Woche 3: Brandmeldeanlagen

Lehrgang Brandschutzfachmann

Lehrgang Brandschutzfachmann


T. M.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen zu Aufbau, Funktion und Einsatz von Brandmeldeanlagen sowie zu Melderarten, Alarmierungssystemen und gesetzlichen Vorgaben. Sie erläutern technische Prinzipien wie Detektionsarten, Anforderungen an Mehrfachsensoren und Montagerichtlinien, aber auch Ausnahmen und Meldepflichten bei Anlagenunterbrüchen. Fachkräfte im Brandschutz profitieren von diesem Überblick, um Systeme korrekt zu planen, zu installieren und zu warten.
Flashcards
23
Students
7
Language
German
Category
Technology
Level
Other
Created / Updated
03.10.2016 / 07.10.2026

Flashcards

Was ist eine Brandmeldeanlage und wie werden sie eingesetzt?

  • Brandmeldeanlagen (BMA) haben einen entstehenden Brand selbsttätig festzustellen und zu signalisieren sowie gefährdete Personen und die Feuerwehr zu alarmieren.
  • Sie können zur Ansteuerung und Inbetriebsetzung von Brandschutzeinrichtungen eingesetzt werden.

Wo liegt der Wirkungsbereich einer BMA?

Einen Brand möglichst frühzeitig erkennen und eine umgehende Alamierung der Nutzer und Rettungskräfte.

Wo werden Brandmeldeanlagen vorgeschrieben?

In Beherberungsbetriebe wie Spitäler, Hotels und dgtl.

Wo kann die Brandschutzbehörde eine Brandmeldeanlagen auf Verlangen vorschreiben?

Bei allen anderen Nutzungsarten wie Verkaufsflächen (hier ist eine SPA vorgeschrieben), Industrie-, Gewerbe- und Bürobauten.

In welchen Bereichen ist eine Austattung mit einer BMA ausgenommen?

  • Nassräume (ohne Brandlast)
  • Zivilschutzräume, die in Friedenszeiten nicht zu anderen Zwecken verwendet werden
  • Wohnbereiche, die als Brandabschnitt mit dem erforderlichen Feuerwiderstand abgetrennt sind und keine speziellen Anforderungen bestehen
  • Kühlräume bis 50 m2 / bis 200 m2 mit eigener Brandabschnitt bis 600 m2 mit eigener Brandabschnitt und Wärmedämmung aus RF1
  • Hohlböden und Hohldecken (ohne Brandlast und Aktivierung)

Welches ist die Technik der wichtigsten Brandkenngrössen die mit Sensoren detektiert, verarbeitet und weiterleitet werden?

Welches Dedektionsarten (Melder) sind gebräuchlich?

Welche Dedektionsarten (Typen) der Brandmelder sind im einsatz?

Das Erkennungsprinzip der Brandmelder ist so zu wählen, dass die zu erwartenden Entstehungsbrände zuverlässig erkannt und gleichzeitig nicht von den Täuschungsgrössen beeinflusst werden können.

Brandmelder ist der Sammelbegriff für alle möglichen Arten von Melder. Das Modell ist von aussen meist nur schwer oder gar nicht ersichtlich.

Wie funktioniert das Prinzip eines O-Melders?

O-Melder
Detektions-Prinzip: Reflexion von Lichtstrahlen an eindringenden Rauchpartikeln «Streulicht»!

 

Wie funktioniert das Prinzip eines T-Melders?

T-Melder
T-Max-Melder:
Maximaltemperatur-Auswertung.
Spricht an beim Erreichen einer definierten Maximal-Temperatur

T-Diff-Melder: 
Temperatur-Differenzial Auswertung
spricht an, wenn die Temperaturzunahme pro Zeiteinheit (Gradient α) einen definierten Maximal-Wert erreicht

Wie funktioniert das Prinzip eines OT-Melders?

OT-Melder
Mehrfachsensoren-Brandmelder können Brandphänomene vom Schwel- bis zum Vollbrand und Täuschungsgrössen wie Rauchen, Schweissen, Abgase, Staub, Wasserdampf erkennen. Die Verwendung ist dort empfehlenswert, wo ein möglichst breites Spektrum von Bränden in der Entstehungsphase abgedeckt und gleichzeitig die Täuschungssicherheit verbessert werden soll.

Was sind die Anforderungen an Mehrfachsensoren (OT-Melder)?

mindestens zwei unterschiedliche Sensoren pro Detektor

  • Norm verlangt immer mindestens je einen Rauch- und Wärmesensor
  • weitere zusätzliche Sensoren:
  • IR- und UV-Flammensensoren
  • Gas-Sensoren
  • Auswertung nach Einzelsignal-Schwellenwert oder in vernetzter Mehrsignal-Abhängigkeit
  • Analytische Bildauswertung

Einsatz in Bereichen mit erhöhter Anfälligkeit für Täuschungsalarme.

