vegetatives Nervensystem

vegetatives Nervensystem

vegetatives Nervensystem


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das vegetatives Nervensystem auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungsmechanismen von Sympathomimetika, Parasympatholytika und anderen Rezeptoren wie α- und β-Rezeptoren. Die Karteikarten behandeln auch die Indikationen und Anwendungen von Medikamenten wie Baclofen, Tizanidin und Botulinustoxinen. Medizinstudierende und Fachkräfte profitieren von diesem Set, um die komplexen Zusammenhänge des vegetativen Nervensystems und die Pharmakologie relevanter Substanzen zu verstehen.
Karten
193
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.07.2016 / 06.04.2021

Lernkarten

Selektive α-Sympatholytika: für welchen Rezeptor selektiv, Strukturelle Gemeinsamkeit

• selektiv für α1-Rezeptoren

• 6,7-Dimethoxy-Chinazolin-Derivate

PK alpha 1 Sympatholytika

alpha 1 (α1) Rezeptorbindung Adrenalin vs Prazosin

Prazosin bindet an einer völlig anderen Stelle!! Nicht-kompetitiv!

Urapidil

α-Sympatholytika

Reservewirkstoffe zur Blutdrucksenkung

wirkt vermutlich über 5-HT1A

Tamsulosin

α-Sympatholytika

α1A-Präferenz, geringe Blutdrucksenkung, bei BPH

Dapiprazol

α-Sympatholytika

topisch am Auge, zur Rückbildung der Pupillenerweiterung

Indoramin

α-Sympatholytika

Reservewirkstoffe zur Blutdrucksenkung

Rezeptor- und Selektivitätsprofil der alpha1-Blocker

Antisympathotonika: Angriffsstelle, Wirkung

• zentrale α2-Rezeptor-Agonisten am Nucleus tractus solitarii im ZNS bei der Feedbackhemmung an
• blutdrucksenkend!

Clonidin

Antisympathotonikum: prä- und posynaptische α2-Rezeptor-Agonisten 

• lipophil: rasch im ZNS

• Agonisten am „Imidazolin-Rezeptor“ in der Medulla oblongata.

Moxonidin

Antisympathotonikum: prä- und posynaptische α2-Rezeptor-Agonisten 

• lipophil: rasch im ZNS 

• Agonisten am „Imidazolin-Rezeptor“ in der Medulla oblongata.

Guanfacin

Antisympathotonikum: prä- und posynaptische α2-Rezeptor-Agonisten 

• lipophil: rasch im ZNS 

• Agonisten am „Imidazolin-Rezeptor“ in der Medulla oblongata.

Methyldopa: Funktion, Indikation

• Prodrug!

• wird über Aminosäuretransporter ins ZNS aufgenommen und von DDC decarboxyliert und von Dopa-β-Hydroxylase zum Methyl-NA umgewandelt.
• Methyl-NA wirkt an zentralen α2-Rezeptoren als Agonist (→ Blutdrucksenkung)

• v.a. bei Hypertonie in der Schwangerschaft

Modulatoren der NA-Speicherung und/oder -freisetzung: Indikation

nur als Reservearzneistoffe zur Blutdrucksenkung z.B. bei einer Blutdruckkrise

Reserpin: Wirkung, Indikation

Modulatoren der NA-Speicherung und/oder -freisetzung

nur als Reservearzneistoffe zur Blutdrucksenkung z.B. Blutdruckkrise

• hemmt Mg2+-abhängige ATPase, die Protonen in Vesikel pumpt, die NA und Dopamin enthalten: trapping des Dopamins im protonierten (geladenen) Zustand.
• bei Blockade der ATPase: Erhöhung des pH und Freisetzung des ungeladenen NA und Dopamin.

Guanethidin: Wirkung, Indikation

Modulatoren der NA-Speicherung und/oder -freisetzung

vermindert Speicherfähigkeit von NA und hemmt die exocytotische Freisetzung von NA

nur als Reservearzneistoffe zur Blutdrucksenkung z.B. Blutdruckkrise

Erregungsübertragung, die zur Muskelkontraktion führen

Erregungsübertragung von motorischer Nervenfaser auf Zellen der quergestreiften Muskulatur: → ACh-vermittelt an motorischer Endplatte → nACh-Rezeptor-Aktivierung → Ca2+Einstrom → Muskelkontraktion!

