Werkstofftechnik
Werkstofftechnik - Maschienenbau
Werkstofftechnik - Maschienenbau
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Lernkarten
Wie gestaltet sich der Atomaufbau?
Ein Atom besteht aus einem Atomkern und einer -hülle. Der Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen. Die daraus resultierend positive Ladung wird durch die negative Ladung der Elektronen in der Hülle neutralisiert. Es gibt mehrer Elektronenschalen in der Hülle, welche jeweils nur eine bestimmte Kapazität besitzen.
Wie ist das Periodensystem aufgebaut?
Die im Periodensystem aufgelisteten Elemente stelle die Grundbausteine der Materie dar. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Protonenzahl (Kernladungszahl), die damit die Ordnungszahl ist. Die Atommasse (molare Masse) wir üblicherweise in u angegeben.
- 7 Perioden aufgrund der Schalenbelegung (Zeilen)
- in 8 Haupt- und 10 Nebengruppen aufgrund der chemischen Ähnlichkeit der einzelnen Elemente
Kovalente Bindung
Bindung zwischen Nichtmetallatomen. Die Außenschalen der Elektronen sind weitgehen mit Elektronen besetzt (hohe Elektronegativität). Beide Bindungspartner wollen den Edelgaszustand erreichen, jedoch wollen sie durch ihre Elektronegativität keine Elektronen abgeben und bilden Bindungspaare.
- Bsp. Sauerstoff O₂; Chlor Cl₂
Edelgaszustand
Die Außenschale des betroffen Atoms ist komplett mit Elektronen gefüllt.
Isotop
Die Neutronenzahl ist größer als die Protonenzahl.
Elektronegativ
Atome geben keine oder nur schwer Elektronen ab.
Elektropositiv
Atome geben Elektronen der Außenschale ab.
Ionenbindung (heteropolare Bindung)
- erfolgt zwischen Metallatomen (elektropositiv) und Nichtmetallatomen (elektronegativ)
- das Metallatom gibt das freie Elektron an das NMAtom ab (Oxidation)
- beide Atome erreichen den Edelgaszustand
- durch die unterscheidlichen Ladungen wirkt elektrostatische Anziehung (Columbsche Anziehung)
- das Ionenpaar übt räumlich nach allen Seiten Anziehungskräfte aus
- ob 2 Atome eine kovalente oder eine Ionenbindung aufweisen hängt von deren Elektronegativitätsunterschied ab:
EN ca. 0 bis klein = kovalente Bindung
En groß = Ionenbindung
-Bsp: Kochsalz NaCl; Kaliumjodid KJ
Oxidation
Ein Atom gibt eine Elektron an ein anderes Atom ab.
Reduktion
Ein Atom nimmt ein Elektron eines anderen Atoms auf.
Valenzelektronen
- Elektronen auf der Außenschale
- sind für die Bindungen zuständig
Metallbindung
- Metalle besitzen wenige Valenzelektronen
- diese werden an den Metallverbund abgegeben, um den Edelgaszustand zu erreichen
- die verbleibenden Metallatomrümpfe sind nun positiv geladen
- die abgegebenen Atome bilden nun ein "Elektronengas" und wirken anziehend auf die Metallrümpfe
Eigenschaften:
- gute Leitfähigkeit (Wärme und Elektrizität)
- plasitsch miest gut verformbar
- Glanz
- aber auch z.T. korrosionsanfällig
Bsp. Eisen Fe ; Gold Au
Korrosion
Die Reaktion eines Werkstoffs mit der Umgebung, was Auswirkungen auf die Eigenschaften des Werkstoffs haben kann. (z.B Rost)
Nebenvalenzbindung
- elektrostatische (physikalische) Anziehung zwischen polarisierten Molekülen (sogenannte elektrische Dipole)
- Anziehungskraft ist jedoch geringer im Vergleich zu den Ionen
- lässt deutlich nach mit Abnahme der Temperatur
- die stärker elektronegativen Bestandteile (negativ geladen) ziehen die weniger elektronegativen (positiv geladen) Bestandteile eines anderen Polymers elektrostatisch an ---> es werden permanente Dipolkräfte gebildet
Kristaline Festkörperstrukturen
- Grundbausteine sind nach einem bestimmten Strukturprinzip geometrisch räumlich angeordnet (gitterförmiger Aufbau)
- weisen ein typisches Grundbaumuster auf (werden auch als Elementarzellen bezeichnet) ,reihen sich aneinander im Nah- und Fernbereich
- Entsteht durch Hauptvalenzbindungen (Ionen, Atome) oder Nebenvalenzbindungen (Moleküle)
- weisen Grundbaumuster auf wie kubisch-raumzentriert (Ferrit) oder kubisch-flächenzentriert (Austenit)
Eigenschaften:
