Wissenscahftliche Methodik

Wissenscahftliche Methodik

Wissenscahftliche Methodik


Krawall Karöll
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über wissenschaftliche Methoden in der Betriebswirtschaftslehre auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Konzepte wie Validität, Reliabilität und Objektivität von Messungen, sowie die Unterscheidung zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsdesigns. Die Karteikarten erklären die Bedeutung von Variablen, Hypothesen und Theorien und deren Anwendung in der Forschung. Studierende der BWL profitieren von diesen Karten, um ein fundiertes Verständnis der methodischen Grundlagen zu erlangen und ihre Fähigkeiten in der wissenschaftlichen Arbeit zu verbessern.
Flashcards
37
Students
3
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
20.01.2014 / 27.01.2015

Flashcards

Beschreiben Sie den Ablauf eines idealtypischen Forschungsprozesses

Tritt ein theoretisch oder empirisch beobachtetes Problem/Phänomen auf, so sieht der idealtypische Forschungsprozess wie folgt aus:

  1. Prüfen, ob es bereits Erklärungen gibt
  2. Suche nach Theorien und theoretischen Erkenntnissen
  3. Suche nach empirischen Studien und emprischen Erkenntnissen
  4. metaanalytische Auswertung des gesammelten Materials
  5. Ableitung von generalisierbaren Aussagen und Aktualisierung des Methodenwissens
  6. Formulierung von Aussagen/Hypothesen
  7. Reichen die gesammelten Daten nicht aus, müssen weitere Daten mit Hilfe von Primär- und Sekundärstudien erhoben werden
  8. Vergleich der empirischen Ergebnisse mit den Hypothesen und Prüfung auf Falsifizierbarkeit

Erläutern Sie den Begriff der Intersubjektivität.

  • Von Intersubjektivität spricht man, wenn ein (komplexer) Sachverhalt für mehrere Personen(-gruppen) (Subjekten) gleichermaßen wahrgenommen, eingeordnet und verstanden wird.
  • Gilt als ein Gütekriterium für Objektivität und somit auch als Voraussetzung für wissenschaftliche Erkenntnisbildung.
  • Als Gegensatz dazu besteht die Subjektivität: Sie gilt in der Regel nur für ein Individuum und beansprucht keine Allgemeingültigkeit.

Erläutern Sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Grundlagenforschung und angewandter Forschung.
Geben Sie jeweils 2 Beispiele aus der BWL.

Grundlagenforschung

  • beschäftigt sich eher mit relativ allgemeinen Konzepten
  • führt zu Ergebnissen, die eher dem allgemeinen Verständnis des jeweils interessierenden Gegenstandes dienen
  • ist primär auf die Erklärung der Wirklichkeit und einen allgemeinen Wissenszuwachs ausgerichtet

Angewandte Forschung:

  • ist auf ein (aktuelles) mehr oder weniger Konkretes Problem ausgerichtet
  • Das neu gewonnene Wissen fließt sofort wieder in die Praxis zurück

Gemeinsamkeiten:

  • Erkenntnisgewinn steht im Vordergrund
  • gleiche Forschungslogik und Methoden

Erläutern Sie den Unterschied zwischen Hypothese und Theorie

Hypothese

  • Grundlage einer jeden Theorie
  • Behauptet einen Zusammenhang zwischen mindestens zwei Faktoren
  • Werden vom Wissenschaftler aufgestellt und anschließend auf ihre Richtigkeit überprüft
  • Hat der Wissenschaftler genügend Hinweise für die Richtigkeit seiner Hypothese erbracht, gilt diese (bis zu einer etwaigen Falsifizierung) als anerkannt und akzeptiert und erhält dadurch eine Allgemeingültigkeit. Man spricht dann von einer Theorie.

Theorie:

  • Theorien sind allgemeingültig
  • Sind nicht auf Einzelfälle beschränkt

Was versteht man unter einer Induktion?

  • Methode zur Gewinnung von Theorien bzw. wissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Man schließt von beobachteten Einzelsachverhalten auf eine allgemeingültigen Hypothese
  • Erkenntnisse werden durch reine Beobachtung gewonnen und daraus eine kausale Erklärung abgeleitet

Was versteht man unter einer Deduktion?

  • Methode zur Gewinnung von Theorien bzw. wissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Man schließt vom Allgemeinen auf das Besondere
  • Logische Schlussfolgerung durch Nachdenken und Erkennen gegebener Bedingungen
  • Ceteris-paribus-Methode, d.h. Ursache-Wirkungs-Analyse zweier Größen, wobei alles andere konstant bleibt

Zeigen Sie auf, welche Bedeutung der kritische Rationalismus für die BWL hat!

