Was ist guter Unterricht? Hilbert Meyer
Definitionen etc.
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Kartei Details
| Zusammenfassung | Diese Lernkarten bieten einen tiefen Einblick in die Prinzipien und Merkmale guten Unterrichts auf universitärem Niveau. Sie behandeln zentrale Themen wie die Rolle von Lehrern und Schülern, die Bedeutung von Methodenvielfalt und Methodentiefe, sowie die Gestaltung eines lernförderlichen Klimas. Die Karteikarten sind besonders nützlich für angehende Pädagogen und Lehrer, die ihre Unterrichtspraxis verbessern und wissenschaftlich fundierte Ansätze in ihrem Berufsalltag anwenden möchten. |
|---|---|
| Karten | 48 |
| Lernende | 1 |
| Sprache | Deutsch |
| Kategorie | Pädagogik |
| Stufe | Universität |
| Erstellt / Aktualisiert | 13.01.2014 / 17.05.2015 |
| Weblink |
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These 2.5.
Wirkliche Könner können mehr, als sie wissen.
Definition 14: Übungsphasen
des Unterrichts sind intelligent gestaltet,
1) wenn ausreichend oft und im richtigen Rhythmus geübt wird,
2) wenn die Übungsaufgaben passgenau zum Lernstand formuliert werden,
3) wenn die Schüler Übekompetenz entwickeln und die richtigen Lernstrategien nutzen
4) und wenn die Lehrer gezielte Hilfestellungen beim Üben geben.
These 2.6.
Es ist wichtiger, dass der Stoff bei den Schülern ankommt, als dass Sie mit dem Stoff durchkommen.
Leistung
= Lernangebot + Leistungsvermögen + Einsatz
Definition 15: Transparenz der Leistungserwartungen
besteht darin,
1) den Schülern ein an den gültigen Richtlinien oder an Bildungsstandards ausgerichtetes und ihrem Leistungsvermögen angepasstes Lernangebot zu machen,
2) dieses Angebot verständlich zu kommunizieren und zum Gegenstand eines Arbeitsbündnisses zu machen.
3) und ihren nach formellen und informellen Leistungskontrollen zügig Rückmeldungen zum Lernfortschritt zu geben.
These 2.7.
Kein Schüler wird dadurch kläger, dass er alle Nase lang auf seinen Leistungsstand überprüft wird.
These 2.8.
Der Klassenraum ist das materialisierte Curriculum des Unterrichts.
Definition 16: Klassen- und Fachräume sind "vorbereitete Umgebungen", wenn sie
1) eine gute Ordnung,
2) eine funktionale Einrichtung
3) und brauchbares Lernwerkzeug bereithalten, sodass Lehrer und Schüler
4) den Raum zu ihrem Eigentum machen,
5) eine effektive Raumregie praktizieren
6) und erfolgreich arbeiten können.
These 2.9.
Viele - nicht alle - Wege führen nach Rom
Definition 17: Ein Arbeitsbündnis
ist ein didaktisch-sozialer Vertrag zwischen dem Lehrer und seinen Schülern über die im Unterricht geltenden Rechte und Pflichten und die zu erbrigenden Leistungen.
Erfahrungswissen
Praxis- oder Handlungswissen. Ist immer Ihr persönliches Wissen. Es ist kein verdünnter Aufguss des Theoriewissens (obwohl es Splitter davon enthalten kann), sondern eine eigenständige, zumeist inhaltlich reiche, von Ihnen selbst hergestellte Wissensform. Wird auch als Erfahrungsschatz bezeichnet.
Theoriewissen
Wissenschaftswissen. Enthält systematisch hergeleitete, zum Teil auch empirisch abgesicherte Information über die Wirklichkeit der Welt, in unserem Falle also über den Unterricht. Zeigt uns, dass hinter dem Tellerrand unserer Erfahrungswissen die Welt noch nicht zu ende ist.
Handlungskompetenz
Besteht aus der Fähigkeit, Unterrichts- und Erziehungsaufgaben sowohl in Routinesituationen als auch in neuen, nie zuvor erlebten und druchdachten Situationen zielorientiert, taktvoll und unter Beachtung der institutionellen Rahmenbedingungen zu meistern.
Macht Theorie- und Erfahrungswissen fruchtbar.
Definition 18: Reflektierende Didaktiker
Denken in Hypothesen und überprüfen ihren Lehrerfolg methodisch kontrolliert.
These 4.1.
Starke Ausprägungen der zehn Merkmale guten Unterrichts führen zu höheren Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler.
These 4.2.
Lehrer sind gut beraten, wenn sie dafür sorgen, dass ihre Schüler in beiden Lernumgebungen lernen können.
These 4.3.
Professionelle Lehrerinnen und Lehrer sind Meister im Ausbalancieren konkurrierender Ansprüche an Untericht und Erziehung.
These 4.4.
Kein Lehrer kann Lernen machen. Lehrer nehmen auf das Lernen nur ein indirekten, wenn auch wichtigen Einfluss, indem sie die Gestaltung der Unterrichtsstrukturen an den vermuteten Lernstrukturen orientieren.
Definition 19: Methodentiefe
Bezeichnet das Kompetenzniveau, auf dem Lehrer und Schüler eine Unterrichtsmethode im Unterricht einsetzen und reflektieren.
These 4.5.
Methodentiefe ist für den Lernerfolg wichtiger als Methodenvielfalt.
Direkte Instruktion
lehrerzentrierter, überwiegend frontal orgaisierter Unterricht
Offener Unterricht
Unterricht mit Betonung der Selbstregulation und mit hohen Anteilen an Projekt-, Gruppen- und Freiarbeit
These 1.1.
