Definitionen etc.


Mark Emery
Diese Lernkarten bieten einen tiefen Einblick in die Prinzipien und Merkmale guten Unterrichts auf universitärem Niveau. Sie behandeln zentrale Themen wie die Rolle von Lehrern und Schülern, die Bedeutung von Methodenvielfalt und Methodentiefe, sowie die Gestaltung eines lernförderlichen Klimas. Die Karteikarten sind besonders nützlich für angehende Pädagogen und Lehrer, die ihre Unterrichtspraxis verbessern und wissenschaftlich fundierte Ansätze in ihrem Berufsalltag anwenden möchten.
Karten
48
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Pädagogik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
13.01.2014 / 17.05.2015

Lernkarten

These 2.1.

Allgegenwärtigkeit, Reibungslosigkeit und Schwung helfen dem Lehrer, unruhige Klassen zum Lernen zu bringen.

Definition 7: Die "echte Lernzeit" (time on task)

ist die vom Schüler tatsächlich aufgewendete Zeit für das Erreichen der angestrebten Ziele.

Definition 8: Ein lernförderliches Klima

bezeichnet eine Unterrichtsatmosphäre, die gekennzeichnet ist durch:

1) gegenseitigen Respekt,

2) verlässlich eingehaltene Regeln,

3) gemeinsam geteilte Verantwortung,

4) Gerechtigkeit des Lehrers gegenüber jedem Einzelnen und dem Lernverband insgesamt,

5) und Fürsorge des Lehrers für die Schüler und der Schüler untereinander.

Definition 9: Inhaltliche Klarheit

liegt dann vor, wenn die Aufgabenstellung verständlich, der thematische Gang plausibel und Ergebnissicherung klar und verbindlich gestaltet worden sind.

Vertikaler Transfer 

liegt dann vor, wenn von basalen Kenntnissen aus "hochgestiegen" wird zu anspruchsvolleren Fragen und zu Vorgriffen in der Ordnung des Lehrplans. Dies wird in Anlehnung an Robert M. Gagné auch als kumulatives Lernen bezeichnet.

Horizontaler Transfer

liegt dann vor, wenn erworbenes Wissen und Können aus dem einen in den anderen Bereich "hinübergeschaufelt" und dort sinnvoll angewendet wird. 

Definition 10: Sinnstiftendes Kommunizieren

bezeichnet den Prozess, in dem die Schüler im Austausch mit ihren Lehrern dem Lehr-Lern-Prozess und seinen Ergebnissen eine persönliche Bedeutung geben.

Definition 11: Schülerfeedback

ist ein Verfahren zum Sammeln von Rückmeldungen über Qualität von Lehr-Lern-Prozessen. 

  • bei dem das Ziel, der Gegenstand und die Form der Rückmeldung zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbart werden (Arbeitsbündnis)
  • bei dem die Daten methodisch kontrolliert erhoben, aufbereitet und ausgewertet (Evaluation) werden
  • und an die Schüler zurückgemeldet werden (Veröffentlichung)
  • um daraus Konsequenzen für die zukünftige Unterrichtsarbeit zu ziehen (Aktion)

Definition 12: Methodenvielfalt

liegt dann vor,

1) wenn der Reichtum der verfügbaren Inszenierungstechniken genutzt wird,

2) wenn eine Vielfalt von Handlungsmustern eingesetzt wird,

3) wenn die Verlaufsformen des Unterrichts variabel gestaltet werden

4) und das Gewicht der Grundformen des Unterrichts ausbalanciert ist.

These 2.3.

Es besteht nicht der geringste Anlass, vor einem Zuviel an Methodenvielfalt zu warnen. 

These 2.4.

Die Mischung machts

Definition 13: Individuelles Fördern

heisst, jeder Schülerin und jedem Schüler 

1) die Chance zu geben, ihr bzw. sein motorisches, intellektuelles, emotionales und soziales Potenzial umfassend zu entwickeln

2) und sie bzw. ihn dabei durch geeingete Massnahmen zu unterstützen (durch die Gewährung ausreichender Lernzeit, durch spezifische Fördermethoden, durch angepasste Lernmittel und gegebenenfalls durch Hilfestellungen weiterer Personen mit Spezialkompetenz).

These 2.5.

Wirkliche Könner können mehr, als sie wissen.