  • Der kritische Rationalismus hinterfragt die deduktiv entstandenen Theorien des Rationalismus/Realismus ständig
  • Das sorgt für eine ständige Überprüfung und Aktualisierung des Wissenstandes
  • Das ist wiederum Grundlage um weiterhin den wechselnden Anforderung der Betriebswirtschaft gerecht zu werden
  • Somit ist der kritische Rationalismus Grundlage für sich optimierende und effizienter gestaltende Prozesse in der BWL
  • Es darauf hingewiesen, dass durch ein zu offensives Hinterfragen, funktionierende Theoriestrukturen durch kurzfristige Trendbewegungen abgelöst werden können, obwohl sie noch volle Gültigkeit besitzen.

Erläutern Sie die Bedeutung von Theorie für Formulierung von Handlungsempfehlungen!

Theorie die Grundlage für die sich aus ihr ergebend Praxis

  • Es werden Begriffe und Definitionen präzisiert, um die Realität zu beschreiben (->Begriffslehre)
  • Daraufhin werden Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge identifiziert, um zu beschreiben, warum etwas so ist, wie es ist (-> Wirtschaftstheorie)
  • Überprüfung der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, um eine Prognose abgeben zu können und Handlungsempfehlungen zu formulieren (-> Wirtschaftstechnologie)

Was versteht man unter qualitativer Forschung?

Von qualitativer Forschung spricht man, wenn Ideen und Hypothesen und nicht möglichst genaue Messungen und repräsentative Ergebnisse gewonnen werden sollen.

Welche sind typische Merkmale qualitativer Untersuchungen?

  • Kleine Fallzahlen
  • Hauptziel ist: ganzheitliches Verständnis
  • Das Ergebnis ist verbal
  • Methodik: Freie Formen von Befragungen und Beobachtungen
  • Ergebnisoffen
  • Phasenweiser/ zirkulärer Forschungsprozess (Vorannahme, Erhebung, Auswertung, Sampling, Erhebung, Auswertung, Vergleich, Erhebung, Auswertung, Theorie)

Welche Grundaufgaben der Datenanalyse kennen Sie?

  1. Deskription (Beschreibung): Dient zunächst zur beschreibenden und graphischen Aufbereitung und Komprimierung von Daten (bspw. für Präsentationen)
  2. Induktion (Schließen): versucht durch geeigneten Einbezug von Wahrscheinlichkeitstheorie und Stochastik über die erhobenen Daten hinaus allgemeinere Schlussfolgerungen für umfassendere Grundgesamtheiten zu ziehen
  3. Exploration (Suchen):
    1. Ist eine Mischung aus deskriptiver und induktiver Statistik
    2. Mit den Mitteln der induktiven Statistik werden Strukturen und Besonderheiten in den Daten durchsucht, um so oft zu neuen Fragestellungen oder Hypothesen in den jeweiligen Anwendungen zu kommen
    3. Wird typischerweise dann eingesetzt, wenn die Fragestellung nicht genau definiert ist, oder auch die Wahl eines geeigneten statistischen Modells unklar ist

Nennen Sie Stärken und Schwächen von qualitativer Forschung?

Stärken:

  • Offener Ausgang möglich
  • Untersuchungsaufwand ist relativ gering
  • Methoden sind einfach anzuwenden

Schwächen:

  • Geringe Fallzahlen
  • Keine Generalisierbarkeit möglich
  • Nachprüfbarkeit kaum möglich, da die Ergebnisse erst im Prozess entstehen

Nennen Sie drei Methoden der qualitativen Forschung

  • Focus Groups
  • Tiefeninterviews
  • Fallstudien
  • Verbale Protokolle
  • Qualitative Konzepttests vor der Einführung eines Produktes

Was versteht man unter einer Variable?

Variablen sind jene interessierenden Eigenschaften, über deren Verteilung man Informationen erhalten möchte. Bei Untersuchungen stehen sie in Beziehung zu einander.

Skizzieren Sie den Unterschied zwischen stetigen und diskreten Variablen

Stetige Variablen können alle Werte eines Intervalls annehmen.

Diskrete Variablen können nur eine begrenzte Anzahl an Werten annehmen.

Welche Skalierungen gibt es?

  • nominalskaliert
  • ordinalskaliert
  • intervallskaliert
  • verhältnisskaliert

Nennen Sie ein Beispiel für eine nominalskalierte Variable.

