WI1
WI1 FH /Wgt
WI1 FH /Wgt
-
- 1 / 161
-
Lernkarten
1.1 Was ist Wirtschaftsinformatik?
Gegenstand der WI
Gegenstand der Wi ist das Informations- & Kommunikationssystem (IKS)
Im Mittelpunkt stehen Konzeption, Entwicklung, Einführung, Nutzung & Wartung von betrieblichen Anwendungssystemen (AS).
Die Wi befasst sich mit der Gestaltung von rechnergestützten IKS in Wirtschaft, Verwaltung, anderen Organisationen & Netzwerken
Ziele der WI
-
optimale IKS-Gestaltung
-
optimale Lösung
Geschäftsprozesse
Geschäftsprozesse
Die moderne WI nimmt die Unternehmensrealität, wenn sie das IKS gestaltet, über die Geschäftsprozesse wahr
Grundkonzept
Zentrales Thema/Paradigma der WI => Geschäftsprozesskonzept
-
Basis – viele Tätigkeiten sind teil standardisierter Abläufe
-
-
-
DV kann die standardisierten Abläufe umfassend nachbilden
-
-
-
-
Gründe – DV-Anlagen können Infos sehr schnell speichern & verwalten
-
-
-
Informationene = wesentlicher Bestandteil von Geschäftsprozessen
-
-
-
Unternehmensmodellierung
-
Modellierung in all ihren formalen Aspekten
-> Formale Fassung der Strukturen & Abläufe im Unternehmen
Wunsch Ergebnis: ERP-Software "für alle" (ERP= Enterprise ressource planning)
idealtypische Software
-
-
relativ presiwert
-
Abdeckung großer Teile der Unternehmensrealtität in höherer Detaillierung
-
die für alle Strukturen & abläufe in unterschiedlichsten Unternehmen funktioniert
-
=> ERP stellt nur Basis für IT-Unterstützung dar!
2.1 Definitionen & Begriffe
Erster Definitionsversuch
Geschäftsprozesse sind die zusammenhängenden folgen von Tätigkeiten, die in Unternehmen zur Erreichung der Unternehmens- bzw. Organisationsziele erledigt werden
Aufbauorganisation
Klassische/ hierarchische Organisationsstruktur
Chef
Vertrieb Lager Produktion Lager
... ... ... ... ... ... ... ...
Ablauforganisation
Kundenanfrage -> Weiterleitung Vertrieb -> Weiterleitung zuständiger Innendienstler -> Prüfung -> etc...
Konzept Geschäftsprozesse
Früher : einzelne Tätigkeit, diese wurde eingebettet in die Abläufe einzelner Stellen
Heute: Ausgangspunkt -> längerer Ablauf, bei dem die durch die klassichen Organisationsstruktur gegebenen Grenzen vorerst keine Rolle spielen.
Steigender Wettbewerbsdruck
= wichtiger Motivationsgrund
-
Kundenorientierung
-
Flexibilität aufgrund des Wechsels der Machtverhältnisse ( vgl Globalisierungsfolie)
Grundbegriffe aus der Organisationslehre
-
Aufgaben (sind teilbar & zusammenfassbar) & Elementaraufgaben
-
Subjektive Länge von Geschäftsprozessen (was modelliere ich?)
-
Aggregationsniveau als subjektiver Faktor in der Prozessmodellierung => Wie genau modelliere ich die Prozesse?
-
Funktionen -> stimmt weitgehende mit Aufgabenbegriffe ein
-
Objekte -> Infoträger mit Eigenschaften & Verhalten
Geschäftsprozesse (GP)
Die Literatur sagt:
-
haben ein Ziel (oder auch mehrere)
-
Gesamtaufgabe kann in Teilaufgaben zerlegt werden
-
Aufgaben werden von Aufgabenträgern wahrgenommen, die Stelleninhaber sind, welche wiederrum in Organisationseinheiten gruppiert sind
-
Aufgabenerfüllung: manuell, teilautomatisch, vollautomatisch
-
liegt quer zur Aufbauorganisation, d.h. Es arbeiten unter Umständen mehrere Abteilungen daran
-
Erfüllung der Aufgaben -> Benötigung der Unternehmensressourcen
-
benötigen Informationsträger aller Art
Geschäftsprozesse (unsere Definition)
-
GP bestehen aus einer zusammenhängenden Abfolge von Tätigkeiten, die notwendig für die Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe sind.