Definition 14: Übungsphasen

des Unterrichts sind intelligent gestaltet, 

1) wenn ausreichend oft und im richtigen Rhythmus geübt wird,

2) wenn die Übungsaufgaben passgenau zum Lernstand formuliert werden,

3) wenn die Schüler Übekompetenz entwickeln und die richtigen Lernstrategien nutzen

4) und wenn die Lehrer gezielte Hilfestellungen beim Üben geben.

These 2.6.

Es ist wichtiger, dass der Stoff bei den Schülern ankommt, als dass Sie mit dem Stoff durchkommen.

Leistung

= Lernangebot + Leistungsvermögen + Einsatz

Definition 15: Transparenz der Leistungserwartungen 

besteht darin,

1) den Schülern ein an den gültigen Richtlinien oder an Bildungsstandards ausgerichtetes und ihrem Leistungsvermögen angepasstes Lernangebot zu machen,

2) dieses Angebot verständlich zu kommunizieren und zum Gegenstand eines Arbeitsbündnisses zu machen.

3) und ihren nach formellen und informellen Leistungskontrollen zügig Rückmeldungen zum Lernfortschritt zu geben.

These 2.7.

Kein Schüler wird dadurch kläger, dass er alle Nase lang auf seinen Leistungsstand überprüft wird. 

These 2.8.

Der Klassenraum ist das materialisierte Curriculum des Unterrichts.

Definition 16: Klassen- und Fachräume sind "vorbereitete Umgebungen", wenn sie

 

1) eine gute Ordnung,

2) eine funktionale Einrichtung

3) und brauchbares Lernwerkzeug bereithalten, sodass Lehrer und Schüler 

4) den Raum zu ihrem Eigentum machen,

5) eine effektive Raumregie praktizieren

6) und erfolgreich arbeiten können.

These 2.9.

Viele - nicht alle - Wege führen nach Rom

Definition 17: Ein Arbeitsbündnis

ist ein didaktisch-sozialer Vertrag zwischen dem Lehrer und seinen Schülern über die im Unterricht geltenden Rechte und Pflichten und die zu erbrigenden Leistungen.

Erfahrungswissen

Praxis- oder Handlungswissen. Ist immer Ihr persönliches Wissen. Es ist kein verdünnter Aufguss des Theoriewissens (obwohl es Splitter davon enthalten kann), sondern eine eigenständige, zumeist inhaltlich reiche, von Ihnen selbst hergestellte Wissensform. Wird auch als Erfahrungsschatz bezeichnet.

Theoriewissen

Wissenschaftswissen. Enthält systematisch hergeleitete, zum Teil auch empirisch abgesicherte Information über die Wirklichkeit der Welt, in unserem Falle also über den Unterricht. Zeigt uns, dass hinter dem Tellerrand unserer Erfahrungswissen die Welt noch nicht zu ende ist. 

Handlungskompetenz

Besteht aus der Fähigkeit, Unterrichts- und Erziehungsaufgaben sowohl in Routinesituationen als auch in neuen, nie zuvor erlebten und druchdachten Situationen zielorientiert, taktvoll und unter Beachtung der institutionellen Rahmenbedingungen zu meistern.

Macht Theorie- und Erfahrungswissen fruchtbar. 

Definition 18: Reflektierende Didaktiker

Denken in Hypothesen und überprüfen ihren Lehrerfolg methodisch kontrolliert. 

These 4.1.

Starke Ausprägungen der zehn Merkmale guten Unterrichts führen zu höheren Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler.

These 4.2.

Lehrer sind gut beraten, wenn sie dafür sorgen, dass ihre Schüler in beiden Lernumgebungen lernen können.

These 4.3.

Professionelle Lehrerinnen und Lehrer sind Meister im Ausbalancieren konkurrierender Ansprüche an Untericht und Erziehung. 

These 4.4.

Kein Lehrer kann Lernen machen. Lehrer nehmen auf das Lernen nur ein indirekten, wenn auch wichtigen Einfluss, indem sie die Gestaltung der Unterrichtsstrukturen an den vermuteten Lernstrukturen orientieren. 

Definition 19: Methodentiefe

Bezeichnet das Kompetenzniveau, auf dem Lehrer und Schüler eine Unterrichtsmethode im Unterricht einsetzen und reflektieren. 

These 4.5.

Methodentiefe ist für den Lernerfolg wichtiger als Methodenvielfalt.

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