VWL Kapt. 8-12
Schlüsselbegriffe
Schlüsselbegriffe
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Cartes-fiches
Strukturwandel
Veränderung der Zusammensetzung, der Beziehung der Teile in einer Volkswirtschaft zueinder (z.B. Veränderung der Bevölkerstruktur, der Beschäftigung nach Sektor oder Branchen, der Unternehmungen nach Grösse, der Produktion nach Anteilen im In- und Ausland, der Export- oder Importquote).
Strukturpolitik
Beeinflussung der sektoralen, branchenmässigen, regionalen Zusammensetzung einer Volkswirtschaft. Man unterscheidet Strukturerhaltungs-, Strukturanpassungs- und Strukturgestalungspolitik.
APEC
Asiatic Pacific Economic Cooperation. Forum für wirtschaftliche Zusammenarbeit im asiatisch-pazifischen Raum. Gegründet am 6. November 1989 in Canberra.
NAFTA
North American Free Trade Association, gegründet 1994. Mitglieder: USA, Mexiko und Kanada.
Devisen
Von Inländern gehaltene, auf fremde Währung lautende Guthaben.
Mindestreserven
Die Nationalbank kann die Banken verpflichten, einen Teil ihrer liquiden Mittel auf einem Sperrkonto zu hinterlegen. Dadurch kann sie den Geldschöpfungsspielraum der Banken beeinflussen.
Landesindex der Konsumentenpreise (LIK)
Setzt sich aus zwölf Bedarfsgruppen zusammen und misst die Preisänderungen eines repräsentativen Korbes von Waren und Dienstleistungen.
Repo-Geschäft
Eine Repo ist ein Wertpapierpensionsgeschäft. Dabei verkauft der Geldnehmer zur Deckung seiner Liquiditätsbedürfnisse Wertpapiere an den Geldgeber mit der gleichzeitigen Vereinbarung. Wertpapiere gleicher Gattung und Menge zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Da es sich aus ökonomischer Sicht bei einem Repo um ein Darlehen handelt, entrichtet der Geldnehmer dem Geldgeber für die Dauer des Repo eines Repo-Zins. Für Repo-Geschäfte mit der SNB kommen nur Wertpapiere aus dem durch gesetzliche Bestimmungen definierten SNB-Korb in Frage. Das Repo-Geschäft wurde im April 1998 eingeführt und stellt zur Zeit das wichtigste geldpolitische Instrument zur Steuerung der Liquidität dar.
Disinflation
Disinflation bezeichnet eine Verminderung der Inflation jedoch nicht ein Sinken des Preisniveaus (Deflation). Disinflationspolitik zielt darauf ab, die Inflationsrate in einer Volkswirtschaft zu reduzieren.
Buchgeld
Jederzeit in Bargeld umwandelbare Bank- und Postscheckguthaben, die dem bargeldlosen Zahlungsverkehr dienen.
Sichtguthaben
Jederzeit in Bargeld umwandelbare Bank- und Postscheckguthaben, die dem bargeldlosen Zahlungsverkehr dienen.
Transaktionskonti
Einlagen auf Lohn-, Spar- und Depostienkonti, die frü den Zahlungsverkehr eingesetzt werden können.
Termineinlage
Bankeinlagen, die nicht jederzeit, sondern an einem bestimmten Zeitpunkt fällig sind.
Monetisierungsfunktion
Geld entsteht dadurch, dass Nichtgeld bei einer inländischen Bank gegen Geld eingetauscht wird.
Geldschöpfungsmultiplikator
Vermehrung der Geldmenge durch das Kreditschöpfungspotenzial der Geschäftsbanken.
Phillips-Kurve
Stellt eine entgegengesetzte Beziehung (trade off) zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation dar.
Geldmenge
Bestand an Bar- und Buchgeld, das sich im Umlauf befindet. Folgende Geldmengen werden unterschieden: Geldmenge M1: jederzeit für Zahlung verwendbares Mittel. Dazu gehören das Bargeld, die Sichtguthaben und die Einlagen auf Transaktionskonti des Publikums bei Banken und der Post. Geldmenge M2: Geldmenge M1 plus Spareinlagen. Geldmenge M3: Geldmenge M2 plus Termineinalgen. Notenbankgeldmenge: Zahlungsmittel, die durch die Notenbank direkt kontrolliert und von ihre in Umlauf gebracht werden. (Noten plus Giroguthaben der Banken).
Liquiditätsfalle
Situation, in der eine Geldmengenerhöhung ohne Wirkung bleibt, weil das zusätzliche Geld einfach "flüssig" gehalten wird.
Kreditklemme
Situation, in der die Banken einander und den Unternehmen nicht "trauen" und deshalb keine Kredite verleihen.
J-Kurveneffekt
Eine expansive Geldpolitik, die zu einer Abwertung der einheimischen Währung führt, bewirkt kurzfristig einen negativen Effekt auf die Nettoexporte, falls die Importe und Exporte wenig preiselastisch sind.