Einzelne Spitzen können verkraftet werden.

Welche zwei Brandmeldezentrale (BMZ) werden eingesetzt?

Ein Ausbau (von zentral nach dezentral) ist in der Regel möglich da die selben System-Komponenten verwendet werden.

Was sind die Kriterien für die Anwesenheits- und Erkundungsschaltung?

  • Betriebspersonal kann die Anlage auf «anwesend» schalten (Tag-Modus)
  • Bei Alarm bleiben 3 Minuten um die Akustik zu quittieren (Verzögerungszeit)
  • Es bleiben 5 Minuten um die Echtheit des Alarmes zu klären (Erkundungszeit)
  • Nach Arbeitsschluss muss die Anlage selbständig auf Nacht-Modus (unverzögert) geschaltet werden
  • Ein automatisches Einschalten der Alarmverzögerung (Tagschaltung) ist nicht
    erlaubt

Was ist bei der Montage von Brandmelder zu beachten?

  • Deckenunterzüge müssen beachtet werden!
  • Montage erfolgt Grundsätzlich Raum «mittig»
  • Wandabstände beachten (>50cm)
  • Bei èberhohen Raumhöhen sind die Melder von der Decke zu distanzieren

Wie gross ist die Überwachungsfläche eines Brandmelders und wie müssen diese angeordent werden?

  • Ein Rauchmelder deckt eine Fläche von 60m2 ab
  • Die Melder sind grundsätzlich gleichmässig und symmetrisch zu verteilen

Was ist bei Anlagenunterbrüche zu beachten?

Kurz-Unterbruch ≤ 24 h Service, Störung, Abschaltung

  • geeignete Massnahmen zur Kompensation des Unterbruchs
  • keine Meldung erforderlich

Unterbruch > 24 h Umbau, Abbruch

  • geeignete Massnahmen zur Kompensation des Unterbruchs
  • Meldung an die Brandschutzbehörde
  • Meldungen an Feuerwehr

Wie funktioniert die interne Alarmübermittlung?

allgemein wahrnehmbarer Alarm («lauter» Alarm)

  • Sirenen, Hupen, Hörner
  • Alarm/ Evakuation-Anlage
  • Durchsageanlage
  • Blink-, Blitz-, Rundumleuchte

selektiv wahrnehmbarer Alarm («stiller» Alarm)

  • Personensuch- oder Funkrufanlage
  • Telefon-Ringrufanlage
  • Lichtrufanlage

«Stiller Alarm» ist nur mit funktionierender interner Alarmorganisation sinnvoll und tolerierbar!

Wie funktioniert die externe Alarmübermittlung?

Jedes Ansprechen der Brandmeldeanlage muss einen internen und externen Alarm auslösen. Der externe Brandalarm ist direkt auf die öffentliche Feuermeldestelle zu übermitteln.

Die Übermittlung erfolgt in den meisten Fällen über «Alarmnet». Ein Spezielles übertragungsnetz der TUS AG zu den öffentlichen und privaten Alarmstellen. Ausnahme Kanton Schwyz.

Welche Sonderanwednungen bei Rauchmelder sind im Einsatz?

Linienförmige Sonderanwendungen

  • Lineare-Rauchmelder
  • Ansaugrauchmelder (Luftproben Detektions-System)
  • Thermisches Druckwellen-Detektions-System
  • Thermische Kabel-Detektions-Systeme

Punkförmige Sonderanwendungen

  • Gas-Detektoren
  • Kanalmelder
  • Funkmelder
  • In Decke eingelassene Melder

Wo werden lineare Rauchmelder eingesetzt?

Anwendungein in hohe Bauwerke, z.B. Kirchenschiffe
in lange Bauwerke z.B. Produktionsstrassen
in Bauwerke mit besonderen architektonischen Anforderungen z.B. Atrien, historische Bauwerke

Achtung!
Detektoren dieser Art sind ungeeignet in Bereichen, wo Hindernisse den Lichtstrahl stören

Wo werden Ansaugrauchmelder eingesetzt?

  • Schalt-, Steuer- und Rechenanlagen usw.
  • hochsensible Produktions-Anlagen, Hochregallager
  • Luftkanäle, Rein- und Steril-Räume
  • Bauwerke mit besonderen architektonischen Anforderungen (ermöglicht verdeckte Installation)

Was sind die Eigenschaften von Funkmeldern?

  • neue, zukunftsträchtige Technik
  • kostengünstige Installation
  • teuer im Unterhalt (regelmässiger Batterietausch)
  • nach geltenden Richtlinien anwendbar
  • Keine Funk-RAL auf dem Markt

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