VÜ Grundzüge der Bevölkerungsgeographie, Kapitel 6
Universität Wien, SPL Geographie, LV-Nr: 290018, LV-Titel: VO+UE Grundzüge der Bevölkerungsgeographie, LV-Leiterin: Karl Husa , Alexander Wisbauer, WS 13/14 Kapitel 6: Natürliche Bevölkerungsbewegung
Universität Wien, SPL Geographie, LV-Nr: 290018, LV-Titel: VO+UE Grundzüge der Bevölkerungsgeographie, LV-Leiterin: Karl Husa , Alexander Wisbauer, WS 13/14 Kapitel 6: Natürliche Bevölkerungsbewegung
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Cartes-fiches
Natürliche Bevölkerungsbewegung
Bevölkerungsbewegung durch Fertilität und Mortalität
Das sind primär biologische Prozesse, jedoch beeinflusst durch gesellschaftliche, wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Einflüsse. (deshalb teilw. auch soziobiologische Bew.)
- 70/72: Anfangss fast ident mit 62/64, dann bei ca. 20j ein Knick - 1 Kind will man ja, und dann kann ma die Pille nehmen.
- 90/92: deutlich niedrigeres Maximum und erst später wegen längeren Ausbildungszeiten und Verhütung
- 00,09: Trend der 90er setzt sich fort, ältere Kohorten legen zu => das erste Kind kommt später
Formel: Bruttoreproduktionsrate (gross reproduction rate)
- Selbe wie TFR nur dass nur Tochter-Geburten zählen.
- Anzahl der Töchtern, die 1000 Frauen in der Reproduktionszeit haben werden.
- GRR gibt an zu welchem Anteil sich eine Bev reproduziert (weil Männer gibts immer genug)
- Die Sterblichkeit der Frauen innerhalb ihrer Reproduktionsphasen bleibt wieder unberücksichtigt.
Ersetzungsniveau
NRR=1
TFR=2,1
Liegen diese Werte vor, so entwickelt sich die Bevölkerung zu einer stationären Bev (Geb.Zahlen=Sterbezahlen). TFR muss höher als 2 sein, weil dort die Sterblichkeit der Mütter in Reproduktionszeit nicht berücksichtigt wird.
Periodenmaß vs Kohortenmaß
Periodenmaß
- Analyse der Fertilität von Frauen zu einem bestimmten Zeitpunkt => Querschnittsanalyse
- Ergebnis meist hypothetische Kinderzahlen unter der Annahme von in Zukunft gleichen Bedingungen
- die meisten Kennzahlen sind Periodenmaße
Kohortenmaß
- Analyse der Fertilität nach Geburtsjahrgang der Mütter während Reproduktionsphase => Längsschnittanalyse
- tatsächliche Durchschnittszahlen
- liefert Informationen mit langer zeitlicher Verzögerung
Periodenfertilitätsrate
- wie viele lebend geborene Kinder eine Frau zur Welt bringen würde,
- wenn im Laufe ihres Lebens dieselben altersspezifischen Fertilitätsverhältnisse herrschen würden wie in jenem Kalenderjahr, für das die altersspezifischen Fertilitätsraten berechnet wurden.
- Querschnittsmessung
Kohortenfertilitätsrate
- wie viele lebend geborene Kinder die Frauen eines bestimmten Geburtsjahrganges (= Geburtskohorte) im Durchschnitt tatsächlich zur Welt gebracht haben.
- Kann erste nach Abschluss der Reproduktionsphase gemessen werden (also nur von Frauen 44/49+ vorhanden)
- Längsschnittsmessung
Formel: Population Momentum
PM% gibt an um wieviel % die Bev noch wachsen (oder wenn negativ schrumpfen) würde, wenn zum schlagartig die NRR=1 wäre.
positives Momentum
Wenn eine Population stark wächst und dann das replacement Level wieder erreicht wird, so sind die jungen Jahrgänge sehr groß, d.h. auch wenn sie sich nur reproduzieren, wächst die Bev. (Verzögerung bis zu 2 Generationen)
negatives Momentum
Wenn eine Popultation stark abnimmt und dannn das replacement Level wieder erreicht, so gibt es eine Überalterung. Auch wenn sich die (wenigen) Jungen reproduzieren, sinkt die Bev.
Mortalität
- Mikroebene: Tod
- Makroebene: Mortalität
- Mortalität primär biologisches Ereignis aber durch viele soziale und ökonomische Einflüsse geprägt (sozioöknomisches Umfeld, individueller Lebensstil)
- Die biologischen Faktoren blieben über die Jahrhunderte immer die gleichen, die sozialen verändern sich aber ständig => die sind wichtig.