- erweichen bei bestimmter Schmelztemperatur Ts
- können nicht von sichtbarem Licht durchdrungen werden (höhere Dichte als amorphe Struktur)
Kristaline Festkörper mit Ionenbindung
- regelmäßige Anordnung der Ionen im Gitter (NaCl)
Eigenschaften:
- spröde, schlecht plasitsch verformbar
- elektrisch nicht leitend (keine freien Ladungsträger)
- z.T. löslich in Wasser
- z.T. sehr hart
- z.T. sehr korrosionsbeständig
Kristalline Festkörper mit kovalenter Bindung
Diamantgitter:
- ein Bezugsatom ist von 4 Nachbaratomen umgeben
- die Basiseinheit (Elementarzelle) aus 5 Kohlenstoffatomen ist tetraedisch
- hohe Härte, hohe chemische Beständigkeit
- nicht leitend (alle Valenzelektronen gebunden)
- teildurchlässig für sichtbares Licht
Gitter des Graphits
- hexagonales Schichtgitter (wabenförmig strukturiert)
- starke kovalente Bindung über 3 Elektronen je C- Atom
-4. Valenzelektron ist schwach gebunden
- > elektrisch leitend
- Trokenschmierstoff
- als "Ruß" in Kunstoffen eingemischt, werden diese leitfähig
Kristalline Festkörper mit metallischer Bindung
- Hauptatome bilden eine Gitterstruktur
- die Atome die zur Legierung benutzt werden, lagern sich auf "Zwischengitterplätzen" ab
- dabei wird zwischen Einlagerungsmischkristallen und Austauschmischkristallen unterschieden
Amorphe Festkörperstruktur
- strukturierter Ordnungszustand der Atome/ Moleküle nur im Nahbereich
- erweichen in einem bestimmten Temperaturbereich
- durchlässig für sichtbares Licht (sofern nicht eingefärbt)
- amorphe Struktur bzw. Erstarrung aus der Schmelze wird allg. gefördert durch:
- kompliziert aufgebaute Stoffe
- schnelle Abkühlung
Festkörper mit kristallinen und amorphen Strukturen
- im Bereich der Kunststoffe findet man auch beide Strukturen
- Moleküle werden durch Nebenvalenzbindungen verbunden--> es bildet sich ein molekulares Gitter
- es liegen neben kristallinen Werkstoffzonen auch amorphe Bereiche vor
- man spricht von teilkristallinen Kunststoffen
- sie sind schmelzbar
Kriechen
- zeitliche Zunahme der Verformung bei konstanter Spannung
Zweck der Härteprüfungen
- zur Beurteilung des Verschleißverhaltens oder der Druckbelastbarkeit von Werkstoffen
- zur Überprüfung der Wirksamkeit von Werkstoffbehandlungsverfahren, die mit einer Härtenveränderung einhergehen oder unmittebar darauf abzielen (Kaltverfestigung, Wärmebehandlung...)
- Um rückschlüsse auf andere Werkstoffeigenschaften zu ermöglichen
Brinell- Härteprüfung
- Kugel wir mit Prüfkraft auf ein Prüfstück (metalisch blank) gedrückt (Kraft in 10s aufbringen und 10-15s wirken lassen)
- Durchmesser wird ermittelt (auf 1/100 genau) und anhand einer Formel oder Tabelle erhält man den Härtewert
- wird angegeben: 1. Brinell-Härtewert, 2. Härte nach Brinell mit Hartmetallkugel M, 3. Kugeldurchmesser in mm, 4. Prüfkraft in kgf, 4. Prüfzeit in sec, wenn der Wert außerhalb des Bereichs von 10-15 sek liegt
Bsp. 245 HBW 2,5 / 187,5 / 20
- Um gleiche Bedingungen zu gewährleisten müssen bei unterschiedlichen Kugeldurchmessern die prüfkraft angepasst werden, hierzu dient der Beanspruchungsgrad = 0,102xF / D^2
Vickers Härteprüfung
- vierseitige Diamantpyramide mit 136 Grad Spitzenwinkel als Eindringkörper
- wird mir der Last F senkrecht in die Probe gedrückt
- Eindruckdiagonalen werden auf 0,002mm genau gemessen
- Mittelwert wird gebildet und die Vikershärte wird errechnet
- HV = Prüfkraft in kp / Oberfläche des Eindrucks
- kann mit unterschiedlichen Prüfkräften erfolgen: Makrobereich (Prüfkraft über 3 kp) und Kleinlastbereich(Prüfkraft bis 3 kp)
- eignet sich für sehr harte Stoffe aufgrund der Diamantpyramide (allg. bis HV 940)
- eignet sich ebenfalls für Mikrohärtemessung (F < 1N)
- kleine Prüfkraft somit eignet es sich auch für dünne Bleche und Folien
- Die Kurzbezeichnung der Härtemessung nach Vickers setzt sich zusammen aus:1. dem Härtewert, 2. den Kennbuchstaben HV, 3. der Prüfkraft in kp, 4. der Einwirkdauer der Prüfkraft in s, falls diese von der festgelegten Zeitspanne(10 bis 15 s) abweicht.