-
Tätigkeiten werden von Aufgabenträgern in organisatorischen Einheiten unter Nutzung der Produktionsfaktoren geleistet; Unterstützung durch IKS
-
leiten Transformartion von Produktionsfaktoren in verkaufte Produkte/Dienstleistungen
-
GP beschreiben die Wertschöpfungskette des Unternehmens
Integrierte Analyse
-
Eingebettet in Prozessdiskussion -> integrierte computergestützte Informationssysteme
-
Betrachtung von Geschäftsprozessen sollte mit umfassender, integrierter Analyse des Umfeldes verbunden sein:
-
genutzte Informationsobjekte
-
Informationsflüsse
-
Funktionen
-
Strukturen
-
etc...
-
Ergänzung früher benutzter Analyseschritte um Prozessanalyse!
-
2.2 Kernprozesse
Kernprozesse
-
Aufteilung in Kernprozesse & unterstützende Prozesse
-
Kernprozesse weiter unterteilen in
-
-
kundennahe Kernprozesse & wertschöpfungsintensive Kernprozesse
-
-
-
Kernprozesse = Prozesse, die direkt an der Wertschöpung beteiligt sind
Wertschöpfungskette nach Porter
Eingangslogisitk Operationen Marketing Ausgangslogisitk Kundendienst
Primäre Aktivitäten
Hauptprozesse
3 grundsätzliche Hauptprozesse:
-
-
Order to Delivery
-
Time to Market
-
Customer Service
-
Kernkompetenzen
-
besondere Fähigkeiten einzelner Mitarbeiter
-
Schaffung grundlegender Nutzen für den Kunden, für den der Kunde bereit ist, Geld auszugeben (Wettbewerbsvorteil)
2.3 Eigenschaften & Komponenten
Eigenschaften
Automatisierung: hoher Automatisierungsgrad <=> stark standardisierte Abläufe
Datenintegration: nicht-integrierte Datenbestände <=> Reibungsverluste (Medienbrüche)
Prozessintegration: Durchgängigkeit GP <=> Bruchstellen (Organisationsbrüche)
Komponenten
Computergestützte GP nach Scheer =>ARIS (Architektur integrierter Informationssysteme)
-
Ereignisse ->
-
Funktionen --------------------->
-
Organisaionseinheiten----------------------->
-
Informationseinheiten---------------------------------------------->
2.4 Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen
Globale Vernetzung
-
Fortsetzung der Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen hinweg
veränderte Perspektive
-
früher: Effiziensteigerung interner Geschäftsprozesse (meist durch den Einsatz von BWL-Standard-Software
-
heute: zusätzlich: Optimierung unternehmensübergreifender Prozesse
=> aufwändige Medienbrüche an Unternehmensgrenzen
Potenziale
Entstehende Wertschöpfungsketten sind gekennzeichnet durch die:
-
steigende Anzahl der Partner (Globalisierung
-
Zusammenfassung betrieblicher/zwischenbetrieblicher Prozesse
-
Infragestellung traditioneller Abläufe
-
verstärkte elektronische Steuerung der Abläufe
2.5 Ziele der Geschäftsprozessmodellierung
Bestandsaufnahme
= erstes Ziel jeder Geschäftsprozessmodellierung
Optimierung ( Beseitigung von Schwachstellen)
-
zu lange Transportzeiten von Prozessobjekten (Dokumente, Rechnungen)
-
zu lange Warte- & Liegezeiten
-
zulange Bearbeitungszeit
-
zu lange Rüst- & Durchlaufzeiten
-
hohe Fehlerraten
-
unzuverlässige Prozessveratnwortlichkeit
-
zu hohe Gesamtkosten
-
überflüssige Tätigkeiten
2.6 Grenzen der Prozessorientierung
Prozessorientierte Aufbauorganisation
-
klassische Organisationsform: funktionale Organisation
z.B.: Vorstand
Einkauf Verkauf Organisation/Verwaltung Lager
Divisionale Organisation
Organisationseinheiten werden anhand Bedürfnissen des Absatzmarktes gebildet
z.B.: Unternehmensleitung
Geschäftsbereich A Geschäftsbereich B
Einkauf Sortiment Werbung Einkauf Sortiment Werbung
moderne Organisationsform: prozessorientierte Organisation
-
Bildung von Organisationseinheiten anhand von Objekten
-
Zuweisung von ehemals getrennten Funktionen zu Organisationseinheiten
z.B.
