WI1

WI1 FH /Wgt

WI1 FH /Wgt


Phil Wienen
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Geschäftsprozessmodellierung und ERP-Software. Sie behandeln Themen wie die Einführung, Anpassung und Optimierung von ERP-Systemen, die Unterstützung von Geschäftsprozessen durch Software und die Herausforderungen bei der Implementierung. Sie richtet sich an Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse effizienter gestalten und durch den Einsatz von ERP-Software ihre betriebliche Effizienz steigern möchten.
Karten
161
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Informatik
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
15.07.2014 / 15.07.2014

Lernkarten

1.1 Was ist Wirtschaftsinformatik?

Gegenstand der WI

Gegenstand der Wi ist das Informations- & Kommunikationssystem (IKS)

Im Mittelpunkt stehen Konzeption, Entwicklung, Einführung, Nutzung & Wartung von betrieblichen Anwendungssystemen (AS).

Die Wi befasst sich mit der Gestaltung von rechnergestützten IKS in Wirtschaft, Verwaltung, anderen Organisationen & Netzwerken

Ziele der WI

  • optimale IKS-Gestaltung

  • optimale Lösung

Geschäftsprozesse

Geschäftsprozesse

Die moderne WI nimmt die Unternehmensrealität, wenn sie das IKS gestaltet, über die Geschäftsprozesse wahr

Grundkonzept

Zentrales Thema/Paradigma der WI => Geschäftsprozesskonzept

  • Basis – viele Tätigkeiten sind teil standardisierter Abläufe

        • DV kann die standardisierten Abläufe umfassend nachbilden

  • Gründe – DV-Anlagen können Infos sehr schnell speichern & verwalten

        • Informationene = wesentlicher Bestandteil von Geschäftsprozessen

Unternehmensmodellierung

  • Modellierung in all ihren formalen Aspekten

    -> Formale Fassung der Strukturen & Abläufe im Unternehmen

Wunsch Ergebnis: ERP-Software "für alle" (ERP= Enterprise ressource planning)

idealtypische Software

    • relativ presiwert

    • Abdeckung großer Teile der Unternehmensrealtität in höherer Detaillierung

    • die für alle Strukturen & abläufe in unterschiedlichsten Unternehmen funktioniert

=> ERP stellt nur Basis für IT-Unterstützung dar!

2.1 Definitionen & Begriffe

Erster Definitionsversuch

Geschäftsprozesse sind die zusammenhängenden folgen von Tätigkeiten, die in Unternehmen zur Erreichung der Unternehmens- bzw. Organisationsziele erledigt werden

Aufbauorganisation

Klassische/ hierarchische Organisationsstruktur

Chef


 

Vertrieb Lager Produktion Lager


 

... ... ... ... ... ... ... ...

Ablauforganisation

Kundenanfrage -> Weiterleitung Vertrieb -> Weiterleitung zuständiger Innendienstler -> Prüfung -> etc...

Konzept Geschäftsprozesse

Früher : einzelne Tätigkeit, diese wurde eingebettet in die Abläufe einzelner Stellen

Heute: Ausgangspunkt -> längerer Ablauf, bei dem die durch die klassichen Organisationsstruktur gegebenen Grenzen vorerst keine Rolle spielen.

Steigender Wettbewerbsdruck

= wichtiger Motivationsgrund

  • Kundenorientierung

  • Flexibilität aufgrund des Wechsels der Machtverhältnisse ( vgl Globalisierungsfolie)

Grundbegriffe aus der Organisationslehre

  • Aufgaben (sind teilbar & zusammenfassbar) & Elementaraufgaben

  • Subjektive Länge von Geschäftsprozessen (was modelliere ich?)

  • Aggregationsniveau als subjektiver Faktor in der Prozessmodellierung => Wie genau modelliere ich die Prozesse?

