Wirtschaft und Staat
Modul der Wiso Nürnberg
Modul der Wiso Nürnberg
-
- 1 / 64
-
Flashcards
Ansatzpunkt Coase-Theorem
externe Effekte entstehen aufgrund unzureichend definierter Eigentumsrechte
--> Effizienz- und Invarianzaussage
Effizienzaussage (Coase-Theorem)
"Bei exakt zugeordneten Eigentumsrechten wird in Abwesenheit von Tranksaktionskosten das soziale Optimum realisiert"
--> externe Effekte internalisiert, Verhandlungen
Invarianzaussage (Coase-Theorem)
"Dies ist unabhängig davon wer die Eigentumsrechte besitzt."
Fall 1: ETR bei Geschädigtem
- kann Verschmutzung verbieten/ zur Reinigung auffordern
- Schädigender leistet Kompensationszahlungen (dadurch wird seine Produktion eingeschränkt, da ihm Kosten entstehen)
Fall 2: ETR bei Schädigendem
- Geschädigter zahlt Kompensationszahlungen, sodass Schädigender Produktion einstellt, oder er erleidet den Schaden
- Einschränkung der Produktion des Geschädigten, da ihm Kosten entstehen
--> Einigung so, dass soziales Optimum erreicht wird
--> Produktionsniveau in beiden Fällen gleich (effiziente Menge)
--> Zuordnung der ETR hat Auswirkung auf jeweilige Gewinne
Pigou-Steuer
- Verursacher eines negativen externen Effekts zahlt Steuer in Abhängigkeit von Niveau seiner Aktivität
- Steuersatz = Grenzschaden
- GK + t = SGK = GZ
- z.B. Umwelt- / Emissionssteuer
Problem: Einbußen müssen genau definiert sein --> sehr schwer
- Äquivalenz von Pigou- Subventionen
- Einnahmeeffekt der Steuer: Double Dividend
- Informationsproblem: inkrementelles Vorgehen --> erst kleine Seuer, dann ggf. erhöhen
Unsicherheit kann durch ...... neutralisiert werden.
Versicherung
Faire Prämie der Versicherung
T = p/(1-p) * (xc-xa) mit xa=Versicherung tritt ein und xc=Konsum
Prämie steigt in Versicherungsleistung und mit dem Risiko
Optimales Versicherungsniveau
xc= p*xa+ (1-p)*xb = Erwartungswert
Beitragskalkulation
n*p1*x1+n*p2*x2= erwartetes Buget
Adverse Selektion
- Versicherung nur kostendeckend mit Beiträgen, die schlechte Risiken abdecken
- Prämie für HH mit gutem Risiko daher erhöht
- Versicherung wird unattraktiv für gute Risiken
- Versicherung attrahiert schlechte Risiken
Symmetrisch verteilte unvollständige Information
z.B. Wetter
- alle Marktteilnehmer haben gleiche Informationsdefizite
- Konkurrenzwirtschaft funktioniert
- Verträge können auf erwartete Zustände konditioniert werden
Asymmetrisch verteilte unvollständige Information (vor und nach Vertragsabschluss)
Einzelne Personen mit mehr Infos, Prinzipal-Agenten-Verhältnisse wobei Agent mehr Infos hat
--> Folge: Marktversagen
1. Vor Vertragsabschluss: "verborgene Eigenschaften"
- Agent kennt Qualität , Prinzipal aber nicht
- führt zu adverser Selektion: negative Auslesen (market for lemons)
- Konsequenz: Teilmärkte brechen zusammen
2. Nach Vertragsabschluss: "verborgene Handlungen"
- Moral Hazard: Vertragsabschluss ändert Verhalten
- ex-ante: sorgloserer Umfang, ungenügende Vorsorge
- ex-post: kein Bemühen um Begrenzung der Folgekosten
Dilemma der asymmetrisch verteilten Information
alle Beteiligten würden sich besser stellen, wenn sie sorgfältiger wären
--> pareto-Verbesserung möglich
Kreditmarkt (guter und schlechter Schuldner)
- Guter zahlt stets Zins und Tilgung, Schlechter ist öfter im Rückstand bzw. Zahlungsunfähig
- Zuschlagskostenkalkulation: Kreditzins enthält Risikoprämie
--> bei einem Zins > Zins den gute Schuldner zu zahlen bereit ist, werden nur schlechte Schuldner nachfragen (Selektionseffekt)