Bsp.: 485 HV 30 / 20
Anwendungsbereiche Vickers
- keine Einschränkung der Härte des Werkstoffs wegen der hohen Eigenhärte des Diamantes
- freie Anpassung der Prüfkräfte --> sehr weiche und sehr harte Werkstoffe können geprüft werden
- erlaubt Messung an dünnen Blechen oder Oberflächenbeschichtungen
- max. messbare Härte bis ca. 2000HV
- im Makrobereich können sogar einzelne Kristalle gemessen werden
Anwendungsbereiche Brinell
-Anwendungsbereiche:
- eignet sich für heterogene Stoffe wie Gußeisen aufgrund des relativ großen Kugeldurchmessers
- diese Prüfkugel erfasst gleichmäßig hartere und weichere Gesfügebestandteile und liefert daher gute Mittelwerte
- anwendbar bis max. Härte von ca. 650HBW
- die hohen Prüfkräfte können dafür sorgen, dass dünne Bleche etc durchgedrückt werden
- ist nicht für sehr harte Stoffe geeignet, aufgrund der begrenzten Eigenhärte des Prüfkörpers
Rockwell Härteprüfung
- keine Flächenpressung sonder Eindringmessung (mit Messuhr oder elektrischem Wegsensor)
- Eindringkörper Diamantkegel
- Durchführung:
- Aufbringen einer Prüfvorkraft F0 mit der der Prüfkörper belastet wird. Messuhr wird auf 0 gestellt.
- zusätzliches Aufbringen der Prüfzusatzkraft F1, Prüfgesamtkraft: F0+F1 (innerhalb von 1-8 sek), Einwirkzeit der Prüfgesamtkraft 4s +/- 2
- Wegnahme der Prüfzusatzkraft: elastische Anteile der Prüfkraft werden eliminiert und man erhält sofort die Eindringtiefe h
- Härtewerte werden mit einer Formel errechnet (Härtewert= N - h/S; wobei N=100 und S= 0,002)
- je nach Prüfvorkraft, Prüfzusatzkraft und der Art des Eindringkörpers unterscheidet man zwischen verschiedenen Rockwellverfahren: Rockwell-B-Verfahren (Eindringkörper :Stahlkugel) und Rockwell-C-Verfahren (Eindringkörper Kegel) sind die wichtigsten
- Angabe: 1.Rockwell-Härtewert 2. Härte nach Rockwell 3. Rockwell Skala C
Bsp. 55 HRC
Anwendungsbereiche Rockwell
- Prüfung nach HRC mit einem Diamantkegel für harte Werkstoffe (Rm> 800MPa)
- Prüfung nach HRB mit einer Hartmetallkugel für weichere Werkstoffe (Rm < 800MPa)
- Prüfung nach HRB mit einer Stahlkugel für weichere Werkstoffe (Rm < 800MPa)
Voteile
- kann direkt abgelesen werden
- kurze Prüfdauer
- einfach
- gut automatisierbar
- relativ geringe erforderliche Oberflächengüte
- direkte Beobachtung der Eindringtiefe mittels einer Messuhr
Nachteile
- erforderliche große Dicke des Prüflings
- Verfälschung der Messung durch plastische Verformung des Werkstücks und durch Rückfederungen im Eindruck
- sehr weiche Stoffe können nicht gemessen werden, da die bleibende Eindringtiefe größer als 0,2 bzw. 0,26mm sein muss
Zusammenhang zwischen Härtewerten und Zugfestigkeit
Nährungswerte
- Aus dem B-Härtewert kann in Näherung die Festigkeit für ferritische Stähle und Stahlgußsorte berechnet werden (3,4* Härtewert)
- Aus dem V- Härtewert kann in Näherung die Festigkeit für ferritische Stähle und Stahlgußsorten berechnet werden (3,3* Härtewert)
- Cu und Cu-Legierungen geglüht (Rm = 5,5 HBW)
- Cu und Cu-Legierungen kaltverformt (Rm = 4,0 HBW)
- Al und Al-Legierungen (Rm= 4,0HBW)
Die Fließkurve
- wird erstellt zur Beurteilung des Umformverhaltens eines Werkstoffes
- beschreibt den Widerstand eines Metalls gegen plasitsche Verformung bei einachsiger Beanspruchung
- wird benötigt um :
- zur Charakterisierung der Umformeignung und damit zur Werkstoffauswahl
- zur Berechnung und Auslegung der umzuformenden Bauteile sowie der dazu notwendigen Umformwerkzeuge und -maschinen
- damit beim Umformungsvorgang fließen auftritt muss die Fließspannung erreicht werden
- auf die Belange der Umformtechnik wird die Fließkurve erstellt: x-Achste Umformgrad, y-Achse Fließspannung kf