  • Funktionen -> stimmt weitgehende mit Aufgabenbegriffe ein

  • Objekte -> Infoträger mit Eigenschaften & Verhalten

Geschäftsprozesse (GP)

Die Literatur sagt:

  • haben ein Ziel (oder auch mehrere)

  • Gesamtaufgabe kann in Teilaufgaben zerlegt werden

  • Aufgaben werden von Aufgabenträgern wahrgenommen, die Stelleninhaber sind, welche wiederrum in Organisationseinheiten gruppiert sind

  • Aufgabenerfüllung: manuell, teilautomatisch, vollautomatisch

  • liegt quer zur Aufbauorganisation, d.h. Es arbeiten unter Umständen mehrere Abteilungen daran

  • Erfüllung der Aufgaben -> Benötigung der Unternehmensressourcen

  • benötigen Informationsträger aller Art

Geschäftsprozesse (unsere Definition)

  • GP bestehen aus einer zusammenhängenden Abfolge von Tätigkeiten, die notwendig für die Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe sind.

  • Tätigkeiten werden von Aufgabenträgern in organisatorischen Einheiten unter Nutzung der Produktionsfaktoren geleistet; Unterstützung durch IKS

  • leiten Transformartion von Produktionsfaktoren in verkaufte Produkte/Dienstleistungen

  • GP beschreiben die Wertschöpfungskette des Unternehmens

Integrierte Analyse

  • Eingebettet in Prozessdiskussion -> integrierte computergestützte Informationssysteme

  • Betrachtung von Geschäftsprozessen sollte mit umfassender, integrierter Analyse des Umfeldes verbunden sein:

    • genutzte Informationsobjekte

    • Informationsflüsse

    • Funktionen

    • Strukturen

    • etc...

    • Ergänzung früher benutzter Analyseschritte um Prozessanalyse!

2.2 Kernprozesse

Kernprozesse

  • Aufteilung in Kernprozesse & unterstützende Prozesse

  • Kernprozesse weiter unterteilen in

      • kundennahe Kernprozesse & wertschöpfungsintensive Kernprozesse

  • Kernprozesse = Prozesse, die direkt an der Wertschöpung beteiligt sind

Wertschöpfungskette nach Porter

Eingangslogisitk Operationen Marketing Ausgangslogisitk Kundendienst


 

Primäre Aktivitäten

Hauptprozesse

3 grundsätzliche Hauptprozesse:

    • Order to Delivery

    • Time to Market

    • Customer Service

Kernkompetenzen

  • besondere Fähigkeiten einzelner Mitarbeiter

  • Schaffung grundlegender Nutzen für den Kunden, für den der Kunde bereit ist, Geld auszugeben (Wettbewerbsvorteil)

2.3 Eigenschaften & Komponenten

Eigenschaften

Automatisierung: hoher Automatisierungsgrad <=> stark standardisierte Abläufe

Datenintegration: nicht-integrierte Datenbestände <=> Reibungsverluste (Medienbrüche)

Prozessintegration: Durchgängigkeit GP <=> Bruchstellen (Organisationsbrüche)

Komponenten

Computergestützte GP nach Scheer =>ARIS (Architektur integrierter Informationssysteme)

  • Ereignisse ->

  • Funktionen --------------------->

  • Organisaionseinheiten----------------------->

  • Informationseinheiten---------------------------------------------->

2.4 Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen

Globale Vernetzung

  • Fortsetzung der Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen hinweg

veränderte Perspektive

  • früher: Effiziensteigerung interner Geschäftsprozesse (meist durch den Einsatz von BWL-Standard-Software

  • heute: zusätzlich: Optimierung unternehmensübergreifender Prozesse

=> aufwändige Medienbrüche an Unternehmensgrenzen

Potenziale

Entstehende Wertschöpfungsketten sind gekennzeichnet durch die:

  • steigende Anzahl der Partner (Globalisierung

  • Zusammenfassung betrieblicher/zwischenbetrieblicher Prozesse

  • Infragestellung traditioneller Abläufe

  • verstärkte elektronische Steuerung der Abläufe

2.5 Ziele der Geschäftsprozessmodellierung

Bestandsaufnahme

= erstes Ziel jeder Geschäftsprozessmodellierung

Optimierung ( Beseitigung von Schwachstellen)

  • zu lange Transportzeiten von Prozessobjekten (Dokumente, Rechnungen)