Libor-Satz
Drei-Monats-Satz fpr Ausleihungen unter den Banken oder an erstklassig Grossunternehmen, der im Londoner Geldmarkt täglich fixiert wird und deshalb Libor-Satz genannt wird.
Kerninflation
Preisentwicklung jener Güter, welche durch die Geldpolitik der SNB beeinflusst wird.
Inflation
Anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. Erhöhung des Preisniveaus, gemessen an dern Entwicklung des Landesindex der Konsumentenpreis.
Nachfrageinflation
Preissteigerungen, die durch einen Nachfrageüberschuss ausgelöst werden.
Angebotsinflation
Preissteigerungen, die auf höhere Kosten oder höhere Gewinnaufschläge der Unternehmungen zurückzuführen sind.
Importierte Inflation
Preissteigerungen, die auf eine Zunahme der Exporte oder höhere Importpreise zurückzuführen sind.
Nationalbank
Die Schweizerische Nationalbank hat die Aufgabe, den Geldumlauf zu regeln, den Zahlungsverkehr zu erleichtern und eine im Interesse des Landes diendende Kredit- und Währungspolitik zu führen. Die SNB ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts in Form einer Aktiengesellschaft, wobei die öffentliche Hand zirka 60% der Aktien hält.
Expansive Geldpolitik
Einsatz der geldpolitischen Instrumente der Nationalbank zur Vergrösserung der Geldmenge (Geldmenge wächst stärker als das Produktionspotenzial).
Restrektive Geldpolitik
Einsatz der geldpolitischen Instrumente der Nationalbank zur Drosselung der Geldmenge (Geldmenge wächst langsamer als das Produktionspotenzial).
Deflation
Gegenstück zur Inflation. Deflation bedeutet einen generellen Rückgang des Preisniveaus über längere Zeit.
Taylor-Regel
Dient der Bestimmung des Zinssatzes bei infaltionsfreiem Wachstum. Die Rege postuliert eine positive Abhängigkeit der kurzfristigen Zinsen von der Inflationslücke und der Produktionslücke.
SNB-Bills
Eigene Schuldverschreibungen der Nationalbank mit einer Laufzeit zwischen einer Woche und drei Monaten.
Quantitative Lockerung der Geldpolitik
Wenn die Leitzinsen der Nationalbanken nahe bei null liegen, greifen sie zu unkonventionellen Massnahmen: Die Nationalbanken kaufen Aktiven, vorwiegend Staatsanleigen, um auch die langfristigen Zinsen zu senken.
Insider-Outsider-Modell
Gemäss diesem Modell nutzen die Arbeitsplatzbesitzer (die Insider) ihre Macht in der Weise aus, dass sie Lohnerhöhungen für sich durchsetzten und damit den Arbeitslosten (den Outsider) keine Chance geben, durch Lohnkürzungen einen Arbeitsplatz zu erhalten.
Lohnstückkosten
Lohnkosten pro Einheit. Die Lohnstückkosten sind vom Lohnniveau und der Arbeitsproduktivität abhängig.
Standortattraktivität
Zur Standortattraktivität tragen unter anderem folgende Faktoren bei: politische und monetäre Stabilität, Steuersystemund Steuererhöhe, Sozialversicherungssystem, Sozialpartnerschaft, Qualität und Quantität der Infrastruktureinrichtungen.
Beveridge-Kurve
Stellt die Arbeitslosten in Beziehung zu den offenen Stellen. Sie zeigt die Entwicklung der Sockelarbeitslosigkeit.
Ökologische Steuerreform
Schrittweise Verschiebung der Steuer- und Abgabenlasten vom Produktionsfaktor Arbeit zum Faktor Umweltverbrauch: Anhebung der Steuern auf Energie und Umweltverbrauch und Senkung der Lohnnebenkosten.
Effizienzlohntheorie
Lohnerhöhungen wirken einerseits kostensteigernd, andererseits wirken sie durch Anreize zu höheren Leistungen auch kostensenkend. Diese Theorie erklärt, weshalb Unternehmungen nicht unbedingt an tieferen Löhnen interessiert sind und deshalb Arbeitslosigkeit nicht abgebaut werdne kann.
Arbeitslosigkeit
Teiel der Bevölkerung finden keine Beschäftigung. Folgende Typen von Arbeitslosigkeit können unterschieden werden: Friktionelle Arbeitslosigkeit entsteht auf Grund von Suchprozessen infolge Stellenwechsel. Bei konjunktureller Arbeitslosigkeit liegt die Ursache in einem konjunkturbedingten Rückgang der Nachfrage. Bei struktureller Arbeitslosigkeit stimmt das Angebot in qualitativer, regionaler, branchenmässiger Hinsicht nicht mit der Nachfrage überein. Sockelarbeitslosigkeit umfasst den Umsatnd, dass nach jedem konjunkturellen Einbruch ein Sockel an Arbeitslosen zurückgelassen wird, der auch im Aufschwung bestehen bleibt. Sie setzt sich aus struktureller und friktioneller Arbeitslosigkeit zusammen.