Unternehmerisches Finanzmanagement

Modul 1: Strategie und Finanzen

Modul 1: Strategie und Finanzen


Lucas Sigrist
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über das Finanzmanagement von Unternehmen auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie Cashflows, Working Capital, Kapitalstruktur und Performance-Modelle. Besonders relevant sind die Analysen zu konglomeraten Unternehmen, agency Kosten und die Optimierung von Ressourcen. Die Karteikarten eignen sich ideal für Studierende und Fachleute, die ihr Verständnis für finanzielle Strategien und deren Auswirkungen auf die Unternehmensperformance vertiefen möchten.
Flashcards
41
Students
2
Language
German
Category
Finance
Level
University
Created / Updated
17.11.2015 / 18.07.2023

Flashcards

Themen des Strategisches Finanzmanagement:

Fokussierung versus Diversifikation

Schwierigkeiten des Performance Reportings
 

Unvollständiges Bild der Performance!

Schwankungsanfälliger Gewinn

Management-Performance?

Sinn von Verkehrswerten?

Intertemporale nicht gegebene Vergleichbarkeit von Ratios wie KGV, ..

NOPLAT=

 Net operating profit less adjusted taxes

Decomposition of TRS helps to

...focus resourceson either growth or operating improvements.

...show if TRS targets based on the past performance are realistic.

Grundtypen der Verhaltensunsicherheit aufgrund asymmetrischer Information
 

Qualitäts-unsicherheit
Holdup Stakeholder-Ansatz
Moral Hazard Agency-Theorie
 

Disclosure-Strategien (Rikanovic 2005):

Durch erhöhte Transparenz in der Berichterstattung verbessert sich die Markteffizienz und die Ressourcenallokation.

Die Liquidität und die Wahrnehmung der Unternehmung am Kapitalmarkt (auch die Research-Abdeckung) steigen, und dadurch nehmen die Kapitalkosten tendenziell ab.

 Erkläre die Free Cash Flow Hypothesis
 

Tendenz zu Overinvestmentbei Freien Cashflows

Gefahr ist besonders gross bei Unternehmen mit hohen freien Cashflows und einem Management, welches nur wenig am Erfolg beteiligt ist.

Folge: Barwert der Cashflows > Preis der Unternehmung am Markt
 

Massnahmen zur Verhinderung der Probleme der Free Cash Flow Hypothesis:

Mögliche Massnahmen:

Höhere Dividende

Höherer Leverage ist mit Zwang zu Auszahlungen verbunden.

Managementbeteiligung

Fokussierung

Monitoring

LBOs

Stimmt diese Aussage: Aktienkurse von Unternehmen mit einer hohen Dispersion in den Analysten-Forecasts sind mit einem tieferen Return in den nachfolgenden Perioden verbunden

eine Investor Relations Strategie, welche eine spezifische Guidance der Finanzanalysten beinhaltet, erhöht die Dispersion in den Analystenprognosen.

Dispersion ist schief verteilt

Eine tiefe Dispersion führt zu einer vorübergehenden Überbewertung einer Aktieund dies zu unterdurchschnittlicher Performance in den nachfolgenden Perioden. Dieser Effekt ist signifikant und lässt sich über den gesamten Untersuchungszeitraum nachweisen

Dispersion wird somit als Mass für Unterschiede in den Einschätzungen seitens der Investoren gesehen

Internalcontrol mechanisms
 

Wie ist die Beziehung zwischen Corporate Governance Index- Werten und Aktien- Performance?

Schwach,nur in Krisen zeoigen sich Unterschiede

Welche Arten von Quoren gibt es?

Präsenzquoren: Seit Aktienrechtsrevision 1991 keine gesetzliche Präsenzquoren, jedoch statutarische Quoren möglich.

Beschlussquorennach OR 704 in wichtigen Abstimmungen (Änderung des Gesellschaftszwecks, Kapitalerhöhung, Bezugsrechtseinschränkung). Ausserdem kann es statutarische Beschlussquoren geben.

Problembereiche der Aktionärsrechte:
 

Fehlende gesetzliche Treuepflichtvon Aktionären gegenüber Unternehmung, eventuell sind Aktionäre gar Konkurrenten des Unternehmens.

Missbrauchvon Aktionärsrechten und undurchsichtige Ausübungdurch mögliche Trennung des Stimmrechts von der wirtschaftlichen Beteiligung

Heimlicher Erwerb von Anteilen, da sich Offenlegungspflichten auf das Stimmrecht beziehen (Umgehungüber derivative Kontrakte sowie Kollusion in Gruppe)

Überhöhte Darstellung von Beteiligungen. Möglichkeiten:

a)Call-Optionenmit sehr hohem Ausübungspreis

b)Temporäre Erhöhung des Stimmrechtsanteils mittels Securities Lending

c)Empty Voting= Ausübung von Stimmrechten durch Ausleiher, wobei im Securities Lending speziell verabredet wird, dass die wirtschaftliche Beteiligung beim Verleiher verbleibt.

d)Aktienkauf mit Absicherung(z.B. über Equity-Swaps oder Optionen) ->Trennung von Stimmrecht und wirtschaftlichem Risiko

Dispo-Aktien =

nicht im Aktienregister eingetragene Namenaktien (in CH ca. 30%-50% der Aktien)

Problem der Dispo-Aktien:

 faktisch disproportionale Stimmrechtsverteilung: Keine Ausübung der Stimmrechte durch die Aktionäre von Dispoaktien. Dadurch relativer Anstieg der Stimmkraft der im Aktienregister eingetragenen Aktionäre. "One share, one vote" nicht erfüllt.