- Risikopool verschlechtert sich, Bank muss wiederum höheres Ausfallrisiko berücksichtigen -->Zins steigt
- Effekt höherer Zinsen auf erwarteten Gewinn nicht monoton
--> direkter Effekt: positiv, indirekt aber negativ durch adverse Selektion
Lösungsmöglichkeiten für den Kreditmarkt
- Vertragsabschluss mit Haftung
- signalling: vertrauliche Selbstauskunft der Schuldner
- Schufa
- Iterative Beziehung: Hausbank
- andere Finanzierungsmodelle: Leasing
Versicherung - Die Rolle des Staates
- Ausfallversicherung durch US-Behörden
- GmbHs
- Haftungsprobleme setzen sich im Bankensystem fort
Altersvorsorge
- Lebenszyklustheorie des Konsums
- Altersvorsorge durch Ansparen
- Unsicherheit über die Lebensdauer
- Einzelfälle: zu viele / zu wenige Ersparnisse
- Rentenversicherung auf Basis der Lebenserwartung: Effizienzvorteile
Gesetzliche Rentenversicherung
- asymmetrische Info: bei privater Entscheidung adverse Selektion schlechter Risiken
- Wettbewerb der Versicherer: schafft Anreize zum Cream-Skimming (=Schaffen eines Versicherungspool mit Menschen mit niedriger Lebenserwartung)
- Zeitinkonsistente Präferenzen
- Zielkonflikt mit Sozialhilfe: Moral Hazard, Trittbrettfahrerproblem
Staatliche Rentenversicherung - Bismarck-Typ
= beitragsfinanziert (Umlagefinanzierung)
- Beiträge aus Lohneinkommen
- Auszahlung variiert nach individuellen Einzahlungen
- keine Kapitaldeckung
- fixes Renteneintrittsalter
Staatliche Rentenversicherung - Beveridge-Typ
= steuerfinanziert (Mindestsicherung)
- keine Kapitaldeckung
- fixes Renteneintrittsalter
Kritik an der Rentenversicherung
- Umlagefinanzierung sicher Ansprüche durch laufende Transfers
- Arbeitsanreize: Gebührencharakter oder Zwangsbeitrag
- Rendite im Bismarck-Prinzip unter Druck: demografischer Wandel
- verdeckte Staatsverschuldung
- intergenerative Umverteilung
- einheitl. Renteneintrittsalter hat Verteilungseffekte
- kein Berücksichtigung der Kindererziehung
- Kapitaldeckung: Übergangsprobleme
Arbeitslosenversicherung - Probleme privater Versicherungen
- adverse Selektion: Arbeitslosenrisiken unterschiedlich
- Zielkonflikt mit Sozialhilfe (bei geringem Einkommen)
- Moral Hazard: Verlust des Arbeitsplatzes vielleicht selbstverschuldet
- Risiken sind zyklisch: konjunturelle Entwicklung
Arbeitslosenversicherung - Probleme der gesetzlichen Zwangsversicherung
- Unterminierung des Arbeitsanreizes
- Hysterese-Effekte
- Rückwirkung auf Lohnverhandlungen
- Interaktion mit anderen Sozialsystemen
Sozialhilfe (Formen, Bedingungen, Kennzeichen)
Formen
- Grundsicherung für Arbeitssuchende --> AL-Geld II, Sozialgeld
- Sozialhilfe: Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter bei Erwerbsminderung
Bedingungen
- Faktorausstattung bestimmt das Einkommen
- Umverteilung könnte an Faktorausstattung ansetzen (z.B. Humankapital wie Bildung)
Kennzeichen
--> Bedürftigkeitsprüfung und Subsidarität (erst alle anderen Einkommensquellen in Betracht ziehen)
Grundsicherung und Erwerbstätigkeit
- Fehlanreiz auf Arbeitsangebot und Hysterese
- Stilisiertes Modell
- Bedürftigkeitsprüfung: abhängig vom Arbeitseinkommen
- HH-Einkommen = L*w + T (Arbeitszeit*Lohn + Transfers)
--> Reform: Y = L*w + ( T - L*w*t) mit t=Transferentzugsrate, traditionelle Sozialhilfe t=100%
- Bürgergeld = negative Einkommenssteuer
- bei Harzt IV: Hinzuverdienstmöglichkeiten als Anreiz
- weitere Vorschläge: Absenkung von T und t