessen notwendige Eigenschaften?

Funktion: Inkubation des Zellmaterials

Eigenschaften: Temperaturkonstanz, interne Raumbefeuchtung, Zufuhr von Gasen & prüfen des CO2 Gehaltes (5%), desinfizierbar
 

Welche Eigenschaften müssen Kulturgefäße aufweisen?

-steril
-adäquate Haftungseigenschaften für Zellen
-optisch transperent
-ev. wiederverwendbar

Wofür werden Zellkulturflaschen genutzt?

Vermehrung von Zellkulturen

meist aus Polysterol
verschiedene Größen (z.B.: T25 = 25cm2 Wachstumsfläche)

Wofür benutzt man Petrischalen, Vielfachschalen oder Mikrotiterplatten?

Transfektion von Zellen, Klonierung, Bioassays (=biologische Untersuchung)

Wofür benutzt man Objektträger?

Züchten von Zellen und anschließendes Anfärben

Wie können die Anhaftungseigenschaften von Kunststoffen verbessert werden?

hydrophilisierung der Oberfläche durch Einbau geladener Gruppen
Methoden:
-Gamma- Bestrahlung
-chemische Behandlung
- Lichtbogenbehandlung
- Plasmaverfahren

Welche Zellkulturgefäße für Größere Ansätze gibt es?

-Mehrbodenflaschen
-Schüttelkolben
-Spinner
-Rührkessel
-Wave Bioreaktor

Nenne mögliche Kontaminationsquellen:

-Luft
-Medien
-Geräte
-Zellmaterial
-Mensch

Wie kann die Oberfläche von Kulturgefäßen mittels Reagenzien modifiziert werden?

-Beschichtung mit Ladungsträgern (z.B.: Poly-Lysin)
-Interaktionsproteine (Fibronektin, Kollagen, Gelatine)
die meisten Beschichtungslösungen antrocknen lassen
(Ausnahme Gelatine)

Was sind Grundvorausetzungen für steriles Arbeiten?

-abgetrennter, leicht reinigbarer Sterilbereich mit Sterilwerkbank
-regelmäßige Laborreinigung
-Hygiene (incl. Schutzkleidung)
-Desinfektion aller Oberflächen die mit Zellkulturmaterial in Berührung kommen
-freie ungestörte Luftzirkulation

Welche Sterilisationsverfahren gibt es?

-Autoklav (feuchte Hitze)
-Heißluftschrank (trockene Hitze)
-Sterilfiltration
-Bestrahlung: (Inaktivierung lebender Zellen durch DNA Zerstörung (inbesondere Einmalgeräte)
-chemische Sterilisation (Zerstörung lebenswichtiger Zellkomponenten; z.B.: 70%Ethanol, Hypochlorit, Formaldehyd; für Oberflächen & Abfall)
-Abflammen mit Bunnsenbrenner
-UV-Licht

Was heißt steril?

Frei von vermehrungsfähigen Microorganismen
d.h. tote Zellen, Zellbruchstücke, inaktivierte Viren, Proteine, Lipide u.ä. können vorhanden sein

Warum verwendet man zum desinfizieren keinen absoluten Alkohol?

er konserviert Bakteriensporen

Was ist beim Autoklavieren zu beachten und wie kann die Effektivität überprüft werden?

Sterilisation mit heißem gesägtigtem Dampf
zu beachten ist Temperatur & Dauer (121°C; 15-20min)
für Hitzebeständige Geräte, bestimmte Medien, Abfall

Überprüfung boilogisch (Ampullen mit Sporen) oder chemisch (Sterilisationsindikatoren z.B.: Steam-clox, Sterilisationsband)

Was gibt es zur Heißluft Sterilisation zu sagen?

Sterilisationsschrank mit Luftumwälzung und Zeitschaltuhr
höhere Temperatur  und Dauer als bei Autoklav
für Glas & Metall
Achtung auf Wärmeübergang (Anheiz-, Ausgleichs-, Setrilisations-, Abkühlzeit)

Was gibt es bei Sterilfiltration zu beachten?

Filtration thermolabile Lösungen mittels Vakuum- oder Druckfiltration
Porengröße: 0.45-0.22 bzw. 0,1µm
für flüssige Medien & Gase
Achtung Mycoplasmen sind filtergängig!

Welche Probleme können bei der Anwendung von Antibiotika zum Schutz vor Kontamination auftreten?

Kontaminationen können verdeckt sein und nach weglassen wiederauftreten
problematisch bei Zellkulturen für therapeutische Anwendungen

Was ist bei Sterilisation durch Abflammen oder UV- Licht zu beachten?

Abflammen:
Einwirkzeit schlecht kontrolierbar
Materialstress (Glasbruch)

UV:
Wirkungsoptimum bei 253.7nm
Augenschutz notwendig
Materilaermüdung von Kunststoffen

 

Was ist Kreuzkontamination?

Vermischung verschiedener Zelllinien

Wie schädigen Kontaminationen mit Mycoplasmen die Zellkultur?
Wie kann man sie nachweisen und gegebenenfalls beseitigen?

Gewinnen Energie aus Arginin --> Medium verarmt an Arginin (Arginin-Effekt)
Nachweis durch Dedektion der Mycoplasmen DNA mittels
-DAPI Färbung
-PCR-ELISA
-PCR
-Lumineszenz-Test
 

Beseitigung durch Antibiotika, Achtung Antibiotikaresistenz möglich

Was kann einen Hinweis auf eine Kreuzkontamination liefern?

-Morphologie
-Wachstumsrate
-Produktionseigenschaften
-Isoenzymmuster
-DNA -Fingerprinting (Short-Tandem-Repeat-Test)

Wie funktioniert DNA Fingerprinting?

DNA wird mit Restriktionsenzymen verdaut, Fragmente werden elektrophoretisch getrennt und angefärbt
--> typische Muster

Wie funktioniert die Methode des Isoenzym-Musters?

Zellextrakt unter nicht denaturierenden Bedingungen elektrophoretisch aufgetrennt. Verschiedene Isoformen der Enzyme durch Zugabe geeigneter Substrate dargestellt --> typisches Isoenzymmuster

verwendetet Enzyme: Phosphatasen, Lactat-dehydrogenasen, Glucoronidasen

Was sind Isoenzyme?

Eine von mehreren Formen eines Enzyms die alle die gleiche Reaktion katalysieren

Was brauchen Zellen in vitro?

-Temperierung
-Gasversorgung (O2, CO2)
-richriger pH-Wert
-richtige osmotische Bedingung
-Nährstoffe

Was sind grundlegende Komponenten von Zellkulturmedien?

-Puffersubstanzen (hlaten pH-Wert konstant)
-Salze (Ionen für Reaktionen, Erhaltung der Osmolalität)
-Nährstoffe (Kohlenhydrate, AS, Vitamine)
-Wachstum-, Anhäftungsfaktoren (z.B.: Insulin, Transferrin, Serum)
-Seren
-Reinstwasser (frei von Ionen, organischen Verunreinigungen, Keimen, Endotoxinen)

Étudier