Informationsasymmetrieführt nach heutigem Wissen zu

Opportunitätskosten (bei Emission)

zu höheren Kapitalkosten aufgrund von Agency Kosten

zu tieferer Liquidität und schlechterer Ressourcenallokation

tieferer ex post Rendite bei heterogenen Analysteneinschätzungen
 

Die Informationsasymmetrie wird reduziertdurch:

Signale (Kapitalerhöhung oder Aktienrückkauf)

Incentivierung des Managements

Monitoring (z.B. Banken, Rating-Agenturen)

Fokussierung der Unternehmung (Aufspaltung des Konglomerats)

Guidance der Analysten durch die Unternehmung (bessere Information)

Empirisch gibt es Korrelation zwischen Fokus und Performance zwischen Branchen

Erklärung: Tiefere Cashflows diversifizierter Unternehmungen

A) Operational Inefficiency Models:

Diversifizierte Unt. nutzen Vorteile zu wenig. Vgl. Comment, Jarrell (1995).

Zu hohe Investitionen in Segmente mit tiefem Tobin‘s Q, (Scharfstein, 1998). Wahl der Investitionsprojekte (z.B. in Bereiche mit tiefem Tobin‘s Q) steht im Zusammenhang mit dem Unternehmenswert, vgl. Ling und Servaes (1999).

Geringere Produktivitätvon Unternehmen im Konglomerat, vgl. Maksimovic und Philips (2001)

 

B) Agency Cost Models:

Private Vorteile des Managements: Overinvestment, vgl. Jensen (1986)und Stulz (1990), oder Unverzichtbarkeit, vgl. Shleifer, Vishny (1989)

Geringe Reaktionsgeschwindigkeit von Divisionen auf Investitionsopportunitäten, vgl. Berger, Ofek, Scharfstein (1998).

Abhängigkeit des Discounts von der Corporate Governance-Struktur: Discount hängt negativ von der Pay-Performance-Sensitivität (Palia, 1999) und von der Aktienbeteiligung ab (Anderson et al, 1998).

C) Influence Cost (Moral Hazard) Models:

Lobbying der Divisionsleiter um Ressourcen. Vgl. Meyer, Milgrom, Roberts (1992)->nur beschränkte Erklärung
 

Erklärung: Tiefere Cashflows diversifizierter Unternehmungen

Operational Inefficiency Models

 Agency Cost Models

Influence Cost (Moral Hazard) Models

Erklärung: Suboptimale interne Ressourcenallokation

D) Endowment Models:

Suboptimale Kapitalallokationzwischen Divisionen, vgl. Lamont (1997), Shin und Stulz (1998), Shin und Park (1998).

Divisionsmanager optimieren für sich ohne Betrachtung des Gesamtunternehmenswerts. Rajan, Servaes, Zingales (2000): (a) Divisionen mit ähnlicher Ressourcenausstattung: Interne Ressourcen fliessen dorthin, wo die besten Opportunitäten bestehen. (b) Divisionen mit unterschiedlicher Ressourcenausstattung: Interne Ressourcen werden sehr ineffizient alloziert.

E) Behavioral Models:

Discount = Fehlbewertung durch irrationale Investoren. Grund: Komplexität erschwert Bewertung. Vgl. Hadlock, Ryngaert, Thomas (1999).

Takeover ist nicht Folge der operativen Ineffizienz, sondern erfolgt aufgrund der Unterbewertung (Marktineffizienz)

F) Credit Risk-based Models:

Aktienkapital hat bei beschränkter Haftung Optionscharakter. Optionenin einem Portfolio haben jedoch einen geringeren Wert. Vgl. Ammann, Verhofen (2006).
 

Erklärung: Qualitätsunterschiede, Mess-und Datenprobleme

Clustering Models:

Endogenität der Diversifikationsentscheidung: Diversifizierende Unternehmen haben bereits zuvor andere Eigenschaften (Chevalier, 2000). Das Investitionsverhalten im Konglomerat lässt sich schon in den Einzelunternehmen vor dem Merger beobachten, vgl. Chevalier (1999).

Schlechte Performance als Grund für Diversifikationin Wachstumsbereiche, vgl. Hyland (1999).

In einem Konglomerat gruppieren sich ineffizientere Unternehmen. Die Konglomeratsbildung per se führt jedoch zu keinem Abschlag, vgl. Maksimovic, Phillips (1999, 2002)sowie Graham, Lemmon, Wolf (2002).