Einteilung Muskelrelaxantien und deren jeweiliger WM

A) peripher angreifende hemmen kompetitiv nicotinerge Rezeptoren an der motorischen Endplatte →

a) OHNE intrinsische Aktivität (stabilisierende Muskelrelax.) →

b) mit Dauerpolarisation (depolarisierende Muskelrelax.) →

c) Dantrolen: hemmt elektromechanische Kopplung →

d) Botulinustoxin: hemmt ACh-Freisetzung an motorischer Endplatte bei chirurgischen Eingriffen (zur Erschlaffung der quergestreiften Muskulatur)
B) zentral angreifende

Tubocurarinchlorid: Indikation, Applikation, HWZ, Ausscheidung

stabilisierendes Muskelrelaxans

quasi dimerisiertes ACh

• relativ lange Wirkdauer für Muskelrelaxanzien (HWZ ca. 4 Std.), zeitversetzte Wirkung (zuerst Auge, Gesicht, Extremitäten, zuletzt Atmung)
• nur i.v. sehr polar, deswegen p.o. keine Wirkung

; Ausscheidung über Niere

• Wirkung altersabhängig (Kinder empfindlicher!)

Alcuroniumchlorid: Applikation, HWZ, Indikation, PPB

stabilisierendes Muskelrelaxans

• semi-synthetisch

• Spielkartensymmetrie

• i.v. Applikation

• geringe Plasmaproteinbindung

• kurze HWZ (80 min)

• chirurgischen Eingriffen und künstlicher Beatmung

Vecuroniumbromid

stabilisierendes Muskelrelaxans

α-Androstan-Derivate mit ACh-Struktur

Pancuroniumbromid

stabilisierendes Muskelrelaxans

α-Androstan-Derivate mit ACh-Struktur

Rocuroniumbromid

stabilisierendes Muskelrelaxans

α-Androstan-Derivate mit ACh-Struktur

Atracuriumbesilat

Stabilisierende Muskelrelaxantien

Cisatracuriumbesilat

Stabilisierende Muskelrelaxantien

Mivacuriumchlorid

Stabilisierende Muskelrelaxantien

Nicht-enzymatischer Hofmann Abbau von Cisatracurium 

Depolarisierende Muskelrelaxanzien (Suxamethoniumchlorid): HWZ, Applikation, Indikation, WM

• besitzen intrinsische Aktivität!

• nur Suxamethoniumchlorid als Vertreter

• Strukturähnlichkeit mit ACh

• wesentlich längere Verweildauer an den Rezeptoren als ACh
• kein Substrat für AChE!

• wird von Plasma-Cholinesterase gespalten
• Dauer-depolarisiert postsynaptische Membran
• i.v. Applikation

•HWZ: 3 min (Hydrolyse!)

• für Intubationen bei Unfällen, Geburtshilfe

Dantrolen: WM, Indikation, Applikation, BV, HWZ

Direkt angreifende Muskelrelaxantien

• hemmt Ca2+-Freisetzung aus Speichern des sarkoplasmatischen Retikulums in Skelettmuskelzelle
• keine Wirkung auch ACh oder ACh-Rezeptoren!

• bei spastischen Zuständen (Rückenmarksverletzungen, cerebrale Insulte)

• auch bei maligner Hyperthermie

• p.o. Applikation

• BV = 20 - 70%; Wirkung setzt erst nach ca. 4 Std. ein; HWZ 6-16 Std.!

Botulinustoxine A und B: Struktur, Indikation, Applikation

• Proteine; nach Proteolyse: 98 und 51 kDa Ketten, über Disulfidbrücke verknüpft.

→ 51 kDa (light chain): für Toxizität verantwortlich

→ 98 kDa (heavy chain): Hemmung der cholinergen Synapsen durch Spaltung des Synaptobrevins
• i.m. Injektion

• erzeugt solange Lähmung bis terminale Axone betroffener Neurone auswachsen und neue motorische Endplatte bilden (bis zu 4 Monate)
• therap.: spastische Zustände (Multiple Sklerose, Schlaganfall, Schiefhalssyndrom)

Zentral angreifende Muskelrelaxantien WM

genauer Wirkungsmechanismus ist unbekannt: vermutlich zentrale Hemmung polysynaptischer Reflexe.

Tizanidin: HWZ, WM

zentral wirkendes Muskelrelaxans

• Affinität zu α2-Rezeptoren (Blutdrucksenkende Wirkung!), ähnlich Clonidin.

• HWZ 3-5 Std.

• Substrat für CYP1A2

Baclofen: Indikation, WM, HWZ, BV, Applikation

zentral wirkendes Muskelrelaxans

• abgeleitet von GABA

• aktiviert GABAB-Rezeptoren → hemmt spannungsabhängigen Ca2+Einstrom in Neuron → Ausschüttung von Glutamat vermindert.
• p.o. Applikation

• BV = 80%

• HWZ 4-7 Std

• Mittel der Wahl bei spinaler Spastik

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