vegetatives Nervensystem

vegetatives Nervensystem

vegetatives Nervensystem


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das vegetatives Nervensystem auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungsmechanismen von Sympathomimetika, Parasympatholytika und anderen Rezeptoren wie α- und β-Rezeptoren. Die Karteikarten behandeln auch die Indikationen und Anwendungen von Medikamenten wie Baclofen, Tizanidin und Botulinustoxinen. Medizinstudierende und Fachkräfte profitieren von diesem Set, um die komplexen Zusammenhänge des vegetativen Nervensystems und die Pharmakologie relevanter Substanzen zu verstehen.
Karten
193
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.07.2016 / 06.04.2021

Lernkarten

Funktionen des VNS

• Steuerung der inneren Organe und Drüsen (zusammen mit Hormonen)

• autonom arbeitend (unwillkürlich)

• schneller Zugriff (im ggs. zu Hormonen)

• bestehend aus sympathischen und parasympathischen Nerven

• Transmitter aller präganglionären Neurone (Symp. und Parasymp): Acetylcholin
• Transmitter aller postganglionären Neurone des Sympathikus (Ausnahme Schweißdrüsen): Noradrenalin
• Transmitter nicht-cholinerg und nicht-adrenerg: Vasoaktives Intestinales Peptid (VIP) und Neuropeptid Y (NPY)

Symphatikus Wirkung

ergotrope Reaktionen
Aktivierung von Herz, Kreislauf, Atmung, Abbau von Fettreserven, Mobilisierung von Glykogenreserven
-> Erhöhte Leistungsfähigkeit!

Parasympathikus

trophotrope Reaktionen
Reduktion der Kreislauf- und Atemfunktion, Steigerung der Sekretionsleistung der Verdauungsdrüsen, Steigerung der Darmperistaltik

-> Ruhe, Restitution

Angriffsstellen von Therapeutika, die am VNS angreifen

Biosynthese und Metabolismus von Acetylcholin

Synthese, Freisetzung und Metabolismus von ACh in der cholinergen Synapse

Acetylcholinesterase: Abkürzung, Enzymtyp, Funktion, aktives Zentrum

• spezifische, strukturgebundene AChE (Splicevarianten)

• Serinprotease (wie z.B. Trypsin); katalytische Triade: Serin – Histidin – saure AS

• eines der schnellsten Enzyme mit sehr hoher Wechselzahl (25.000/sec).

• katalysiert die Hydrolyse des Acetylesters

• aktives Zentrum: tiefe Einbuchtung im Enzym

• zwei Sub-Zentren:

- „anionisches“ (nucleophiles) bindendes Zentrum: Tryptophan

-„esteraisches“ katalytisches Zentrum: Serin, Histidin, Glutamat

Mechanismus der Acetylcholinesterase

1. ACh bindet im aktiven Zentrum, OH Gruppe des  Serin 203 bildet mit Stickstoff des Histidin 447 eine Wasserstoffbrückenbindung

2. Bindung des Acetylesters an Serin 203 und Histidin 447: Sauerstoff des Serin bindet an Kohlenstoff der ursprünglichen Ketogruppe, Keto-O bildet H-Brücke mit anderen N, Ester-O bindet an H des Serin

3. Abspaltung des Cholin und Acetyl bleibt an Serin-O gebunden

4. Wasseranlagerung -> wieder ähnliche Bindung siehe Oben

5. Abspaltung von Essigsäure

muskarinerge ACh-Rezeptoren: andere Bezeichnung, Lokalisation, welche Rezeptorart, Antagonist

(M-Rezeptoren)
- im ZNS, Ganglien

- prä- und postsynaptisch

- langsame GPCR

- Atropin blockiert

nikotinerge ACh-Rezeptoren: andere Bezeichnung, Lokalisation, welche Rezeptorart, Antagonist

(N-Rezeptoren)
- im ZNS, Ganglien, motorische Endplatte d. quergestreiften Muskulatur

-sich schnell öffnende Ionenkanäle

- Curare blockiert

Muscarin

Transmitter des vegetativen Nervensystems

Nikotin / Nicotin

Transmitter des vegetativen Nervensystems: bindet an nikotinerge ACh-Rezeptoren

Muskarin-Rezeptoren: wieviele Unterarten, Wo bindet ACh, Funktionen der Unterarten und deren Lokalisation, welche GPCR-Typen jeweils

• 5 Formen: M1 – M5

• strukturell mit α- und β-Rezeptoren, Dopamin-, 5-HT-, und H1-Rezeptoren verwandt
• ACh bindet am TM III

•M1: im ZNS und Ganglien; Gedächtnis und Lernfunktion

M2: am Herz, Frequenzerniedrigung

M3: Sekretionsprozesse; an Drüsen und glatter Muskulatur (Kontraktion)

M4: im ZNS, Funktion unklar

M5: Funktion unklar


•M1, M3, M5: Gq/11

M2; M4: Gi/0-gekoppelt

Bindung von Acetylcholin an Muscarin-Rezeptor

Nicotinrezeptor: Aufbau, Lokalisation

• ringförmige Proteinpentamere aus 12 versch. möglichen UE

• Na+ und K+ -Ionenkanäle

• homooligomere Rez.: besitzen 5 identische ACh-Bindungsstellen

• heteromere Rez.: besitzen nur 2 ACh-Bindungsstellen
• im ZNS, vegetativen Ganglien, und an Neuromuskulärer Endplatte