Was hat sich bzgl. Mortalität in den letzten 150 Jahren geändert?
- von der unsicheren zur sicheren Lebenszeit
- Lebenserwartung steigt (ist aber begrenzt durch biologisches Höchstalter von 120-125j)
- tiefgreifende individuell und gesellsch. Folgen
Formel: Alterspezifische Sterberaten
Sterbefälle der Altersklasse / Bev der Altersklasse * 1000
Bem.: Kurve der alterspezif. Sterberaten
- U Form: Am Anfang Säuglings-/ Kindersterblichkeit, am Schluss die Alten
- verkehrtes L: wie U Form aber Säuglings-/ Kindersterblichkeit sehr niedrig
- Wellenform: in der Mitte AIDS Gipfel (sinkt dann wieder weil Ende der Reproduktionsphase)
Formel: Standardisierte Sterberate
Wir haben TR i und den Gesamtraum. Wir können nun Altersgruppen aus dem TR wählen oder auch aus der Standardbevölkerung also aus dem Gesamtraum. Dadurch lässt sich etwas über die Umwelteinflüsse im TR i und deren Auswrikung auf die ASDR aussagen.
Formel: Rate der Säuglingssterblichkeit
Gesamtzahl der gestorbenen Säuglinge / Gesamtzahl der Lebendgeborenen *1000
Bem:
- Die verstorbenen Säuglinge können natrürlich auch im Vorjahr geboren sein.
- Hängt stark von der sozialhygienischen Situation ab => Wird auch als Indikator für medizinisch-hygienische Versorgung und Entwicklungsstand generell gesehen
Formel: Perinatale Sterberate
(Totgeborene+D28d) / Geburten * 1000
Ursachen für Mortlitätsrückgang
soziale Faktoren:
- Bessere Ernährung: Modernisierung der Landwirtsch. und des Transportwesen
- persönliche Hygiene: Sauberkeits- und Hygienenormen durch soziale Disziplinierung
- bessere Lebenssituation: Wohlstand generell (zB Wohnverhältnisse)
medizin. Faktoren:
- Erforschung der Infektionskrankheiten
- zentralstaatliche Intervention (Abfallwirtsch., Quarantänevorschriften, Trinkwasser, Kampagnen)
- Antibiotika
- Impfungen
Definition: Sterbetafeln
Definition
- Protokoll der Lebensgeschichte einer (realen oder hypothetischen) Geburtenkohorte.
- Aufzeichnung des "Hinschmelzen des Ausgangsbestandes".
Informationen:
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einem Alter k noch n Jahre zu leben?
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer k-jährigen Person innerhalb des nächsten Altersjahres zu sterben?
- Wieviele Lebensjahre kann eine k-jährige Person durchschnittlich noch erwarten (wichtigstes Merkmal ex).
- Wie hoch ist die durchschn. Lebenserwartung von Neugeborenen?
Bem.: Sterbetafeln sind das historisch älteste Modell zur deomgraph. Analyse.
Anwendungen von Sterbetafeln
- demographische Mortalitätsanalyse
- Berechnung von zivilrechtlichen Ansprüchen zB nach Unfällen
- juristische und versicherungsmathematische Fragestellungen
- Berechnung von Prämien etc.
Periodensterbetafel vs Kohortensterbetafel
Periodensterbetafel
- Spiegeln Mortalitätsverhältnisse eines Jahres oder Zeitraumes wieder.
- Dafür werden alterspezifische Sterberaten von gleichzeitig lebenden Personen ermittelt.
- => Kurzer Beobachtungszeitraum
Kohortensterbetafel
- Geben das Absterben einer einzigen Geburtenkohorte wieder
- => langer Beobachtungszeitraum
Allgemeine/ ausgeglichene Sterbetafeln vs Jahressterbetafeln
Bem. Beide Typen sind Periodensterbetafeln
Allg. und ausgeglichene Sterbetafeln
- Über mehrere Jahr rund um eine VZ werden nach Alter und Geschlecht gegliederte Sterbefälle betrachtet.
- Um Zufallshäfungen zu auszugleichen, werden die Daten "geglättet".
- Die geglätteten Daten werden dann zur Erstellung einer Sterbetafel verwerndet.
jährliche Sterbetafeln
- Sie dienen der laufenden Beobachtung der Mortalität.
- Sie werden jährlich aus ungeglätteten Daten erstellt.
- Gerade in hohen Altersgruppen entstehen dadurch große Schwankungen.
Formel: altersspezifisches (Erst)heiratsalter
ASNRk= (Nk/Pk) * 1000
Formel: Gesamtscheidungsrate
Graphische Darstellungsmöglichkeiten von natürlichen Bevölkerungsbewegungen