  • zu lange Warte- & Liegezeiten

  • zulange Bearbeitungszeit

  • zu lange Rüst- & Durchlaufzeiten

  • hohe Fehlerraten

  • unzuverlässige Prozessveratnwortlichkeit

  • zu hohe Gesamtkosten

  • überflüssige Tätigkeiten

2.6 Grenzen der Prozessorientierung

Prozessorientierte Aufbauorganisation

  • klassische Organisationsform: funktionale Organisation

z.B.: Vorstand


 

Einkauf Verkauf Organisation/Verwaltung Lager

Divisionale Organisation

Organisationseinheiten werden anhand Bedürfnissen des Absatzmarktes gebildet

z.B.: Unternehmensleitung


 

Geschäftsbereich A Geschäftsbereich B


 

Einkauf Sortiment Werbung Einkauf Sortiment Werbung


 

moderne Organisationsform: prozessorientierte Organisation

  • Bildung von Organisationseinheiten anhand von Objekten

  • Zuweisung von ehemals getrennten Funktionen zu Organisationseinheiten

z.B.

 

 

Beschaffung

Logistik

Marketing

Verkauf

Thema A

 

 

 

 

Thema B

 

 

 

 

Thema C

 

 

 

 

Grenzen der Prozessorientierung als Methode

  • Zielkonflikt zwischen der Prozess- & der Ressourceneffizienz

  • Qualität der im Geschäftsprozess ausgeübten Funktionen

Grenzen der prozessorientierten Umgestaltung

  • nicht immer Effizienzgewinn garantiert

  • Kompromiss aus Prozess- & Funktionsorientierung als optimale Lösung

Vorraussetzungen / Qualifikationen

  • Teamfähigkeit & Bereitschaft zur teilweisen Abschaffung hierarchischer Strukturen

  • keine revolution, aber Überwindung der funktionsorientierten Betrachtung!

2.7 Unschärfen

  • Die Methoden sind nicht exakt

    • Geschäftsprozessanalyse

      • Identifikation & Abgrenzung von Geschäftsprozessen

  • wichtigste Unschärfe = Detaillierungsgrad

  • Länge von Geschäftsprozessen ist nicht festgelegt

2.8 Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS)

==> prozessorientiert

Gedanke 1: Modell für Geschäftsprozesse

  • hohe Komplexität: Zerlegung in verschiedene Sichten

  • Daten-, Funktions-, Ressourcen-, Organisationssicht

  • anschliessende Verbindung => Steuerungssicht

Gedanke 2: Konzept unterschiedlicher Beschreibungsebenen

=> IKS-Beschreibung in unterschiedlicher Nähe zur Informationstechnik

Ergebnis: durchgängie Beschreibung von der betriebswirtschaftlichen Problemmstellung bis hin zur DV-Implementierung

Beschreibungssichten

Datensicht

Ereignisse & Zustände in der Datenbank. Zur Darstellung wird das ER-Modell genutzt

(Entity relationsship model: 1:1; 1:N; N:M;)

Funktionssicht

Ausführende Funktionen & deren Zusammensetzung. Dazu gehören:

  • Beschreibung der Funktionen

  • Aufzählung der einzelnen Teilfunktionen

  • bestehende Anordnungsbeziehung

Erfassung z.B. Durch Funktionsbäume

Organisationssicht:

Bearbeiter & Organisationseinheit machen diese Sicht aus. Darstellung z.B. Organigramm

Ressourcensicht

Konkret: Hard-&Software (vernachläsigbar)

Steuerungssicht

Stellt die Verbindung zwischen anderen Sichten her & macht diese deutlich Zentral ist heir die Geschäftstätigkeit. Modellierung durch die ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK).

Beschreibungsebenen eines IKS

  • unterschiedliche Beschreibungsebenen, die sich nach der Nähe zur IT richten

  • Ausgangspunkt: betriebswirtschaftliche Problemstellung

    • fehlende Details, halbformale Beschreibungen, spezifisches Vokabular

      =>kein Ausgangspunkt einer formalisierten Umsetzung!

Fachkonzept

=formalisierte Sprache in Anwendungskonzept

DV-Konzept

Übertragung der Begriffswelt Fachkonzept in die Kategorie der DV-Umsetzung

  • Funktionen -> ausführende Module oder Benutzeraktionen

  • lose Kopplung mit Fachkonzept (Änderung ohne Anpassung ok)

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