Bindung von ACh und Nikotin an nikotinergen ACh-Rezeptoren

beide: Van der Waals-WW zu Tryptamin182, Cys225-226 und Tyr230

Acetylcholin: 

- geladenes Stickstoffatome: Kation-pi-Wechselwirkungen (Charge-Transfer-Komplex) mit Trp182

- Acetyl bildet H Brücke mit Säureamid von Leu146

Nikotin:

- H-Brücke zwischen Pyridinium-Stickstoffatom und Indol NH-Gruppe von Trp 182

Biosynthese des Adrenalin und Noradrenalin

Inaktivierung von Noradrenalin und Adrenalin

Adrenerges System und Rezeptoren

Adrenorezeptoren Untertypen

Welche adrenergen Rezeptoren sind GPCRs?

5 GPCRs: α1, α2 und β1, β2, und β3

β1-Rezeptor: Lokalisation, Funktionen

Herz, Niere, Verdauungstrakt

• Herzfrequenz erhöht, Herzkontraktilität erhöht, Reizleitungsgeschwindigkeit erhöht
• Steigerung der Renin-Sekretion in der Niere

• Aktivierung von Amylasen

β2-Rezeptor: Lokalisation, Funktionen

Herz, periphere Gefäße, Verdauungstrakt, Atemwege, Harnblase, Uterus, Pankreas, Leber, Fettgewebe

• Vasodilatation der Herzkranzgefäße und Gefäße der Skelettmuskulatur

• Abnahme der Motilität des GIT

• Erschlaffung der glatten Muskulatur der Bronchien, Harnblase, Uterus

• Zunahme der Glykogenolyse, Gluconeogenese und Lipolyse in Leber, in Skelettmuskelzellen und in Adipozyten

β3-Rezeptor: Lokalisation, Funktionen

Fettgewebe (braun)

• Fettabbau

α1: Lokalisation, Funktion

Auge, Haut, Schleimhaut, Skelettmuskulatur, Myocard, Gehirn, Niere

• Vasokonstriktion der Gefäße der Haut, Schleimhaut, Skelettmuskulatur, Myocard, Gehirn, Niere
• Kontraktion der Sphinkteren

• Pupillenerweiterung

• Uteruskontraktion

α2: Funktion

• Verminderung der Insulinsekretion

• Abnahme der Motilität des GIT

An welchen adrenergen Rezeptoren wirkt Noradrenalin mehr?

aktiver an β1 und β3 (Erhöhung des systolischen Blutdrucks)

An welchen adrenergen Rezeptoren wirkt Adrenalin mehr?

aktiver an α1 und β2 (positiv inotrop u. chronotrop; Kontraktion der Gefäße der Haut, Schleimhäute, und des GIT; Vasodilatation der Herzkranzgefäße und Skelettmuskelgefäße; Abbau von Glykogen und Stimulation der Lipoplyse)

Wofür wird Adrenalin therapeutisch genutzt?

bei Schock und als Additiva zu Lokalanaesthetika

Bindung von Adrenalin an den β3-Rezeptor

Wirkstoffklassen Übersicht, die am VNS wirken

Wirkstoffe Übersicht am Parasympathikus

Direkte Parasympathomimetika: Definition, strukturelle Gemeinsamkeit

• Stabile Acetylcholinanaloga: Wirkung wie Acetylcholin

• hohe Affinität zu Muscarinrezeptoren

• definierter Abstand zw. quartärer Gruppe/prot. Stickstoff und Esterfunktion

Direkte Parasympathomimetika: Beispiele für Wirkstoffe und deren Indikationen

• Carbachol: bei postop. Blasen- u. Darmatonie, Glaukom

• Bethanechol: bei Blasenatonie (enantioselektiv!)

• Pilocarpin: lokal bei Glaukom, nach Protonierung: stabiles  Amidiniumion (Muscarin: aus Fliegenpilz, nur zu experimentellen Zwecken)

Carbachol

direktes Parasympathomimetikum: ACh-Analogon

bei postop. Blasen- u. Darmatonie, Glaukom

Bethanechol

direktes Parasympathomimetikum: ACh-Analogon

bei Blasenatonie (enantioselektiv!)

Pilocarpin

direktes Parasympathomimetikum: Muskarin-Analogon

lokal bei Glaukom, nach Protonierung: stab. Amidiniumion

Indirekte Parasympathomimetika WM, gemeinsames Strukturmerkmal

sind alle Carbamatester

• allg: hemmen die Acetylcholinesterase bei Darm- und Blasenatonie, Glaukom, Myasthenia gravis, Antidementiva.
• kationisches Zentrum und Carbaminester- oder Phosphorsäureester-Gruppe

• überwinden die Blut-Hirn-Schranke i.d.R. nicht

Physostigmin

indirektes Parasympathomimetikum: Cholinesterase-Hemmer

Neostigminbromid

indirektes Parasympathomimetikum: Cholinesterase-Hemmer

Lernen