Beschaffung
Logistik
Marketing
Verkauf
Thema A
Thema B
Thema C
Grenzen der Prozessorientierung als Methode
-
Zielkonflikt zwischen der Prozess- & der Ressourceneffizienz
-
Qualität der im Geschäftsprozess ausgeübten Funktionen
Grenzen der prozessorientierten Umgestaltung
-
nicht immer Effizienzgewinn garantiert
-
Kompromiss aus Prozess- & Funktionsorientierung als optimale Lösung
Vorraussetzungen / Qualifikationen
-
Teamfähigkeit & Bereitschaft zur teilweisen Abschaffung hierarchischer Strukturen
-
keine revolution, aber Überwindung der funktionsorientierten Betrachtung!
2.7 Unschärfen
-
Die Methoden sind nicht exakt
-
Geschäftsprozessanalyse
-
Identifikation & Abgrenzung von Geschäftsprozessen
-
-
-
wichtigste Unschärfe = Detaillierungsgrad
-
Länge von Geschäftsprozessen ist nicht festgelegt
2.8 Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS)
==> prozessorientiert
Gedanke 1: Modell für Geschäftsprozesse
-
hohe Komplexität: Zerlegung in verschiedene Sichten
-
Daten-, Funktions-, Ressourcen-, Organisationssicht
-
anschliessende Verbindung => Steuerungssicht
Gedanke 2: Konzept unterschiedlicher Beschreibungsebenen
=> IKS-Beschreibung in unterschiedlicher Nähe zur Informationstechnik
Ergebnis: durchgängie Beschreibung von der betriebswirtschaftlichen Problemmstellung bis hin zur DV-Implementierung
Beschreibungssichten
Datensicht
Ereignisse & Zustände in der Datenbank. Zur Darstellung wird das ER-Modell genutzt
(Entity relationsship model: 1:1; 1:N; N:M;)
Funktionssicht
Ausführende Funktionen & deren Zusammensetzung. Dazu gehören:
-
Beschreibung der Funktionen
-
Aufzählung der einzelnen Teilfunktionen
-
bestehende Anordnungsbeziehung
Erfassung z.B. Durch Funktionsbäume
Organisationssicht:
Bearbeiter & Organisationseinheit machen diese Sicht aus. Darstellung z.B. Organigramm
Ressourcensicht
Konkret: Hard-&Software (vernachläsigbar)
Steuerungssicht
Stellt die Verbindung zwischen anderen Sichten her & macht diese deutlich Zentral ist heir die Geschäftstätigkeit. Modellierung durch die ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK).
Beschreibungsebenen eines IKS
-
unterschiedliche Beschreibungsebenen, die sich nach der Nähe zur IT richten
-
Ausgangspunkt: betriebswirtschaftliche Problemstellung
-
fehlende Details, halbformale Beschreibungen, spezifisches Vokabular
=>kein Ausgangspunkt einer formalisierten Umsetzung!
-
Fachkonzept
=formalisierte Sprache in Anwendungskonzept
DV-Konzept
Übertragung der Begriffswelt Fachkonzept in die Kategorie der DV-Umsetzung
-
Funktionen -> ausführende Module oder Benutzeraktionen
-
lose Kopplung mit Fachkonzept (Änderung ohne Anpassung ok)