Mischwald ist besser al Monokultur
Definition 1: Guter Unterricht
ist Unterricht, in dem
1. im Rahmen einer demokratischen Unterrichtskultur
2. auf der Grundlage des Erziehungsauftrags
3. und mit dem Ziel eines gelingenden Arbeitsbündnisses
4. eine sinnstiftende Orientierung
5. und ein Beitrag zur nachhaltigen Kompetenzentwicklung aller Schülerinnen und Schüler geleistet wird
Demokratischer Unterricht
Unterricht soll die Mündigkeit und die Solidarität der Schülerinnen und Schüler entwickeln helfen
Erziehungsauftrag
Die Lehrer tragen Verantwortung für die Könnenserfahrungen ihrer Schüler. Die Schüler tragen die Verantwortung für die Erfolgserlebnisse ihrer Lehrer
Arbeitsbündnis
Ein Arbeitsbündnis zwischen Lehrer und Schüler
Sinnstiftende Orientierung
Unterricht soll die Urteilskraft wecken, den Geschmack bilden und zum Aufrechten Gang befähigen. Es geht darum die Persönlichkeit des Schülers zu stärken und ihm ein Identifikationsangebot für die Bewältigung seiner persönlichen Entwicklungsaufgaben zu machen.
Nachhaltige Kompetenzentwicklung
SchülerInnen sollen Hilfen for den systematischen Wissens- und Könnensaufgaben zu geben.
Lehrerorientierung
Unterricht darf nicht nur aus Perspektive der SuS gesehen werden. Auch für die Lehrer muss ein humaner Arbeitsplatz geschaffen werden.
Zehn Merkmale guten Unterrichts
1. Klare Strukturierung des Unterrichts (Prozess-, Ziel- und Inhaltsklarheit; Rollenklarheit, Absprache von Regeln, Ritualen und Freiräumen)
2. Hoher Anteil eachter Lernzeit (durch gutes Zeitmanagement, Pünktlichkeit; Auslagerung von Organisationskram; Rhytmisierung des Tagesablaufs)
3. Lernförderliches Klima (durch gegenseitigen Respekt, verlässlich eingehaltene Regeln, Verantwortungsübernahme, Gerechtigkeit und Fürsorge)
4. Inhaltliche Klarheit (durch Verständlichkeit der Aufgabenstellung, Plausibilität des thematischen Gangs, Klarheit und Verbindlichkeit der Ergebnissicherung)
5. Sinnstiftendes Kommunizieren (durch Planungsbeteiligung, Gesprächskultur, Sinnkonferenzen, Lerntagebücher und Schülerfeedback)
6. Methodenvielfalt (Reichtum an Inszenierungstechniken; Vielfalt der Handlungsmuster; Variabilität der Verlausformen und Ausbalancierung der methodischen Grossformen)
7. Individuelles Fördern ( durch Freiräume, Geduld und Zeit; durch innere Differenzierung und Integration; durch individuelle Lernstandsanalysen und abgestimmte Förderpläne; besondere Förderung von Schülern aus Risikogruppen)
8. Intelligentes Üben (durch Bewusstmachen von Lernstrategien, passgenaue Übungsaufträge, gezielte Hilfestellungen und "überfreundliche" Rahmenbedingungen)
9. Transparente Leistungserwartungen (durch ein an den Richtlinien oder Bildungsstandards orientiertes, dem Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler entwsprechendes Lernangebot und zügige förderorientierte Rückmeldung zum Lernfortschritt)
10. Vorbereitete Umgebung (durch gute Ordnung, funktionale Einrichtung und brauchbares Lernwerkzeug)
Definition 2: Merkmale guten Unterrichts
Sind empirisch erforschte Ausprägungen von Unterricht, die zu dauerhaft hohen kognitiven, affektiven und/oder sozialen Lernergebnissen beitragen.
Definition 3: Gütekriterien bzw. Kriterien guten Unterrichts
Sind theoretisch begründete und in Kenntnis empirischer Forschungsergebnisse formulierte Massstäbe zur Beurteilung der Unterrichtsqualität.
Definition 4: Indikatoren
Beschreiben konkret und beochtbar, woran Wissenschaftler das im theoretischen Konstrukt definierte Phänomen in der Wirklichkeit festmachen.
Definition 5: Bildungsstandards
Sind bildungspolitisch gewollte, anhand von landesweit oder auch international geeichten Messinstrumenten kontrollierbare Kompetenzniveaus, die die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage eines differenzierten Bildungsangebots der Schule in einem bestimmten Alter erreicht haben sollten.
Definition 6: Unterricht ist dann klar strukturiert
wenn das Unterrichtsmanagement funktionert und wenn sich ein für Lehrer und Schüler gleichermassen gut erkennbarer "roter Faden" durch die Stunde zieht.
These 2.1.
Allgegenwärtigkeit, Reibungslosigkeit und Schwung helfen dem Lehrer, unruhige Klassen zum Lernen zu bringen.
Definition 7: Die "echte Lernzeit" (time on task)
ist die vom Schüler tatsächlich aufgewendete Zeit für das Erreichen der angestrebten Ziele.
Definition 8: Ein lernförderliches Klima
bezeichnet eine Unterrichtsatmosphäre, die gekennzeichnet ist durch:
1) gegenseitigen Respekt,
2) verlässlich eingehaltene Regeln,
3) gemeinsam geteilte Verantwortung,
4) Gerechtigkeit des Lehrers gegenüber jedem Einzelnen und dem Lernverband insgesamt,
5) und Fürsorge des Lehrers für die Schüler und der Schüler untereinander.
Definition 9: Inhaltliche Klarheit
liegt dann vor, wenn die Aufgabenstellung verständlich, der thematische Gang plausibel und Ergebnissicherung klar und verbindlich gestaltet worden sind.
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