Negative Korrelation zwischen der Diversifikationsentscheidung und dem Unternehmenswert. Der Diversifikations-Discount bestand schon vor dem Zusammenschluss, vgl. Campa und Kedia (2002).

Daten-und Messprobleme:

Datenprobleme bisheriger Studien: (a) Unternehmen sind mehr diversifiziert als im Reporting ersichtlich (Villalonga, 2000); (b) Segmente sind von Unternehmen selbstgewählt (Selbstdeklarations- problem, vgl. Davis und Duhaime, 1992); (c) Selbst einzelne Segmente sind aus Reportinggründen zuweilen diversifiziert (Villalonga, 2004).
 

Erklärung: Kapitalmarktzugang und Diskontfaktoren

Efficient Internal Capital Market Models:

Interne Kapitalmärkte gestatten Diversifikation der intern verfügbaren Ressourcen. Vgl. Matsusaka und Nanda (1997), Stein (1997)

Keine Evidenz ineffizienter Allokation, vgl. Maksimovic, Phillips (2000).

Ergebnis von Messfehlern bei Tobin‘s Q. Vgl. Whited (2001).

Substitution externer Kapitalmärkte durch interne Märkte ist wertschaffend, wenn die Konglomerate beschränkten Zugang zu Finanzmärktenhaben oder die Finanzierungskosten hoch sind, vgl. Yan (2006).

Prämiediversifizierter Unternehmen (Villalonga, 2000). Möglicher Grund: Besserer Kapitalmarktzugang. Weniger negative Kursresaktion auf Aktienkapitalerhöhungen diversifizierter Unternehmen (Hadlock et al., 2001).

Return Difference Models:

Erklärungen 1 und 2 gehen von stabilen Diskontfaktoren aus. Jedoch Discount bei höheren Kapitalkosten der diversif. Unternehmung.

Discount = höhere Renditeerwartung (Lamont und Polk, 1999). Lamont und Polk (2001): Der Discount lässt sich etwa je hälftig auf Cashflows und auf Renditeerwartungzurückführen. Unternehmen mit Discounts (Prämien) haben höhere (tiefere) Returns in Nachfolgeperioden (Value Effect).

Kein signifikanter Konglomeratsabschlag in Europa, vgl. Funke (2006).
 

Welches sind Argumente dafür, dass Diversifikation wertmindernd ist?

Finanzmanagement in erfolgreichen Konglomeraten weisen folgende Merkmale auf:

(1) Beschränkung der Komplexität auf Ebene des Managements

(2) Ausrichtung der zentralen Leistungen auf das Synergiepotenzial

(3) Wertorientierte Steuerung der Ressourcen

Prinzipien des Finanzmanagements:

Langfristig: Gesunde Finanzierungsstruktur: Auf Cashflows abgestimmte Fremdkapitalstruktur und Eigenmittelausstattung

Kurzfristig: Liquidität

Elemente der Liquiditätsvorsorge:

Aktivliquidität: a)Flüssige Mittel(Cash, Bankguthaben, Postguthaben, stabile Wertschriften ―Deren Höhe ist abhängig von Branche und Risikofähigkeit des Unternehmens) b)Cash Burn Rate(Aktivliquidität dividiert durch operative Ausgaben pro Tag).

Verschuldungskapazität: Debt Capacity ― Haltung disponibler Kreditlinien

Rollende Liquiditätsplanungauf Monatsbasis sowie auf 12 Monate
 

Trade off der kurzfristigen Finanzpolitik

Carrying costs: disadvantage of holding cash: a)Low return on current assets b)Costs of holding inventory


Shortage costs: advantage of holding cash (reduce danger of „cash-out“) or stock (reduce danger of „stock-out“)

a)Costs of unforeseen needof quick borrowing b)Lost sales, lost customer goodwill, disruption of production

Branchen mit tiefem NUV

Branchen mit hohem NUV

Vorteile und Nachteile einer hohen Nettocashposition:

Finanzielle Unabhängigkeit.

+Besonders sinnvoll in zyklischen Branchen. +Nutzung zur Lager-Vorfinanzierung (z.B. Tornos)

-Brachliegende Barmittel in Unternehmen bringen dem Aktionär wenig.

-Unternehmen mit hohem Cashbestand werden leichter Ziel von Übernahmen.

-Gefahr der Uneinigkeit über zukünftige Verwendung (z.B. Jelmoli)

Gibt es einen Wettbewerbsvorteil durch das Working Capital?

Ja! Signifikant weniger Working Capital: spart Kosten Tiefere Verluste auf Lagerbeständen, wenn Komponentenpreise fallen Bessere interne Finanzierung
 

 Massnahmen des Working Capital Managements(WCM):

Lagermanagement Debitorenmanagement Kreditorenmanagement
 

Die Optimierung des Working Capital geht nach empirischen Erkenntnissen mit einer niedrigeren EBITDA-Marge einher.

Zusammensetzung Working Capital

operatives Umlaufvermögen (Deb+Vorräte)

./.operative Verbindlichkeiten (Kred)

= Net Working Capital

Die Mitte der 90erJahre gewonnene Marktmacht erleichterte die Reduktion des CCCs

Study