- die Fließkurve zeigt die Fließspannung an welche aufgebracht werden muss um die Einleitung oder das Aufrechterhalten des plastischen Fließens zu gewährleisten
Fließspannung
- damit bei einem Umformungsvorgang plastisches Fließen auftritt, müssen die tatsächlich wirkenden Spannungen eine charakteristische Größe, die Fließspannung, erreichen
- Kf = F/S (F= Kraft , S = momentane Querschnittsfläche)
Umformgrad
- auf den Augenblickswert bezogene und über den Umformvorgang aufsummierte
Abmessungsänderung bezeichnet
- Formel zur Berechnung siehe Skript
Punktgitter
Dreidimensionales Koordinatensystem mit den Achsen x, y und z
- Zwischen den Achsen liegende Winkel alpha, beta, gamma
- Gitterparameter a, b und c (Gitterkonstante)
- Gittergeraden: Die Geraden, auf denen in regelmäßigen Abständen die Atome angeordnet sind
- Netzebenen: Ebenen, die regelmäßig mit Atomen besetzt sind.
- Elementarzelle: Kleinste Volumeneinheit des Raumgitters mit allen Symmetriemerkmalen des Kristallsystems; durch periodische Verschiebung der Einheitszelle wird das
Raumgitter aufgebaut. - Anzahl der Atome pro Elementarzelle
- Koordinationszahl: Anzahl der unmittelbar benachbarten Gitterbausteine mit dem kürzesten, gleich großen Abstand vom betrachteten Atom
Einteilung der Punktgitter
- Aus Symmetriegründen existieren 7 Grundtypen von Gittern, die sogenannten Kristallsysteme. Ein Kristallsystem stellt die Gesamtheit aller Anordnungen der Gitterbausteine in einem Raumgitter mit gemeinsamen geometrischen Merkmalen dar.
- Diese lassen sich in 14 Gitter aufteilen (Bravais-Gitter)
Kristallstrukturen
- ist vorstellbar als eine Übereinanderschachtelung von Atomebenen
- verbindet man die Atomschwerpunkte durch Gerade, erhält man ein Raumgitter
siehe Tabelle Zusammenfassung
Aufbau von Austausch- oder Substitutionsmischkristallen
- bei gleichen Gittertypen und einer Atomgrößendifferenz von nicht mehr als 15%
- die Legierungselemente sitzen auf regulären Gitterplätzen des Wirtsgitters
- Atome der Sorte A können vollständig durch die der Sorte B ersetzt werden (vollständig mischbar/lösbar im festen Zustand)
- tabelle siehe Zusammenfassung 3.1/ skript kapitel 3
Einlagerungs-Mischkristalle
- entstehen wenn kleinere Nichtmetalle (C,N,B,O) einem Basismetall zulegiert werden
- im Wirtsgitter sind Gitterlücken vorhanden
- das Radienverhältnis der Atome muss kleiner oder gleich 0,6...0,7 sein
- das Lösungsvermögen ist (meistens) begrenzt und nimmt zusätzlich mit abnehmender Temperatur ab
Elementarzelle
- kleinste Einheit eines Kristallgitters
- repräsentiert Symmetrie und alle Eigenschaften eines kristallinen Stoffes
- besteht aus einer "kleinen" Anzahl an Atomen die in einer “Box” mit parallelen Seitenflächen angeordnetsind, die 3 Raumrichtungen und dabei den Raum vollständig ausfüllen
- Tabelle angucken krz,kfz
Legierungen
- die Vereinigung eines Grundmetalls durch Zusammenschmelzen oder Sintern mit einem oder mehreren anderen metallischen oder auch nichtmetallischen Elementen
- dadurch sollen betimmte Eigenschaften des Grundmetalls verändert werden (z.B. die mechanischen Eigenschaften: Festigkeit, Verformbarkeit, Härte oder die Korrisionsbeständigkeit)
- einphasig: besteht nur auf einer Art von Kristalliten , mehrphasig: besteht aus meheren Arten von Kristalliten
- Art der bestehenden Legierungsstrukturen ist allg. abhängig von:
- vom Gittertyp
- von den Atomradien
- von der chemischen Affinität der beteiligten Elemente
- von der Konzentration der beteiligten Atomsorten
Wirtsgitter
- Gitter des Grundmetalls bei Legierungen
- in diesem sind die Fremdelemente der Legierung untergebracht