Werte können nicht in eine Reihenfolge gebracht werden. Ja/Nein Antworten oder Angabe des Geschlechts

Nennen Sie ein Beispiel für eine ordinalskalierte Variable

Werte können geordnet werden (Schulnoten, Farbastufungen, etc.)

Nennen Sie ein Beispiel für eine intervallskalierte Variable.

Die Abstände zwischen den Ausprägungen können interpretiert werden (Temperatur)

Nennen Sie ein Beispiel für eine verhältnisskalierte Variable

Ähnlich wie Intervallskaliert, jedoch mit einem fest definiertem Nullpunkt (Temperaturangabe in Calvin)

Welche Merkmale findet man in der Regel bei qualitativen Forschungsdesigns

Kategoriale Merkmale (nominal- und ordinalskalierte Merkmale)

Welche Merkmale können für die Berchnung quantitativer Forshcungsdesigns verwendet werden?

Metrische Merkmale (intervall- und verhältnisskalierte)

Was versteht man unter einer Mediatorvariable?

Mediatorvariablen sind zwar nicht Gegenstand der Untersuchungshypothese, über aber trotzdem einen Einfluss auf diese aus. Würde die Mediatorvariable wegfallen, bestünde kein Zusammenhang mehr zwischen AV und UV)

Was versteht man unter einer Moderatorvariable?

Eine Moderatorvariable ändert den Effekt einer UV auf eine AV. Wird bspw. die Anzahl der gekauften Bioprodukte nach einem Ernährungsseminar gemessen, bei dem erklärt wurde, dass Bioprodukte eine gute Grundlage für gesunde Ernährung liefern, ist das Einkommen die Moderationsvariable

Welche Gütekriterien von Messverfahren gibt es?

  • Reliabilität
  • Validität
  • Objektivität
  • Güte

Was versteht man unter Reliabilität?

Die Zuverlässigkeit und Stabilität des Messinstruments. Reliabilität ist dann geben, wenn bei einer erneuten Messung die gleichen Ergebnisse gemessen werden.

Wie kann man Reliabilität überprüfen?

  • Test-Retest-Reliabilität: Wiederholung einer Prüfung in einem angemessenen zeitlichen Abstand.
  • Parallel-Test-Reliabilität: Zum gleichen Zeitpunkt (d.h. meist im gleichen Fragebogen) wird eine Vergleichsmessung mit einem entsprechenden Messinstrument durchgeführt

Was versteht man unter Validität?

Validität ist gegeben, wenn mit einer Messung auch das gemessen wird/wurde, was gemessen werden sollte.

Bei experimentellen Designs unterscheidet man die Validität in:

Interne und externe Validität

Was versteht man unter interner Validität?

Interne Validität ist dann gegeben, wenn alternative Erklärungen größtenteils ausgeschlossen werden können

Was versteht man unter externer Validität?

  • Externe Validität ist dann gegeben, wenn die Ergebnisse über verschiedene Personen, Zeiten und Orte, etc. hinweg generalisierbar sind.

Welche Arten der Validität unterscheidet man bei nicht-experimentellen Designs?

  • Inhaltsvalidität
  • Kriterienvalidität
  • Konstruktvalidität

Was versteht man unter Inhaltsvalidität?

Inhaltsvalidität meint die Vollständigkeit des Konstrukts

Was versteht man unter Kriterienvalidität?

  • Kriterienvalidität ist gegeben, wenn ein ein starker Zusammenhang zwischen den aktuellen Messungen und der Theorie sowie möglicherweise anderen Untersuchungen zum gleichen Thema besteht.
  • Die Kriterienvalidität gibt an, inwiefern die Messung ein zukünftiges Phänomen voraussagen kann.

Was versteht man unter einer Konstruktvalidität?

  • Konstruktvalidität gibt den Grad an, in dem die Messung Größe und Richtung einer repräsentativen Auswahl der Konstrukteigenschaften abbildet und die Messung nicht durch Elemente anderer Konstrukte oder systematische Messfehler verfälscht wird.
  • Sie kann in der Regel entweder durch Kovergenzvalidität (Die Ergebnisse bei gleichen Fragestellungen müssen auch bei verschiedenen Messinstrumenten übereinstimmen) oder Diskriminanzvalidität (Verschiedene Fragestellungen dürfen auch bei Verwendung gleicher Messinstrumente nicht korrelieren) gegeben sein.

Was versteht man unter Objektivität?

ist dann gegeben, wenn verschiedene Personen, die die Messungen unabhängig voneinander vornehmen, zu den gleichen Messergebnissen gelangen

Was versteht man unter Güte?

Güte beschreibt, wie gut sich das Modell/die Empirie der Realität anpasst

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